merdeister

135 rote Waldameisen

09.09.2011 | 06:16

Fundstücke - Homöosexualität ist heilbar

[Fette Links führen zu englischen Text]

Menschen scheinen nicht gut in der Lage zu sein, Risiken einzuschätzen. So gibt es zwar viele Menschen mit Flugangst, wenige jedoch mit Fahrangst. Schaut man die Statistik an, müsste es anders sein. Nach Fukushima war zu beobachten, wie Mensch sich mit Jodtabletten eindeckten, obwohl dazu kein (objektiver) Grund bestand. Auch beim Impfen hat sich das Verhältnis zwischen gefühltem und realem Risiko umgekehrt. Die Risiken von Impfungen werden über-, die der Erkrankungen unterschätzt. Dazu ist vor einigen Tagen ein Report herausgebracht worden. EsoWatch berichtet darüber und verlinkt den über 600 Seiten starken Bericht. Der Guardian berichtet über eine Studie, die zeigte, dass Menschen, die der Meinung sind, etwas gesundes zu tun, dazu neigen, eher ein Gesundheitsrisiko einzugehen. Zur gleichen Studie hatte ich auch etwas geschrieben

Nun zu einer guten Nachricht für alle Pastafari: Die Religionsgemeinschaft "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" ist endlich in Deutschland anerkannt. Nun ist es möglich eine religiöse Kopfbedeckung auf einem Führerscheinfoto zu tragen. Viel Aufmerksamkeit bekommt auch eine andere Religionsgemeinschaft mit dem Hang zu merkwürdigen Hüten, weil ihr Regional-Chef eine Reise macht. Vorher hat er offenbar versprochen, oder versprechen lassen, er würde für einen Neonazi beten. Ups!

Vertreter einer anderen Religionsgemeinschaft haben beschlossen, drei Homosexuelle Männer im Iran hinrichten zu lassen. Männer vor diesem Schicksal bewahren möchten nun wieder Ärzte, die sich der Religionsgemeinschaft mit den Hüten zugehörig fühlen. Einer von ihnen gab ein Interview, und erklärte, warum er nichts Falsches daran sehen kann, Männer mit Homöopathie von Homosexualität zu heilen…und viel wirres Zeug mehr:

"Ein katholischer Arzt hat das Wort Gottes auch bei seiner täglichen Arbeit im Ohr und wie Sie wissen werden, ist der heutige Blick auf die Homosexualität eher eindimensional."

"Ich als homöopathisch arbeitender Arzt vertrete die Auffassung, daß es Möglichkeiten gibt, Homosexualität mit klassischer Homöopathie, aber auch mit Psychotherapie und geistlichen Hilfen zu therapieren. Besonders viele empirisch belastbare Daten gibt es dazu noch nicht oder nicht mehr, aber es liegen Berichte aus Zeiten vor, in denen man noch darüber reden konnte, zum Beispiel vom Entdecker der Homöopathie Dr. Samuel Hahnemann (1755 - 1843). Auch der in Paris lebende Arzt Louis-Bénédict Gallavardin (1875 - 1957) beschrieb vor über hundert Jahren ähnliche Phänomene und Therapiemöglichkeiten von psychischen Erkrankungen."

"Diese unsachgemäßen Herangehensweisen (Anm:. Berichte in den Medien) führen dann auch zu Formulierungen in Richtung „Kräuterglobuli“. Solche Journalisten sind eben durch die Bank weg keine Experten, die dazu noch ihre Vorurteile haben und sich anmaßen über ein so komplexes Thema wie Homöopathie zu schreiben. Mich jedenfalls hat kein einziger Fachmann befragt. Ich habe den Eindruck, es geht nur darum, Vorurteile zu kultivieren."

"Ich jedenfalls berufe mich in meinem Denken und Handeln auch auf die Heilige Schrift."

Zum entspannen George Carlin über Hüte und Religion

Dieser hutaffine Arzt hat wahrscheinlich noch nichts davon gehört, dass Christen Homöopathie gar nicht benutzen dürfen. Denn dabei handelt es sich um Magie oder Hexerei, auf jeden Fall etwas schlechtem, was Gott nicht will. Das wird u.a. hier erklärt.

Mit Magie geht es weiter, denn in Indien werden Menschen in einer Region, die vom Denguefieber heimgesucht wird, "homöopathische Impfungen" verkauft. Die GEO hat diese Art von Betrug einmal mehr als "sanfte" Behandlung bezeichnet und dafür ziemlich Kritik einstecken müssen. Sprachwissenschaftlich zum Beispiel hier.

Und weil ich mich schon unbeliebt machen, verlinke ich noch auf ein Video, dass zeigt, wie Tierärzte versuchen ein Nashorn zu retten, dem eben jenes abgeschnitten wurde, damit man es zu "Medizin" verarbeiten kann. Es ist Nummer 275 in diesem Jahr, nachdem es 2007 insgesamt 13 waren.

Was auch passieren kann, wenn man etliche sanfte Heilmethoden ausprobiert hat, kann man hier lesen. Über nicht vorhandene Mobilfunkmasten, die Krankheiten auslösen schreibt Chiemgaugemseneier.

In der Piratenpartei wurde ein Antrag diskutiert, in dem es darum ging, Pseudo- und Parawissenschaften keine staatlichen Gelder zukommen zu lassen. Auf den ersten Blick hört sich die Idee gut an, liest man jedoch die Diskussion spricht mehr gegen als für ein solches Vorgehen. Nicht, dass mir noch die Themen zum bloggen ausgehen^^. Ich könnte vielleicht mal über die Frau schreiben, die uns alle daran teilhaben lässt, wie sie ihren Gebärmutterhalskrebs überstehen will:

"Having been diagnosed with cancer for the second time in February 2010, aged 28, Polly embarked on a kick-cancer-butt mission to heal herself naturally using a more holistic natural approach."

Am Schluss gehen wir der Frage nach, ob Ärztinnen, die besseren Ärzte sind, ob die Ruhrbaron rassistisch sind und wieviel man über Menschen im Netz herausfinden kann, wenn man es wirklich darauf anlegt.

Kein Foto der Woche, dafür der Hinweis auf die Fotoserie "Death for 50 rupees" von Enrico Fabian. Sie zeigt Abhängige in Indien, die Medikamente missbrauchen und wie leicht so daran heran kommen.

Die nächsten Fundstücke kommen wieder von Cassandra.

 

Wie KalleWirsch uns informiert, distanziert sich die Bundesärztekammer von den katholischen Kollegen.

 
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Kommentare
KalleWirsch schrieb am 09.09.2011 um 09:03
Ich bin etwas schockgefroren, dass ich von Amnesty nichts erfahren habe, auch jetzt auf deren Seite, merklich der schwullesbischen, nichts finde. Ich werde eine Erklärung dazu einfordern. In einem Beitrag eines anderen Forums vom Januar las ich gerade, dass drei Jugendlichen wegen Homosexualität der Tod drohe. Ich hoffe inständig, dass sich nicht wieder dasselbe wie 2005 ereignet hat und der Iran schwule Jugendlich hingerichtet hat. Auch bei Human Rights Watch habe ich nichts gefunden. Die Information ist von Iran Human Rights.

iranhr.net/spip.php?article2227

Nachdem ich das alles nachgeschaut habe und in der Presse dazu so ziemlich Stillschweigen herrscht, habe ich keinerlei Humor mehr zu den Äußerungen dieses, mir mittlerweile leider hinlänglich bekannten Arztes, und haue ihm hiermit virtuell in die Fresse. Vielleicht findet sich hier ja ein rechtlich versierter Mitmensch, der mich aufklären kann, ob das juristisch okay geht, was der da verzapft.

Ich für meinen Teil bin kurz davor Religion zur Krankheit zu erklären.
Tycho schrieb am 09.09.2011 um 09:30
Mal am Rande gefragt,..verbietet der Eid einem Arzt nicht soetwas?
Yola schrieb am 09.09.2011 um 09:49
Eid? Wozu? Sie haben doch anstatt dessen die Wissenschaft als Schlange am Stab...;-).
Der Hippokrates-Eid hört sich außerdem extrem 'scharlatanisch' an:

„Ich schwöre und rufe Apollon, den Arzt, und Asklepios und Hygeia und Panakeia und alle Götter und Göttinnen zu Zeugen an, dass ich diesen Eid und diesen Vertrag nach meiner Fähigkeit und nach meiner Einsicht erfüllen werde.

Ich werde den, der mich diese Kunst gelehrt hat, gleich meinen Eltern achten, ihn an meinem Unterricht teilnehmen lassen, ihm wenn er in Not gerät, von dem Meinigen abgeben, seine Nachkommen gleich meinen Brüdern halten und sie diese Kunst lehren, wenn sie sie zu lernen verlangen, ohne Entgelt und Vertrag. Und ich werde an Vorschriften, Vorlesungen und aller übrigen Unterweisung meine Söhne und die meines Lehrers und die vertraglich verpflichteten und nach der ärztlichen Sitte vereidigten Schüler teilnehmen lassen, sonst aber niemanden.

Ich werde ärztliche Verordnungen treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden.

Auch werde ich niemandem ein tödliches Gift geben, auch nicht wenn ich darum gebeten werde, und ich werde auch niemanden dabei beraten; auch werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel geben.

Rein und fromm werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren.

Ich werde nicht schneiden, sogar Steinleidende nicht, sondern werde das den Männern überlassen, die dieses Handwerk ausüben.

In alle Häuser, in die ich komme, werde ich zum Nutzen der Kranken hineingehen, frei von jedem bewussten Unrecht und jeder Übeltat, besonders von jedem geschlechtlichen Missbrauch an Frauen und Männern, Freien und Sklaven.

Was ich bei der Behandlung oder auch außerhalb meiner Praxis im Umgange mit Menschen sehe und höre, das man nicht weiterreden darf, werde ich verschweigen und als Geheimnis bewahren.

Wenn ich diesen Eid erfülle und nicht breche, so sei mir beschieden, in meinem Leben und in meiner Kunst voranzukommen, indem ich Ansehen bei allen Menschen für alle Zeit gewinne; wenn ich ihn aber übertrete und breche, so geschehe mir das Gegenteil.“
luzieh.fair schrieb am 09.09.2011 um 09:50
oh man...

wie soll man sich das denn vorstellen? Homosexualität in homöopathischen Dosen...die Leute sind doch einfach nur bekloppt!



Anschließe mich dem virtuellen Schlag in die Fresse...
KalleWirsch schrieb am 09.09.2011 um 11:25
Schaun Sie mal Herr Gero Winkelmann in welcher "Heiler" Tradition sie sich sehen dürfen.

www.ondamaris.de/?p=2489
merdeister schrieb am 09.09.2011 um 14:10
Danke für den Link.

Als Hetero kann man sich ja einfach mal vorstellen, jemand wolle einen von diesem Leiden heilen, Gero sprach es unten ja schon an...

Auch wenn ich Deine Wut verstehen kann, hätte ein Kuss sicher nachhaltigere Wirkung...mit Zunge.
Tycho schrieb am 11.09.2011 um 08:36
OH, ah, lieber Merdeister,..nicht das sich am Ende hier Raum ergibt, die Frage nach Explizität und ihren möglichen Funktionen ENDLICH einmal zu diskutieren...ohne gleich alles in Frage stellen zu müssen oder die SS-20 aus der mentalen Garage zu fahren.
Yola schrieb am 09.09.2011 um 09:23
Danke, merdeister, ich habe mich köstlich amüsiert beim Durchlesen Ihres Links zum Geo-Artikel, hinsichtlich einiger "sprachlichen Aspekte“ „sanfter Behandlung“.

Hier also meine Fundstücke.

Der Autor des Artikels, der mit Sicherheit kein Sprachwissenschaftler ist, mokiert sich einleitend über die Autorin des Geo-Artikels, die keine Medizinerin sei. …Den Balken im eigenen Auge nicht sehend, behauptet er:

„Mit dem Wortpaar Schulmedizin/Alternativmedizin wird dieser Bedeutungsbereich scheinbar ausdifferenziert, es wird so getan, als gebe es zwei Sorten von Medizin, die einander gleichwertig gegenüberstehen. Das ist aber nicht der Fall: Entweder, eine Behandlungsmethode kann erwiesenermaßen Krankheiten und/oder deren Symptome verhüten oder heilen, dann fällt sie in den Bedeutungsbereich des Wortes Medizin; oder sie kann das nicht, dann fällt sie nicht in diesen Bedeutungsbereich und kann nicht mit dem Wort Medizin bezeichnet werden. Die Unterscheidung in der realen Welt ist also die zwischen Medizin und Nicht-Medizin; das wird durch die sprachliche Unterscheidung in Schulmedizin/Alternativmedizin verdeckt. „

Tja, wer hätte das gedacht...Das kommt daher, dass es so daherkommt...Und da er sehr bemüht ist, ein differenziertes Bild zu zeichnen, fügt er hinzu:

„Es gibt die (wissenschaftliche) Medizin, deren Ziel es ist, wirksame Therapien zu entwickeln und anzuwenden, und es gibt nicht-medizinische Scharlatane, deren Ziel es ist, mit unwirksamem Hokus-Pokus zu Geld und Ansehen zu gelangen.“

Und diese Menschen, die sich mit so viel Hingabe und Altruismus zu unserer aller Wohl, dem Guten und Edlen verschrieben haben, werden von den finsteren Mächten des Bösen, der Antiwissenschaften, angegriffen:

„Dass diese Scharlatane ständig die wissenschaftliche Medizin angreifen, ist aus ihrer Sicht verständlich, denn nichts bedroht einen Scharlatan mehr, als eine Wissenschaft, die das liefern kann, was er vergeblich verspricht.“

Ach ja, falls jemand nun auf die Idee kommen sollte, das Wort „Schulmedizin“ doch gebrauchen zu wollen…beware!

„Das Wort Schulmedizin soll in Anlehnung an das Wort Schulweisheit signalisieren, dass es sich hier um eine begrenzte, verkopft-verstaubte und längst überholte Tradition handelt.“
Gell?
merdeister schrieb am 09.09.2011 um 14:15
Ist das eine Kritik? Dann ist sie dünn. Hier Infos zum Autoren.
Yola schrieb am 09.09.2011 um 14:58
Zugegeben: Zu dem homöophoben Arzt, der Homöopathie gegen Homosexualität einsetzt, passt der Anglist, an dessen Adresse meine Kritik so dünn sein soll, wie ein 'BILD' zur sprachwissenschaftlichen Analyse.
Aber, schwamm drüber; Sie fanden den Artikel offensichtlich so gut, dass Sie ihn hier reingestellt haben, ich fand's äußerst amüsant und die anderen, so scheint es, hat der Artikel überhaupt nicht gejuckt.
I.D.A. Liszt schrieb am 09.09.2011 um 10:04
Natürlich ist Homosexualität heilbar! Eine kleine Lobotomie dann und wann hat doch noch nie jemandem geschadet...

Und natürlich hat die Religionsgemeinschaft der Hüter eine andere MEthode, die sie in vegangenen Jahrhunderten massenhaft angewandt hat: Ausbrennen...

In was für bekloppten Zeiten leben wir nur!
merdeister schrieb am 09.09.2011 um 14:16
Jede Zeit hat die bekloppten die sie verdient...
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 17:10
Ich verdiene keine Bekloppten.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.09.2011 um 17:19
Du bist auch keine Zeit...
Yola schrieb am 09.09.2011 um 17:27
Ich klopfe das Verdiente auf den Kopf.
Yola schrieb am 09.09.2011 um 17:28
Ist dein Avatar ein Foto von Dir...;-)?
merdeister schrieb am 09.09.2011 um 20:00
Ich habe diese Zeit nicht verdient...
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.09.2011 um 20:05
Bist Du nicht ausreichend bekloppt?
merdeister schrieb am 09.09.2011 um 20:31
Ich lasse die Geschichte darüber entscheiden...
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 20:41
@Yola
Ja. Ich bin der Zyklop mit dem Rosenring ums Auge. Wenn ich mal ausgeschlafen bin, nennt man mich bloß den Gelben Punkt.
Yola schrieb am 09.09.2011 um 21:09
@GeroSteiner. "...nennt man mich bloß den Gelben Punkt."

...gerade noch am Blinden Fleck vorbeigeschrammt. Das hätte ins Auge gehen können!

Meine Frage galt, zugegebenermaßen Fahrenheit 451, ich habe mich auf Ihre Antwort aber auch gefreut ;-)
I.D.A. Liszt schrieb am 09.09.2011 um 21:32
@ merdeister:

Das Ende der Geschichte haben wir doch schon erlebt. Also entscheide Dich! Sonst wirst Du mit der Zeit noch bekloppt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.09.2011 um 21:45
@Yola schrieb am 09.09.2011 um 21:09

"Meine Frage galt, zugegebenermaßen Fahrenheit 451,"

Nöö, mein Avatar ist kein Foto von mir, das ist nur eine abstrakte Abbildung meines Geistes...
zelotti schrieb am 16.09.2011 um 01:15
Warum soll nicht jeder das Recht haben sich für seine sexuelle Orientierung zu entscheiden.

Sprich, wenn jemand mit seinen homosexuellen Neigungen unglücklich ist, dann geht er halt zu seinem Schamanen, springt dreimal über den Hexenkreis und ist dann ganze wild auf die Damenwelt.
Wolfram Heinrich schrieb am 16.09.2011 um 01:31
@Fahrenheit 451
Nöö, mein Avatar ist kein Foto von mir, das ist nur eine abstrakte Abbildung meines Geistes...

Hömma Gudsde, du wechselst deine Avatare öfter als ich meine Hemden. Obst du dich nicht mal für 1 Bild entscheiden könntest? Ich mein, so ein Avatar ist ja für unsereinen so was wie das Logo für eine Firma und sollte einen Wiedererkennungswert haben. Ah, angezündete Zigarette, das ist ed2murrow, Teetasse ist j-ap und der schnauzbärtige Firmling mit Fluppe, das bin ich.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 16.09.2011 um 01:52
"Hömma Gudsde, du wechselst deine Avatare öfter als ich meine Hemden. Obst du dich nicht mal für 1 Bild entscheiden könntest?"

Nöö, bin gerade in Gang gekommen... ;)
Wolfram Heinrich schrieb am 09.09.2011 um 11:20
Einer von ihnen gab ein Interview, und erklärte, warum er nichts Falsches daran sehen kann, Männer mit Homöopathie von Homosexualität zu heilen…und viel wirres Zeug mehr:

Der Mann ist inkompetent. Homosexualität heilt man heutzutage mit Orangensaft.
derfranzehatgsagt.blogspot.com/2009/06/orangensaft.html

Ciao
Wolfram
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 13:53
Und womit wird Heterosexualität geheilt?
Wolfram Heinrich schrieb am 09.09.2011 um 14:08
@GeroSteiner
Und womit wird Heterosexualität geheilt?

Gegebenenfalls auch mit Oh-Raaschn-Saft, nur halt andersrum. Gottchen bist du stutzig, und zwar begriffs-.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.09.2011 um 14:08
Kommt drauf an, was Du als Heilung betrachtest, Gero...
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 14:16
"Gegebenenfalls auch mit Oh-Raaschn-Saft"

Also Wolfram, wenn Du und man schon nicht weiß, wie jetzt diese Heterosexualität geheilt wird, dann sollte das prophylaktisch schon mal verboten werden.
Darüber hinaus muss die Einnahme eines Minimalkontingentes an Orangesaft im Sinne einer Vorbeugung für die geamte Bevölkerung gesetzlich verankert werden - egal aus welchen Gründen. Was nicht schadet, das hilft.
merdeister schrieb am 09.09.2011 um 14:18
Wolfram Heinrich schrieb am 09.09.2011 um 11:20
Mit Elektroschocks zum Liebesakt...
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 14:30
Das andauernde Stöhnen im Saftladen ist schon etwas irritierend, wenn man nur Kamillentee mag.
Wolfram Heinrich schrieb am 09.09.2011 um 18:58
@merdeister
Mit Elektroschocks zum Liebesakt...

Um eventuell entstandene Mißverständnisse auszuräumen, sei angemerkt, daß obig von mir verlinkte Geschichte nicht in satirischer Absicht erfunden oder auch nur übertrieben wurde. Ich habe sie, so wie sie dasteht, in einem Lehrbuch der Psychologie gefunden. An die genau Quelle kann ich mich leider nicht mehr erinnern.

Ciao
Wolfram
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 20:36
Die spinnen komplett die elektrischen Psychologiebuchschreiber.
Wolfram Heinrich schrieb am 09.09.2011 um 20:46
@GeroSteiner
Die spinnen komplett die elektrischen Psychologiebuchschreiber.

Nein, nein, das war damals noch ein richtiges Buch, mit Papier und Druckerschwärze. Und: Der Autor des Buches brachte dies Beispiel natürlich als Argument gegen die manchmal allzu simplen Methoden der Verhaltenstherapie.

Ciao
Wolfram
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 21:17
DAS muss natürlich dazu gesagt werden, dass das als abschreckendes Beispiel gemeint war.
Ironie sollte am Besten immer kursiv fett und in "Gänsefüßchen" daherkommen.
Fala78 schrieb am 09.09.2011 um 11:24
Homosexualität wird mit Korken oder viel Promille geheilt! :)
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 13:55
Es gibt Witze, die stehen einfach so da und niemand lacht.
rago42 schrieb am 09.09.2011 um 13:02
Dazu möchte zitieren, was jemand in einem anderen Forum über Homosexuelle gesagt hat:
"Er verliebt sich einfach in gleichgeschlechtliche statt andersgeschlechtliche Menschen. Und das beeinträchtigt ihn selber nicht. Es macht nur, dass
sich erzkonservative bayrische Katholiken in seiner Nähe unwohl fühlen. Aber das ist keine Krankheit, das ist eine GABE."
merdeister schrieb am 09.09.2011 um 14:20
"Aber das ist keine Krankheit, das ist eine GABE."

Gemerkt.
Streifzug schrieb am 09.09.2011 um 13:52
Homosexualität kann durch hochdosierte Homoöpathie geheilt werden. Man nehme eine Schweißprobe aus dem Schoß von Charlotte Roche, lasse Matussek ein Gebet darüber sprechen, verdünne das so gewonnene Weihwasser, Pardon, Heilwasser und versprenkele es auf entsprechenden Gay-Paraden. Das Wundermittel wird sogar Knüppel heilen ;)
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 14:01
Oh Haillant! Oh Haillant!
Hier gibt's Gas, warmes Weihwasser, Scheiße und Transzendenz - oder wie es Eusi Erbstößer formulierte: "Das Leben ist ein Rohr! Was kommt dahinter - was davor?"


Streifzug schrieb am 09.09.2011 um 14:09
Das Leben ist ein Kantrohr.

GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 14:21
Das müssen wir noch auswürfeln.
merdeister schrieb am 09.09.2011 um 14:24
Das Wochenende naht, die Bilder werden wirrer :-)
Streifzug schrieb am 09.09.2011 um 14:31
...das artet noch in Kekswichsen aus.
"Kekswichsen oder kurz Keksen ist ein Gruppenmasturbationsspiel und Zielwichsen.

Alle Burschen platzieren sich um einen Keks oder ein anderes Nahrungsmittel, masturbieren und versuchen den Keks zu treffen. Verloren hat wer nicht trifft oder wer als letzter abspritzt. Dieser muss dann den Keks samt Belag vor der Gruppe essen. Die einen stellen sich im Kreis auf und legen den Keks auf einen Tisch oder ähnliches, die anderen kniehen sich im Kreis um den Keks.

Als Ziel kann auch ein Helm genommen werden, den der Verlierer dann aufsetzen muss."
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 14:32
Er hat damit angefangen!
Dr. Globuli sei mein Zuckerkügelchen!
Streifzug schrieb am 09.09.2011 um 14:35
...genau, das ist es, das untimative Heilspiel: Globuliwichsen...
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 14:37
Wenn man es zu Papier bringt, isst man dann einen Fortpflanzungsroman?
Streifzug schrieb am 09.09.2011 um 14:41
...nun weißt man endlich, wie Esspapier hergestellt wird.

Ein Fortpflanzungsroman wir es nur, wenn Maike Hank es isst.
merdeister schrieb am 09.09.2011 um 14:41
Funktioniert aber nicht, wenn man was an den Augen hat...
Streifzug schrieb am 09.09.2011 um 14:43
...wenn man was im Auge hat, hat jemand schwer daneben gezielt.
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 14:57
Streifzug an der Witzspritze.
Zur Strafe wiederholen wir jetzt zehnmal laut: "Der Whiskymixer mixt gemixten Whisky."
claudia schrieb am 09.09.2011 um 14:00
Was auch immer die Homöopathie bislang versucht hat: Zölibat hat sich als vollkommen therapieresistent erwiesen.
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 14:06
Zöli bat Polyg Amie um Erfahrung saus Tausch.
Yola schrieb am 09.09.2011 um 15:06
Confucius say: Man who fight with man all day get no piece at night...
KalleWirsch schrieb am 09.09.2011 um 15:59
Wo ich ansonsten über die Witze der hier praktizierenden Spaßmacher immer herzlich lachen kann, heute fehlt mir der Humor dafür. Was nicht heißt, dass ich es nicht legitim finde diese homophoben Schweine zu verarschen, sondern vielmehr, dass mich die Hinrichtungen und diese "Heilungsversuche" sehr treffen, weil es ein Thema ist, mit dem ich mich seit Längerem beschäftige. In den letzten Monaten hatte Uganda Vorrang, da dort die Todesstrafe für Homosexuelle eingeführt werden sollte und weil, der von mir hoch verehrte David Kato, Sprecher der ugandischen Schwulen und Lesbenbewegung Anfang des Jahres ermordet wurde.

Jetzt fällt das Augenmerk wieder auf den Iran. Ich habe mich mit Amnesty und Volker Beck in Verbindung gesetzt, um mehr über die drei Hingerichteten zu erfahren und zu beoachten ob und wie die Bundesregierung aktiv wird. man wird es sehen und das dauert erfahrungsgemäß eine kleine Ewigkeit.

Der Iran scheint seine Taktik ei der Hinrichtung von Homosexuellen abermals geändert zu haben, wie mir scheint. Zunächst geschah dies offen und zum Zwecke der offensive Abschreckung. Verschärft hat sich die Lage insbesondere seit Ahmadinedschads Amtsantritt als Präsident. Als die Hinrichtung der beiden minderjährigen Schwulen Mahmoud Asgari und Avaz Mar­honi 2005 weltweit Proteste auslöste, ging man dazu über Schwule zusätzlich pädokrimineller Verbrechen als auch der Vergewaltigung anzuklagen. Die neue Taktik scheint es jetzt zu sein, Hinrichtungen still und heimlich durchzuführen und wenn, dann erst nach deren Vollstreckung bekannt werden zu lassen. Anders kann ich mir bis jetzt nicht erklären, wieso weder Amnesty noch Human Right Watch über die drei Männer berichtet haben.
Leider haben es beide Organisation bisher unterlassen, die Menschenrechstverletzungen an Schwulen durch die palästinensischen Autonomiebehörden zu thematisieren (weswegen ich keinerlei Petition für die Erschaffung eines palästinesischen Staates unterzeichne), aer üer den Iran wird von beiden normalerweise stets berichtet.

Ich möchte aber nicht vergessen über die Situation der Lesben im Iran zu reden. Vom Gesetz wird lesbischer Sex mit 100 Peitschenhieben bestraft. Nach der dritten Verurteilung kann die Todesstarfe erfolgen.
Das Gestz besagt:
§ 110 Die Strafe für homo­se­xu­elle Hand­lun­gen ist die Todes­strafe. Die Tötungs­art steht im Ermes­sen des reli­giö­sen Richters.
§ 111 Der homo­se­xu­elle Ver­kehr wird dann mit dem Tode bestraft, wenn der aktive und der pas­sive Täter mün­dig und geis­tig gesund sind und aus freiem Wil­len gehan­delt haben.
§ 129 Die Strafe für die les­bi­sche Liebe sind 100 Peit­schen­hiebe für jede.
§ 131 Wenn die les­bi­sche Liebe drei Mal wie­der­holt und jedes Mal mit Peit­schen­hie­ben bestraft wor­den ist, ist die Strafe beim vier­ten Mal die Todesstrafe.

Insgesamt scheint es so, dass es bei Lesben seltener zu Verurteilung kommt. Üblich allerdings scheint, dass die Frauen Arbeits und Studienplatz entzogen wird und sie der Obhut der Familie übergeben werden. Dieser sind sie dann vollkommen und ohnmächtig ausgeliefert. Auch der Gewalt, die Oftmals die Folge ist. Ob und wie oft es dabei zu nicht geahndeten Morden kommt, darüber lässt sich für mich nichts in Erfahrung bringen, wie überhaupt über die Situation von lesbischen Frauen im Iran (weswegen ich die Formulierung "scheint" wähle). Weibliche Sexualität wird nicht ernst genommen. Doch lesbische Liebe bedeutet immer noch eine Entehrung der Familie. Wieviele lesbische Frauen möglicherweise wegen Ehebruchs gesteinigt werden kann ich auch nicht sagen.

Die Schätzungen der Hinrichtungen von Schwulen im Iran seit 1979 belaufen sich im Allgemeinen von 4000 - 6000. Das wären, nimmt man nur die unterste Schätzgrenze 125 pro Jahr und somit ca. alle drei Tage eine Hinrichtung aufgrund von homosexuellen Handlungen.
Es gibt auch Quellen, die von 8000 Hinrichtungen sprechen.

Noch zu Herrn Gero Winkelmann, der es als Leiter des Bundes katholischer Ärzte, wie erwartet an Respekt und Nächstenliebe mangeln lässt.
Auch wenn dieser Mann sicherlich nicht die Greuelmethoden der Nazis propagiert, so steht er doch in der gemeinsamen Tradition Homosexualität als pathologisch anzusehen. Wie es übrigens auch der Bund christlicher/katholischer Privatschulen tut und dies sicherlich auch zum Unterrichtsinhalt gemacht haben wird.
Diese Haltung, und da scheiß ich mal eben auf die Homöopathie, sanft oder nicht, ist es die den Einstieg bildet in jene Taten, in Deutschland so brutal verübt wurden.
Neben den medizinischen Versuchen in Buchenwald gab es einen weitern medizinischen Eingriff, den die Nazis für Homosexuelle bereithielten. Schwule "Wiederholungstäter" wurden nach ihrer verbüßten Haftstrafe in Schutzhaft genommen. Das bedeute oft KZ. Wenn nicht dies, dann kann man sich ausrechnen, was einen Schwulen in einem nationalsozialistischen Gefängnis erwartete. Man hatte eine einzige Möglichkeit dieser Inhaftierung zu entgehen: Kastration.

Nach dem Krieg wurden vielen Schwulen noch Rechnungen über die Kosten ihrer Inhaftierung gestellt. Nicht wenige wurden auch nach dem Krieg bis zur Reform des § 175 von denselben Nazirichtern verurteilt, wie vor 1945. Niemand dieser nach 1945 verurteilten Männer hat je eine Entschädigung gesehen. Diese Männer waren nicht krank, sie wurden krank gemacht.
Schaut euch den Film §175 an. Da kann man was über kranke Folterer und über Spätfolgen von homosexuellen Opfern lernen. Und ich habe noch nicht mal die Selbstmordkiste aufgemacht.
Bis 1978 gab es offiziell rosa Listen. Aber auch noch danach.

Das ist unsere Geschichte in Deutschland. Auch nach 1945. Und dann kommt dieser Mann und darf solche Sachen sagen?

Deshalb fehlt mir heute der Humor. Obwohl ich es richtig finde, sich über diese Idioten lustig zu machen.
merdeister schrieb am 09.09.2011 um 19:58
Lieber Kalle,
dieser Kommentar sollte nicht hier untergehen, finde ich. Stell ihn doch als Blog ein...

PS: Im Deutschlandfunk wird über den Papstbesuch siniert und über Wertemaßstäbe des Katholizismus...-würg-
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 21:11
Lieber Kalle,

Deine Betroffenheit verunsichert mich. Mir war nicht klar, wie tief Dich das Thema berührt, obwohl es mir eigentlich hätte klar sein müssen.

Mich machen diese homophoben Typen, die Homosexualität als pathologische Verirrung sehen, allerdings auch zunehmend wütend und hilflos. Ich hoffte, dies mit meinem "Und womit wird Heterosexualität geheilt?" klar genug gemacht zu haben.

Gerade die katholische Kirche, die mit ihren lustigen und tuntig anmutenden purpurnen Kleiderfetischisten allen Grund hätte, sich bei diesem Thema vollkommen bedeckt zu halten, lässt so einen wie Gero Winkelmann als Leiter des Bundes katholischer Ärzte seinen homöopathischen Intelligenzausbruch über uns abregnen: "(...) es Möglichkeiten gibt, Homosexualität mit klassischer Homöopathie, aber auch mit Psychotherapie und geistlichen Hilfen zu therapieren." Vielleicht hat er sich auch bloß eine zu hohe Dosis an Weihrauch reingezogen, wer weiß das schon? Ein Statement gegen die Hinrichtung von Homosexuellen im Iran erwarte ich jedenfalls weder von der katholischen Kirche noch von einem seiner Vertreter.

"Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnunglos!" habe ich für mich umgeändert in: "Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst!"
Mit dieser kleinen Veränderung im "Mindset" ist einiges auch dann noch zu ertragen, wo es einen sonst verzweifeln ließe.
I.D.A. Liszt schrieb am 09.09.2011 um 21:56
Also, Kalle, ich möchte mcih da in allem meinen beiden Vorrednern anschließen.

Schreib Deinen Kommentar darüber zu einem Blog um!

Mir ist klar, daß Dir das Thema essentiell nahegeht, und daß die Situation von Lesben und Schwulen auch hierzulande sowieso alles ander als brillant ist.

Andererseits kann man nicht alles, was ernst, schrecklich, erschreckend usw. ist, immer nur mit dem gebührenden Ernst angehen, selbst wenn man es ernstnimmt.

Ich weiß, es ist ein anderes Thema, aber die Nazis z.B. sind eine ernste Bedrohung, die man als solche ernstnehmen muß. Soll man aber deshalb sie und ihre kruden Ideen ernstnehem? Ich finde nicht. Und hier in diesem Strang geht es, glaube ich, weniger um die Tatsache, daß Homosexuelle in diversen Ländern sogar von Staats wegen mit dem Tode bedroht werden, sondern vor allem um die schwachsinnigen, konservativen, reaktionären, illiberalen Äußerungen dieses Erz-Arzt-Katholen.

Oft ist es sehr heilsam, wenn man Bedrohungen kaputtlacht, ohne dabei die Gefahr aus dem Auge zu verlieren, die von ihnen ausgeht.

Zurück zu den Nazis (also dem Original damals in der Weimareer Republik): Ich bin mir sicher, daß diese keine Chance in Deutschland gehabt hätten, wenn 'das Volk' sie und ihren Narrenkarneval gebührend ausgelacht hätte, statt fasziniert vor all dem Pomp und Gegröhle und Marschieren zu stehen ud sie zu wählen.

Im Veralbern und der Satire steckt ja immer mehr als nur ein Körnchen Wahrheit, und es dient meistens dazu, die Augen zu öffnen.
KalleWirsch schrieb am 09.09.2011 um 22:05
Lieber Gero,

ich weiß gar nicht, ob meine Betroffenheit so klar war, denn bei anderen homopolitischen Themen reagiere ich vielleicht oft scharf, aber es nimmt mich dann lange nicht so mit. Es war heute hier einfach die Kombination aus einmal dieser grauenerregenden Hinrichtungspraxis. Und wir reden ja nur von Iran. Wenn wir erstmal bei Transsexuellen in Süd- und Mittelamerika angekommen sind, die auf den Strassen Freiwild sind...
Man liest darüber nur so selten und selten in NONqueerPresse. Das frustriert schon.
Der zweite Punkt ist die Zunahme, sich über die katholische Kirche nur noch lustig zu machen und sie nicht mehr ernst zu nehmen. Wohl gemerkt, ich finde es gut das zu tun und hatte auch kein Problem mit den Scherzen hier. Nur oft wird dabei einiges vergessen. Das was es bedeutet. Die Katholische Kirche ist durchaus ein Machtfaktor in dieser Welt und sie mordet, wenn auch indirekt. Bei AIDS durch Kondomverbot. Den Anteil die sie an der Zahl von jährlich 70000 Frauen hat, die bei Abtreibungen sterben kann man schwerlich ermitteln. Die Katholische Kirche hat sich schlau eine subtile, aber mörderische Macht erhalten. Mir ist wichtig das aufzuzeigen.
Das ist ein ellenlanges Thema zu dem ich noch fünf Seiten schreien könnte. das ist hier zu viel, glaube ich.

Aber ich wollte das Scherzen keineswegs angreifen.

Im Übrigen hat Amnesty International bzw. Mersi (die schwullesbische Abteilung) geantwortet:

Sehr geehrter Herr ***,

auch wir haben von dieser Meldung gehört und sind natürlich sehr besorgt
über diesen Vorfall.

Da Amnesty International bekannt für seine gründliche und sorgfältige
Recherche ist, müssen wir zuallererst diese Meldungen mit den
entsprrechenden Kontakten und Ressourcen überprüfen und verifizieren.
Bedingt durch die politischen Verhältnisse im Iran (eine persönliche
Recherche für AI-Mitarbeiter wird schon seit vielen Jahren verweigert)
ist dies sehr schwierig und kann sehr lange dauern.
Allerdings gilt auch zu beachten, dass im Iran homosexuelle Handlungen
in sehr vielen Fällen als Verurteilungsgrund vorgeschoben werden, um
politische AktivistInnen und andere RegierungsgegnerInnen zu beseitigen
- was natürlich genau so verwerflich ist.

Ich habe bereits unsere Koordinatorin im Internationalen Sekretariat um
eine Stellungnahme gebeten und werde ggf. in unserem Newsletter weitere
Neuigkeiten zu dieser Angelegenheit posten.
ed2murrow schrieb am 09.09.2011 um 19:12
GEBE schrieb am 09.09.2011 um 20:21
Donnerwetter!

Es ist Freitagabend und die „Herren“ haben sich am Tastentresen zusammengefunden, sich ein geschmeidiges Thema ausgewählt um in altbewärter Manier Herrenwitze und andere Seichtheiten darüber auszutauschen.

Es stinken solche Threads nach vollgepissten Seppelhosen.
merdeister schrieb am 09.09.2011 um 20:30
Und? Ist es jetzt besser?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.09.2011 um 20:31
Ich frage Sie so gar nicht, wo Sie vollgepisste Seppelhosen gerochen haben...
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.09.2011 um 20:32
War @GEBE
Yola schrieb am 09.09.2011 um 20:59
"Ich frage Sie so gar nicht, wo Sie vollgepisste Seppelhosen gerochen haben..."

Liebe Fahrenheit 451, GEBE meint damit, dass diese Art von Artikel, ihre Ausrichtung, die immergleichen Themen und Aussagen, dermaßen voraussehbar und abgelutscht sind, dass die Herrschaften sich hier wie an der Theke ihrer Stammkneipe, nur noch aus "Gewohnheit" und zur Selbstbestätigung treffen, um gemeinsam Abzufrotzeln, möglichst schlüpfrig, versteht sich.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.09.2011 um 21:06
Oh Danke, selbst hätte ich darauf natürlich nicht gekommen. Allerdings ist mir nach wie vor nicht klar, wo GEBE vollgepisste Seppelhosen gerochen hat. Um solche blumige bzw. duftige Vergleiche zu bringen, muss man schon wissen, worüber man redet... nach der Quelle dieses Wissens habe ich eben gefragt.
Streifzug schrieb am 09.09.2011 um 21:17
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.09.2011 um 21:27
Hm... ist das GEBE?
Yola schrieb am 09.09.2011 um 21:38
Better to be pissed off than pissed on...;-)
Yola schrieb am 09.09.2011 um 21:51
Hm... ist das GEBE?

Hm...es sind zweifellos Seppelhosen, der Zwerg muss sich an seinem Schlauch festhalten, vielleicht, damit er nicht überläuft, der alte, zahlose Mann grinst tumb...sieht eher aus wie GEBEs Beschreibung dieses Threads? Was meinst Du, liebe Fahrenheit 451?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.09.2011 um 22:01
Ich lasse mal Männer zum Wort kommen, sie sind ja ansonsten solche arme unterdrückte Lebewesen und werden nie von jemandem beachtet... ich bin aber großzügig und lasse GEBE und Streifzug erklären, was sie gemeint haben!
GeroSteiner schrieb am 09.09.2011 um 22:59
So ist er nunmal, der Homo Ludens in Mannis Cockstudio.
Wolfram Heinrich schrieb am 12.09.2011 um 13:05
@GeroSteiner
So ist er nunmal, der Homo Ludens in Mannis Cockstudio.

Homo, nicht Canis? Hier also canis schmusens:



Ciao
Wolfram
KalleWirsch schrieb am 12.09.2011 um 12:26
Die Bundesärztekammer distanziert sich vom Bund katholischer Ärzte und bescheinigt einen Verstoß gegen die Grundsätze des ärztlichen Ethos:

www.volkerbeck.de/cms/files/20110826-BAEK.pdf
Stepstone schrieb am 15.09.2011 um 18:37
Ich bin einalter Leser Ihrer Blogs. Ihr Beitrag über Homosexualität ist wohl das Beste, was sich von Ihnen gelesen
habe. Danke. Ich habe habe 8 Urenkel in Deutschland,Italien,
Marokko. Freunde icn Griechenland und von Jugend an
Gays unter meinen Freunden. Mit einigen bin ich aufgewachsen.
Sie haben ihren Weg gemacht, sind Wissenschaftler, Apotheker
und Politiker. Jeder ist ein guter Freund und ich weiss, dass es
für sie richtig ist so wie es ist. DAnke für Ihren Artikel. Sie
haben mir eine grosse Freude gemacht!
merdeister schrieb am 15.09.2011 um 23:00
"Sie haben mir eine grosse Freude gemacht!"

Sie mir auch, vielen Dank für Ihren Kommentar!
oranier schrieb am 15.09.2011 um 19:06
Ist sich die Bundesärztekammer nicht zu schade, sich von sowas zu distanzieren? Sich von etwas distanzieren heißt doch immer auch, es ernst zu nehmen und sich davon ernsthaft auf derselben Ebene abzugrenzen.

Das Wort "Homöosexualität" erscheint als ein Wortspiel, als eine Verballhornung, ist aber in Wirklichkeit nichts weniger als das. "Homosexualität" hat nichts mit lat. "homo", Mensch, Mann, zu tun, sondern die im 19.Jh. gebildeten entsprechenden wissenschaftlichen Kunstwörter verwenden das griechische homós (ὁμός) ‘gemeinsam, derselbe, gleich, ähnlich’, bzw. davon abgeleitet: griech. homṓīos, hómoios (ὁμοῖος, ὅμοιος) ‘gleich, gleichartig, ähnlich’.
Da in beiden Komposita: Homosexualität und Homöopathie, das Grundwort (der 2. Wortbestandtteil) mit einem Konsonanten beginnt, ist der Unterschied der Willkür der Schöpfer jener Kunstwörter geschuldet, keiner Wortbildungsregel. Man hätte also genauso gut Homöosexualität bzw. Homopathie bilden können.
merdeister schrieb am 15.09.2011 um 23:04
"Ist sich die Bundesärztekammer nicht zu schade, sich von sowas zu distanzieren?"

Da ist was dran. Vielleicht hatten sie Angst, ihr Schweigen könne als Zustimmung gewertet werden...was auch nicht für die Ärztekammer spräche.

Vielen Dank für den Sprachexkurs. Das erklärt einiges :-)
Wolfram Heinrich schrieb am 16.09.2011 um 01:23
@oranier
Ist sich die Bundesärztekammer nicht zu schade, sich von sowas zu distanzieren?

Klick auf den Link und du merkst, daß man sich nicht distanziert hat (distanzieren kann man sich nur von etwas, dem man nahesteht, beziehungsweise nahegestanden hat). Montgomery hat vielmehr die Heilung von Homosexualität als "völlig abwegig" bezeichnet.

Man hätte also genauso gut Homöosexualität bzw. Homopathie bilden können.

Man hätte können, aber man hat nicht. Konsequenterweise hätte man das Automobil auch als Autokinet oder Ipsomobil bezeichnen können, aber man hat es halt nicht. Darüber haben wir in den sechziger Jahren auf dem Gymnasium gelacht, aber damit soll es auch genug sein.
Es gibt ja immer noch Witzbolde, die meinen, sie wären rasend originell, wenn sie drauf hinweisen, daß eine Olympiade "eigentlich" die Zeit zwischen zwei Olympischen Spielen sei. Wissen wir, wissen wir. Scheiß drauf.

Ciao
Wolfram
merdeister
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