Die digitale Generation – kreative RevolutionärInnen oder angepasste MitläuferInnen?
Samstag, 9. April, 17:00-18:30
Auditorium
Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Moderation: Klaus Raab, Redakteur im Ressort "Alltag" (der Freitag)
Die Jugend ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Das wäre ja auch noch schöner. Mit Angehörigen der jungen digitalen und ihrer Elterngeneration diskutieren wir über die Frage: Aber was ist sie dann?
In den vergangenen Jahren wurden junge Menschen gerne als Bausparer belächelt und zugleich als Komasäufer skandalisiert. Journalist Jens Jessen beschrieb eine unpolitische "Jugend ohne Charakter", der Blogger Max Winde hielt dagegen: "Ihr werdet euch noch wünschen, wir wären politikverdrossen." Mit ihnen und weiteren Gästen erörtern wir, was die digitale Generation auszeichnet. War der jugendliche Wille zur Veränderung seit den 68ern je größer? Oder ist die digitale Revolution nur ein Marketing-Gag, um Handys zu verkaufen?
Die Gäste:
Beate Wedekind, Jahrgang 1951, ist Journalistin, Autorin, Eventmanagerin und TV-Produzentin. Sie bloggt, ist bei Facebook und Twitter aktiv und beantwortet Facebook-Nachrichten quasi in Echtzeit. Sie war "Bild"-Redakteurin und moderierte Fernsehtalkshows. 1988 wurde sie Chefredakteurin der deutschen Ausgabe der "Elle“, 1992 Chefredakteurin der "Bunten". Im Dezember 1993 erfolgte die Übernahme der "Gala", die sie zur Marktreife entwickelte. 1997 gründete sie die Beate Wedekind Productions PR Publications GmbH. Sie organisierte u. a. die Bambi-Verleihung. Seit 2009 schreibt sie als Kolumnistin für das Online-Magazin The European. Ihr Blog heißt 50plus.
Emily Büning, Jahrgang 1985, ist Bundespressesprecherin der Grünen Jugend, der Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen. Ihr Themen- und Arbeitsschwerpunkt liegt u. a. im Bereich der Netzpolitik. Sie studierte Jura mit dem Schwerpunkt Europa- und Völkerrecht. Als UN-Jugenddelegierte vertrat sie 2009 die Interessen der Jugendlichen in Deutschland bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Sie setzt sich für die Rechte von MigrantInnen und Jugendlichen und die Aufrechterhaltung der Bürgerrechte ein. Im Bereich der Netzpolitik fordert sie Netzneutralität und Internetzugang für alle. Sie ist Gründungsmitglied des Instituts Solidarische Moderne.
Max Winde, Jahrgang 1978, ist Podcaster und Programmierer. Via Twitter ließ er als Credo der Netzsperrengegner und Netzaktivisten verlauten: "Ihr werdet euch noch wünschen, wir wären politikverdrossen." Winde gehörte für einige Jahre zu den Machern des Blogs Spreeblick und gründete mit ihnen und Sascha Lobo 2007 die erste Vermarktungsagentur von und für Weblogs in Deutschland. Er bloggt und twittert als 343max und steht im Google-Ranking weit vor einer Seilwinde der Firma Max. Er kommuniziert auch per E-Mail, wenn man ihn darum bittet, eigentlich hat er es aber nicht so mit veralteten Kommunikationswegen. Seine Podcasts sind wir.muessenreden.de, mobilemacs.de und märchenstunde.net.
Rainer Langhans, Jahrgang 1940, ist ein deutscher Autor und Filmemacher. Er war Mitglied der "Kommune 1" und ist heute eine Symbolfigur der 68er-Bewegung.
Während seines Jura-Studiums stieß Langhans zur Studentenbewegung und zog im März 1967 in die neu gegründete "Kommune 1". Er war dort an diversen politischen Aktionen beteiligt. Heute lebt Langhans in München mit vier Frauen in einem sogenannten Harem. Er ging im Winter 2011 ins "Dschungelcamp" der RTL-Show "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!". Zwei seiner "Haremsdamen" schrieben darüber eine Kolumne in der taz.
Michael Angele, Jahrgang 1964, leitet das Kulturressort des "Freitag". Der gebürtige Aarberger zog 1989 nach Berlin. Zehn Jahre später promovierte er plagiatfrei mit einer Arbeit über Verschwörungstheorien in der deutschen Literatur der 20er Jahre und erlebte dann seine vielleicht schönste journalistische Zeit als Autor der Berliner Seiten der "FAZ". Nach deren Tod 2002-2007 die Netzeitungs-Years: Kolumnist Altpapier, Redakteur Feuilleton, Chefredakteur, Abfindung. Intermezzo an der Humboldt-Universität Berlin als Dozent für neue deutsche Literatur. Seit März 2009 beim "Freitag".
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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