merdeister

135 rote Waldameisen

28.05.2011 | 13:18

BKK Gesundheitswahn

Meine Krankenkasse geht auf Beutezug. Gesucht werden junge, solvente Kunden, am besten jene, die auf ihre Gesundheit achten. Da im Krieg und im Gesundheitswesen alles erlaubt ist, schreckt meine Kasse auch vor falschen Behauptungen nicht zurück. Aber der Reihe nach.

Wenn man sich auf der Website meiner Kasse umschaut und dem Link "Leistungen" folgt, erscheint das Bild einer Frau, entspannt in Yoga-Pose(?). Darunter der Schriftzug:

"Alternative Heilmethoden - Mit gezielten Leistungen fördern wir die 'sanfte Medizin'. Sehen Sie selbst."

Offenbar sind das Wichtigste, was eine Krankenkasse heute zu bieten haben muss, Methoden, bei denen fragwürdig ist, ob sie eine Wirkung haben oder Methoden, die nachgewiesenermaßen keine Wirkung haben.

Meine Krankenversicherung hat scheinbar aus den einschlägigen Magazinen abgeschrieben:

"sanfte Ergänzung zur Schulmedizin, ganzheitlichen Ansatz, Selbstheilungskräfte des Körpers."

Oder, nicht so sehr aus dem Kontext gerissen:

"Alternative Heilmethoden basieren zumeist auf einem ganzheitlichen Ansatz, der auch psychische Faktoren als Grund für organische Beschwerden berücksichtigt und die Selbstheilungskräfte des Körpers nutzt."

Das ist eine interessante Erkenntnis. Behauptet meine Krankenkasse hier doch, mein Arzt wisse nichts um die enge Verbindung zwischen Psyche und Körper. Mein Arzt hat wohl auch noch nie etwas von Psychosomatik gehört. Ganz im Gegensatz zu alternativen Heilern. Die wissen, alles (!) Übel im Körper hat allein psychische Ursachen.

Auch scheint meine Krankenkasse aus ihren Unterlagen nicht extrahieren zu können, dass viele Menschen auf eine körperliche Ursache ihrer Beschwerden pochen, selbst wenn keine gefunden werden kann, und sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, ihr Problem läge "nur" im Kopf. Denn in unserer Gesellschaft sind psychisch bedingte Probleme, ganz zu schweigen von manifesten Erkrankungen, noch immer stigmatisiert.

Um auch wirklich jedem klar zu machen, dass meine Krankenkasse auch Magie im Angebot hat, wurde mit einem revolutionären Verfahren alles widerlegt, was wissenschaftlich über Homöopathie bekannt ist: Mit einer Online Umfrage. In dieser glaubten (sic!) 83% der Anwender (78%) an die therapeutische Wirkung der Homöopathie. Die Motivation betreffend äußerten 65% der Anwender, sie nähmen Homöopathie wegen der "therapeutischen Wirkung". Die Motivation der restlichen 35% der Anwender bleibt im Dunkeln, vielleicht, weil es so gut schmeckt. 67% der Anwender nähmen Homöopathie wegen der geringeren Nebenwirkung, die fehlende Wirkung nehmen sie dabei gern in Kauf.

Wirklich eine Meisterleistung kognitiver Dissonanz ist das Fazit meiner kranken Kasse aus ihrer Umfrage:

"Entgegen zahlreicher Veröffentlichungen, die die therapeutische Wirkung der Homöopathie in Frage stellen, belegt die Online-Umfrage der BKK Gesundheit eindeutig, dass die Verbraucher an die Wirksamkeit der Homöopathie glauben."

Also, noch mal in echt. Veröffentlichungen stellen die Wirkung von Homöopathie in Frage (es müsste heißen, "konnten sie widerlegen"). Doch weil die Teilnehmer einer Onlineumfrage meiner Krankenkasse an die Wirksamkeit der Homöopathie glauben, sind alle die Forschungsergebnisse widerlegt. Das nennt man wohl TED-Wissenschaft.

Mit diesem Vorgehen verdreht meine Krankenkasse nicht nur Fakten, sie nimmt sich die Möglichkeit, Entscheidungen darüber, welche Behandlung bezahlt wird, von rationalen Argumenten abhängig zu machen (auch in der Medizin!) und blamiert sich bis auf die Knochen. Sie handelt auch unethisch.

In Fliegen oder freier Fall fragte ich:

"Wenn man der Homöopathie durchgehen lassen kann, ihre haltlosen Versprechen nicht mit vernünftigen Studien untermauern zu müssen, kann der Hersteller eines Gummiarmbandes auch behaupten, dieses hätte eine leistungssteigernde Wirkung."

100% der von mir befragten Anwender, sind überzeugt, das benannte Gummiarmband steigere ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. Damit qualifizieren sich die Armbänder, Kassenleistung zu werden. Gleiches gilt für Horoskope, die man sich ja auch ganz individuell anfertigen lassen kann. Bald "auf Kasse", habe ich gehört.

Falls jemand noch der Meinung ist, Alternativmedizin habe keine Lobby, so schaue man noch hier, hier oder hier.

Nun bin ich auf der Suche nach einer neuen Krankenkasse. Eine die ethisch handelt und keine Alternativmedizin anbietet. Ich bin jung, gesund und achte auf meine Gesundheit.

Links zum Thema:

Eine kleine Geschichte der Homöopathie: Link

"Wir können gar nicht, was wir behaupten": Link

Big Pharma und Big Magic benutzen ähnliche Methoden (Noch so eine kranke Kasse): Link

Skandal bei einem Hersteller für homöopathische Mittel: Link

Läuft es in der Medizin besser als in der Homöopathie?: Link

 
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Kommentare
goedzak schrieb am 28.05.2011 um 13:40
Gut, dass heute Samstag ist. Montagfrüh wird gleich jemand den Hörer in die Hand nehmen und sich bei der Redaktion beschweren. :)

Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass die soziale Gruppe der "jungen, solventen Kunden, (...) die auf ihre Gesundheit achten" und selbstgefühlt linksalternativ 'denken', was sie ja müssen, um eine Krankenkasse zu mögen, die 'Schulmedizin' in Frage stellt und 'alternative Heilmethoden' fraglos präferiert, allzu groß ist. Aber vielleicht kenne ich bloß zu wenige solvente Menschen.
merdeister schrieb am 28.05.2011 um 14:18
Dann empfehle doch den Menschen in Deiner Umgebung das Reichtumselixier. Das war auch schon in den Fundstücken.

Was den Anruf angeht hoffe ich auf die Kenntnis des Streisand-Effektes ;-)
Baphomed schrieb am 28.05.2011 um 14:01
Hallo Ihr lieben,

vielleicht darf ich ja auf die von den Homöophaten so begehrte und als gesundempfholene TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) hinweisen eine wie uns gesagt wird gesunde und vor allem gesundmachende ernährungsweise. Sie bassiert in ersterlienie auf Soja. Da wir ja alle wissen wie gesund Soja so für uns ist kann das doch nicht schlecht seien.

Nun begab es sich aber im wie alle Jahre im Herbst das der Verband der Rheumathologen sich Weltweit in Wien traf und sich über die starke zunahme von Rheumatischen, Athritischen und Gichterkrankungen beschwert aufgrund immer vermehrtem Soja genuss in der Westlichen Welt.

Ups da passt doch was nicht. Und doch es passt neben Leber hat Soja den höchsten Purin gehalt. Dessen regelmäsiger Konsum führt zu Rheuma Arthrose und Gicht. Dazu reicht schon der Regelmäsige Konsum von Sojamilch.

Also um es kurz zu machen es wurde wissenschaftlich bereits seid Hundert Jahren das TCM keine heilende wirkung hat. Also wer geringe Nebenwirkungen wie etwa Gicht Rheuma und Arthrose nicht scheut sollte schnell zum Homöophaten laufen,

Liebe Grüße
Baphomed
merdeister schrieb am 28.05.2011 um 14:19
Hui, das war mir noch gar nicht bewusst. Ist aber irgendwie logisch.
Klaus Binding schrieb am 28.05.2011 um 14:51
Lieber baphomed, da schmeißt du aber einiges durcheinander, das hat sogar der Autor bemerkt, aber nicht kommentiert.
Klassische Homöopathen sollen TCM empfehlen, eine "Ernährungstherapie" auf Soja-Basis??
TCM umfasst Akupunktur, Kräuterheilkunde, physikal. Anwendungen und auch Ernährungsratschläge.
Homöopathen machen Homöopathie, äußerst selten noch TCM zusätzlich, verträgt sich auch nicht.
Mach dich mal wenigstens mit den allgemeinen Grundlagen der Therapien vertraut, lies die links vom Autor, für einen ersten Überblick nicht schlecht,
ciao K.B.
Baphomed schrieb am 28.05.2011 um 15:13
Hallo Klaus,

das was du sagst stimmt nur bestimmt und vorallem für die Homöophaten der DZVhÄ, es gibt mittlerweile allerdings schulen die die TCM in Ihrer ausbildung als Notwendig ansehen besonders ein Institut in Kassel tut sich hier hervor. Das die TCM Massagen, Akupunktur, Kräutermixturen und so weiter beinhaltet darauf denke ich brauchen wir nicht einzugehen. Eine nette heilmethode ist auch die Akupunktur für blinde die Ihnen die Seekraft zurückbringen soll.

Mir ging es in meinem Kommentar auch vorallem um die "67% der Anwender nähmen Homöopathie wegen der geringeren Nebenwirkung, die fehlende Wirkung nehmen sie dabei gern in Kauf."

Wer sich den Satz mal klar macht denke ich versteht auch den hinweis auf das Soja und das darin enthaltene Purin. Gerade Soja wird Regelmässig von Krankenkassen als bestandteil einer Gesunden Ernährung angepriesen, womit sich der Kreis wieder schliesst

Zum schluss noch ein Link für dich anderen vorzuwerfen sie Hätten keine Ahnung von einem Thema ist eine nicht so leichte Rabulistische Technik die gelernt seien will also schaue mal hier unter NR. 38

de.wikipedia.org/wiki/Kunstgriffe

ich denke eine Zielgerichtete Debatte kann nur geführt werden wenn solcherlei unterbleibt.

Liebe Grüße
Baphomed
Klaus Binding schrieb am 28.05.2011 um 22:10
Lieber Baphomed, es geht mir nicht um Rechthaberei oder eine theoretische Debatte, was ich schreibe entspringt meiner praktischen Erfahrung als Therapeut seit 18 Jahren, ich recherchiere meine Kommentare nicht bei Fräulein WIKI, ich schreibe aus meiner Erfahrungswelt. Deshalb scheinen meine Stellungnahmen wohl etwas "absolut" (luzieh.fair), tut mir leid.
Ciao, Gruß aus der Heide, Klaus
luzieh.fair schrieb am 28.05.2011 um 22:21
@Baphomed:
Na, wenn ich hier schon zitiert werde, zitier ich mich doch gleich mal selbst;-)

www.freitag.de/community/blogs/merdeister/ausgeheckt#comment-271207

"Ja, die Erfahrung, die Sie gesammelt haben, gestehe ich Ihnen ja auch zu.
Aber: Sie sagen ja nun, dass Ihre Erfahrung der Beweis für Ihre Aussagen, in Bezug auf Ihr Berufsfeld, ist.
Wenn Sie nun aber zum Beispiel einen Allgemeinmediziner, mit 25 Jahren Praxiserfahrung + ständiger theoretischer Weiterbildung, vor sich hätten und nicht mich... Und nehmen wir einmal an, dass dieser Allgemeinmediziner durchweg positive Erfahrungen mit seiner Art der Behandlung gemacht hat. Wäre seine Erfahrung weniger wert, als Ihre?
Wo liegt die Wahrheit?"

Schönen Gruß, Luzieh
Baphomed schrieb am 28.05.2011 um 22:36
Hallo Rolf und Luzieh,

liebe Luzieh wo ich dich Zitiert habe weis ich nicht zumindest nicht absichtlich.

Lieber Rolf, "ich recherchiere meine Kommentare nicht bei Fräulein WIKI" das ist antifeministische Menschen entwürdigende Sprache. Das wort Fräulein ist nicht Diskutabel.
Nun sie sagen sie möchten nicht Rechthaberisch Diskutieren. Warum tuen sie es dann schon wieder in dem Sie durch herabsetzung von Wikipedia versuchen stimmung zu machen anstatt sich mit der Thematik zu beschäftigen?

Zum Thema ich habe 18 Jahre Erfahrung antworte ich mal mit einem abgewandelten Zitat eines Grossen Schriftstellers. Nur weil Milarden Fliegen Ihr leben Lang scheisse Fressen mus das nicht gut für mich seien. Der wert von Erfahrung gegenüber Wissenschaftlicher Arbeit ist zu negieren.

Ich bevorzuge auch und vorallem die Wissenschaftliche Debatte. Als solches muss ich mich hier Luziefairs aussage anschliessen.

Liebe Grüße
Baphomed
luzieh.fair schrieb am 28.05.2011 um 22:47
"liebe Luzieh wo ich dich Zitiert habe weis ich nicht zumindest nicht absichtlich."

Nicht Du...Klaus Binding...aber ich hatte ihm selbige Antwort schon zukommen lassen und dachte, ich spreche einfach mit Dir...nichts für ungut.

Lieben Gruß, Luzieh
luzieh.fair schrieb am 28.05.2011 um 22:49
das hab ich grad erst gesehen:

"Als solches muss ich mich hier Luziefairs aussage anschliessen"

tat aber nicht weh, oder?

;-)
merdeister schrieb am 28.05.2011 um 23:08
Die Erfahrung von Herrn Binding schlägt jede Enzyklopädie an Verbindlichkeit. Online und Offline.
luzieh.fair schrieb am 28.05.2011 um 22:44
@Merdeister:

Yoga ist super-anstrengend und bringt Muskelkater an Stellen, von denen ich garnicht wusste, dass da Muskeln sind.
;-)
will sagen: es gibt auch Dinge aus der "alternativen Medizin" die direkte Wirkung auf den Körper haben.
Ich glaube, ich könnte Montag zu zehn Dr.med.s gehen und alle würden mir sagen, dass gezielter Muskulaturaufbau sehr Förderlich für meine Gesundheit ist.
Also, mal weg von der H.P.: es spricht doch nichts dagegen, alternative Methoden als Leistung anzubieten, oder? Ich wäre sehr froh, wenn meine KK, mir meinen Pilates-Kurs bezahlt. Und das auch noch regelmäßig, zum Vorbeugen...mein Rücken tät sich bedanken;-)

Liebe Grüße, Luzieh
Baphomed schrieb am 28.05.2011 um 22:55
Liebe Luzieh,

Ich denke mann sollte das Umdenken Höher ansetzen, in England richtet sich der Verdienst eines Artztes/ Therapeuten danach wieviele Gesundheitsfördernde masnahmen er durchführt. Zum beispiel wieviele seiner Patienten das Rauchen aufgeben oder wieviele erfolgreich abnehmen. Im gegenzug spielt es für seine bezahlung keine Rolle wieviele Kranke er heilt. Dies ist insofern Interesannt das besonders bei Chronisch Kranken extreme erfolge erzielt werden. England hat als einziges Land dieser welt eine Positive Statistik im berreich Medikamenten freier Gicht Patienten.

Das soll als Versuchs These einmal heissen haben wir den Richtigen Ansatz dafür was wir für Erfolge von Artzten und Therapeuten Honorieren?

Liebe Grüße
Baphomed
Der mal einen Alten artikel suchen geht über das Canadische Gesundheitssystem
merdeister schrieb am 28.05.2011 um 23:07
Hallo Luzieh,

Yoga ist für mich in erster Linie Sport. Mein Vereinsbeitrag wird auch nicht von der Krankenkasse bezahlt, sowenig wie der Bedarf an Ausrüstung (ist auch nicht viel). Das Wissen um den Vorteil von Bewegung ist kein Teil irgendeiner Alternativmedizin. Es ist Teil des Allgemeinwissens. Es ist nur so, dass man "Bewegung" nicht verschreiben kann, sondern nur empfehlen. Es braucht intrinsische Motivation dafür, die hat aber nicht jeder.
Das Bild habe ich nur so beschrieben, weil mir nichts besseres eingefallen ist, um es zu beschreiben. Ich wollte Yoga nicht der Alternativmedizin zuordnen...wobei die Grenzen wohl ziemlich unscharf sind ;-)
merdeister schrieb am 28.05.2011 um 23:08
Wer stalked Euch beiden eigentlich hinterher und sternt Euch? Voll witzig.
Baphomed schrieb am 28.05.2011 um 23:13
Ups gar nicht gesehen, aber ein stern heist doch Guterbeitrag? Also freue ich mich ;-)
luzieh.fair schrieb am 28.05.2011 um 23:14
"Mein Vereinsbeitrag wird auch nicht von der Krankenkasse bezahlt, sowenig wie der Bedarf an Ausrüstung (ist auch nicht viel)"

Aber es wäre doch schön wenn...
ich fänds schön:-)

Gute Nacht!
luzieh.fair schrieb am 28.05.2011 um 23:21
@merdeister und Baphomed

ein Stern heißt ok-er Beitrag...bedeutet nur etas gaaaanz anderes;-)

ich glaub das ist wer aus dem Beitrag nebenan...ich dachte auch: ganz schön flott;-)

@Baphomed
Arzt wird also für Heilung (oder Verbesserung) und nicht für Behandlung an sich bezahlt werden...
klingt doch gut, sag ich mal ganz spontan.

Bei der Sache mit dem Rauchen hatt ich allerdings das Bild von nem verrücktem Doc im Kopf, der abends einfach bei mir in Wohnung steht und kontrolliert, ob ich nicht rauche:-D

Kopfkino: *muss schlafen*
indyjane schrieb am 29.05.2011 um 08:28
kleine werbung am rande, die bkk securvita erstattet zwei kurse im jahr, auch pilates...
thinktankgirl schrieb am 29.05.2011 um 08:43


luzieh.fair schrieb am 28.05.2011 um 22:44

Yoga ist super-anstrengend und bringt Muskelkater an Stellen, von denen ich garnicht wusste, dass da Muskeln sind.


Eigentlich sollte man beim Yoga keinen Muskelkater bekommen. Da die Übungen gaaanz langsam und ohne Forcierung gemacht werden sollen.

Machst du vielleicht den Sonnengruss?
luzieh.fair schrieb am 29.05.2011 um 11:05
@thinktankgirl & Indyjane
:-)

Ich hab tatsächlich bisher nur Pilates gemacht (ist aber ja an das Yoga angelehnt). Meine Mitbewohnerin ist aber in der Anfangsphase ihres Yoga-Kurses oft am nächsten morgen jammernd aufgestanden.
Aber: das ging dann ganz schnell vorbei.

Hier steht: Muskelkater am Anfang, ist üblich;-)

www.hatha-yoga-berlin.de/yoga/06-fragen/12-muskelkater.html

Vielleicht wechsel ich die Kasse...

Beste Grüße!!!
bertamberg schrieb am 29.05.2011 um 13:15
"In Westeuropa und Nordamerika denkt man bei dem Begriff Yoga oft nur an körperliche Übungen, die Asanas oder Yogasanas. (...)
Die philosophischen Grundlagen des Yoga wurden vor allem von Patanjali im Yogasutra zusammengefasst, auch die Bhagavad Gita und die Upanishaden informieren über Yoga."

de.wikipedia.org/wiki/Yoga

Man sieht : Ihr Wissen bewegt sich in Kongruenz zum westlichen Reduktionismus bescheiden am untersten Rand des verfügbaren Wissens. Yoga gab es schon, als in Europa und Amerika noch nicht an eine künftige Hybris von weißen Kolonisatoren zu denken war.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.05.2011 um 14:23
@ bertamberg

"Yoga gab es schon, als in Europa und Amerika noch nicht an eine künftige Hybris von weißen Kolonisatoren zu denken war."

wenn ich richtig orientiert bin, ist www erfindung des cern, und die spezialisten sollen dem vernehmen nach mittlerweile aus indien kommen. mir ist nicht bekannt, dass auf dem dortigen subkontinent deswegen das kastensystem abgeschafft worden wäre.
merdeister schrieb am 29.05.2011 um 15:18
Das Kastensystem, lieber ignaz, kann doch nicht schlecht sein, wird es doch über "Karma" reguliert.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.05.2011 um 15:49
"Karma ist so aufzufassen, dass man die Schuld, die man im vorherigen Leben auf sich geladen hat, in diesem Leben abzugelten hätte"

verd ... ich wußte doch, dass es nicht die verhältnisse sein können, die für hunger, arbeitslosigkeit und armut verantwortlich sind.
merdeister schrieb am 29.05.2011 um 15:55
Siehste! Also zurücklehnen und sich dem Rosenkohl hingeben.
archinaut schrieb am 29.05.2011 um 10:24
"Meine Krankenkasse geht auf Beutezug."
Ja, eine treffende Beobachtung, lieber merdeister,
scheint flächendeckend ein Merkmal der Branche zu werden,
Beiträge für Selbständige werden inzwischen gerne auch rückwirkend erhöht,
die Kunden des letzten Jahres können ja nicht mehr weglaufen....
merdeister schrieb am 29.05.2011 um 12:52
Das geht?! Da muss man doch... mir fehlen dir Worte und das kommt nicht häufig vor!
archinaut schrieb am 29.05.2011 um 23:39
Ja, sind vielleicht Einzelfälle,
habe ich aber gerade gehört.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.05.2011 um 11:11
vom mai 2006 (!) folgende werbung aus der wellness-industrie:

Elixia Health & Wellness Group ist Partner der gesetzlichen Krankenkassen
www.fermodes.de/news/artikel/elixia-health-wellness-group-ist-partner-der-gesetzlichen-krankenkassen.html

so dass gefragt werden darf, ob die zunahme an sog. zivilisationskrankheiten immer und stets ein objektives fundament hat oder nicht vielleicht gelegentlich mit der auswahl des nächsten heubades in südtirol zusammen hängt.

man wird auch fragen dürfen, nach welchen kriterien sich krankenkassen ihre partner aussuchen. vielleicht in der weise, wie in supermärkten bestimmte produkte in das mittlere, nahe der kasse statt in das unterste regal in ferneren korridoren kommen?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.05.2011 um 11:45
@ merdeister

Die Alternativmedizin hat es Dir ja wirklich angetan (ironisch).
In deinen Blogs zu dem Thema habe ich ja schon ab und an einen Kommentar abgegeben und eher die Alternativmedizin in Schutz genommen.
Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, möchte ich doch noch mal das Argument stark machen, dass die Schulmedizin bei aller Wissenschaftlichkeit und methodisch ausgereiften Entwicklung immer noch große blinde Flecken hat.
Ein Beispiel, dass ich hier anführen möchte ist das Fachgebiet der Psychiatrie. Die Schulmedizin tappt hier noch im Dunkeln. Es gibt eine Reihe Psychopharmaka, die in ihren Wirkungen aber recht unspezifisch sind. In den Selbstbildern der Kliniken wird oft von einem bio-psycho-sozialen Behandlungskonzept gesprochen, während in der Praxis oft der biologischen, d.h. der medikamentösen Therapie eindeutig der Vorrang gewährt wird. Das kann man alleine schon daran sehen, dass Patienten, die sich weigern Medikamente einzunehmen von der Behandlung ausgeschlossen werden. Es scheint mir als handele es sich bei dem bio-psychosozialen Ansatz auch nicht wirklich um einen transdisziplinären, Disziplingrenzen überschreitenden, als vielmehr um einen interdisziplinären Ansatz, bei dem eben auch psychologische und soziale Faktoren in die Sichtweise der biologischen Medizin miteinbezogen werden.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.05.2011 um 12:04
PS: Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht. Dass aus den blinden Flecken der Schulmedizin ursächlich die Berechtigung der Alternativmedizin abgeleitet wird, halte ich für problematisch. Da auch die Alternativmedizin ihre bestimmten Indikationen und Grenzen hat und ein Zulauf von Leuten, die von der Schulmedizin enttäuscht ihre letzte Hoffnung in die Alternativmedizin setzen, sicher nicht seine Begründung in den tatsächlichen Leistungen der Alternativmedizin hat.
merdeister schrieb am 29.05.2011 um 12:51
mabli schrieb am 29.05.2011 um 11:45

Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, möchte ich doch noch mal das Argument stark machen, dass die Schulmedizin bei aller Wissenschaftlichkeit und methodisch ausgereiften Entwicklung immer noch große blinde Flecken hat.

Das bestreite ich nicht. Aber was hat das mit Kritik an Alternativmedizin zu tun?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.05.2011 um 12:59
Kritik, ist hier bei Dir ein Entlarven als Farce, rein negativ. Eine echte Kritik müsste meiner Meinung nach nicht in einem Entlarven von einem übergeordneteten normativen Standpunkt der Wissenschaftlichkeit vollzogen werden, als vielmehr in einer Beziehung zum Gegenstand, die positive und negative Aspekte berücksichtigt. Mithin läuft die Kritik von der Warte der Wissenschaft Gefahr selbst zu einer dogmatischen Kritik zu verkommen.
Und nicht zuletzt wollte ich insbesondere mit dem Beispiel der Psychiatrie, das ich für sehr diskussionswürdig halte (!), darauf hinweisen, dass es der Schulmedizin gut zu Gesicht stände auch vor der eigenen Haustür zu kehren.
merdeister schrieb am 29.05.2011 um 13:39
Auch hier der kurze Hinweis, dass es sich beim Begriff "Schulmedizin" um einen abwertenden Begriff handelt.

Wenn ich Alternativmedizin kritisiere, bedeutet das nicht, ich hielte in der Medizin alles für gut. Ihr Konzept (!) halte ich jedoch für das einzig richtige. Ich kritisiere Alternativmedizin auf Grundlage dessen, was sich mir von Ihr zeigt. In diesem Fall eine Werbung meiner Krankenkasse.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.05.2011 um 13:50
Eigentlich kritisierst du ja Deine Krankenkasse dafür, dass sie die Alternativmedizin, welche wissenschaftliche Standards unterläuft, als Leistung vermarktet.
Die Methode, die Dir als einzig richtige erscheint, unterstreicht nochmal den dogmatischen Charakter Deiner Kritik.
merdeister schrieb am 29.05.2011 um 14:11
Eigentlich kritisierst du ja Deine Krankenkasse dafür, dass sie die Alternativmedizin, welche wissenschaftliche Standards unterläuft, als Leistung vermarktet.

Gut erkannt.

Ich erkenne keine Methode als einzig richtige an.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.05.2011 um 20:54
Irgendwie drehen wir uns im Kreis. Das Konzept, das Du für das einzig richtige hälst besteht jetzt genau worin?
Und wenn Schulmedizin abwertend ist, dann ist evidenzbasierte Medizin aber eine Euphemisumus (siehe Beispiel Psychiatrie).
Vielleicht können wir uns auf naturwissenschaftliche Medizin einigen.
merdeister schrieb am 29.05.2011 um 22:15
Das Konzept besteht darin, Methoden zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ersetzen.

Wenn man sich, passend zum Blogthema einmal anschaut, wo Homöopathie und Allopathie vor 200 Jahren gestartet sind, und wo sich beide heute befinden sollte deutlich werden, was ich meine und wo sich die Dogmen verbergen.

Vor 200 Jahren gingen Allopathie und Homöopathie von der Miasmenlehre aus. Die Homöopathie tut das heute noch.

Vor 200 Jahren diagnostizierten Allopathie und Homöopathie Erkrankungen aufgrund von Symptomen, die man von außen sah oder die ein Patient berichten konnte. Homöopathie benutzt heute noch nichts anderes*.

Vor 200 Jahren gab es in der Allopathie ein überschaubares Maß an therapeutischen Möglichkeiten, viele bargen mehr Risiko als sie Heilung versprachen. Die Homöopathie kannte und kennt eine Methode in 1000facher Abwandlung.

200 Jahre lang gab es keine schlüssige Erklärung für auch nur eine der Säulen, auf der Homöopathie beruht. Das wäre verkraftbar, gäbe es zumindest statistisch einen Effekt, der über den Placeboeffekt hinausgeht. Da ist nichts.

Was evidenzbasierte Medizin angeht, bedeutet der Begriff nicht, dass es für die Wirksamkeit jeder Behandlung beweise gibt. Manchmal gibt es die, manchmal gibt es Hinweise, manchmal auch nur Erfahrungen. Die Erfahrung des Therapeute, soll in der EBM mit die Behandlung einfließen. Der Grund ist ziemlich einfach. Wenn ein Chirurg seit 30 Jahren mit einer Methode operiert und dann gibt es eine neue, die besser ist, wird dieser Chirurg seine letzten 10 Jahre trotzdem so weiter operieren, wie immer, weil er beim neu erlernen der besseren Methode erst einmal schlechtere Ergebnisse hätte als mit der Alten.

Ich frage einmal ganz konkret: Welches alternativmedizinische Konzept hälst Du bei welcher psychiatrischen Erkrankung der Medizin überlegen.

(Du kannst gerne Schulmedizin schreiben, ich wollte nur darauf hinweisen, dass es abwertend gemeint ist aber "klassisch" ließe sich schneller tippen als evidenzbasiert oder naturwissenschaftlich)

*80-90% der Erkrankungen kann man mit dieser Methode ziemlich(!) sicher herausbekommen. Für den letzten Schuss Sicherheit (und damit die richtige Behandlung) sorgen zusätzliche Tests.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.05.2011 um 22:43
Das Konzept besteht darin, Methoden zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ersetzen.

Es werden vielleicht einzelne Thesen hinterfragt, die Methode bleibt sich im Wesentlichen als naturwissenschaftliche treu. Das Messbare, statistisch Erfassbare, Mikroskopierbare, eben nauturwissenschaftlich Erfassbare ist die bestimmende Komponenet der Methode.
Natürlich besteht die wissenschaftliche Methode vordergründig darin die Theorie so abzuändern, dass sie am besten mit dn empirischen Befunden zusammenpasst. Faktisch wird auch häufig duch Hilfshypothesen oder selektive Wahrnehmung der empirischen Daten eine Theorie aufrecht erhalten.

Ich frage einmal ganz konkret: Welches alternativmedizinische Konzept hälst Du bei welcher psychiatrischen Erkrankung der Medizin überlegen?

Nur ein Beispiel:
Einem Psychotiker kann durch Neuroleptika geholfen werden, die allgemein dämpfend auf das Ganze Nervensystem wirken oder wie beispielsweise im Soteria-Ansatz, der eine Medikamentation nicht ausschließt, angedacht durch Reizreduktion und 1 zu 1 Betreuung. Das wird in unserem Gesundheitssystem schwerlich zu einer allgemeinen Praxis werden, das ist mir klar.
Die Sozialpsychiatrie hat ja Ansätze, das soziale Umfeld in die Behandlung miteinzubeziehen. Das ist sicher wichtig.
Und Sport und Psychotherapie sind bei Depressionen anscheinend genauso wirksam wie Psychopharmaka.
Ganz abgesehen davon, dass Antidepressiva bei allem möglichen verschrieben werden und selbst bei einer leichte Depression, die so definiert ist, dass dann eigentlich alle über kurz oder lang Antidepressiva nehmen müssten.
merdeister schrieb am 29.05.2011 um 23:05
Auf den ersten (!) Blick scheint das Konzept mit beiden Beinen auf wissenschaftlichem Boden zu stehen.
Das fällt für mich nicht unter Alternativmedizin, auch wenn es eine Alternative zur Therapie darstellt, wie sie die Regel ist.
Ich schrieb bereits in anderen Blogs zum Thema, dass nicht nur Natur- sondern auch Gesellschaftswissenschaften (was ist Philosphie) Einfluss auf die Medizin haben.

So gesehen rufe ich durch die Art meiner Beiträge Widerstand dort hervor, wo es eigentlich nicht viel Differenzen gibt....

Ganz nebenbei: Danke für den Hinweis, das kannte ich noch nicht.
merdeister
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