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Parkfunk (Grafik anklicken)
4 x adhocultur der letzten 48 Stunden aus S21-gart:
1) Peter Grohmann, Kabarettist und Autor (u.a. auch des „Freitag“)
„Drei Sachen hängen mir langsam zu Halse raus, und wie: der Wulff 21, der Bahnhof
und die einbettelten Journalisten. Was den Wulff angeht: der sah blendend aus neulich, nicht nur neben seiner Christina, obwohl sich beide nichts anmerken ließen beim Empfang der Heiligen Drei Könige. Top in Form, top gekleidet – jeder fragt sich natürlich: Können die sich das überhaupt leisten? Dreikönig (Epiphania) hat bekanntlich mit der Erscheinung des Herrn zu tun – vielleicht hat ja da der Präsident was verwechselt. Weiß man's?
[…]
Vorm Abriss könnten den Südflügel vermutlich nur die Fledermäusle retten, die dort in der Nähe leben. Die erfahren, ihm Gegensatz zu den 8000 anderen Arten, die rund um den Erdball von der Vernichtung bedroht sind oder jährlich aussterben wie afrikanische Kinder, eine gewisse Öffentlichkeit, vergleichbar mit der für Wulff im "Bild". Es wäre aber verkehrt, jetzt auf "Bild" rumzuhacken – ruckizucki ist man als "Bild"-Redakteur eingebetteter Regierungssprecher oder Schlimmeres, und das ist praktisch die Arschkarte, vom Scheitel bis zur Sohle.“
aus kontex-wochenzeitung vom 11.1.2012, "Eingebettelt"- vollständiger Text hier, embedded links mcmac
2) Christine Prayon, Schauspielerin, Autorin und Kabarettistin aus Stuttgart, improvisierte „Kulturnacht am Südflügel“, 9.1.2012
3) Joe Bauer, Stuttgarter Faktotum, Journalist, Flaneur und Kolumnist
„[...]Merkwürdig, wie oft nach der Volksabstimmung zu hören ist, das Problem S 21 sei
erledigt. Eine Bar in Bahnhofsnähe servierte kurz nach dem Votum ein Menü namens "Wahlkampf" mit dem Begleittext, nun könne man sich wieder den sinnlichen Dingen des Lebens widmen. Als drohten uns nicht Jahre der Stadtumwälzung.
[…]
Protest ist nicht berechenbar wie Parteien-Marketing. "Brand eins", das Wirtschaftsmagazin für den coolen Zeitgenossen, zitiert in einem Text zum "Schwerpunkt Nein sagen" die Behauptung des Parteienforschers Franz Walter, unter den S-21-Demonstranten befänden sich "gut 15 Prozent ausdrücklich gewaltbereite Protestler". "Ein erschreckend hoher Wert", so der Autor. Mich würde interessieren, wie viele Leute bei uns generell gewaltbereit sind, auch unter denen, die nie protestieren. Darüber erfahre ich so wenig wie über die Definition von "gewaltbereit".[...]“
aus „Der Konflikt“, Stuttgarter Nachrichten vom 10.1.2012
4) Heinrich Steinfest, in Australien geborener Wiener Maler und Schriftsteller, der in seiner Wahlheimat Stuttgart lebt und dort ausschließlich schreibt („Gewitter über Pluto“, „Batmans Schönheit“, „Wo die Löwen weinen“ u.v.a.m.), ebenfalls in der improvisierten „Kulturnacht am Südflügel“, 9.1.2012
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"Als drohten uns nicht Jahre der Stadtumwälzung." - Auf diese kontextuelle 'Einbettung' auch des Bahnhofs-Problems wird viel zu selten hingewiesen, ganz abgesehen von den filz-politischen Hintergründen, die zur Durchsetzung solcher Entscheidungen führen.
Das ist mir auch schon beim Dresdner Waldschlösschenbrücken-Thema aufgefallen. Die meisten Gegner haben ausschließlich ästhetisch argumentiert. |
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Lieber godzak,
Danke für die Rückmeldung! Ein Redakteur einer großen Dresdner Zeitung hatte seinerzeit ein Fach-Gutachten in die Finger bekommen, welches belegte, dass der geplante Bau der Waldschlösschenbrücke entgegen den offiziellen Vorhersagen nicht zu einer innerstädtischen Verkehrsentlastung, sondern vielmehr zu dessen Zunahme führen würde, da bestimmte Verkehre von der A4 nun eine Autobahnausfahrt früher als bislang in die Stadt einfahren würden, insbesondere der Güterschwerlastverkehr. Als der Zeitungsbericht dazu fast fertig gestellt war, stoppte der Vorgesetzte des Redakteurs die geplante Berichterstattung und ließ das Gutachten samt Bericht darüber in einer Schublade verschwinden. Soweit diese mir bekannte Story aus zweiter, doch absolut verlässlicher Quelle. Nicht anders im Prinzip das Verhalten der Mainstream-Medien in Stuttgart. Die Reduktion des Bildes auf Fragmente wie bestimmte Feldermausarten, Käferlarven, Landschaftsbilder (UNESCO-Weltkulturerbe Dresdner Elbtal) oder eben die unterstellten Affinitäten für eine „faschistoid anmutende“ Architektur (Baudenkmal Hauptbahnhof Bonatzbau Stuttgart) evozieren so beim Betrachter dieses (medialen) Bildfragments hauptsächlich körnerfressende Naturschützer, esotherische Baumtänzer und teaparty-artige, reaktionäre „Wutbürger“, ergo: Feindbilder. (Und eben nicht fundierten, reflektierten, legitimen Widerstand aus der Zivilgesellschaft.) Die Wahrnehmung der Bürger im ganzen Land wird via Medien damit stand- und dauerhaft penetriert. Ich unterstelle, dass genau das auch gewollt ist. Zu gewaltig sind die finanziellen und Machtinteressen, die hinter derartigen Projekten stecken, als dass man sich (als Medium) mit diesen anlegt (wenn man nicht gleich selbst Teil dieser ist). - Man könnte aber auch etwas einfacher einbetten: „Die wunderbare Welt des Widerstands“ = Aufruhr in den Augen... ;-) lg |
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Auweia.. Tippfehler... Korrektur lieber goedzak
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Der Wutbürger hat inzwischen die Front gewechselt. Hoch überm Kesselrand schnaubt Herr Kretschmapp, die Bahn möge sich gefälligst beeilen. Der Herr hat es gern geholzt. Auch Herr Wörner sitzt genervt im schwarzen Medienbunker der StZ und wütet gegen Pleiten, Pech und Pannen, die die Polizei daran hindern, die Campbewohner endlich aus dem Schlossgarten zu prügeln.....und dortselbst sitzt montagabends der seriousguy und genießt ganz entspannt im Hier und Jetzt das Hupkonzert der Mehrheit.....
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Lieber seriousguy47,
noch verrückter ist, dass es Leute gibt, die eigentlich genau das verhindern wollen, was der silberbürstigen Blut-Grätsche vom Reitzenstein, seiner jüngsten Kleinholz-Bemerkung nach zu urteilen, offensichtlich nicht schnell genug geht, die aber in ihrer eigenen Grün-Blindheit auch dies noch für einen cleveren und eleganten Schachzug ihres Idols halten... lg |
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Die wunderbare Welt der Amelie ...
Manchmal beneide ich sie. Die Fledermäuse. Ausgeprägtes Sozialverhalten. [aus Wikipedia : "Fledermäuse sind hochsoziale Tiere, die die meiste Zeit des Jahres in Gruppen zusammenleben ... Sowohl in den Wochenstuben als auch in den Winterquartieren kommt es zudem zu einer Durchmischung verschiedener Arten. ... Eine Rangordnung innerhalb von Fledermauskolonien wurde bislang nicht beschrieben ... Kommt es zu Störungen innerhalb der Quartiere, ist ein Drohen mit aufgerissenem Maul und Zetern die Antwort, und nach kurzer Zeit kehrt wieder Ruhe ein ... Wie bei vielen anderen sozialen Tieren gibt es auch bei Fledermäusen ein Schwarmverhalten, bei dem die Aktionen einzelner zu einer Beteiligung anderer Tiere führen. (...) Feinde Natürliche Feinde der Fledermäuse stellen vor allem tag- und nachtaktive Raubtiere, vor allem Katzen, sowie Greifvögel und Eulen ( z.B. die Mappus-Eule, gefährlicher noch die silberne gekretschte Schlitz-Ohr-Eule, Anm. des Verfassers) dar. Außerdem gibt es eine Reihe von großen, fleischfressenden Fledermausarten (haben sich in Stuttgart sehr ausgebreitet, Anm. des Verfassers), die neben anderen Beutetieren auch kleinere Fledermäuse jagen." Jedenfalls können diese hochentwickelten Wesen nur mit tiefster Verachtung auf diese niederen Arten herabblicken, die sich eben anschicken deren und ihren EIGENEN LEBENSRAUM zu zerstören ! ! ! |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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