31
]
Zwei Männer belästigen Frauen in einem Regionalexpress. Ein Fahrgast zeigt Courage, hilft den Frauen und bekommt einen Faustschlag ins Gesicht.
Ein Mann küsst in der U-Bahn seinen Freund zum Abschied. Nachdem der ausgestiegen ist, wird er von zwei jungen Männern beleidigt. Sie steigen mit um, verständigen sich mit einem dritten Schläger, beschimpfen und bedrohen den Mann und brechen ihm den Kiefer, als er um Hilfe ruft. Niemand hilft.
Eine Gruppe junger Männer legt im Oberdeck eines Busses eine Flasche auf den Boden, die bei jeder Bewegung Geräusche erzeugt. Sie lassen dazu eine nervtötende Melodie laufen und spucken Kürbiskernschalen in den Gang und auf die Sitze. Anschließend bedrohen sie Fahrgäste, die das Geschehen lediglich beobachten.
Dokumentierte Fälle dieser Art geschehen in Berlin jeden Tag. Sie sind nur die Spitze des Eisbergs. Sie sind Ausdruck sozialer Verwahrlosung, an der sich Bürger und Staat beteiligen. Als kürzlich Eltern gefragt wurden, was sie ihren Kindern beibringen, wurden Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen am häufigsten genannt. Beides zusammengenommen ergibt nichts weiter als Ellenbogenmentalität. Der Berliner Senat und die öffentlichen Betriebe steuern nicht dagegen. Die Unsicherheit wird größer, denn wenn niemand autorisiert, eingestellt und bezahlt wird, um „die Regeln“ durchzusetzen, gibt es sie nicht mehr. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo viele sich nicht mehr zu sagen trauen, ich möchte das nicht, was ich hier sehe. Denn sie bekommen keine Unterstützung und sind im Gegensatz zu den Tätern allein unterwegs.
Der Kommentator „ul“ hat im Tagesspiegel vom 05.05.09 den notwendigen Rahmen aufgezeigt:
www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Bahn-Koerperverletzung;art126,2789874
„Null Toleranz
Wir brauchen dringend neue Sicherheitskonzepte
Ich fahre schon seit Jahren abends nicht mehr S-Bahn weiter als bis zum Ostkreuz, nachdem ich einmal Zeuge einer massiven Fahrgastbedrohung durch rechte Jugendliche wurde.
Die Politik lässt alles weiter laufen. Die Risiken sind ja wie die "gefühlte Temperatur", der "gefühlte Euro", das "gefühlte Europa", wissenschaftlich widerlegt.
Ich bin für eine begrenzte (3 Jahre) Aktion in Berlin, die den Titel Null Toleranz trägt. Sie betrifft den gesamten öffentlichen Raum und alle machen mit. Rotfahrer, Falschparker, rücksichtslose Fahrradfahrer, Jugendgangs mit Waffen in den Taschen, Angriffe auf Busse und Bahnen, Hundekacke, lautes Handytelefonieren in U-Bahn und Bus, unfreundliche Taxifahrer: alles auf den Prüfstand. Bußgelder, die weh tun, ersatzweise soziale Arbeit, und so weiter.
Ich bin sicher, nach einer Phase der Empörung über so viel ordnungspolitische Maßregelung, käme es bald zu einer allgemeinen Akzeptanz der Null-Toleranz-Aktion mit dem Ergebnis, dass Berlin nach drei Jahren wesentlich sauberer und lebenswerter geworden sein wird. Es braucht Regeln und die Regeln müssen durchgesetzt werden. Alles andere ist die Schlappschwänzigkeit einer meckernden Gesellschaft (Verzeihung an die Frauen für den Begriff).
Und wer soll das bezahlen? Na wir alle. Wir zahlen doch jetzt auch schon alles.“
Ich will deshalb ein Volksbegehren „Null Toleranz für Berlin“.
|
|
Nun ja, das sind Probleme, die nicht nur Berlin betreffen.
"Null Toleranz" wäre für mich allerdings nicht die Lösung, sondern "Zivilcourage". Wir sind seit Jahrzehnten so sehr darauf dressiert worden, dass wir uns nicht um die Angelegenheiten anderer zu kümmern hätten, oder dass es klüger sei, sich nicht einzumischen, wenn wir Schwierigkeiten vermeiden wollen, oder dass wir ganz allein seien, wenn wir gegen diesen Mob aufstehen, dass wir in den meisten Fällen gar nicht mehr wissen, wie das geht. Ein beredtes Beispiel dafür ist der Überfall von Nazis am 15. Februar auf einen Bus mit Gewerkschaftern auf einem Autobahnrastplatz bei Jena. Wie konnte es geschehen, dass eine 80köpfige Busladung von Gewerkschaftern zusah, wie einem Kollegen von einer Handvoll Nazis der Schädel eingetreten wurde? Natürlich, weil der es nicht mehr rechtzeitig geschafft hatte, sich in den Bus zu retten, wie es allenthalben als Erklärung zu lesen war! Hätte nur die Hälfte der Leute die Zivilcourage aufgebracht, den schützenden (wirklich?) Bus zu verlassen und sich dem braunen Gesindel entgegenzustellen, wäre der Mann sicherlich ohne Kopfverletzung nach Hause gefahren. Doch man fürchtet ja um seine eigene Haut! Man könnte ja den einen oder anderen Kratzer davontragen! So hat man sich die körperlichen Blessuren erspart, aber mit welchem Selbstwertgefühl ist man abends schlafen gegangen? Und es überzeugt mich auch gar nicht, wenn noch so viele Leute auf Demonstrationen gegen Rechts mitlaufen, und wenn noch so viele Menschen Kerzen anzünden und Lichterketten bilden, und wenn Volksbegehren gegen die braune Brühe initiiert werden. Denn wenn es ernst wird, sitzen die meisten davon im Schrank und warten, bis der Sturm vorübergebraust ist. Womit ich nicht sagen will, dass politisch nichts gegen die braune Pest unternommen werden sollte. Doch wichtiger finde ich, wie gesagt, dass man Zivilcourage zeigt, wie der Mann, der den Frauen im Regionalexpress beisprang. Doch es sollte überhaupt ein Klima in unserem Lande geschaffen werden, in welchem mehr Menschen Zivilcourage an den Tag legen. Die Kinder müssten schon dazu erzogen werden, statt mit Streitschlichtungsprogrammen in den Schulen zu Duckmäusern der anderen Art verbildet zu werden. Und die Politiker müssten es vorleben, indem sie ihre beliebten "unbequemen Wahrheiten", statt sie nur als Phrase zu dreschen, tatsächlich anpackten. Und es wird Zeit, dass Georg Elser ein Denkmal bekommt, und dass eine Georg-Elser-Medaille für Courage gegen Nazis eingeführt wird, und dass der 8. November zu einem Feiertag erklärt wird. Denn nur so kann man den Wert der Zivilcourage steigern, indem man sie adelt. |
|
|
Lieber I.D.A. Liszt,
Sie haben recht damit, dass Zivilcourage angesagt ist und geadelt werden sollte. Es hat auch fast niemand etwas gegen Zivilcourage. Es gibt auch Preise, die dafür verliehen werden, z. B. Mete-Eksi-Preis oder die Carl-von-Ossietzky-Medaille. Meistens trauen sich die Leute, die hierbei applaudieren nicht, selbst aktiv zu werden. Ich möchte eigentlich immer zeigen, dass unsere Grundrechte mehr sind als Papier. Ich habe oft das Gefühl, der Senat, die Polizei und die BVG engagieren sich da weniger als ich oder schlimmer, sie verdrängen diese Klarheit. Der Grund, warum ich dem Kommentator "ul" voll zugestimme: Die meisten Leute, die sich zivil couragiert geben, erhalten keine Aufwertung durch die anderen, die sich in der selben Situation befinden. Ihr Beispiel mit dem Gewerkschaftsbus zeigt das, die ganzen Feiglinge müssten sich ja schämen, wenn sie zugeben, dass der Mutige recht hat, statt dessen geben sie dem Couragierten die Schuld, wie so oft Identifikation mit dem Aggressor. Ich meinte nicht nur bei Bedrohungen durch Nazis, sondern auch bei allen anderen Formen von Hassgewalt oder gewaltätiger männlicher Dominanz. Es zeigt sich: Zivilcourage wird oft bestraft, man bekommt einen in die Fresse und das ist gefährlich. Deshalb ist es so wichtig, den Bürgern einen zivilen Rahmen zu garantieren. Das kann nur der Staat, in dem er konsequent durchgreift nach Regeln, über die sich eine breite Öffentlichkeit verständigen müsste. Die Themen sind z. B. im Kommentar von "ul" genannt, jeder kennt sie schon, ich halte eine Volksabstimmung darüber für eine wirklich interessante Sache. Ich spreche die Leute sehr oft auf ihr unmögliches Verhalten an: im Zug, im Bus, im Park, und mir schlägt Unverständnis und Hass entgegen, nicht oft hören die mit ihrem Fehlverhalten auf. Ich bemerke auch nur selten jemanden, der mich unterstützt, nicht mal Freunde, die manchmal dabei sind, können das spontan. Bei harten Dealern und Nazitrupps, deren Verhalten absichtlich auf dumme Couragierte abzielt, halt ich mich natürlich zurück. Das Gefühl der Demütigung erreichen sie trotzdem. Sie haben es durch Gewaltandrohung geschafft, mir meinen freien Raum zu nehmen, und der Senat, die Polizei, die BVG usw. lassen das zu. Viele haben dasselbe Gefühl und halten das nicht aus und tun deshalb so, als störe sie das alles gar nicht, als sei alles nicht so wild und als sei dies der Preis der Freiheit. Das ist verlogener Unsinn. Freiheit wird nur durch einen Rechtsstaat möglich, und dieser muss sich zeigen, sonst ist es bereits Anpassung, die als eigner Stil verbrämt wird. |
|
|
Lieber mehmet.goldkorn,
natürlich bin ich auch kein besinnungsloser Berserker, der allein eine Gruppe Nazis angehen würde. Ich wäge auch ab, wie die Chancen sind. Sie sehen also, dass ich meine Gesundheit nicht für heldenhaftes Draufgängertum aufs Spiel setzen würde. Ich möchte auch Republik und Rechtsstaat nicht verlieren, doch wenn wir uns so aufführten, wie Sie es vorschlagen, wären wir doch schon ein utes Stück weiter in diese Richtung marschiert. |
|
|
Lieber mehmet.goldkorn,
"ul" und seinen Kommentar zum thema kenne ich noch nicht. Ich verspreche aber, dass ich ihn auch lesen werde. Zur Reaktion unbeteiligter(?) Zuschauer bei Gewaltakten in Form von Identifikation mit den (dominanten) Gewalttätern schreiben Sie: >Ich meinte nicht nur bei Bedrohungen durch Nazis, sondern auch bei allen anderen Formen von Hassgewalt oder gewaltätiger männlicher Dominanz. Es zeigt sich: Zivilcourage wird oft bestraft, man bekommt einen in die Fresse und das ist gefährlich.< - Ich stimme mit Ihnen hierin völlig überein. Mir ging es in meinem Kommentar auch nicht nur um Nazi-Aggression, sondern ich meinte auch die von Ihnen beschriebenen Arten der Aggression. Nur fiel mir als illustratives Beispiel eben dieser Vorfall ein. Zu dem oben angeführten Zitat aus Ihrem Kommentar möchte ich noch bemerken, dass man es manchmal eben in Kauf nehmen muss, dass man eventuell einen Schlag ins Gesicht bekommt. Man kann sich ja sogar noch Schlimmeres vorstellen. Aber genau das macht meiner Meinung nach doch Zivilcourage aus: Man hilft einem anderen Menschen, wenn er oder sie von jemandem bedroht oder gar anggriffen wird, besonders dann, wenn der oder die Angegriffene auch noch schwächer ist. Dabei achtet man eben momentan nicht darauf, ob man eventuell Blessuren davontragen könnte. Nur so kann man andere retten, oder? Man stelle sich vor, dass da jemand im Teich zu versinken droht, der offensichtlich nicht schwimmen kann. Da könnte man sich als dabeistehender auch Gedanken darum machen, ob man sich nicht das T-Shirt nass macht, wenn man ins Wasser springt, oder man könnte sich auch eine Erkältung zuziehen oder sogar eine Lungenentzündung. Wenn man in so einer Situation zu lange nachdenkt, ängstigt man sich und lässt es dann bleiben, denn ein ängstlicher Retter ist für Aggressoren nicht sehr überzeugend. Ich selbst greife auch ein, wenn ich Zeuge solcher Verhaltensweisen werde, und bislang habe ich in der Situation noch nie über die möglichen Konsequenzen nachgedacht. Wahrscheinlich 'fange ich mir' eines Tages 'mal ganz schön was ein', wie man so sagt. Das Wichtige finde ich hierbei, dass man ein Vorbild gibt. Die weniger Couragierten können erkennen, dass man sich nicht alles bieten lassen muss, und vielleicht stehen sie eines Tages selbst auf oder helfen wenigstens jemandem, der aufsteht. |
|
|
Lieber I.D.A. Liszt,
Sie sind wirklich einer! Aber Sie sollen am Leben bleiben und nicht als Held sterben müssen. Mir und auch vielen anderen Menschen geht es anders als Ihnen, ich wäge gerade in gefährlichen Situationen meine Chancen ab und ich bin mir ganz sicher, dass bei ihrem Beispiel mit den Nazis dies die richtige Strategie gewesen wäre, dass einer sagt: Wir sind denen an Anzahl überlegen, es gibt eine gute Chance, los! Statt denen blind entgegenzurennen. Sie denken viel über eine gute Gesellschaft nach, also sind Sie schon mal ein ganzes Stück weiter gekommen als andere, daher sollten Sie ihr Potential nicht einfach unvorsichtig gefährden. Und ihr eigener Ansporn, sei er auch mutig, muss den Kriterien der anderen nicht entsprechen - viele brauchen die Identifikation mit etwas Starkem in einer Gefahrenlage, warum auch nicht, unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass diese Identifikation nicht mit den Aggressoren läuft, sondern mit einem kompromisslosen Rechtsstaat. Und dessen Vertreter machen derzeit ihren Job nicht, so oder so können wir das nicht dulden. Die Republik und der Rechtsstaat sind unsere Errungenschaften, wir gehen nicht zurück. Sie sind dann beispielhaft, wenn Sie dabei nicht schwer verletzt werden. |
|
|
Entschuldigung - das kann doch nicht Ihr Ernst sein:
"...den gesamten öffentlichen Raum und alle machen mit. Rotfahrer, Falschparker, rücksichtslose Fahrradfahrer, Jugendgangs mit Waffen in den Taschen, Angriffe auf Busse und Bahnen, Hundekacke, lautes Handytelefonieren in U-Bahn und Bus, unfreundliche Taxifahrer: alles auf den Prüfstand. Bußgelder, die weh tun, ersatzweise soziale Arbeit, und so weiter." Das klingt nach einem Paradies für anal gestörte Zwangsneurotiker und Protofaschisten, in dem Ordnung, Sauberkeit und Disziplin endlich wieder die Primärtugenden sind, mit denen man bekanntlich auch ein KZ führen kann. Es bleibt schon dabei: Zivilität der Menschen entsteht in einer zivilen Gesellschaft und nicht in einer, die ein Viertel bis ein Drittel von der Partizipation an ihren Gütern - solchen und solchen - ausschließt. Nur wenn man dieses Ziel schon aufgegeben hat, greift man zu verzweifelt-repressiven Strategien, die Falschparker, Raucher und U-Bahnschläger nach dem Prinzip "Three Strikes and you are out" über einen Kamm scheren. |
|
|
Lieber Jakob Augstein,
da haben Sie völlig recht. Ich glaube, dass mehmet.goldkorn hier ein wenig übers Ziel hinausschießt. Natürlich sollten wir liberal und tolerant sein. Wenn wir uns von denen, die damit nichts anzufangen wissen oder wissen wollen, dazu bringen lassen, harte Zwangsmaßnahmen gegen sie zu ergreifen, werden wir genauso wie sie. Hier haben wir das übliche Dilemma der Demokratie: Man kann die Faschisten nicht mit diktatorischen Maßnahmen bekämpfen, denn dann schenkt man ihnen genau den Staat, den sie haben wollen. Muss man darum aber um jeden Preis allen hinnehmen, jede Art von Gewalt und Aggression? Ich stehe immer noch auf dem Standpunkt, dass jeder einzelne ein Beispiel für Zivilcourage geben muss, wie ich in meinen obigen Kommentar geschrieben habe. Damit erreicht man mehr als mit Überwachungskamieras allüberall und tausenden patroullierende Sheriffs (grüner oder schwarzer). |
|
|
Null-Toleranz geht sowieso nicht. Aber ich würde mit der Ideologie anfangen. Man muss erreichen, dass die Anderen, die mit der Hundekacke und dem Fahrrad auf dem Fußweg die Spießer sind. Aber das schafft man nicht.
Ach, Herr Augstein, diese goldrichtigen Zeitdiagnosen und Rezepte. Mein Gefühl ist, dass dieses Statement von Lafontaine über die Sekundärtugenden allzu gern genommen wird, weil es so bequem ist und so unverbindlich. Und die Tatsache, dass es auch stimmt, ändert nichts daran, dass diese Tugenden manchmal auch ein Segen sein können. Pünktlichkeit zum Beispiel - ist mehr als solch eine formale Tugend. Und noch einen Verdacht hege ich seit langem: Die Verweise auf eine zivile Gesellschaft, die man anstreben sollte, haben was vom Vertrösten auf einen verheißenen Kommunismus, der ja bis heute auch nicht in Sicht ist. Und bis dahin kann man sich so aufführen, dass man nicht als anal gestört oder als protofaschistisch (huch, was ist denn das nun wieder) gelten muss. Protofaschistisch - igitt. In einer Gesellschaft, die postuliert, dass alles, was nicht verboten ist, erlaubt sei, kann man wenig freiwillige Rücksicht erwarten. Sie ist auch gar nicht das Ziel, scheint mir, sondern die Kultivierung des Rechtes des Stärkeren. Und auch hier mein Verweis auf das Erringen der Definitionsmacht. Wenn es gelänge, einmal klarzumachen, dass jene, die mit Verweis auf ihren täglichen Kampf für eine zivile Welt der Zukunft, im normalen Alltag hochzufrieden Rücksichtslosigkeit und Ignoranz gegen Schwächere pflegen, die wirklichen Spieß- und Kleinbürger sind, dann wäre schon was gewonnen. Solche, die stolz der roten Ampeltrotzen, weil das so anarchisch ist oder von hinten an harmlose Fußgänger ranpreschen und deren Schreckensrufe dann als kleinbürgerliche Spießerschreie einordnen. Glauben Sie mir, Ihre Antwort ist so goldrichtig, wie sie von all jenen ergeht,die jünger,gelassener und weniger anfechtbar sind, als Leute, die einfach aus Furcht und Altersgründen ein bisschen unduldsamer werden und vielleicht auch mal - igitt - nach Ordnung schreien. Sie ist wohlfeil, weil sie nichts kostet, dafür aber das Ansehen des Schreibers als Toleranzbolzen hebt. Beste Grüße von einer Unduldsamen |
|
|
@ Jakob Augstein
Sie halten mich für anal gestört, protofaschistisch und so weiter? Sie machen mir Spaß! Wo ist ihr Vorschlag? Es geht hier keineswegs um Ordnung, Sauberkeit, Disziplin im Sinne einer KZ-Kultur. Ihe tumbe Rhetorik erinnert sehr stark an die Denkverbote der Salonlinken in Zeiten der richtigen "Identität". Es geht darum, Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum zu haben und allen dafür die gleiche Ausgangslage zu geben. Das ist derzeit nicht der Fall. Der öffentliche Raum ist nicht so groß, die zur Verfügung stehende Zeit ist begrenzt. Es ist sehr schwierig, zu ignorieren, das viele Leute sich den Raum nehmen, damit andere ihn nicht mehr haben, und daraus ihre Exklusivität ziehen. Das sind die Gebildeteren. Ungebildetere nehmen sich den Raum durch Androhung von Gewalt. Ich stimme mit I.D.A. Liszt und Ihnen überein, wenn es darum geht, dass zivile Tugenden freiwillig am besten sind. Nun können Sie feststellen, und das ist in vielen sozialen Experimenten belegt, dass der Verfall des Zivilen im Kleinen anfängt. Ich habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es erst einmal einer öffentlichen Diskussion bedarf, welche Regeln tatsächlich notwendig sind, also welche Stufe der "Repression" wir nicht überschreiten. Derzeit jedoch, und das ist der Ausgangspunkt unserer Debatte, stehen die Leute unbeteiligt daneben, wenn der öffentliche Raum durch Gewalt beherrscht wird, nur Einzelne greifen unter großer Gefahr ein, wenn überhaupt. Wie wäre es, wenn Sie nun etwas Konstruktives vorschlagen, um dieses Problem zu beheben? Oder sehen Sie darin gar kein Problem? |
|
|
@ Magda
Ich danke Ihnen. Wie Sie bemerkt haben, ziehe ich gegen den lieben Jakob Augstein genauso mackermäßig zu Felde, wie er mir kam. Das mit der Verschiebung der Koordinaten ist genau richtig: Die Spießer sind nämlich die wahren Regelverletzer. Und was für mich, ich bin mir sicher, Sie verstehen diesen Humor, die derzeitige Ungerechtigkeit ausmacht: Menschen mit mehr Ressourcen an Geld, Bildung und Herkunft haben auch mehr Gelegenheit, so richtig blöde Spießer zu sein. Herzlichst Ihr mg |
|
|
Das "Null Toleranz Konzept" ist aus den USA geklaut. Es wird dort seit Jahren in bestimmten Bereichen angewandt. Als Beispiel nehme ich farbige Jugendliche. Da es keinerlei soziale Konzepte zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit oder Angebote zur Ausbildung gibt und eine deutliche Diskriminierung stattfindet, kommen farbige Jugendliche mit dem Gesetz in Konflikt. Beim "Null Toleranz Konzept" reichen kleine Vergehen mit anschließender völlig überzogener Strafe, um den Betroffenen lebenslang das Wahlrecht zu entziehen. Davon profitieren insbesondere die Republikaner.
So sind die USA zu dem Land mit der weltweit höchsten Gefangenenquote geworden, deren Betroffene von bürgerlichen Rechten lebenslang ausgeschlossen bleiben. Populistische Saubermänner verkaufen dieses Konzept hier mit fadenscheinigen Begründungen. Allerdings gibt es einen Zusammenhang der zu denken geben sollte. Der Neoliberalismus zieht mit seiner Zerstörung des Sozialstaates und Individualisierung der Massen die Betroffenen heran die dann vom "Null Toleranz Konzept" gesellschaftlich ausgegliedert werden. Es kommt somit zu einer bedenklichen Verbrüderung von Rechten und Neoliberalen. |
|
|
Als ich ein Kind war gab es noch alte Leute, die mit Stöcken nach spielenden Kinder gefuchtelt haben wenn sie zu laut waren oder Dreck gemacht haben. Wir hatten damals wirklich Angst vor den Alten. Weil sie grimmig und gefährlich waren. Meine Kinder treffen solche Leute heute nicht mehr - oder so selten, dass sie eher belustigt sind. Das Klima, in dem diese damaligen Alten aufgewachsen waren, war eines von Ordnung und Disziplin. Das ist keine tumbe Rhetorik. Ich möchte gerne in einer Gesellschaft leben, die ein gehöriges Maß an Unordnung und Disziplinlosigkeit lachend erträgt. Als ich neu in Berlin war und falsch geparkt habe hat mir einer -mein Kennzeichen sehend . hinterhergerufen: Das kannst Du in Hamburg machen, hier nicht! Das ist zwanzig Jahre her und hat sich inzwischen geändert. Glücklicherweise.
Wenn Sie Angst vor Schlägern in der U-Bahn haben, lassen Sie uns darüber nachdenken, warum die schlagen, in welchen Lebenslagen die sich befinden - Sie wissen schon, die übliche Leier von Prävention und Sozialarbeit... Ich weiß, ist heute nicht mehr sehr schick... Aber ein Job, Aussicht auf sozialen Aufstieg und Achtung sind meiner - in diesem Fall ganz Alt68er-links-konservativen - Ansicht nach das beste Rezept gegen soziale Verwahrlosung. Nur eine Gesellschaft, die keine Jobs und keine Achtung bereithält, muss mehr Polizisten bereithalten. Es ist ein bisschen wie beim Zivildienst-Test früher: Die richtige Antwort besteht manchmal darin, die Frage abzulehnen. (und natürlich finde ich nicht, dass Sie zwangsneurotisch sind, lieber mg - nur der Tagesspiegel :) ) |
|
|
Na, dann wolln wir mal.
„Wir hatten damals wirklich Angst vor den Alten. Weil sie grimmig und gefährlich waren.“ Tatsache? Da herrschte noch Zucht und Ordnung, genau. Wie in der alten DDR, da mussten die Kinder ja auch dauernd strafexerzieren. Klasse war das. Und damit war eben dann Ruhe im Schiff. Aber heute, keine Zucht mehr drin in dem Laden. ....ha, is doch wahr. „Meine Kinder treffen solche Leute heute nicht mehr“ Die treffen die nicht mehr, Tatsache? Oh, wenn sie die mit dem Stock nicht treffen, vielleicht mit was anderem. Vielleicht stehen sie ja auch unter Naturschutz. „Ich möchte gerne in einer Gesellschaft leben, die ein gehöriges Maß an Unordnung und Disziplinlosigkeit lachend erträgt.“ Teilweise ist sie erfüllt, diese Utopie. Ein gehöriges Maß an Unordnung und Disziplinlosigkeit gibt es ja. Was mir irgendwie entgangen sein muss ist das Lachende Ertragen. Da sehe ich vor meinem geistigen Auge einen, der mir seitlich in die Knochen fährt und mir dann auf die Schulter haut und sagt: „Na, nu lachen Sie doch mal“. Diese Art von Lebensfreude gäbe eine schöne Comedy, ist im Alltag aber lästig. Aber es gibt ja Naturtalente im Frohsinn. „Als ich neu in Berlin war und falsch geparkt habe hat mir einer -mein Kennzeichen sehend . hinterhergerufen: Das kannst Du in Hamburg machen, hier nicht! Das ist zwanzig Jahre her und hat sich inzwischen geändert. Glücklicherweise." Jaja, nichts geht über ordentliche Pionierarbeit. „Wenn Sie Angst vor Schlägern in der U-Bahn haben, lassen Sie uns darüber nachdenken, warum die schlagen, in welchen Lebenslagen die sich befinden“ Das wissen die meisten Leute schon, warum die so sind. Das nützt denen bloß nichts. Und die Leier von der Prävention kann heute schon auch mal die Frage nach etwas konsequenterer Ahndung von Straftaten beinhalten. Es ist einfach so. "Nur eine Gesellschaft, die keine Jobs und keine Achtung bereithält, muss mehr Polizisten bereithalten". Prima Zeitdiagnose. So weit sind wir gerade. Die Polizei ist auch schon da. Ansonsten fühle ich mich mit meinem Appell, den Unwillen Älterer vielleicht auch mal als Hilflosigkeit, als Schwäche und Lebensangst zu verstehen, nicht verstanden von Ihnen. Das gehört auch zum kulturvollen Miteinander. Sie fragen bei den Jugendlichen nach, warum die so sind, bei Ältern offensichtlich nicht. Ich kann mich noch gut erinnern ,als meine Mutter, die eigentlich geduldig war, mal gallig wurde, habe ich sie auch als „böse alte Frau “ beschimpft. Dabei war sie einfach bloß ängstlich geworden und ungeduldiger. Mir tut das heute sehr sehr Leid. Beste Grüße Magda (ohne Stock) |
|
|
@ Streifzug:
Die Rechten und die Neoliberalen brauchen sich gar nicht erst zu verbrüdern, weil sie sowieso amselben Holze wachsen. Und behaupte da niemand: "Beim Adolf, da haben wenigstens Zucht und Ordnung geherrscht..." - der Nationalsozialismus war die größte mafiöse Bereicherungsmaschine, die es je gegeben hat! Bereichern konnten sich natürlich nur jene, die das System gestütz und unterstützt haben, die anderen wurden aussortiert. Erinnert uns das nicht an heute? |
|
|
@ streifzug - klar stammt es aus den USA. Und ich fand Null-Toleranz auch eher ein Repressionskonzept. allein, wenn ich an diese boot camps denke.
Andererseits -. was heutzutage als Freiheit und als Liberalität verkauft wird, geht mir auch manchmal auf den Senkel. Es beeinträchtigt ständig andere Leute, die sich "dann nicht so haben sollen". Da gehe ich mit mehmet konform. Ich würde sowieso nicht mit einem Negativum anfangen. Nicht Null Toleranz, sondern Toleranz für ... und dann muss man einen Konsens suchen. Eine Gesellschaft ohne Regeln ängstigt mich auch. |
|
|
Danke!
Herzlich, Anna |
|
|
@ Jakob Augstein:
Egal wie man dazu steht, dass früher die Alten mit Stöcken nach Kindern gefuchtelt haben - diese Leute haben auch gleichzeitig mehr soziale Verantwortung an den Tag gelegt als solche, die heutzutage lieber wegsehen und sich denken: "Was geht denn das mich an?" Ich bin auch froh, dass die Welt heute bunter und damit interessanter geworden ist. Manchmal würde ich mir aber wnschen, dass mehr Menschen mehr Verantwortung für die Gesellschaft empfinden würden, in der wir leben. Dazu gehört auch, dass Menschen mehr Respekt vor einander haben. Schläger in der U-Bahn zeigen aber solchen Respekt gerade nicht. Und ob sie die Welt nun bunter und interessanter gestalten (außer bei der Verabreichung blauer Augen oder blutiger Nasen), wage ich zu bezweifeln. Und ob ein Job und Achtung das große Erfolgsrezept ist, kann man auch anzweifeln. Wenn das so wäre, hätte es in der DDR ja keine Neonazis oder Hooligans geben dürfen. Da gab es ja Jobs für alle. Doch Nazis und Hools auch, und die Volkspolizei hatte mit denen bei Fußballspielen auch so ihre Probleme, auch wenn darüber der Mantel des Schweigens gebreitet wurde. Als nächstes können Sie jetzt sagen, dasss es eben darauf ankommt, dass alle einen befriedigen Job haben. Aber leider ist die Welt so gestrickt, dass nicht alle Leute Zeitungsverleger sein können, denn manche müssen auch das Altpapier wegräumen, das die Zeitungsverleger uns bescheren nicht wahr? ;-) |
|
|
@I.D.A. Liszt
Ganz genau. Alles in einen Topf werfen und mit einheitlichem Standard-Rezept abzukochen - ob "Jobwunder" oder "Null-Toleranz" - das verkennt, dass es um ganz verschiedene Dinge geht. Wenn Gerd Nowalkowski einem rasenden Reporter gestattet, uns solchen Einheitsbrei anrühren, müssen wir ihn nicht schlucken, und ebensowenig die Gegenrezepte. Drei Brutalos, die einem Schwulen, der ihnen nichts getan hat, den Kiefer brechen - das ist schon Nulltoleranz-Terror genug und muss nicht noch durch millionenfach multipliziert werden. Das hätten diese drei Gewaltäter vermutlich sogar gerne als Resultat ihrer mutigen Großtat gesehen. Sie wären die ersten gewesen, die begeistert mitgemacht hätten bei der vom Tagesspiegel angeregten Nulltoleranz. Die traditionelle linke Theorie besagt, dass alle Menschen von Natur aus gleich sind und nur die Verhältnisse - also wie gut oder schlecht die Gesellschaft mit ihnen umgeht - entscheiden, ob sie selbst gut oder schlecht, friedlich oder gewalttätig werden. Ich halte das für nur zu 80 % richtig und deshalb für falsch. Die drei Gewalttäter gehören für mich erkennbar zu jenen 10 der übrigen 20 % , die so oder so gewaltfixiert sind. In den Kindertagen von J.A. vielleicht an ihren Stöcken erkennbar, in einer späteren Generationen vielleicht an Baseballschlägern. Die gesellschaftliche und politische Herausforderung besteht darin, den störenden Einfluss dieser 10 % zu begrenzen, ohne der prinzipiell eher gutwilligen Mehrheit ihre Freiheit zu nehmen. |
|
|
Lieber ChristianBerlin,
wir werden wohl mit diesen 10 % zurechtkommen müssen, auch wenn wir sie und ihre Art der 'Freizeitgestaltung' nicht gutheißen. In diesemZusammenhang ähnlich: Eigentlich finde ich auch die immer widerkehrenden Diskussionen um ein Verbot der NPD indikutabel. Eine Demokratie lebt doch auch davon und damit, dass sie Minderheiten toleriert. Vielleicht müssen wir es als Gesellschaft einfach hinnehmen, dass es solche gewaltfixierten Menschen gibt, wenn wir nicht die Freiheit der großen Mehrheit einschränken wollen. Eine Abwägung ist sicher schwierig. "Null Toleranz" ist aber für mich auf keinen Fall die Antwort. |
|
|
@I.D.A. Liszt
Danke für die Antwort. Ich finde auch, dass man mit der Tatsache leben muss, dass es sie gibt und immer geben wird. Mir ist auch klar, dass die Hardliner sich - wenn die NPD verboten wird - ein neues Betätigungsfeld suchen werden. Trotzdem muss der Rechtsstaat ihnen Grenzen setzen, weil sonst die an sich friedfertigen, aber ungefestigten Jugendlichen teilweise verleitet werden mitzumachen. |
|
|
Kennt jemand den Film "Muxmäuschenstill" ? Darin nimmt jemand das Gesetz in die eigene Hand und zwingt Hundebesitzer mit dem Gesicht in den Kot des Tieres, wenn er sie wiederholt "verwarnt". Ein sehr guter Film.
Passend zu dieser Diskussion. |
|
|
Na, das ist ja herrlich.
Klasse wäre auch noch, wenn er vorher höflich auf die Schändlichkeit dieses Tuns hinwiese. Wenn er zum Beispiel sagen würde: "Gestatten Sie, dass ich Ihnen nachdrücklich das Unsoziale Ihres Handelns vor Augen führe". Das wäre doch klasse. Das wäre lifestyle. Und immer mit einem Lächeln. Zwischen Lächeln und Zähnefletschen ist es oft nur ein winziger Abgrund. |
|
|
Ein zivilisiertes Miteinander wäre schön, aber "Null-Toleranz" klingt mir zu sehr nach Blockwart & Co. Außerdem erscheint mir dies als eine End-of-Pipe-Maßnahme.
Wie wär's, wenn jeder einfach bei den kleinen Dingen anfinge: - anderen die Tür aufhalten - an der Supermarktkasse den Typen mit nur einem Artikel von sich aus vorlassen - dem Busfahrer beim Einsteigen einen guten Tag wünschen - Danke sagen, wenn Hundebesitzer den Dreck ihrer Hunde entfernen - "Darf ich bitte kurz durch" sagen, wenn man durch möchte, und nicht stumm schnaufend vorbeidrängeln usw... Kurz: Freundlich sein, Vorbild sein, miteinander reden. Das wird wohl nicht die nächsten Pöbeleien verhindern, aber es wird dem Gegenüber zeigen, dass man ihn/sie wahrnimmt. Denn erst wer als Mitmensch wahrgenommen wird, kann auch die anderen als Mitmenschen wahrnehmen. Von gelehrter und gelernter Empathie ist es zwar ein langer Weg zum Gemeinsinn, aber man braucht dafür keine Courage, sondern nur Geduld und ein kleines Lächeln. Friedland |
|
|
Das nennt man hoffentlich Satire! Das ist eine Schnapsidee. Würde zwar sehr viele öffentliche Arbeitsplätze fördern, aber dafür bräuchte Berlin wohl erst einmal eine kleine Finanzspritze.
Ich wäre mit dabei, wenn man "Null Toleranz" gegenüber Supermärkte zeigen würde, die eine Frau wegen angeblichen 1,30€ entlassen. Aber Hundehaufen und pubertäre Kinder? Haben wir hier in Berlin plötzlich Roland Koch als Bürgermeister? |
|
|
"Ich wäre mit dabei, wenn man "Null Toleranz" gegenüber Supermärkte zeigen würde, die eine Frau wegen angeblichen 1,30€ entlassen. Aber Hundehaufen und pubertäre Kinder? Haben wir hier in Berlin plötzlich Roland Koch als Bürgermeister?"
Naja, das ist wieder nach dem Motto: Das Beste wollen ist des Guten Feind. Roland Koch, der ist gegen Hundehaufen? Ist der nicht gegen Andrea Ypslanti? |
|
|
"Nachrtrag Das "Danke" bezieht sich auf den Kommentar von J.A."
Also nee, so was unhöfliches. Ich habe mir solche Mühe gegeben und dann kriegt nur einer ein Danke. ts ts. |
|
|
Dass die angesprochenen Probleme wie soziale Verwahrlosung, Gewalt(bereitschaft) etc. pp. Folgen von multimedialer Verblödung (gekoppelt mit absichtlichem, radikalem Bildungsabbau), armen Verhältnissen, Perspektivlosigkeit und weiteren Nebeneffekten des Kapitalismus sind, dürfte doch bitte genauso klar sein wie die Tatsache, dass sich eben diese Folgen eines kollaborierenden Systems sich nicht durch faschistoide Zuchtmaßnahmen beseitigen lassen. Marx, das Sein bestimmt das Bewusstsein, Basislektüre.
|
|
|
Nein, Johnnie, mit ist das nicht klar. Die Empirie widerspricht leider der Theorie. :(
|
|
|
Bei der Empirie stehen Ergebnisse häufig vorher schon fest.
Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. |
|
|
Das mit der Mitte stimmt.
Ich hatte oben (in der Antwort zu I.D.A.Liszt) sogar 80 % Einfluss den Verhältnissen zugestanden - was auch die Empirie bestätigt. Soweit ich informiert bin, war die Arbeitsannahme des sog. Milgram Experiment allerdings "Germans are others", was gründlich widerlegt wurde - u.a. zum Entsetzen von Milgram selbst. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen