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Die ARD strahlte eine Dokumentation über Afrika aus.
Der afrikanische Patient - Wunderheiler China?
Noch nie stand das Entwicklungshilfesystem so in der Kritik. Deutschland sei kein Weltsozialamt, so der frischgebackene deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel auf seiner ersten Afrikareise. Doch kann es sich Deutschland leisten, Afrika wirtschaftlich den Chinesen zu überlassen?
Birgit Virnich nimmt uns mit auf eine Reise durch Staaten, in denen "die Chinesen" uns Deutschen die Butter vom Brot nehmen. Sie findet Beispiel für misslungenene Entwicklungshilfepolitik und lässt Herrn Niebel treffsicher die falschen Schlüsse daraus ziehen:
Private Geldgeber werden es richten.
Sie interviewed Menschen, die "den Chinesen" in Erwartung der Verbesserung ihrer Lebensumstände dankbar sind, weil diese ihnen eine Straße bauen. Wie lange wird es dauern, bis die Menschen dort merken, dass die Straßen kein Geschenk sind, sondern ein Kredit, der hoch verzinst wird?
Die Dokumentation ist in der ARD Mediathek zu sehen.
Das schönste an dem Bericht ist, dass man Dirk Niebel schwitzen sieht, in seinem feinen Anzug und in seinen Augen lesen kann, wie sehr er seinen neuen Job hasst.
Dieser Artikel ist ein persönliches Werturteil.
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Der Dirk Niebel soll bei seinen Auslandsreisen aufpassen. Wenn der mal bei Kannibalen landet muss sein Ministerium einen extra großen Kochtopf liefern ;)
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Meinst du, dass eventuelle Kannibalen so geschmacklos wären? ;-)
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Nein, aber wenn Niebel sich durchsetzt, werden sie hungrig genug sein...
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Dann wären sie aber echt arm dran....
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Und Herrn würde in der Situation denken: "Besser arm dran als Arm ab."
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Dem persönlichen Werturteil über Dirk Niebel schließe ich mich an, der sollte wirklich besser mit nichts weiter betraut werden als der Pflege der Website seines Hunds. www.dogzunited.de/hund/homepage/Hermann/1949/&count=0&hundehp_jn=1
Was aber das chinesische Engagement in Afrika angeht, so sehe ich das als nicht ausschließlich verteufelnswert. In Tanzania und Mozambique habe ich die überwiegende Ablösung des traditionell indischen Handels erlebt und das war größtenteils ein Wandel zum Besseren, Freundlicheren, Preiswerteren, weit weniger Rassistischen. Der Nachteil besteht in der Überschwemmung des afrikanischen Markts mit teilweise minderwertigen chinesischen Produkten. Statt der Überschwemmung mit europäischen, überteuerten Produkten - allein zum Thema Trinkwasser, fest in der Hand von Nestlé, möchte man kotzen. Der große Unterschied des chinesischen Engagements zum westlichen besteht in persönlicher Augenhöhe der Verhandlungspartner und einer relativen Klarheit - es ist ein Deal. Verkauf mir Deine Rohstoffe, dann baue ich Dir Straßen, Schulen, Krankenhäuser, kurz: Infrastruktur. Darüber hinaus gibt es wirtschaftliches Engagement, z.B. der Bau von Industrie für in Afrika dringend benötigte Produkte, längerfristig auch für den Export nach China. Davon ist der Westen mit dem Import hochsubventionierter Lebensmittel auf afrikanische Märkte und dem hermetischen Verschließen der eigenen um Lichtjahre entfernt. Man muß sich auch nicht wundern, wenn nach Leerfischen der Meere durch die Europäer aus Fischern Piraten werden (was bei Die Zeit schon mal als '9/11 der Meere' bezeichnet wurde, *kopfschüttel*) Sehr interessant fand ich dazu Georg Blume in der taz: www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/chinas-mckinsey-in-afrika/?src=AR&cHash=3b8bef7448 Und zwei afrikanische Ökonomen, James Shikwati aus Kenia www.faz.net/s/Rub050436A85B3A4C64819D7E1B05B60928/Doc~EAAA8CB14DE444D8FAEAB11891185C79F~ATpl~Ecommon~Scontent.html und Dambisa Moyo aus Sambia www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E2312C0F2B2C34EF89001399FD62DDA0C~ATpl~Ecommon~Scontent.html Es wird ganz sicher auch weiterhin notwendig zu sein, Brunnen zu bohren und Mikrokredite zu vergeben, also den Graswurzelansatz (und auch gezielte Frauenförderung, weitab jeder feministischen Denke) zu verfolgen, was ja die bessere Seite der Politik von Heidemarie Wiezcorek-Zeul war. Die karitativen Trostpflästerchen aber auf postkolonialistische Arroganz, die Mästung zweifelhafter Regierungen, die Verwechslung von humanitärer Hilfe und nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit sollten der Vergangenheit angehören und hier kann man von den Chinesen lernen. Wer übrigens ein bißchen Geld übrig hat, kann's verleihen: www.kiva.org/ www.kiva-deutschland.org/de/ |
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Vielen Dank für die Links.
Die hier repariere ich mal: "Und zwei afrikanische Ökonomen, James Shikwati aus Kenia und Dambisa Moyo aus Sambia Das Engagement chinesischer Investoren hilft sicher der Entwicklung in einigen afrikanischen Staaten. Es geht aber vor allem um Gewinn und nicht darum, den Menschen zu helfen, deswegen bleibe ich kritisch, denn man kann in einigen Staaten auch sehen, dass der Zweck die Mittel heiligt. Man kann zudem nur hoffen, dass der wirtschaftliche Aufschwung ein nachhaltiger sein wird. |
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Ich erinnere mich, dass die Chinesen auch schon in den Zeiten, da die Supermächte noch gegeneinander konkurrierten, und China noch keine "Investitionen" tätigte, auf Augenhöhe mit den Ländern waren und halfen.
"Es geht aber vor allem um Gewinn und nicht darum, den Menschen zu helfen, deswegen bleibe ich kritisch, denn man kann in einigen Staaten auch sehen, dass der Zweck die Mittel heiligt." In der Politik geht es immer um mehrere Ziele, das ist nun mal so. |
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Ich finde das chinesische Engagement da bedenklich, wo ich sehe, dass große Flächen erworben/gepachtet werden, um im industriellen Umfang Lebensmittel für China zu produzieren. Die von ihren kleinen Parzellen vertreibenen Bauern werden ihrer Existenz beraubt.
Es gibt da etliches - auch die schon genannten Billigimporte, die weiteren wirtschaftlichen Schaden anrichten. Aber wenn es um Lösungen geht, bin ich ganz ehrlich auch überfragt. |
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Vielen Dank fürs Reparieren! Die FAZ klappt hier nie, oder?
Zum 'Helfen' aber mal ein ketzerischer Gedanke: wer hilft denn schon aus purem Altruismus? Außerdem - welche Herablassung liegt im Helfen auf Dauer? Ich finde es immens wichtig, sich über den eigenen Nutzen beim Helfen im Klaren zu sein. Halte ich für tragfähiger. Niemand tut irgendetwas ohne eine egoistische Motivation, weder im zwischenmenschlichen noch in einem bi- oder multinationalen Bereich. Und übersehe - das muß ich noch nachschieben - bei den Chinesen keineswegs deren Abneigung gegen Gewerkschaften, deren Zuneigung zu Billigstlöhnen, mögliche Menschenrechtsverletzungen, Waffenhandel, mangelndes Umweltbewußtsein, fehlendes Bewußtsein für die Notwendigkeit einer Rechtsstaatlichkeit. Aber eben auch nicht bei den westlichen Fußabdrücken in ganz Afrika, darunter auch so manche Ausprägungen der Entwicklungszusammenarbeit - das ist zu oft ein schmutziges und überaus lukratives Geschäft und in dieser Branche arbeiten auch nicht notwendigerweise gute Menschen. Sondern allzu oft solche, die sich an Personal und üppigen Lebensstil sehr gewöhnt haben und in ihren Heimatländer nicht mehr integrierbar wären. (womit natürlich nicht die vielen gemeint sind, die mit Hingabe und Liebe zu Land und Menschen arbeiten und insbesondere an der Graswurzel gute und notwendige Arbeit machen) Skandalös finde ich auch das Gehühnere um Patente, z.B. für Generika oder - ganz bitteres Kapitel - die Monopolstellung von Verbrechern wie Monsanto mit ihrem Hybridsaatgut und den dazu abgestimmten Düngern und Pestiziden (das ist in Europa marginal, in armen Ländern eine Katastrophe!). Skandalös auch fehlende Forschung westlicher Pharmafirmen zu lebensbedrohlichen Krankheiten armer Länder wie z.B. Malaria*. Skandalös die Abschottung der Märkte. Skandalös fehlende Kompensationen für den Kolonialismus. Skandalös Engagements wie das der BillandMelindaGatesFoundation, die ihr Engagement in einem zweifelhaften Punktesystem planen, das Stiftungskapital schmutzig investieren, um dann beispielsweise neben einer dreckigen Ölförderung mit üblen Folgen für die Gesundheit der Anwohner ein Krankenhaus bauen oder Sachspenden in Form von Computern tätigen, die aber nicht mit Open Source, sondern nur mit Windows betrieben werden können. *Die aber ziemlich allein auf weiter Flur in die Forschung zu z.B. Malaria investieren. Schlecht wird mir auch bei der oft so undifferenzierten Betrachtung eines ganzen Kontinents - der hat einzelne Länder mit durchaus sehr unterschiedlichem Charakter. Ganz furchtbar finde ich, diesen ganzen Kontinent als Krankheit, Naturkatastrophe, Hungersnot und Krieg zu begreifen und da kann man von den Chinesen unbedingt was lernen. |
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Eine treffende Zusammenfassung.
Zu Monsanto gab es ein Doku auf Arte, die wir hier schon mal diskutiert haben. Vielleicht kennst Du sie ja noch nicht :-) Mir gefiel der Bericht nicht, wegen seiner Kritiklosigkeit gegenüber der Aussage von Herrn Niebel, mit privaten Geldgebern würde alles besser. Nachdem es hier immer schwerer wird Public Privat Partnership Projekte ohne Widerstand durchzuführen, sollen dieselben Fehler offenbar in afrikanischen Staaten wiederholt werden. Die oben erwähnten positiven Effekte sind natürlich nicht von der Hand zu weisen und den Menschen nur zu wünschen. |
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Habe mitgelesen und bedanke mich artig für eure Unterhaltung. Vor allem ein merci an die Dame, schließe mich merdi an.
FAZ-Verweise funktionieren je nach Browser(einstellungen) mal ja, mal nein. Davon unabhängig bin ich der Meinung, dass das eklige Monsterlinks sind. Wenn man sie vermeiden und nicht die Lösung von merdeister wählen will, kann man auch die Adresse kürzen, z.B. hier: bit.ly/ |
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Lieber merdeister, wie so oft erscheint mir Dein persönliches Werturteil als äußerst wertvoll. Danke für diesen Beitrag!
Entwicklungshilfe ist ein heißes Plaster und ich bin froh, dass es bei aller Abgebrühtheit doch noch so manchen mit vermeintlicher Macht zum Schwitzen bringt. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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