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Leider geht es weiter. Natürlich war das nicht anders zu erwarten. Solange es die Klinik von Stanislaw Burzynski gibt, werden Menschen dorthin pilgern, in der Hoffnung dort geheilt zu werden, wenn es sonst nirgendwo mehr Hoffnung gibt. Burzynski und seine Travestitherapie sind hier bereits ausführlich behandelt worden. Man muss allerdings sagen, dass die deutsche Blogosphäre zu dem Thema überwiegend schweigt, von den Esowatchern einmal abgesehen. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass die Opfer Burzynskis vorwiegend im englischsprachigen Raum zu finden sind.
Und das Schicksal einer dieser Opfer bringt mich dazu, das Thema noch einmal aufzugreifen. Andy Lewis von Quackometer berichtet davon, dass eine ältere Dame Burzynski verklagt, weil er ihr falsche Versprechungen gemacht, sie falsch informiert, Nebenwirkungen verschwiegen und ihr Medikamente überteuert verkauft hat, ohne ihr zu sagen, dass er daran ebenfalls verdient.
Wer die Burzynski-Saga verfolgt hat, wird das bekannt vorkommen, sind es doch fast dieselben Vorwürfe, wegen derer sich Burzynski im April vor dem Texas Medical Board verantworten muss. Das ist aber nur die eine Sache.
Die andere betrifft die Chaine. Sie leidet, ähnlich wie Billie und Supatra an einem Hirntumor, für den es mit konventionellen Methoden keine Heilung gibt. Im Gegensatz zu den anderen beiden fehlt Chaine jedoch noch Geld, um an einer der klinischen Studien, so nennt Burzysnki seine Quacksalberei, teilnehmen zu können. Denn wir erinnern uns, die 130 000 Dollar, sind im voraus fällig. 90 000 fehlen noch.
Burzynski sagt, er brauche 6 Monate, damit seine "Behandlung" wirken könne. Der Tumor von Chaine ist mittlerweile so aggressiv, dass sie ohne Behandlung nicht mehr solange überleben wird. Außerdem ist der Tumor mittlerweile resistent gegen die übliche Chemotherapie. Um Chaine die Zeit zu verschaffen, die laut Burzynski nötig wäre, haben sich ihre Eltern dazu entschieden, eine Chemotherapie durchführen zu lassen, die so aggressiv ist, dass nur 50% der Kinder die Behandlung überleben.
Da sitzt also so ein Arschloch im weißen Kittel in Texas, verspricht das Blaue vom Himmel und lässt ein junges Mädchen und ihre Familie durch die Hölle gehen. Für nichts.
[In Mexiko gibt eine ganze Industrie, die ebenfalls gut an den Hoffnungen todkranker verdienen. AlJazeera hat eine Dokumentation dazu gemacht.]
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Lieber Merdeister, wahrscheinlich werden in Kürze wieder alle, welche die Schulmedizin für den Untergang der Menschheit halten, über Dich herfallen :-)
Skandalös ist m.E. dass im Namen der 'Freiheit' dieser (fragliche Dr.) B. weiterhin 'Studien' durchführen darf, obwohl die Unwirksamkeit wohl bewiesen ist und sich diese 'Studien' von verzweifelten Menschen bezahlen läßt. Erstaunlich ist auch, dass seine Mittelchen den Status von Orphan-Drugs haben, aber wie so etwas bei der FDA geht hat man ja schon bei Riluzol (ein angeblich bei ALS wirksames Medikament) gesehen. |
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Lieber Heimatloser,
bei Burzynski hält sich das immer in Grenzen, vermutlich weil viele der Ansicht sind, er gehört nicht zu den Alternativmedizinern. Es wird vermutlich immer Menschen geben, die es, zumindest für eine gewisse Zeit, schaffen, Lücken zu finden, die einen Vorteil für sie und einen Nachteil für andere bieten. |
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Mich wundert gar nichts mehr, was aus Gottes eigenem Land kommt, verheißt doch schon die Verfassung dem stetes Glück, der dem Versprechen rücksichtslos genug nachstrebt.
Einen aussichtslosen Kampf gegen den Krebs zu führen ist eine Sache, dem Leidenden zu versprechen: alles wird gut ... wenn Du bezahlst was ich fordere geht übergangslos in das Glückversprechen ungebundener Freiheiten ein ... Der Tote kann nichts mehr beweisen, der Bereicherte auf die Schwäche des Verschiedenen verweisen und der Richter auf die v.g. Verfassungsgarantie, nach dem Motto: wer Krebs hat, ist selber Schuld; Gott hat ihn gestraft! Und dann noch die Hedgefonds ... stand doch die Tage im SPON, dass einige von diesen vor dem europäischen Gerichtshof das Menschenrecht auf Profit einklagen will ... Wie weit soll die Verhöhnung denn noch gehen? |
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Es gibt auch im deutschsprachigen Raum mindestens einen Arzt, der in einer Liga mit Burzynski spielt. In einem der letzten Blogs habe ich mir einen dezenten Hinweis auf ihn erlaubt. Dezent, weil der Herr sehr klagewütig ist und ich im Moment kein Interesse an einer Auseinandersetzung habe. Andere sind da, verständlicherweise, motivierter
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Mal eine Frage ...
Du schreibst hier oft über den Placeboeffekt. Es gibt ihn ja anscheinend und er bewirkt Heilung, egal ob in der Schulmedizin oder bei den Hömoemöben. Doch was bewirkt dieser Effekt im Immunsystem? weiß man (also Du) das? Gibt es Messungen? Z.B. definierte Potentiale bestimmter Substanzen, die nach der Verabreichung Änderungen unterliegen? Gruß |
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Mittlerweile hat sich da einiges angesammelt und einen Artikel zu dem Thema schiebe ich schon lange vor mir her.
Es gibt den Placeboeffekt und er kann subjektive Symptome lindern. Es gibt Erkrankungen, wo das Heilung bedeutet. Wenn es jedoch um objektive Werte geht, sieht das anders aus. Ich dachte da vor einem Jahr auch noch etwas anders drüber. Zum weiterlesen hier vielleicht nur zwei Links: Trittbrettfahren mit Placebos und The rebranding of CAM as “harnessing the power of placebo” Im ersten Text geht es um eine konkrete Studie, die Chancen und Risiken von Placeboeinsatz gut verdeutlicht. Im zweiten geht es um einen Trend, der in den USA zu beobachten ist, wo von Seiten der Alternativmediziner versucht wird, den Placeboeffekt aufzuwerten, um so damit werben zu können. |
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danke, merdeister, dass du nicht nachläst, die scharlatanerie zum thema zu machen. im land der unbegrenzten ... hats noch mal andere dimensionen. aber das die heilkunst überhaupt ein so einträgliches geschäft ist, ruft zuviele falsche weiskittel auf den plan. auch hierzulande.
nebenbei: das ein mann allein alle entscheidungsgewalt hat, ist nicht nur beim kapitän der costa concordia unfehlbar daneben gegangen. das heißt, alleinherrscher (wie zumeist in den praxen der niedergelassenen) können unkontrolliert vor sich hin pfuschen. tun sie nur zu oft auch. burdingski ist nur ein beispiel für millionen. du siehst, die sache hat wie alles und jedes auch eine politische seite. ich plädiere für gemeinschaftspraxen, auch im präsidialamt. |
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du siehst, die sache hat wie alles und jedes auch eine politische seite.
Das habe ich vor einigen Tagen schonmal gehört :-) |
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scheint dir aber nicht richtig zu gefallen, der fakt.
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Wie kommst Du denn da drauf?
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Wie kommst Du denn da drauf?
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weil du die wahrheit nicht aufnimmst, sondern mit einer knappen handbewegung vom tisch wischst.
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Du meinst die "Wahrheit" in jeder Praxis sitze ein Alleinherrscher?
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Hallo Merdeister! Wundert mich gar nicht. Das "Geschäft" der
Gewissenlosen geld und -machtgeilen Lumen ist von den USA längs zu uns rübergeschwappt: Es werden nicht mehr Waren oder sonstige reale Leistungen verkauft, sonder Versprechungen! Die können noch so abstrus sein, wer leidet, fühlt sich angesprochen und zahlt. Und je älter du wirs -sic - desto mehr leidest du und suchst Hilfe. Und wenn Du dir mal den Betrieb in der Onkologie inTübingen angesehen hast, wird dir Schlecht. Das was ich jetzt schreibe ist keine Fantasie, sondern bittere Realität. Eine Frau so um die 5o, die ich gut kenne, Hat Brustkrebs. Erst OP, dan Chemo. Und jetzt kommts: 2 (zwei) Ärzte verschreiben ihr zwei Medikamente, die im zusammenwirken die Leber zurstören. Sie krieg einen Bauch, wie eine schwangere, Leberwerte jenseits von gut und bös, so weit über 1000 bei allen, Urin schwarz, schrecliche Schmerzen und wird vom Hausarzt in die Onkologie Tübengen überweisen. sie wartet auf dem Gang über 6 Stunden, dann wird Blut abgenommen - und das wars. Einige Tage später wird sie wieder bestellt, wieder 6 Stunden auf dem Wartestuhl, dann 2 Minuten Mitteilung, dass ihre Leberwerte hoch sind. Erfolg: Beide Medikamente werde abgesetzt und das wars. Wochen später das gleiche Spiel, auch zwei mal 6 Stunden Wartezeit mit demselben Ergebnis. Der Hausarzt ist hilflos, die Frau verzweifelt. Die Onkologen sind noch nicht einmal zu einem Gespräch bereit. -- Und dann soll man sich wundern, wenn die armen Menschen verzweifelt auf lächerliche (für uns erkennbar) Versprechen hereinfallen, ja geradezu danach lechzen, dem geschulten und bekannten Lumpen das Geld nachzuwerfen. |
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Es gibt immer Menschen, die ein Arzt nicht heilen kann, doch meiner Ansicht nach ist es seine Pflicht, jedem Menschen zu sagen, was mit ihm oder ihr passiert.
Es ist jedoch nicht immer die menschliche Enttäuschung, die Menschen dazu treibt, sich Scharlatanen zum Fraß vorzuwerfen. Die Eltern der oben beschriebenen Mädchen scheinen alle sehr zufrieden mit dem Verhalten ihrer ÄrztInnen und PflegerInnen. Doch wer kann nicht verstehen, dass sie nach jedem Strohhalm greifen. |
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§ 1
Merdeister hat immer Recht. § 2 Wenn Merdeister mal nicht Recht haben sollte, tritt sofort § 1 in Kraft. § 2a Bei Zuwiederhandlung werden src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/52/Trinkhalm.jpg"> Trinkhalme verschickt. § 3 Wenn jetzt noch jemand meckert, bekommen Sie es mit den src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/04/Waldameisen_mit_beute.jpg"> roten Waldameisen zu tun... ;-) |
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Na DASS ging ja mal gründlich in die Hose :-)
2. Versuch ;-) ma gugge... § 1 Merdeister hat immer Recht. § 2 Wenn Merdeister mal nicht Recht haben sollte, tritt sofort § 1 in Kraft. § 2a Bei Zuwiederhandlung werden ![]() Trinkhalme verschickt. § 3 Wenn jetzt noch jemand meckert, bekommen Sie es mit den ![]() roten Waldameisen zu tun... ;-) |
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Letzter Versuch :-)
§ 1 Merdeister hat immer Recht. § 2 Wenn Merdeister mal nicht Recht haben sollte, tritt sofort § 1 in Kraft. § 2a Bei Zuwiederhandlung werden Trinkhalme verschickt. § 3 Wenn jetzt noch jemand meckert, bekommen Sie es mit den roten Waldameisen zu tun... ;-) |
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Kann mir Merdeister das mal erklären?
Der weiss doch sonst immer alles... ;-) Dankeschön :-) |
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Wenn das nicht paradox ist: Alles zu wissen, bedeutet nicht, auch alles zu verstehen. Oder alle.
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merdeister schrieb am 22.01.2012 um 15:53
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Eine weitere interessante Frage tauchte gerade auf. In scinexx steht ein Artikel über eine bestimmte Art von Hirntumor.
www.scinexx.de/wissen-aktuell-14355-2012-01-23.html Wie soll das Medikament, dass dieser Rattenfänger verabreicht in einem solchen Falle helfen? Vor allen Dingen in Hinsicht darauf, dass ihm diese Erkenntnis wohl noch nicht zur Verfügung steht/stand. Kuni |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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