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Teil 1:
Leider -oder zum Glück?- falsch. Verluste kann man noch an vielen anderen Stellen als bei den Krediten selbst machen. Dieses "Kreditrisiko" lässt sich verhältnismäßig gut managene und es wäre in der Tat unglaublich wenn irgendeine Bank in diesem Bereich derartige Verluste anhäufen könnte. Die Verluste der HRE kommen hauptsächlich von ihrer Staatsfinanzierungstochter "Depfa" -- gerade deren Kreditportfolio ist sehr sicher und nicht ernsthaft von Ausfällen bedroht. Das Problem ist etwas komplizierter und hängt damit zusammen wie Banken bzw. Bankbilanzen funktionieren. Eine Bankbilanz besteht aus dem Eigenkapital der Eigner/Aktionäre und Schuldverschreibungen der Bank (also Geld das sich die Bank von anderen geliehen hat) auf der "Passiv" Seite der Bilanz und Forderungen und Anlagen diverser Art (Forderung zB Kredite die an Kunden vergeben wurden, Anlagen zB Staatsanleihen etc.) auf der Aktivseite. Die Depfa hat ihre sehr sicheren und lang laufenden Staatskredite ihrerseits finanziert mit kurzlaufenden Krediten am "Geldmarkt", zusätzliche musste sie für einen Teil der Kreditsumme Eigenkapital zurücklegen. Ein illustratives Beispiel: Für zB einen Kredit an ein Bundesland in Höhe von 100Mio€ mit einer Laufzeit von 10 Jahren stellte die Depfa 2Mio€ ihres eigenen Geldes zur verfügung und lieh sich die restlichen 98Mio€ ihrerseits für 3 Monate am Geldmarkt. Diese 98Mio€ muss sie dann natürlich alle 3 Monate "revolvieren", also erneut ausleihen. Gewinn machte die Depfa mit dem Unterschied zwischen langfristigen und kurzfristigen Zinsen: mit dem 10 Jährigen Kredit hat sie zB 5% eingenommen und für die 3 Monatige Finanzierung musste sie ihrerseits 4,5% Zinsen zahlen: die Differenz von 0.5% war ihr Gewinn an dem Geschäft. Die meisten Geschäfte waren etwas komplexer als dieses Beispiel, aber das Prinzip ist das gleiche. |
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Teil 2:
Nach dem Untergang von Lehman am 15. September war das Kreditportfolio der Depfa genauso gesund wie zuvor -- allerdings war es nun praktisch unmöglich sich auf dem kurzfristigen Geldmarkt zu finanzieren. Die Depfa konnte ihren 3 Monatigen Kredit aus dem Beispiel oben also auf einmal nicht mehr oder nur zu extremen Bedingungen erneuern. Statt 4,5% zahlte die Depfa nun zB 10% Zinsen -- nahm aber nach wie vor nur 5% ein, bei der Größe des Portfolios führte das schnell zu riesigen Verlusten. Zusätzlich sank die Nachfrage nach jeglichen Anlagen mit ausnahme von Bundesanleihen, und somit auch der Wiederverkaufswert der Kredite an Kommunen und Ländern der Depfa. Auch diesen "Marktwertverlust" ihres Portfolios muss die Depfa nach der derzeitigen Regulierungsordnung (und damit auch die HRE) in ihrem Portfolio ausweisen -- obwohl noch kein einziger Kredit ausgefallen ist! Das Problem der Depfa und damit das Größte Problem der HRE, lag nicht an "faulen Krediten" die nun ausgefallen sind sondern an dem Missverhältnis von langfristigen, illiquiden (also schlecht weiterverkäuflichen) Anlagen und extrem kurzfristigen Verbindlichkeiten die sie im Zuge der Lehman-Krise kaum oder nur zu extremen Bedingungen revolvieren konnte. Von Justizministerium und Staatsanwaltschaft hat man zu deiner Geschichte also deswegen noch nichts gehört, weil sie schlicht nicht stimmt! |
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Wo ist denn mein Kommentar hin?? Ich habe einen 2-teiligen, ausführlichen Kommetar zur HRE geschrieben -- ist der gelöscht worden??!
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Kann man diesen Artikel gar nicht kommentieren?
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Nächster Versuch.
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Kommentare scheinen wieder da zu sein...
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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