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Eigenwerbung macht der Redakteur Sebastian Horn gerade für das Leserartikel-Projekt von ZEIT ONLINE. Angeblich haben sich mittlerweile über einhundert Leser der "Redaktionsauslese" gestellt.
Das heißt im letzten halben Jahr, seit dem 19.04.2011, haben einhundert Zeitleser einen Leserartikel über den Umfang einer engbeschriebenen DIN A4 Seite (3000 Zeichen) verfasst. Also einhundert DIN A4 Seiten in beinahe sechs Monaten!
Ich habe mir die Mühe gespart, den Rückgang der Leseartikelbeiträge herauszufinden, meine allerdings, mich an zurückliegende Wochenenddiskussionen auf ZEIT ONLINE erinnern zu können, bei denen weit über hundert umfangreiche Leserkommentare! zu einem Leserartikel verfasst wurden. Also einhundert meist fundierte Leserkommentare an einem Wochenende!
Wenn man sich heute die sieben, in den letzten vierundzwanzig Stunden eher zaghaft hereingestolperten Leserkommentare ansieht, die als Reaktion auf die Verlautbarung von Herrn Sebastian Horn etwas verloren auf der ZEIT ONLINE-Seite stehen, ist zumindest in ihnen keine Würdigung seiner Arbeit zu entdecken.
Auszüge aus den bisherigen Kommentaren:
antares.1956:
„Ich würde auch gerne einen Beitrag schreiben, weiß aber von vornherein, dass das sowieso nicht erscheinen würde. Wofür also die Mühe.“
FahadA:
„Ich hatte vor Jahren auch Lust, einfach mal so zu schreiben. Über den Darb-i Imam Schrein, …. Über eine Pilgerreise ... Über Ashura … Ich gehe in das Leserartikelblog nicht mehr regelmäßig rein.“
Wawerka:
„Mich bewegt die Frage, was wohl aus den vielen, vielen hervorragenden Foristen geworden ist, die früher hier die "Community" bildeten, bis diese durch den Relaunch und das dann noch folgende Wegschreddern des offenen Leserbereichs nach und nach weggeblieben sind?
Immerhin verplempere ich so weitaus weniger Zeit bei der "Zeit".“
Ecomat:
„Es geht mir ähnlich wie den Lesern antares1956 und wawerka: Ich würde auch gerne einmal einen Artikel schreiben/publizieren. Doch bin ich mir nach früheren, negativen Erfahrungen mit Leserkommentaren, die ich unter anderen Namen schrieb, nicht sicher, ob "Die Zeit" überhaupt etwas aus meiner Feder veröffentlichte.“
Kleinempfaenger:
„Ich hab bisher einen Leserartikel seit dem Relaunch eingesendet, zu einem kontroversen Thema. (die Redaktionsantwort): Leider, leider, Herr kleinempfaenger können wir den Artikel nicht veröffentlichen…“
John Grey:
„Auch der letzte Medienkonzern hat mittlerweile begriffen, dass man seine Produkte auch recht simpel zur Meinungsmache und zur Manipulation des "Urnenpöbels" erfolgreich einsetzen kann. …
Etwas wie: "In eigener Sache, Aus der Sicht unserer Leser", ist natürlich eine win/win Situation.
Man selektiert natürlich das was eingeht, und bringt das was dem eigenen Interesse nützt, und kann sich trotzdem nach außen so darstellen, als sei man offen für andere Meinungen.
Da die Leser natürlich nicht erfahren KÖNNEN, was alles zensiert wurde, ist das System foolproof...“
Irgendwie schade. Finde ich. Echt.
Redakteur Sebastian Horn auf ZEIT ONLINE:
www.zeit.de/administratives/2011-09/leserartikel-100-artikel
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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