methusalem

Blog von methusalem

08.02.2009 | 15:19

Der Verlust von Hypo-Real-Estate kann nur ein Riesenbetrug sein.

Banken haben den erklärten Zweck, Kapital als Kredite, Darlehen oder Hypotheken für Wirtschafts-Unternehmen zu Firmenzwecken oder an Einzel- und jurstische Personen für deren Bedarf zur Verfügung zu stellen. Bei solchen Geschäften werden im kaufmännischen Gebaren immer schriftliche Verträge abgeschlossen, in denen die Bedingungen wie Zinsen, Abschlussgebühren und Laufzeiten festgelegt sind, und natürlich auch die Inhaber der Konten und die Banken aufgeführt, wohin die Beträge dann überwiesen werden. So kann es bei der Hypo Real Estate Bank nicht gelaufen sein. Wenn nämlich Verluste bei solchen Geldausleihungen auftreten, dann liegen Zahlungsunfähigkeiten von Kreditnehmern vor, und bei Beträgen in diesen Höhen erfährt man auch, welche Firmen da in Insolvenz gegangen sind. Selbst bei Immobilien-Hypotheken kann man erfahren, wer zahlungsunfähig geworden ist. Ausbleibende Zins- und Tilgungsbeträge sind im übrigen nur kleine Summen gegenüber dem Kreditbetrag. Es ist undenkbar, dass Beträge von 100 Milliarden Euro, das sind 100.000 Millionen Euro für ordnungsgemäße Kredite als Verluste einer Bank plötzlich „verlorengehen“. Diese Beträge können nur auf betrügerische Weise auf unberechtigte Konten überwiesen worden sein. Es muß naheliegen, dass die Verantwortlichen dieser Bank (und der anderen „notleidenden“ Banken) dies im eigenen Interesse vorgenommen haben. Wenn diese Konten erkannt werden, kann Geld zurückgeholt werden. Wir müssen die Justizministerin und die Staatsanwaltschaften fragen, warum man nichts hört über Ermittlungen wegen des Verdachts von Betrugs und Untreue. Warum wird stattdessen nur überlegt, wie aus Steuermitteln wieder Milliarden an diese Bank gehen können? Will unsere Regierung gar nicht wissen, was da geschehen ist ?
 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Monkey schrieb am 08.02.2009 um 17:27
Teil 1:
Leider -oder zum Glück?- falsch.

Verluste kann man noch an vielen anderen Stellen als bei den Krediten selbst machen. Dieses "Kreditrisiko" lässt sich verhältnismäßig gut managene und es wäre in der Tat unglaublich wenn irgendeine Bank in diesem Bereich derartige Verluste anhäufen könnte.

Die Verluste der HRE kommen hauptsächlich von ihrer Staatsfinanzierungstochter "Depfa" -- gerade deren Kreditportfolio ist sehr sicher und nicht ernsthaft von Ausfällen bedroht.

Das Problem ist etwas komplizierter und hängt damit zusammen wie Banken bzw. Bankbilanzen funktionieren. Eine Bankbilanz besteht aus dem Eigenkapital der Eigner/Aktionäre und Schuldverschreibungen der Bank (also Geld das sich die Bank von anderen geliehen hat) auf der "Passiv" Seite der Bilanz und Forderungen und Anlagen diverser Art (Forderung zB Kredite die an Kunden vergeben wurden, Anlagen zB Staatsanleihen etc.) auf der Aktivseite.

Die Depfa hat ihre sehr sicheren und lang laufenden Staatskredite ihrerseits finanziert mit kurzlaufenden Krediten am "Geldmarkt", zusätzliche musste sie für einen Teil der Kreditsumme Eigenkapital zurücklegen. Ein illustratives Beispiel: Für zB einen Kredit an ein Bundesland in Höhe von 100Mio€ mit einer Laufzeit von 10 Jahren stellte die Depfa 2Mio€ ihres eigenen Geldes zur verfügung und lieh sich die restlichen 98Mio€ ihrerseits für 3 Monate am Geldmarkt. Diese 98Mio€ muss sie dann natürlich alle 3 Monate "revolvieren", also erneut ausleihen. Gewinn machte die Depfa mit dem Unterschied zwischen langfristigen und kurzfristigen Zinsen: mit dem 10 Jährigen Kredit hat sie zB 5% eingenommen und für die 3 Monatige Finanzierung musste sie ihrerseits 4,5% Zinsen zahlen: die Differenz von 0.5% war ihr Gewinn an dem Geschäft. Die meisten Geschäfte waren etwas komplexer als dieses Beispiel, aber das Prinzip ist das gleiche.

Monkey schrieb am 08.02.2009 um 17:28
Teil 2:

Nach dem Untergang von Lehman am 15. September war das Kreditportfolio der Depfa genauso gesund wie zuvor -- allerdings war es nun praktisch unmöglich sich auf dem kurzfristigen Geldmarkt zu finanzieren. Die Depfa konnte ihren 3 Monatigen Kredit aus dem Beispiel oben also auf einmal nicht mehr oder nur zu extremen Bedingungen erneuern. Statt 4,5% zahlte die Depfa nun zB 10% Zinsen -- nahm aber nach wie vor nur 5% ein, bei der Größe des Portfolios führte das schnell zu riesigen Verlusten. Zusätzlich sank die Nachfrage nach jeglichen Anlagen mit ausnahme von Bundesanleihen, und somit auch der Wiederverkaufswert der Kredite an Kommunen und Ländern der Depfa. Auch diesen "Marktwertverlust" ihres Portfolios muss die Depfa nach der derzeitigen Regulierungsordnung (und damit auch die HRE) in ihrem Portfolio ausweisen -- obwohl noch kein einziger Kredit ausgefallen ist!

Das Problem der Depfa und damit das Größte Problem der HRE, lag nicht an "faulen Krediten" die nun ausgefallen sind sondern an dem Missverhältnis von langfristigen, illiquiden (also schlecht weiterverkäuflichen) Anlagen und extrem kurzfristigen Verbindlichkeiten die sie im Zuge der Lehman-Krise kaum oder nur zu extremen Bedingungen revolvieren konnte.

Von Justizministerium und Staatsanwaltschaft hat man zu deiner Geschichte also deswegen noch nichts gehört, weil sie schlicht nicht stimmt!
Monkey schrieb am 11.02.2009 um 15:34
Wo ist denn mein Kommentar hin?? Ich habe einen 2-teiligen, ausführlichen Kommetar zur HRE geschrieben -- ist der gelöscht worden??!
Monkey schrieb am 11.02.2009 um 15:35
Kann man diesen Artikel gar nicht kommentieren?
Monkey schrieb am 11.02.2009 um 15:36
Nächster Versuch.
Monkey schrieb am 15.02.2009 um 15:33
Kommentare scheinen wieder da zu sein...
methusalem
Abonennt von Freitag
Mitglied seit:
3 Jahre 15 Wochen
Zuletzt aktiv:
08.02.2009
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 1
Kommentare: 0
Logbuch
00:02
Phineas Freek hat gerade einen Kommentar geschrieben.
00:01
h.yuren hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:57
Fro hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:56
Fro hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:47
Georg von Grote hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG