Nazis. Irgendwie bin ich gestern abend auf das Video von "report-München" gestoßen, in dem es um militante Nazis geht, die unter anderem Wehrsportübungen machen, um sich auf den Systemsturz vorzubereiten.
Darin kommt auch Axel Reitz vor, der von den Medien auch gerne "Hitler von Köln" genannt wird. Der wird auch in einer anderen, bereits sieben Jahre alten Dokumentation Dokumentation ausführlich interviewt.
Darin sagt der junge Mann, man wolle Ausländer wieder zurückführen, wenn man mal an der Macht sei. Das ganze jedoch ganz human. Klar. Der unterschied zwischen beiden Videos ist auffallend. Sah Reitz noch 2005 aus, wie ein SS Schwerge, in seinem scharzen Ledermantel, ist sein Auftreten mittlerweile deutlich...bürgerlicher. Das verwundert nicht, immerhin hat er seinen Straßenkämpfern eine neue Kleiderordnung verpasst. Sie sollen sich so kleiden, dass sie von anderen Jugenkulturen nicht mehr zu unterscheiden sind.
So ist es auch zu erklären, dass im letzten Jahr in den Medien immer wieder von Gewalt linker Autonomer berichtet wurde, die sich im Nachhinein als rechte Autonome, so genannte Anti-Antifaschisten herausstellten. Richtigstellungen habe ich keine gesehen.
Reitz vergleicht seine "Bewegung" ganz offen mit der SA und zitiert "Dr. Joseph Goebbels" mit dem Satz: "Wir sind so weit links, dass wir schon wieder rechts sind." Auf die Frage, ob er sich auch vostellen könne, in den Untergrund zu gehen, antwortet er (2005) dazu sei er nicht geeignet, immerhin habe er Diabetes (also kein Zuchtmaterial) und sei auch kein Straßenkämpfertyp. Er selbst bezeichnet sich als politischer Funktionär, der seinem Land dient. Sein Land gibt ihm dafür HartzIV, das undankbare Schweinesystem. Doch, so schwadroniert er weiter, er könne sich vorstellen, der eine oder andere Kamerad wäre dazu bereit in den Untergrund zu gehen, wenn der Staat ihm die Möglchkeit nähme, seine Sache zu vertreten. In der nächsten Szene werden Gegendemonstranten von der Polizei daran gehindert, Faschos zu behindern. Das ist wohl Terrorismusprävention.
Das bringt mich zu einem weiteren Bericht, in dem es um Nazi geht, die Aufrüsten.
Beim Führer hätte es das nicht gegeben. Da hatte alles seine Ordnung.
Update 23.1.21 20:21 Uhr
Ein Bericht im Spiegel über den Tod von Benno Ohnesorg und wie vermutlich ein Mord durch Behörden vertuscht wurde.
In der Zeit ist ein Text über Otto Michel zu lesen, der nach dem Krieg das erste Institut gründete in dem Judaistik gelehrt wurde. Dabei verheimlichte er offenbar zeitlebens eine Vergangenheit bei der SA.
Eine Besprechung des Film "Kriegerin" über eine junge NeonaziIn gibt es bei Telepolis zu lesen.
Und nochmal die Zeit mit einem Text über eine Demo gegen Gewalt, die von einem wegen Gewalttaten verurteilten Neonazi organiniert wurde und bei der nicht nur Neonazis seinen Worten Beifall klatschten.
Im Migazin geht es um Nazis als Projektionsfläche, um von unseren eigenen Vorurteilen abzulenken.
Danke an seriousguy47, KarinL, Alien