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Eigentlich ist es tragisch. Da sitzt ein Giovanni di Lorenzo bei Maybrit Illner zum Thema Stuttgart 21 und lamentiert vor allem darüber, dass er in einer Zeit aufgewachsen sei, in der man ständig vom Weltuntergang bedroht gewesen sei. Und irgendwie ist es ja immer noch so und das ist alles ganz schlimm.
Giovanni di Lorenzo ist Chefredakteur der Zeit und damit maßgeblich für die Art des medial-öffentlichen Diskurses mitverantwortlich. Was denkt dieser Mann sich, wenn er genau das beklagt, was er selbst mitgestaltet?
Vermutlich denkt er nur an den Verkauf seines Buches, dessen Namen Maybrit Illner brav mehrmals in der Sendung nannte. Wie wir gelernt haben, verkaufen sich Bücher besser, wenn sie generell dagegen sind, und/oder einfach nur schwachsinnig.
Bei der Skandalisierung im Bereich Finanzen gibt mittlerweile die Financial Times Deutschland den Takt vor. Sie titelte am 6. Oktober 2010: „Die Welt im Währungskrieg“ und selbst die FAZ konnte es sich nicht verkneifen, fortan die Begrifflichkeit des „Währungskrieg“ zu übernehmen und höchst intellektuell, nur wenig intelligent, über „Währungen als Waffen“ zu philosophieren.
Bei der Zeit tut man es nicht unter dem „Weltkrieg der Währungen“ und im Besten Common Sense konzentrierte sich die Berichterstattung auf die großen Vorteile schwacher Währungen auf das Exportgeschäft des jeweiligen Landes. Ganz Mutige verstiegen sich gar darin zu bekunden, dass dies aber eh nicht funktioniere, weil es nur noch um Warenverteilung und nicht mehr um reales Wachstum ginge.
Das Konzept der USA habe ich vor einem Jahr etwas genauer umrissen:
Der entscheidende Satz damals war:
Ohne eine Währungsaufwertung in China kann das aber nicht funktionieren. Die Alternative wären unfreundliche Zölle.
Daran hat sich nichts geändert. Das Ziel der USA, unter einer demokratischen Regierung, ist es, eine Inflation in Höhe von 6-8% zu generieren. Das einzig wirksame Instrument hierzu ist das quantitative easing der FED. Alles andere hat bereits versagt.
Wir sind nun ein Jahr weiter und an dieser Gesamtsituation hat sich nicht viel verändert. Geändert hat sich die wirtschaftliche Realität zwischen Europa und Asien, insbesondere zu China. Die Chinesen haben während der Krise ein gigantisches Konjunkturprogramm gefahren und sich so über Wasser gehalten. Dass gleiche galt für Europa, welches nur Kollateralschäden in Peripherieländern hinnehmen musste.
Zugleich gerierte sich in der europäischen und asiatischen Wirtschaft eine Einigkeit darin, dass die Zukunft in Asien liege, insbesondere in China, und man die Krise nutzen müsse, um jetzt die Kapazitäten aufzubauen.
Im Jahr 2008 wurden 27 514 Unternehmen mit ausländischen Investitionen neu genehmigt, was einem Rückgang von 27,35 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals ist um 23,58 Prozent auf 92,395 Mrd. USD gestiegen.
[Im Jahr 2009 wurde] Nach Angaben des zum Handelsministerium gehörenden "Invest in China" (IIC) nur ein kleiner Rückgang von 2,6% auf 90,0 Mrd. US$ verbucht.
In den ersten sieben Monaten 2010 wurden 14 459 Unternehmen mit ausländischen Investitionen neu genehmigt, was einem Zuwachs von 17,9 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals ist um 20,65 Prozent auf 58,354 Mrd. USD gestiegen.
Das Jahresergebnis für 2009 ist umso bemerkenswerter, da im ersten Halbjahr noch ein Rückgang von 20% verzeichnet wurde. Die Direktinvestitionen erklären sich u.a. durch ein Umdenken in der Art der Investition. Früher hat man einfach eine Fabrik hingestellt, was auch immer herstellt und die Ware dann verkauft.
Im Zuge der Krise hat man festgestellt, dass Asiaten, ebenso wie die Europäer, ein paar regionale Eigenheiten und Vorlieben haben. Beim Verkauf von Produkten könnte es also sinnvoll sein, diese zu berücksichtigen um gegenüber der jeweils heimischen Konkurrenz besser darzustehen. Beispielsweise sind Automodelle für den chinesischen Markt etwas länger als ihre europäischen Pendants. In der Folge wird hier nicht nur neu gebaut sondern auch modernisiert.
Chinas größter Handelspartner ist mittlerweile Europa und umgekehrt. Die USA sind vom Wachstum zurzeit ausgeschlossen. Für die USA ist dies umso fataler, da sich die Handelsbeziehungen zwischen beiden Regionen stark ausweiten. Dass gleiche gilt für den Handel mit Russland und Brasilien. Es profitieren hauptsächlich die starken europäischen Staaten, allen voran Deutschland.
Länder ohne exportfähige Waren, d.h. auf Produktion- und Dienstleistung fixierte Staaten, sind die europäischen Verlierer der momentanen Situation. Es sind die Staaten mit einem Handelsbilanzdefizit.
Die Sache mit dem Handelsbilanzdefizit war mal einfach. In einer globalisierten (Finanz)Welt kommen weitere Faktoren hinzu. So wurden seitens der USA in der Vergangenheit, der niedrigen Zinsen wegen, Kredite gerne in YEN aufgenommen und dann in Euro bezahlt. Der ausgleichende Effekt flexibler Währungen konnte somit nicht mehr direkt wirken.
Japan
Im genannten Beispiel fließt das Geld aus dem Dollar in den Yen und von dort aus in den Euro. Das tangiert das Wechselverhältnis zwischen Dollar und Euro nicht mehr direkt. Noch mehr verschiebt sich die Realitätsnähe der Wechselkurse, wenn aus den USA heraus Kredite für Kapitalmarkttransaktionen in YEN aufgenommen werden, deren Sicherheiten nicht nur anteilig in YEN hinterlegt sind oder gar nicht. Dazu erhöht sich die Geldmenge in Japan, das Geld fließt in die USA ab und der YEN wird schwächer. Durch die YEN-Schwäche werden zusätzlich zu den „Ersparnissen“ durch niedrige Zinsen noch Währungsgewinne erzielt und das Geld erzielt weitere Gewinne durch die Anlage bspw. in den Europa.
Japans Export profitiert vom schwachen YEN ebenso wie die Regierung, die dank niedriger Zinsen ihre Refinanzierung günstig hinbekommt. Dass Japan sich derweil zwangsläufig in einer Deflation befindet und darin gefangen wird, ist für die handelnden Personen nur am Rande interessant, denn schlussendlich überlebt das Land trotz eines hohen Verschuldungsgrades nur deswegen.
Es ist die alte Geschichte der Carry-Trades, die vor allem während der Krisenjahre 2007 und 2008 im Markt präsent war. Seit Mitte 2007 befindet sich der YEN in einer volatilen Aufwertungsphase. Die Bewegung von einst korrigiert sich. Die japanische Exportwirtschaft steht seitdem vor einem sich verstärkendem Wechselkursproblem. Der Rezession ist das zuträglich, wodurch die Bereitschaft und Fähigkeit der Japaner schwindet, ihrer Regierung Geld zu leihen. Ein Großteil der japanischen Staatsschulden bestehen gegenüber dem Inland.
Dies ermöglichten auch die Erfolge im Export, die einen Handelsbilanzüberschuss generierten. Brechen diese jetzt ein, wird Japan zunehmend auf Kapital aus dem Ausland angewiesen sein, was zu steigenden Zinsen führt. Bei dem hohen Defizit ist eine Staatspleite dann nicht ausgeschlossen.
In der globalisierten Realität geht der Weg des Geldes um ein „paar“ Ecken mehr, da es zusätzlich noch steueroptimiert transferiert werden will. Die rein vom Finanzmarkt getriebenen Aktionen haben dabei einen wesentlich stärkeren Einfluss als die der Realwirtschaft.
USA und China
Das Problem der USA liegt hingegen in der Realwirtschaft begründet. Ein Großteil der Produktion wurde nach China ausgelagert, da es sich dort so herrlich billig produzieren ließ. Dies begründete den Aufschwung Chinas.
China hat kein flexibles Wechselkurssystem. Die Notenbank kauft entsprechend Dollar, um den Wechselkurs da festzusetzen, wo sie ihn gerne hätte. Damit das Geld nicht einfach nur rum liegt, kauft sie mit diesen Dollars dann US-Staatsanleihen, wodurch die USA wiederum ihre Defizite decken konnten, die u.a. durch diese Entwicklung entstanden. Die dadurch generierte Nachfrage nach US-Staatsanleihen drückte in den USA die Zinsen und ermöglichte, im Einklang mit Deregulierungsmaßnahmen, die Auswüchse im US-Immobilienmarkt.
Nachdem das schiefging, erkannte man in den USA, dass man auch eine starke Realwirtschaft braucht, um auf hohem Niveau existieren zu können. Diese produziert nicht nur fürs Inland, sondern auch fürs Ausland. In beiden Fällen muss sie jedoch zu Preisen produzieren können, die konkurrenzfähig sind. Die Grundvoraussetzung dafür ist, dass die Wechselkurse zumindest fair sind, die Konkurrenz somit also über Qualität und Produktionskosten stattfinden kann.
Dafür müssten die Chinesen ihre eigene Währung aufwerten. Was sie aber ungern tun, da sie sich selbst wirtschaftlich Schaden und bestehende Dollarreserven entwerten. Für die USA besteht hingegen das Problem, dass es keinen sofortigen Effekt haben wird.
China wird nach einer Aufwertung der eigenen Währung weniger Dollar und somit weniger US-Staatsanleihen kaufen. Um dies zu kompensieren, wird die FED das sogenannte „quantitative easing“ ausbauen müssen. Die US-Notenbank wird den Ausgleichsbetrag zur Verfügung stellen müssen, wenn Nachfrageschwächen auftreten und diese Anleihen direkt kaufen.
Damit ist klar, dass die Amis noch lange nicht aus der Phase des „Gelddruckens“ (der Begriff ist symbolischer Natur, da dies alles virtuell geschieht) austreten, sondern gerade erst anfangen.
Der Weg in die Entwertung des Dollars ist gezeichnet. Im Hintergrund wird auch bereits an einem ablösenden Weltwährungssystem gearbeitet.
Bei aller technischer Planung hat der Markt seine eigenen Regeln. Inwieweit das Vorgehen kalkulierbar ist, kann niemand ernsthaft bewerten. Die Risiken für das Gesamtsystem sind unverkennbar und werden uns durch diesen Prozess hindurch begleiten.
Was jedoch zurzeit als Währungskrieg durch die Presse geistert, ist nicht mehr als ein Weg der Findung nach Lösungen. Diesen seitens der Medien kritisch, statt panisch, zu begleiten, würde die Risiken mindern.
Zuerst erschienen auf www.goowell.de
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Danke das Du Deine Zeit am Sonntag dafür geopfert hast, diesen "Währungskrieg" anders, "irgendwie" optimistischer, zu verdeutlichen. Ich glaub' zwar nicht das die "unfreundlichen Zölle" ausbleiben werden aber Zölle wären auch nicht schlimm, wenn sie von vornherein zeitlich befristet wären. Das gab's schon vor 20 Jahren für japanische Produkte für den US Markt, und beide hatten letztlich davon profitiert. Japan hatte sich mehr auf den Binnenmarkt konzentriert aber die Wallstreet Yankies haben dann dusseligerweise diversifiziert und weiterhin ausgelagert anstatt eigene Produktion zu konsolidieren. Das Problem ist wohl die Gier nach kurzzeitigen Profiten. Aber wer braucht heutzutage kein US$account?
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@mh
Ich bin extrem geil und hochintelligent, da ist mein erheblich gestörter Geisteszustand absolut nebensächlich. Was für ein Irrtum, was für ein euphemistisches Missverständnis, es gäbe jetzt keinen Welt- Währungskrieg, dabei ist seit denTagen der Währungsvereinbarungen von Bretton Wood im Jahre 1944 doch alles und sonders auf asymmetrische Währungskriege, inklusive Mahrhall Plänen der Anschubfinanzierung befreundeter bzw. assoziierter US- $ Märkte, angelegt, siehe Kalter Krieg der Blocksysteme von 1948- 1989. Es gibt seitdem nur noch Finanz- und Währungskriege, konventionelle Kriege, erklärter we unerklärter Art, militärisch humane Interventionen, siehe Afghanistan, Irak, Kosovo, unter dem Dessinformierenden Label “Nationbuilding“ helfen nur dabei!, oder? Nachdem wir rotgrün forciert die Weltfinanz- und Warenmärkte dereguliert, bedarf es jetzt einer schwarz- gelb forcierten Deregulierung des Weltmarktes männlich geiler Samenstränge, damit China als Weltwirtschaftsmacht, nicht unter seinem lauernden demographischen Fiasko Faktor 10, bei einer Frauen gegen Männerate 1 : 15 , dank der in Permanenz als Leistungsträger unterforderten chinesischen Samenstränge, verheerend wirkenden chinesischen Geburtenkontrolle, auf einen „Bremer Professor a. D. Gunnar Heimsohn“ ins Nichts zerbröselt. Siehe dazu: www.zdf.de/ZDFde/inhalt/11/0,1872,8120075,00.html Weniger Deutschland Sterben die Deutschen aus? Die demographischen Zahlen belegen in nüchterner Gnadenlosigkeit: Die Deutschen sterben aus. Zumindest wird bis zur Mitte dieses Jahrhunderts die Anzahl der Bundesbürger dramatisch gesunken sein - und die Politik schweigt dazu. Sendung 18.10.2010 LINKS • Porträt: Dr. Michael Naumann Die Angaben der Demoskopen schwanken zwar relativ stark - die einen sehen im Jahr 2050 einen Rückgang der Bevölkerung um gut zehn Millionen auf siebzig Millionen, bis zur nächsten Jahrhundertwende um gut zwanzig auf sechzig Millionen Bürger; andere Institute rechnen gar mit einem jeweils doppelt so hohen Verlust. Autoren, wie Frank Schirrmacher und nun Thilo Sarrazin haben das Problem der sich vermindernden und damit überalterten deutschen Gesellschaft publikumswirksam benannt. Die Politik freilich will auf die besorgniserregende Nachricht bis heute nicht reagieren. Sie stellt sich weitgehend taub. Selbst wenn sich die Geburtenraten in Deutschland - nur Italien weist in Europa noch schlechtere Zahlen aus - wieder erholten, gar vervielfachten, wenig wäre gegen den starken Trend zur Schwächung auszurichten. LINKS • Porträt: Prof. Dr. Dr. Gunnar Heinsohn Neue und schärfere Konflikte Sterben die Deutschen tatsächlich aus? Darüber wollen Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski mit zwei Gästen diskutieren, die dezidierte An- und Einsichten zum Thema haben: Gunnar Heinsohn, der Bremer Soziologe, der unter anderen aus bevölkerungsstatistischen Fakten Motive, Auslöser und Wirkungsmechanismen weltpolitischer Bewegungen herleitet, daher demographische Prognostik auch als ein Frühwarnsystem begreifen kann, und Michael Naumann, der als Verleger und Journalist, heute als Chefredakteur der politisch-literarischen Monatsschrift "Cicero" am Puls der Zeit ist und als Kulturstaatsminister in der Regierung Schröder die Systematik der Macht studieren konnte. Selbst wenn die politische Klasse von der Maxime Abschied nähme, dass Macht sich auch auf Bevölkerungsreichtum begründet, dass sie Standort und Bedeutung Deutschlands in Europa neu justierte und definierte - wie wird die Gesellschaft insgesamt auf all die künftigen Verwerfungen reagieren? Wie werden die Generationen ihre Konflikte austragen? Wie die in die Kassen Einzahlenden ihre mit den Transferabhängigen? Wie die ethnischen Gruppen der Einwanderer untereinander und mit den Alteingesessenen? Und wie werden sich all diese Konflikte verschärfen bei womöglich schwindendem Wohlstand? Einen Vorgeschmack darauf liefern gegenwärtig die angstbesetzten Auseinandersetzungen nicht nur konservativer Gruppen in Deutschland mit muslimischen Neubürgern. Wird eine dann veränderte deutsche Gesellschaft biegsam und intelligent genug sein, solche Zerreißproben zu bestehen? von Thomas Schröder/Werner von Bergen |
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mal abgesehen davon, dass das meiste deiner antwort nichts mit meinem text zu tun hat, finde ich nun aber auch kein argument für den erfolgten widerspruch, dass es doch und ständig lauter währungskriege gäbe.
man kann das sicher so sehen, wenn man jedes devisenzucken als feindlichen akt definiert und nicht als ausdruck von waren- und finanztransaktionen die einer natürlichen wirtschaftlichen verteilung auf basis der aktuellen entwicklung entsprechen. mfg mh |
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"mh schrieb am 18.10.2010 um 16:16
mal abgesehen davon, dass das meiste deiner antwort nichts mit meinem text zu tun hat, finde ich nun aber auch kein argument für den erfolgten widerspruch, dass es doch und ständig lauter währungskriege gäbe. man kann das sicher so sehen, wenn man jedes devisenzucken als feindlichen akt definiert und nicht als ausdruck von waren- und finanztransaktionen die einer natürlichen wirtschaftlichen verteilung auf basis der aktuellen entwicklung entsprechen. mfg mh" Hallo mh, erst einmal ar das als witziger Hinweis mit dem Ernst als Kern gemeint, dass es noch vieles gint, was noch nicht dreguliert, zur lokalenund globalen Wertschöpfung beitragen kann. Dass das so ist, liegt n. m. E. an dem Folgewährungsystem asymmetrischer Bestimmungen, nachdem das Bretton Wood System von 1944 im Jahre 1973 im Wege des Vietnamkrieges, der Ölpreiskrise, samt Entkoppelung des US- $ als Weltleitwährung, zusammenbarach |
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korrigiert:
Hallo mh, erst einmal war das als witziger Hinweis mit dem Ernst als Kern gemeint, dass es noch vieles gibt, was noch nicht dereguliert, zur lokalen und globalen Wertschöpfung beitragen kann. Dass das so ist, liegt n. m. E. an dem Folge- Weltwährungssystem asymmetrischer Bestimmungen, nachdem das Bretton Wood System von 1944 im Jahre 1973 im Wege des Vietnamkrieges, der Ölpreiskrise, samt Entkoppelung des US- $ als Weltleitwährung, zusammenbrach tschüss JP |
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@ mh
Frage: War die bundesdeutsche Währungsreform von 1948 nicht der gleiche Versuch, wie jetzt der USA, sich durch Herabstufung der eigenen Währungen, einem erheblichen Teil der Valuta- Forderungen der Gläubiger im Ausland zu entziehen? Es geht ja nicht nur um Zuckungen der Devisenkurse, sondern darum, dass Millionen Menschen, aufgrund dieses asymmetrischen Weltwährungssystems täglich sterbend, Hunger und Elends leiden. Ist das etwa kein Krieg mit Mitteln der Währungen, Geldmengenpolitik der Zentralbanken der G 20 Staaten, deren prekären Staatsfinanzen? |
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Und, Herr Petrick, wie sieht's mit der Empirie aus?
Brach Bretton Woods etwa zusammen, weil es so gut lief? Gab es von 1944 bis 1973 vielleicht keine Kriege, keinen Hunger, kein Elend, keine Ausbeutung, keine globalen Handelsungleichgewichte? Doch, Herr Petrick, sie sahen nur anders aus und waren zum Teil kaschiert dadurch, daß Wechselkurse nur innerhalb eines bestimmten Korridors oszillieren konnten. Darüber hinaus konnte dieses System auch nur halbwegs funktionieren, solange die USA kontinuierliche Handelsüberschüsse ausweisen konnten, was, wie man nun wirklich des langen und breiten weiß, schon länger nicht mehr der Fall ist und auf absehbare Zeit auch nicht mehr der fall sein kann. Und überhaupt gibt es längst ein allerdings inoffizielles Post-Bretton-Woods: Warenexport von Asien nach USA gegen Kapitalimport von dort, der dann wieder das laufende Handelsdefizit in den USA finanziert und gleichzeitig die Schulden daraus auf der hohen Kante bei der Bank of Japan oder der Bank of China ansammelt. Daß dieses System auf Dauer ebensowenig funktionieren kann, folgt schon aus der historischen Erfahrung mit Bretton-Woods, denn da lief es — mit damals noch Europa statt Asien — genau umgekehrt. |
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Joachim Petrick schrieb am 18.10.2010 um 17:12
@ mh Holla, Herr Petrick, mit solchen Vergleichen ist nun wirklich kein Blumentopf zu gewinnen. Realwirtschaft ist das, was Menschen wirklich zu mehr Menschlichkeit verhilft. Die Finanzwirtschaft ist diesem Punkt unterzuordnen. Der Staat beherrscht in den marktwirtschaftlichen Systemen nicht vollständig die Realwirtschaft - glücklicherweise! - er versucht es immer wieder. Aber der unglückselige Machtverbindungspunkt von Finanzen und Politik hat es mittlerweile erreicht, daß von dort die Realwirtschaft geschädigt und geschwächt wird. Der Staat selbst ist der Urheber für wirtschaftliche Misere. |
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mir gehts vor allem um eine bestandsaufnahme. ohne die sonst übliche skandalisierung und den versuch darzustellen, was "die da" gerade versuchen und/oder vorhaben. das ist nunmal der einzige weg um überhaupt eine chance zu haben, zu verstehen was künftig passieren kann.
bretton woods ist für mich kein thema. es ist gescheitert, es hat nicht überlebt. "eines der größten probleme atm ist, dass es starke währungen mit festen wechselkursen gibt. das menschliche handeln ist nicht dynamisch genug um den tauschwert einer währung angemessen zu bestimmen. china selbst beweist dies... bei einem generell freien handel wiederum wüde ich zumindest die gehebelte währungsspekulation verbieten und einen zwang zur hinterlegung von sicherheiten in der jeweiligen landeswährung schaffen. damit wären die heißesten brandherde gelöscht." es gibt ja viele, recht simple, lösungsansätze, die man einfach nur machen müsste oder über die man diskutieren könnte. das wird aber nicht getan. von daher wird sich da auch nicht viel tun. mfg mh |
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das ging an jp.
mfg mh |
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Bestandsaufnahme ist ein guter und wichtiger Punkt, mh, jawohl. Das wird ohnehin immer wieder und immer noch zu sehr vernachlässigt, weswegen dann so altbekannte Gassenhauer aufs Tapet kommen wie der, den Herr Petrick da oben anbietet.
Ich habe ja immer noch die leise Hoffnung, daß man hier irgendwann einmal wenigstens eine rudimentäre Wirtschaftsberichterstattung an den Start bringt, die diesen Namen verdient. Stichwort gehebelte Währungsspekulation — die CFTC hat ja Ende August und mit Wirkung am heutigen Tage ein Leverage Cap bei FX-Futures von max. 50:1 erlassen, in Japan kommt wohl nächstes Jahr 25:1. Hat natürlich nur den Hintergrund, die Vola etwas in den Griff zu bekommen — Augenauswischerei, wie immer. |
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@J-AP: Während gut 30 Jahren nach Auflösung von Bretton Woods unter US-Präsident Nixon ist das Wirtschaftswachstum- vor allem in den Europäischen Industrienationen- um durchschnittlich einen Drittel zurückgegangen und hat bis heute noch nicht annähernd das Niveau von vor 1971 erreicht. Die Zahl der internationalen Währungskrisen ist dagegen deutlich gestiegen, weshalb vor allem die südostasiatischen Länder ihre Devisenreserven- eine tickende Zeitbombe, wie auch aus mh's Text hervorgeht- auf historische Höchststände getrieben haben, um einem massiven Mittelabfluss, wie er während der sog. Tigerkrise stattgefunden hat, zukünftig vorbeugen zu können. Ich war seinerzeit in Thailand und habe miterlebt, wie man plötzlich über Nacht 30 Prozent mehr Geld in der Tasche hatte. Nach Zahlen der Weltbank haben 69 Länder seit Ende der Siebzigerjahre ernsthafte Bankkrisen durchgemacht und 87 Länder erlebten seit 1975 einer mitunter dratischen Verfall ihrer Währungen.
Ich glaube, in den ganze Zeitraum von Bretton Wood fielen nicht annähernd soviele Währungs- und Bankenkrisen. Dass der Goldstandard nur dank der fixen Wechselkurse funktioniert hat, die durch die USA finanziert worden sind, ist allerdings auch mir klar. Ich sehne mich nicht nach dem Goldstandard zurück. |
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"um den Folgen eines massiven Mittelabflusses" wollte ich natürlich schreiben.
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@j-ap
„Brach Bretton Woods etwa zusammen, weil es so gut lief? Gab es von 1944 bis 1973 vielleicht keine Kriege, keinen Hunger, kein Elend, keine Ausbeutung, keine globalen Handelsungleichgewichte? „ Sie schreiben es. „Bretton Wood war die Festschreibung und Fortsetzung des heißen Weltkrieges Zwei mit monetären Mitteln als Kalter Krieg |
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ein großteil der währungskrisen kam aufgrund der dollarbindung und damit einhergehender fester wechselkurse zustande. ich hatte da ja mal eine rudimentäre aufstellung.. also keine 69, sondern nur die großen spürbaren krisen:
* Dollarkrise 1971 (Gold-Bindung) * Pfundkrise 1992 (Euro-Bindung) * Tequilakrise 1994-1995 (Dollar-Bindung) * Asienkrise 1997-1998 (Dollar-Bindung) * Argentinien-Krise 1998-2002 (Dollar-Bindung) * Brasilienkrise 1999 (Dollar-Bindung) * Schwedenkrise 1990-1992 (Bankenkrise) www.goowell.de/wordpress/2010/05/01/kommentar-europa/ bretton woods endet ja mit einem großen knall, aufgrund der goldbindung. währungsbindungen sind ebenso kontraproduktiv wie das genaue gegenteil .. in den usa gabs im 18. und 19. jahrhundert rund alle 25 jahre eine verwerfung. mfg mh |
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"währungsbindungen sind ebenso kontraproduktiv wie das genaue gegenteil .. "
Genau! Der jetzige Zustand ist genauso unhaltbar, wie derjenige vor 1971, die Volatilitäten in einzelnen Währungen sind ja geradezu brutal (z. B. in einzelnen südamerikanischen Währungen). Nicht einmal Milton Friedman konnte solch starke Wechselkursschwankungen voraussehen, obwohl er sie bereits schon in den Fünfzigerjahren vorausgesehen hat, als er der US-amerikanischen Regierung empfahl, vom Goldstandard abzutreten. Wie sähe die Lösung Deiner Ansicht nach denn aus? Du erwähnst ggü. J-AP ein relativ einfaches Szenario. Welches? Würde mich interessieren, wenn auch nur in Skizzenform. |
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@mh
"es gibt ja viele, recht simple, lösungsansätze, die man einfach nur machen müsste oder über die man diskutieren könnte.... welche Lösungsansätze wären das? tschüss JP |
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in den usa gabs im 18. und 19. jahrhundert rund alle 25 jahre eine verwerfung.Jawoll — lag aber (wohl) nicht am Goldstandard, sondern daran, daß hin und wieder die Golddeckung eben ausgehebelt wurde, das fängt beim Unabhängigkeitskrieg an, setzt sich mit den Krisen von 1812, den 1830ern und dem Bürgerkrieg fort. Zur selben Zeit herrschte in Kanada und in Australien ein Free Banking-Regime. In Kanada hat das zB dazu geführt, daß von 1816 bis 1935 kein einziger Bankrun stattfand, noch nicht einmal nach der 1929er-Krise, und Australien hat Ende des 19. Jahrhunderts eine echte Immobilienblase, die verblüffende Parallelen zur gegenwärtigen besitzt, ganz ohne fiscal stimulus durchgestanden. Wohlgemerkt betrifft Free Banking nur den Innenraum eines Währungsgebiets, und nicht das Verhältnis verschiedener Währungsblöcke zueinander. |
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das ist richtig. es gab aufgrund des goldstandards seinerzeit ein haufen betrügereien. z.b. ein haufen nägel hinter möglichst wenig gold im tresor, bis hin zur offenen bestechnung.
der rekord lag glaub ich bei 80g auf .. tja, mir fällts nicht mehr ein wieviele dollar. sie standen heutigem leverage jedenfalls in nix nach. :) @jp: da standen nun mind. 2 da. mfg mh |
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Richtig. Aber der Unterschied ist: Damals nannte man das Betrug und kassierte Zuchthaus, heute nennt man's Fractional Reserve Banking und kassiert dafür Zins. — Das spricht nun wohlweißlich nicht gegen Zinsen, sondern gegen Fractional Reserve.
Der Nachteil eines non-fractional-reserve-Regimes ist natürlich, daß es ad hoc wesentlich weniger (Geldmengen-) Wachstum generiert, weil quasi alles, was investiert wird, vorher tatsächlich angespart werden muß und damit die Kapitalstruktur eine völlig andere ist. |
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ich halte es vom verlauf her sehr logisch. wir haben ewigkeiten damit verbracht unsere währungen direkt mit werthaltigen rohstoffen "zu belasten" und dann später durch anpassung der rohstoffmischung zu strecken. quasi das gleiche in analog, wie es heute virtuell geschieht.
dann wurde mit währungs bindungen und festen wechselkursen rumexperimentiert .. am ende blieb das faktum, dass beschränkungen nur zu betrug und verwerfungen führen .. es ist nicht der menschenlichen natur gerecht. jetzt kam die gegenbewegung ... freies geld für freie finanzmärkte, aber nicht für die realwirtschaft, zumal dieses gebaren auch machtpolitisch zunächst erfolg brachte und ob der auswandernden produktion, in den usa, ein notwendiger ausgleich war. jetzt geht es halt weiter. bei einem währungskorb wird man dann lernen, dass das problem darin liegt, dass manche länder ein stärkeres vertrauen genießen als es ihre währung gewichtet ist. wie wir in europa sehen, kanalisiert sich sowas gerade bei anzeichen von angst dann wieder in den anleihen. die wirtschaftswissenschaften haben hauptsächlich das problem, dass sie es nur im großen und in der realität testen können, was man sich unter idelbedingungen so zusammenreimt. da gibts kein reagenzglas .. oder mal im kleinen schauen .. denn was im kleinen funktioniert, muss im großen noch lange nicht gut sein. etc. mfg mh |
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Was sind das für Sätze:
Dieser Satz entbehr jeglichen Inhalts: "das menschliche handeln ist nicht dynamisch genug um den tauschwert einer währung angemessen zu bestimmen." In folg4nden Satz wird behauptet, Wirtschaft gehorche "natürlichen" Gesetzen und immer noch nicht definiert, wann die - Achtung Polemik! - unnatürlichen Wirtschaftsakte nur "unfreundlich" seien (Was bitte bedeutet das aber genau?), ab wann Sie denn "kriegsmäßig wären" oder was sonst: "man kann das sicher so sehen, wenn man jedes devisenzucken als feindlichen akt definiert und nicht als ausdruck von waren- und finanztransaktionen die einer natürlichen (???) wirtschaftlichen verteilung auf basis der aktuellen entwicklung entsprechen." |
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ich habe keine lust mit dir zu spielen uwe. wirklich nicht und nicht nur, weil du mir absprichst auf eine polemische argumentation ebenso absolut zu reagieren.
mfg mh |
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hallo mh,
Das mit der "Polemik" war reine Selbstironie und den Rest meines Textes kann ich schon gar nicht als Spiel aufassen: Wenn Du Wirtschaftsakten Naturwüchsigkeit zuschreibst, wäre m.M. nach - jedenfalls im Lichte linker Theorie - mindestens eine kleine Erklärung fällig!? Was Deinen Satz "das menschliche handeln ist nicht dynamisch genug um den tauschwert einer währung angemessen zu bestimmen." betrifft, so fürchte ich würde auch Michael Jäger erst mal stutzen und vorsichtig nachfragen, oder? - Ich verstehe da jedenfalls allenfalls, dass "planvolles" Wirtschaften im Kapitalismus nicht möglich sei, weil der Tauschwert (im Geldhandel) nie wirklich dingfest zu machen sei. Diese Erkenntnis ist wahrlich nicht ganz neu, Du sagst aber darüberhinaus nicht viel, was Du daraus folgerst, oder warum das D.M. nach so sei. So, wie ich Dich erlebt habe, sind das nicht unbedingt ausflüsse marxistischer Analyse - das ist keien Polemik! mfg ut |
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man müsste michael jäger wohl fragen, ob er immer noch stutzen würde, wenn er meinen nicht ganz unwichtigen zusatz auch gelesen hat: "china selbst beweist dies... "
denn damit ist der bogen zu jenen geschlagen, die ihre währung keinem freien handel aussetzen und sich somit wettbewerbsvorteile erringen, die nun zu problemen für die anderen werden .. siehe ausführungen zu china im eingangstext. nur werfe ich das den chinesen noch nicht mal vor, sondern beschränke mich nur zu gerne auf den fakt und in den kommentaren durchaus mehrfach gefallenen satz, dass für die flexiblen währungen nunmal die festen währungen das problem sind. da ich weder rechter, noch linkiger oder mittiger theorie verfallen bin, interessiert mich auch nicht die schuldfrage, sondern nur der fakt an sich .. feste wechselkurse = böse; flexible wechselkurse = gut, unter bedingungen und einschränkungen. mfg mh und das meine ich auch mit spielen uwe, denn der eine satz ist für sich gesehen vielleicht hinterfragenswert .. nur tut das einzelzitat mit darauf basierender interpretation dann gerne mal so, als ob nix anderes dazu gesagt worden sei. mfg mh |
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"wäre m.M. nach - jedenfalls im Lichte linker Theorie - mindestens eine kleine Erklärung fällig!?"
Ach ja, die linke Theorie. :-))) "Alle religiösen (und ideologischen) Systeme und philosophischen Lehren sind in den Augen des Zen nichts weiter als gehirnakrobatische Spekulation und eine Anhäufung von intellektuellem Sperrmüll und deshalb ohne jeden Wert." Zensho W. Kopp Und linke Theorie gehört auch dazu! |
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Lieber B.V.,
wenn Du denn Zen sprichst, dann sprich es auch für Dich und Deine Theorie lg ut |
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"verfallen", verfallen!
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schrieb am
19.10.2010 um 21:41
@Ernst
Der Staat selbst ist der Urheber für wirtschaftliche Misere. -------------------------------------------------------- Der Staat? Sie meinen doch sicher die Politiker, die von staatswegen (Legislative) anordnen?! Schlimmer noch, vieles per Gesetz anordnen, von dem sie fachlich zu wenig verstehen! |
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sozenschreck schrieb am 19.10.2010 um 21:41
Moin sozenschreck, sicher sind die Politiker die treibenden Kräfte im Staat. Über Verstrickungen von Legislative, Exekutive und Judikative könnte man einiges sagen, aber das ist ein anderes Thema. Nehmen Sie den Begriff Staat als Summierung im Sinne der VWL. Die angeblich so unabhängigen Zentralbanken können Sie dabei gern einbeziehen. |
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Gute Analyse und Zusammenfassung. Das beste daran: es fehlt die nervige kriegszentrierte Beurteilung des Sachstandes nebst der Akklamation der Finanzdilettanten ob der Feststellung der bösen, bösen Chinesen.
Was wir allerdings nicht vergessen dürfen ist, dass der Antrieb des ganzen Wirtschaftssystems nach wie vor die Habgier ist. Die ist leider nur bedingt berechenbar, vor allem, wenn so ein paar Altruisten mit dabei sind, die die Welt retten wollen. |
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Gut geschrieben, mh.
Was Obama & Cie derzeit betreiben ist ein sehr riskantes Spiel. In bester Tradition von Clinton bzw. den Demokraten versucht man die Lücke in der Realwirtschaft durch Geld- und Fiskalpolitik zu überbrücken oder sogar zu stopfen. Ich vermeide eigentlich lieber Prognosen - zuviel kann sich ändern - , aber in diesem Fall fürchte ich über die längere Sicht ein Scheitern des Plans. Der Aufbau einer leistungsstarken Angebotsseite braucht viel Zeit; da könnte so manchem amerikanischen Keynes-Mißversteher die Luft ausgehen. Die Chinesen dürfen schon mal einen Blick auf den Strudel werfen, den sie sich mit ihrer Devisenwirtschaft selbst eingeschaltet haben. |
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tendenziell würde ich dem zustimmen. nur überlebt so ein system auch immer erstaunlich lange und bisher funktioniert vieles von dem, was man dachte dass uns in den abgrund führt.
wenn china es nun schaffen sollte durch ein generelles wachstum als ausgleichender faktor zu den usa aufzutreten, dann könnte man das problem ja tatsächlich auf die usa beschränken und es würde mich nicht wundern, wenn die dann so dahinkrebsen wie japan nun all die jahre. das größte problem sind und bleiben die zinsen. solange die nicht steigen, werden viele refinanzierungssorgen verdeckt bleiben .. das wird das größte thema die nächsten jahre. mfg mh |
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"China hat kein flexibles Wechselkurssystem. Die Notenbank kauft entsprechend Dollar, um den Wechselkurs da festzusetzen, wo sie ihn gerne hätte. Damit das Geld nicht einfach nur rum liegt, kauft sie mit diesen Dollars dann US-Staatsanleihen, wodurch die USA wiederum ihre Defizite decken konnten, die u.a. durch diese Entwicklung entstanden. Die dadurch generierte Nachfrage nach US-Staatsanleihen drückte in den USA die Zinsen und ermöglichte, im Einklang mit Deregulierungsmaßnahmen, die Auswüchse im US-Immobilienmarkt."
Der beste Teil am ganzen Text, der auch sonst sehr gut gelungen ist! Besser kann man eine der ganz zentralen Ursachen der US-Immobilienkrise gar nicht beschreiben. Die Liberalisierung im amerikanischen Häusermarkt wurden allerdings schon unter Bill Clinton vorangetrieben, die kam nicht erst mit dem massiven Mittelzufluss aus China und dem Nahen Osten. |
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jau, die liberalisierung begann eher. wobei die auch ein steter prozess ist/war. speziell im häusermarkt kam dann noch die irrsinnige hinzu, dass man nahezu jedem amerikaner ein haus ermöglichen müsse .. auch dann, wenn er es sich nicht leisten kann.
mfg mh |
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"kam dann noch die irrsinnige hinzu, dass man nahezu jedem amerikaner ein haus ermöglichen müsse"
Man wusste eben gar nicht mehr wohin mit dem ganzen Geld, *haha*! Und genau darauf folgte dann... Subprime, subprime! |
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@mh
„speziell im häusermarkt kam dann noch die irrsinnige hinzu, dass man nahezu jedem amerikaner ein haus ermöglichen müsse .. auch dann, wenn er es sich nicht leisten kann“ siehe dazu sachima: sachichma schrieb am 18.10.2010 um 14:54 Danke das Du Deine Zeit am Sonntag dafür geopfert hast, diesen "Währungskrieg" anders, "irgendwie" optimistischer, zu verdeutlichen. Ich glaub' zwar nicht das die "unfreundlichen Zölle" ausbleiben werden aber Zölle wären auch nicht schlimm, wenn sie von vornherein zeitlich befristet wären. Das gab's schon vor 20 Jahren für japanische Produkte für den US Markt, und beide hatten letztlich davon profitiert. Japan hatte sich mehr auf den Binnenmarkt konzentriert aber die Wallstreet Yankies haben dann dusseligerweise diversifiziert und weiterhin ausgelagert anstatt eigene Produktion zu konsolidieren. Das Problem ist wohl die Gier nach kurzzeitigen Profiten. Aber wer braucht heutzutage kein US$account?“ Allen Amerikanern/innen bei gleichzeitig erleichterten Insolvenzverfahren, Rückgabe von Immobilien bei Zahlungsunfähigkeiten von Privathaushalten in den USA ohne Grundsicherungen, Zinsausfallzahlungen für Hypotheken der Gläubigerbanken, wie bei uns, bedienen zu müssen, den Erwerb eines Hauses zu ermöglichen, machte das nicht womöglich, aufgrund des Zusammenbruchs des Comecon 1990 und der erwarteten Einwanderung in die USA aus diesen zerfallenden Staaten des Comecon für Investoren auf Sicht von zwanzig Jahren einigen befristeten Sinn. Wäre da nicht dieser dusselige Fehler der Wallstreet, den Europa, wie alles gleich nachgeäfft, den sachima so teffend beschreibt: „….Japan hatte sich mehr auf den Binnenmarkt konzentriert aber die Wallstreet Yankies haben dann dusseligerweise diversifiziert und weiterhin ausgelagert anstatt eigene Produktion zu konsolidieren. Das Problem ist wohl die Gier nach kurzzeitigen Profiten….“ tschüss JP |
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Ja, vielleicht sollte man auch mal erwähnen, wie sich diese Situation für Deutschland auswirkt - da wird diese Geschichte nämlich besonders interessant.
Die Währungspolitik Deutschlands (bzw. der Bundesbank) war seit jeher darauf bedacht, den Euro (bzw. die DMark) möglichst stabil und kaufkräftig (hart) zu halten. Dementsprechend unglücklich war man hierzulande über die Niedrigzinspolitik der EZB. Und die Krise Griechenlands veranlasste hiesige Medien sogar zu wüsten Schimpftiraden gegenüber unseren hellenischen Freunden. Und dann? Jetzt stellt sich heraus, dass der niedrige Euro geradezu ein Konjunkturprogramm für die deutsche Exportwirtschaft darstellt - die deutschen Produkte sind auf dem Weltmarkt günstig wie selten und werden daher massiv nachgefragt. Somit ist Deutschland der eigentliche Gewinner der Griechenlandkrise (bzw. "Eurokrise"). PS: Von Chimerica redet derzeit niemand - die weltweite Konjunkturlokomotive heißt Eurina. Wobei keiner mehr von den riesigen chinesichen Konjuntkrprogrammen profitierte als Deutschland. |
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eurina?
genaugenommen sind es die bric-staaten + europa. die rolle europas habe ich ausgeklammert, da wir wirtschaftlich zur zeit nur noch andocken und mitlaufen. mfg mh |
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@Skepsis
„PS: Von Chimerica redet derzeit niemand - die weltweite Konjunkturlokomotive heißt Eurina. Wobei keiner mehr von den riesigen chinesichen Konjuntkrprogrammen profitierte als Deutschland.“ Interessant. Danke! Dazu kommt, dass die chinesische Zentralbank ihre hochgestapelten US Bestände aus den Handäsbilanzüberschüssen weniger in US- Staatsanleihen investiert, sondern in die Tandem- Währung des Dollar namens Euro. Das heißt auf Sicht der US- $ Raum wird von der chinesischen Zentralbank u a. Zentralbanken elegant umschifft, der US- $ wird mehr und mehr der FED wie einem Dollar- Weide- Wiederkäuer zum Fressen überlassen. War und ist das überhaupt das Geschäftsmodell der Gründung des € als Tandemwährung des $, den US- $ in solcher Art Währungskrisen, wie der jetzigen, ins Leere laufen zu lassen?Frage? „ZU wessen Gunsten, zu wessen Nutzen? |
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@Skepsis
„PS: Von Chimerica redet derzeit niemand - die weltweite Konjunkturlokomotive heißt Eurina. Wobei keiner mehr von den riesigen chinesichen Konjuntkrprogrammen profitierte als Deutschland.“ Interessant. Danke! Dazu kommt, dass die chinesische Zentralbank ihre hochgestapelten US Bestände aus den Handäsbilanzüberschüssen weniger in US- Staatsanleihen investiert, sondern in die werterhaltende Tandem- Währung des Dollar namens Euro. Das heißt auf Sicht der US- $ Raum wird von der chinesischen Zentralbank u a. Zentralbanken elegant umschifft, der US- $ wird mehr und mehr der FED wie einem Dollar- Weide- Wiederkäuer zum Fressen überlassen. War und ist das überhaupt das Geschäftsmodell der Gründung des € als Tandemwährung des $, den US- $ in solcher Art Währungskrisen, wie der jetzigen, ins Leere laufen zu lassen?Frage? „ZU wessen Gunsten, zu wessen Nutzen? |
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@mh
„die rolle europas habe ich ausgeklammert, da wir wirtschaftlich zur zeit nur noch andocken und mitlaufen.“ In einem systemischen Weltwährungsszenario, wo der € in Schüben immer wieder, nicht nur angesichts seiner PIGS- Problematik zum Objekt der spekulativen Begierde von Mega- Finanztrusts, wie den Staatsfonds Norwegens, Dubai u. u. , unzähliger Pensionsfonds in den Ländern der Welt der wird, dessen Bedeutung als irrelevant vorzustellen, nenne ich kühn, wenn nicht gar unverantwortlich in der Sache eines neu zu konzipierenden Währungssystems, das bereits jetzt im Vorwege seiner Neugründung schon den Zinseszins untereinander weitgehend abgeschafft hat, odernicht nur aufgrund demografischer Faktoren im eigenen Währungsraum abschaffen wird. tschüss JP |
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ich habe nicht irrelevant gesagt und ich habe mich zum euro nicht geäußert sondern zur wirtschaft, wegen der ich den euro ZUR ZEIT aus der gesamtbetrachtung genommen habe.
ich verbitte mir diese hanebüchen interpretationen meiner worte. danke. mfg mh |
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Na ja, dass Deutschland den weltkonjunkturellen Trittbrettfahrer spielt ist in der Tat nichts Neues - das war über Jahre das hiesige "Geschäftsmodell" (und führte zu einer gradezu grotesken Exportquote und massiven Leistungsbilanzüberschüssen).
Dennoch ist der aktuellen Aufschwung in Deutschland in vielerlei HInsicht ungewöhnlich und entspricht überhaupt nicht der wirtschaftspolitischen Doktrin, die hierzulande jahrelang vertreten wurde. Das ist keine Kleinigkeit! - Deutschland profitiert von den Konjunkturprogrammen (!!!!) aus Südostasien (!). - Deutschland profitiert von der Niedrigzinspolitik der EZB und einem weichen (!!!) Euro! - Als das wirksamste Instrument der Krisenbekämpfung auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich die Kurzarbeiterregelung erwiesen. - Als ob das alles nicht genug wäre: Aus Reihen der FDP (!!!!!!) kommt nun die Forderung nach LOHNERHÖHUNGEN. Erstaunlich, erstaunlich. |
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mfg
mh @mh bei einiger wärmend schrillen Wirkung Deines angeschlagenen Obertons: „ich verbitte mir diese hanebüchen interpretationen meiner worte. danke.“ Bitte ich dochmit vorweggenommenen Dank um die Güte der Wahrnehmung, dass ich nur ein Echo auf Deinen vorherig angeschlagenen Oberton gab. Dich argumentativ im Fluss des gegenseitigen Gedankenaustausches in die Enge zu treiben, war mitnichten meine Absicht. tschüss JP |
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Folgendes:
China hebt Leitzins an Die Wirtschaft des Landes wächst rasant - die Inflation allerdings auch. Deshalb dreht die Regierung in Peking an der Zinsschraube. Das hilft im "Währungskrieg" - und dem Dollar auf die Sprünge Chinas Zentralbank hebt die Zinsen an. Die Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte trete am Mittwoch in Kraft, teilte die Notenbank am Dienstag mit. Der Dollar stieg nach der Entscheidung. Quelle: www.ftd.de/politik/konjunktur/:waehrungspolitik-china-hebt-leitzins-an/50184322.html |
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das ist atm ziemlich uninteressant. in hongkong werden 2% aufschlag auf die regulären wechselkurse zum renminbi gezahlt, weil die nachfrage so stark ist. daran allein sieht man ja schon, die der markt versucht sich seinen weg zu suchen... u.a. auch, weil die chinesen ihre währung aufwerten:
www.onvista.de/devisen/snapshot.html?ID_CURRENCY_FROM=USD&ID_CURRENCY_TO=CNY deswegen steigt der dollar. und, weil die börsen fallen .. das geht interessanterweise gerne hand in hand. mfg mh |
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@Skepsis
„Chinas Zentralbank hebt die Zinsen an. Die Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte trete am Mittwoch in Kraft, teilte die Notenbank am Dienstag mit. Der Dollar stieg nach der Entscheidung. Quelle: www.ftd.de/politik/konjunktur/:waehrungspolitik-china-hebt-leitzins-an/50184322.html..“ Erstaunlich: Die Zentralbank Chinas hebt den Leitzins der chinesischen Währung an, wie dieses die US- Administration, die FED, die EZB lange gefordert, damit die chinesische Währung im Kurs steigt. Und dr $ berechenbar sinkt. Nun passiert das Gegenteil, der US- $ steigt im Arbitrage Trader Kurs?. |
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Was ist ein »Arbitrage Trader Kurs«, Herr Petrick? Etwa eines der berühmten »How to trade like Warren Buffet and make a billion in two and a half weeks«-Seminare der Volkshochschule Hamburg-Bergedorf?
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@j-ap
“Was ist ein »Arbitrage Trader Kurs«, Herr Petrick? Etwa eines der berühmten »How to trade like Warren Buffet and make a billion in two and a half weeks«-Seminare der Volkshochschule Hamburg-Bergedorf?” so in etwa und noch auf die Realwirtschaft erweitert und zwar durch die steuerbegünstigt subventionierte Auslagerung von Zubringer- Produktion aus den Hochlohnländern USA, Deutschland, France, in Niedriglohnländer, wie China, Indien, Brasilien, Mexiko, um diese dort produzierten Bestandteile re- importiert, dann wiederum als Endprodukt in Hochlohnländern, wie den USA, Deutschland, France, zusammengebaut, hochpreisig, am Weltmarkt steuerbegünstigt subventioniert beworben, zu platzieren. |
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arbitrage trader kurs?
leitzins der währung? mfg mh |
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Arbitrage = Bekanntes Denken (also bereits vor-gedachtes oder vor gewärmtes, wenn auch nicht vollständig verstandenes) an einem Ort beziehen und an einem ganz anderen Ort, z. B. hier in der FC, wieder teuer als selbst-gedachtes verkaufen.
So einfach ist das! |
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zum thema, warum der dollar da nun steigt, schreibt die börsenzeitung:
"Bei vielen Anlegern kamen daraufhin Sorgen hoch, die chinesische Konjunktur könnte sich stärker als erwartet abkühlen, was US-Akteure veranlasste, in den Dollar als sicheren Hafen zu fliehen." das ist eine schöne beschreibung des paradoxen verhaltens einer leitwährung. nämlich selbst dann, wenn die amis scheisse sind .. schlussendlich muss schon alles kippen, damit die leitwährung kippt. was es auch nicht sonderlich leicht macht, den dollar zu entwerten. dass der dollar steigt ist ein realnormales marktverhalten. und natürlich sind zinsen auch für geldsflüsse wichtig. übergeordnet ist und bleibt aber die generelle verfassung einer wirtschaft .. mfg mh |
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mh schrieb am 20.10.2010 um 09:41
Naja, den $ zu entwerten, das wäre kein so großes Problem. Die Chinesen werden das sicher nicht gern sehen und erst recht nicht tun. Wenn man Justitia gern als Frau mit verbundenen Augen darstellt, müßte man bei den Börsen und anderen Finanzplätzen das Augenmerk eher tiefer ausrichten - hysterisch kommt ja von hystera. |
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wenn wir uns darauf einigen, dass die neue moderate Tonlage der G 20 Staaten in Währungsfragen erste Sondierungen sind, einen seit 1914 bestehend variantenreich fortgestezten Weltwährungskrieg über multinationale Foren in Friedensverhandlungen zu überführen, dann kämen wir hier im Diskurs meinima weiter.
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@jp: wenn du meine meinung als die deine aktzeptierst, kommen wir im diskurs weiter.
wenn ich das mal so zurückgeben darf. o_O mfg mh |
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Joachim Petrick schrieb am 19.10.2010 um 20:36
Leider kann ich mit diesen Aussagen überhaupt nichts anfangen, Herr Petrick. Könnten Sie das mal näher ausführen und begründen? |
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@mh
meinima:"Mein ich mal": "Anerkennen, dass es lange schon einen Währungskrieg gibt, der gerade in dem Moment ers medial t als solcher kommuniziert benannt wird, wo sich viele Beteiligte dieses Währungskrieges zu Verhandlungsabsichten durchringen, den Währungskrieg einem Waffenstillstand, gar Währungsfrieden zuzuführen". wäre das ein Konsensmodell in unserem Diskurs? tschüss JP |
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@Ernst
meinima:"Mein ich mal": "Anerkennen, dass es lange schon einen Währungskrieg gibt, der gerade in dem Moment ers medial t als solcher kommuniziert benannt wird, wo sich viele Beteiligte dieses Währungskrieges zu Verhandlungsabsichten durchringen, den Währungskrieg einem Waffenstillstand, gar Währungsfrieden zuzuführen". wäre das ein Konsensmodell in unserem Diskurs? tschüss JP |
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Joachim Petrick schrieb am 19.10.2010 um 21:50
Moin Joachim Petrick, mit dem Begriff Krieg bin ich nicht sonderlich glücklich, aber das ist auch nicht der wichtige Punkt. Es ging und geht immer schon um materielle Vorteilserzielung des jeweiligen Akteurs, sei es nun der Unternehmer, der Konsument oder der Staat. Im konkreten Fall betreiben Staaten mit den Mitteln der Geld- und Finanzwirtschaftspolitik ihre Spiele aus diesem Motiv heraus in der Erwartung auf schnelle Erfolge. Die Verhandlungen dienen dem gleichen Zweck; dabei ist es egal, was sie propagieren. Auch bei den G 20 geht es nicht wirklich um die Anerkennung der Situationen und Interessen der Verhandlungspartner (oder gar noch um die Interessen derjenigen Staaten, die nicht am Tisch sitzen). Das klingt dann zwar alles sehr schön und pflegt das Image. Zugeständnisse an andere sind im Kern jedoch nur das Kalkül, mit Reaktionen zu rechnen, die die eigene Position schlechter als vorher stellen. Und mehrfach fehlt es sogar am Weitblick, Aktionen und Reaktionen bezüglich der Konsequenzen richtig einzuschätzen. Schnelle Erfolge sind ja nicht zwangsläufig dauerhaft; sie können leicht in das Gegenteil umschlagen. |
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@Ernst
Hallo Ernst, „…mit dem Begriff Krieg bin ich nicht sonderlich glücklich….“ Geht mir im Grunde auch so. Nur wird eben leicht übersehen, dass es monetäre Zusammenhänge asymmetrischen Leistungs- und Handelsbilanzen der Länder der Welt sind, die über horrende Staatsverschuldungen, seit, sagen wir einmal 1914 Kriege ausgelöst haben, sich aber personifiziert, wie einst der Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, letztendlich die Hände in der Unschuld anderer waschen. Meine Hoffnung ist, dass sich da ein monetäres System struktureller Nichtangriffsfähigkeit entfaltet oder bereits voll wie unumkehrbar in die Blüte schlägt. Tschüss JP |
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Super,
vielen Dank! |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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