7
]
Freitag-Autor Peter Grohmann schreibt in einem Beitrag für die alternative Stuttgarter Zeitung 21einundzwanzig über linke Gewalt -in den Mainstream-Medien- am vergangenen Wochenende in Stuttgart. Kompletter Artikel:
„Hunderte Aktivisten sollen S 21 lahmlegen“, titelte die Stuttgarter Zeitung in ihrer Ausgabe vom vergangenen Samstag. Zu einem Volksaufstand ist es dann doch nicht gekommen – stellt unser Autor Peter Grohmann fest und blickt zurück auf ein verlängertes Wochenende der Stuttgarter Art.
Nette Jungs und liebe Mädchen haben sich seit Freitag, 20. Mai, auf den Sturm auf Stuttgart vorbereitet. Ohne Molotowcocktails, ohne Schweinebraten – alles vegan. Die alte liberale Tante Stuttgarter Zeitung malte das nackte Grauen in ihre Schlagzeilen am 21. Mai: „Hunderte Aktivisten sollen S 21 lahmlegen“ – „Immer härtere Gangart“ – „Blockadepläne und ein Aufruf zum Volksaufstand“ oder „Zauberlehrlinge in Aktion“. Die Lehrlinge kamen aus „ganz Deutschland“ (damit waren sicherlich neben dem Frankfurter Sumpf auch Hamburg mit der Roten Zora oder die Gewalttäter aus Kreuzberg gemeint) und aus Frankreich (normale Chaoten) und Italien (das sagt doch schon alles!).
Bei der Lektüre der Samstagzeitung liefen den liberalen Leserinnen und Lesen der StZ eiskalte Schauer über den Rücken – Revolution! Jetzt also doch, nachdem man damals, 1918, soviel verbockt hatte! Revolution, Volksaufstand – und das ganz ohne Gangolf Stocker und den bösen Buben Rockenbauch, denn denen ist die Regie längst entglitten, weiß man. Im Camp im Calendula-Kräutergarten wurde von Freitag bis Sonntag ohne die StZ musiziert gelacht und gegessen und geprobt und diskutiert, ob und wie man gewaltfrei den „Baustopp selber machen kann“. Eine Besetzung der StZ-Redaktion oder die Geiselnahme der Belegschaft stand leider nicht auf der Tagesordnung.
Entgegen der frohlockenden Hoffnung auf Schießereien oder wenigstens brennende Bauwagen oder Bagger setzten sich zwischen 200 und 300 Leute aller Schattierungen vors Wassermanagement am Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs, tätschelten virtuelle Polizeipferde und echte Polizistinnen, unterhielten sich blendend, froren sich den Arsch ab und waren ansonsten nichts weiter als „Nette Jungs und liebe Mädchen“ – die eine oder der andere auch schon etwas gereifter, aber so was von gewaltfrei, dass ich mich grün und blau ärgerte. Ich, Grohmann, der Hassprediger.
Der gute Mensch aus der Redaktion, der titelte, dass man „S 21 lahmlegen“ wolle, muss wohl einen geistigen Salto mortale geschlagen haben. Denn wo nicht gebaut wird (wie die StZ weiß), kann nun mal nichts lahmgelegt werden.
Peter Grohmann (Foto: Peter Witte)
Quelle: 21einundzwanzig
Artikel aus der Stuttgarter Zeitung (StZ), auf die im Beitrag Bezug genommen wird:
|
|
Und wo bleibt mcmacs obligatorischer Montagsdemo-Service???????????????????????
Die nachzureichenden Grusel-Videos zur linken Agitation und Gewalt gibt es hier zu sehen: www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=736 Und damit endlich wieder etwas Feuer in die Sache kommt, hat jetzt OOOOOOOOOBerstaatsanwalt Häußler höchstselbst die Nachfolge von Mappus und Stumpf angetreten und persönlich der mittlerweile erlahmten Stuttgarter Polizei wieder Beine gemacht: "Gegen 8 Uhr verließen die Blockierer die Toreinfahrt freiwillig nach der zweiten Aufforderung durch die Polizei. Trotzdem wurden die Personalien festgestellt. Die Demonstranten hatten zuvor mit der Polizei vereinbart, die Blockade freiwillig aufzulösen, wenn folglich keine Anzeigen ausgesprochen würden. Entgegen dieser Absprache kündigte die Polizei und Oberstaatsanwalt Bernhard Häußler, der persönlich vor Ort war, nach der Auflösung der Blockade doch Anzeigen wegen Nötigung an." www.bei-abriss-aufstand.de/2011/05/25/presseerklarung-bahn-baut-weiter-an-stuttgart-21-trotz-baustopp/ Gut, man muss Häußler verstehen. Er muss sich und die Seinen beschäftigt halten. Denn wenn ein Leerlauf in der Behörde entstehen sollte, dann könnte er sich gezwungen sehen, endlich jene Nazi-Verbrechen zu verfolgen, die er bislang so engagiert liegen lassen kann. Also, liebe Parkschützer: bitte habt Verständnis mit dem Mann. Seht doch endlich, wie er leidet......Und im Übrigen, was ist schon die Ermordung unschuldiger (italienischer!!!) Zivilisten gegen die Nötigung von unschuldigen (deutschen!!!) Baufahrzeugen! Ich bitte euch. www.jungewelt.de/2011/03-09/024.php?sstr=Oberstaatsanwalt%7CH%E4u%DFer |
|
|
Die Gewaltphantasien mancher Journalistenhirne, und ihre mediale Verbreitung, finde ich höchst bedenklich. Angesichts der Realitätsferne – die ihnen ja wohl mittlerweile bewusst sein dürfte – kann man sich auch die Frage stellen, ob sie die Gewalt nicht geradezu herbeischreiben wollen. Das könnte man als subtilen Aufruf zur Gewalt werten. Und natürlich auch als Diskreditierung friedlicher Meinungsäußerung. Da sollte sich unbedingt mal der Oberstaatsanwalt drum kümmern. Auch der Verfassungsschutz sollte da mal die Ohren spitzen.
|
|
|
"Da sollte sich unbedingt mal der Oberstaatsanwalt drum kümmern. Auch der Verfassungsschutz sollte da mal die Ohren spitzen."
:-))))) |
|
|
Die Chancen dafür stehen gut -wenn man den neu gewählten Landtag und die neue Regierung damit nicht alleine lässt, resp., sie daran erinnert.
|
|
|
schrieb am
26.05.2011 um 10:31
Sie meinen man sollte weiter auf die Strasse gehen?
Oder gibt es Anzeichen, dass die neue Regierung da von selbst drauf kommt? Oder sind die Freunde von der Grünenseite jetzt schon Macht-Korrumpiert? |
|
|
"Sie meinen man sollte weiter auf die Strasse gehen?"
Ja. Zum Beispiel. Und lieber einmal mehr, als einmal zu wenig. Diese (jede) Regierung braucht die Bürger (cityoens) in jeder Hinsicht. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen