01.05.2010 | 22:42

Kommentar: Euro(pa)

Als ich mich letzte Woche dem Thema Griechenland widmete, bat ich vorab per Twitter darum, eventuelle Aspekte zu benennen, die interessant sein könnten. Vera brachte dabei den Euro ins Spiel. Ein wahrlich naheliegender Aspekt, dem ich mich auf Basis Griechenlands so gar nicht widmen wollte.

Der Hintergrund war, dass der Euro den zweitgrößten Währungsraum der Welt als Basisunterlegung hat und die Krise eines Landes, mit einem BIP-Anteil von 2,7% an diesem Raum, zwar kurzfristige Auswirkungen hat, doch keinesfalls eine dauerhaft bestimmende Wirkung.

Im späteren Wochenverlauf regte Jörn Kabisch vom Freitag an, als nächstes Thema einen Vergleich zwischen Griechenland und Argentinien zu ziehen. So recht überzeugte mich auch dieses Thema nicht, doch es stieß mich darauf, mir die währungsbedingten Krisen der vergangenen Jahrzehnte etwas genauer zu betrachten. Als da wären:

Ich möchte die Krisen an dieser Stelle nicht aufarbeiten. Das recht umfangreiche Material hierzu ist im Internet gut aufzufinden und eine Erste Verlinkung mit eingebaut.

Wie in der Klammer bereits zu sehen ist, lag bei allen Krisen eine Bindung der Währungen vor. Die Ausnahme ist Schweden, das war tatsächlich eine richtige Bankenkrise, dem Immobilienmarkt sei Dank.

Generell scheint mir der Immobilienmarkt ein Markt zu sein, den es besonders im Auge zu behalten gilt, wenn man Ausmaß von Spekulation zeitnah erfassen möchte. Auch Keynes forderte immer wieder Programme, die hauptsächlich Immobilien ins Auge fassten. Da fließt viel Geld, der Bau dauert eine Weile und entsprechend viel Arbeitsplätze werden geschaffen, da nicht zuletzt eine Menge Zulieferer dran hängen. Keynes dürfte sich freuen, dass eine, unter Milton Friedman agierende, Wirtschaft, diese Grundlage in den USA übernommen hatte.

Die europäische Idee

Griechenland hat keine Euro-Bindung, Griechenland hat den Euro.

Und mit diesem Satz wird der qualitative Unterschied deutlich, dem wir uns heutzutage stellen müssen. Dabei geht es gar nicht mal darum, dass Griechenland die Drachme wieder einführen könnte und es so leichter hätte, die Probleme zu bewältigen. Es geht hierbei hauptsächlich um die Frage, was Europa in der Zukunft darstellen und erreichen möchte.

Nachdem wir im Jahr 2007 die schlappen „50 Jahre Römische Verträge“ feierten, mag es manchem so erscheinen, dass hier nicht sonderlich viel auf dem Spiel steht und man einem gescheiterten Experiment den Laufpass geben könnte, in dem man den ersten Sturm als Anlass des Eigeninteresses nimmt und „die Anderen“ vergessen mag. Weniger zeitgeistig könnte die Reaktion ausfallen, wenn wir uns vor Augen führen, dass die „europäische Idee“ aufs 17. Jahrhundert zurückzuführen ist.

Wie die Auflistung der Krisen aus der jüngeren Vergangenheit zeigt, sind diese Krisen keine Besonderheit in der Entwicklung. Sie gehören ebenso zum Fortschritt wie die Zeiten, in denen es uns besonders gut geht. Ein schlechter Grund, um die Basiserfolge in Frage zu stellen.

  • Wir wissen, dass Europa kein perfektes Konstrukt ist.
  • Wir wussten, dass Griechenland ein Problemkind sein wird.

Die nun „53 Jahre Römische Verträge“ weisen auf, wie schnell Europa in der jetzigen Konstellation schlussendlich entstanden ist. Ein gegenseitiger Anpassungsprozess konnte kaum stattfinden. Dieser Prozess wird nun, ausgelöst durch Probleme einzelner Länder, nachgeholt.

In der Folge wird es Veränderungen auf wirtschaftlicher Ebene ebenso geben wie auf finanzpolitischer.

Wobei sich der Deutsche nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen sollte, denn vor einem Jahr diskutierten wir noch die baldige Pleite verschiedener Bundesländer. Es wäre auch nichts Neues, nennt sich dann nur Haushaltsnotlage. Dies darf als Hinweis auf Probleme der Zukunft gelten.

Der Euro

Der Deutsche liebte seine D-Mark. Sie war stark, vermittelte und Selbstbewusstsein und zeigte uns in einem fort, dass wir toll sind.

Beim Euro war das anders. Der fiel erst mal auf unter 0,90 (gegenüber dem Dollar). Das waren schreckliche Zeiten. Dann wurde er stark und wir gewöhnten uns an ihn. Doch nun, da fällt er wieder und, wir haben es ja schon immer gewusst.

(Quelle: vwd; zum vergrößern clicken)

Die Chartdarstellung ist in den von mir bevorzugten Candlesticks (monatlich) gehalten.

Wir sollten hier kurz innehalten und uns daran erinnern, dass damals, als der Euro über 1,20 stieg, die Welt vorm Untergang stand. Weil, der Export. Das Gejammer zog sich bis 1,60 hin und gefühlt waren wir schon lange dahingeschieden. Nun ist es jedoch eine Katastrophe (wenn auch gut für den Export), dass dieser elendig schwache Euro auf 1,33 gefallen ist.

Mit der D-Mark hätte das nicht gegeben? (Linkinhalt: D-Mark/Euro gegen Dollar vom Jan 1971 bis Mai 2009)

Der Devisenmarkt ist der liquideste Markt der Welt. Nirgends sonst zirkulieren solche Massen an Kapital durch die Systeme. Wie gerade auch an der langfristigen Entwicklung zu sehen ist, sind die Trends, wenn gefunden, entsprechend ausgeprägt. Bisher hat die Griechenlandkrise es nicht geschafft, den übergeordneten Aufstieg des Euros, gegenüber dem Dollar, zu brechen.

Griechenland ist hauptsächlich ein politisches Ereignis, welches die Regularien des Euro-Raumes durcheinander wirft und Antworten auf Fragen definiert, die weder gestellt noch praxisbezogen beantwortet wurden gab. Das schüttelt und rüttelt, für den Devisenmarkt sind aber folgende Faktoren wesentlich stärker beeinflussend:

Um die prägnantesten Einflussfaktoren genannt zu haben.

In diesem Sinne ist Griechenland, für sich betrachtet, kein sonderlich großer Einflussfaktor und sorgt nur kurzfristig für einen Stimmungswechsel. Wesentlich mehr zu denken gibt mir die Liste der „international reserve assets“ (weltweit):

  • 42.2% BRICS
  • 15.8% G-7
  • 13.7% NICS
  • 6.4% OPEC
  • 4.2% ASEAN-4
  • 1.8% Euro Area

(Quelle: Bloomberg)

Hier deutet sich an, dass die Euro-Zone nicht sehr viel Auffangpotenzial hat. Sobald sich also weitere Krisenherde andeuten, was heißt, dass die Probleme nicht in den Griff zu bekommen sind, wird das Geld beginnen um Europa herum zu zirkulieren und den Euro unter Druck bringen.

Den USA geht es diesbezüglich kaum besser. Die Reserven belaufen sich auf 0,3% des BIPs (0,6% weltweit). Der Unterschied ist allerdings, dass der Dollar die Leitwährung ist und Leitwährungen unterliegen naturgemäß anderen Regularien als die nachfolgenden Währungen.

Für Deutschland liegt die Quote bei 0.5% (weltweit) und 1.0% (BIP-basiert).

 

Zuerst erschienen auf www.goowell.de

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
hardob schrieb am 01.05.2010 um 23:37
Guter Artikel, sogar ich konnte trotz Ökonomieblindheit einiges davon begreifen. Ich habe immer den Eindruck, da ist zuviel Geld (oder Brief) in Umlauf und sorgt für ständige Bedrohung eines beschaulichen Nervensystems.

Wenn das Geld dann einst um Europa herum zirkuliert, zirkuliert dann in Europa keines mehr herum? Wird dann hier nichts mehr angelegt und beginnt der Ausverkauf? Beginnt dann derAufstieg Lateinamerikas oder die Wiederbelebung Japans? Oder bunkern die Chnesen zum Schluss alles und ihre Tresoren quellen über voller Dollars, Pfunde und Euros? Und was machen die dann damit, Zutaten für die WanTanSuppe?. 16 Scheine auf eine Portion für 4 Personen. (www.china-rezepte.de/suppen/wantansu.htm)
mh schrieb am 01.05.2010 um 23:53
mit der zirkulation um europa herum meine ich, dass europa als investitionsziel unattraktiv wird .. wobei ohnehin nur sehr bedingt investiert wird .. und, was wichtiger ist, dass der euro als reservewährung wesentlich unattraktiver wird. also dass die chinesen und russen wieder weniger euro halten werden.

das würde den wert des euro schwächen.. macht unsere waren aber billiger. ist immer nur die frage, wie schnell sowas passiert. wenn es schnell passiert, haben wir ein problem in vielfacher hinsicht, da weder die wirtschaft sich dem anpassen kann, noch die bürger dadurch das vertrauen in ihre währung behalten.

grob gesagt.

aus jetziger sicht ist europa aber noch zu stark, als dass das passieren kann. da müssen noch ein paar schranken eingerissen werden.

ich seh die reibungspunkte mehr zwischen china und den usa .. china hat eine währungsbindung ggü. dem dollar, die zu lasten der usa geht. eigentlich ein dauerbrenner, der bisher aber noch nie an dynamik gewann. mir schwebt da im hinterkopf noch eine theorie, nach der die amis den dollar abwerten könnten, was bisher in keinem mir bekannten ökonomischen szenario vorkommt... zumindest nicht als staatshandlung. das ist eines dieser "black swan"-ereignisse, die vom grundsatz her undenkbar scheinen, schlussendlich aber nur eine frage des drucks sind.

mE haben atm alle wirtschaftszonen der welt sehr starke probleme, die durch den kapitalmarkt noch überdeckt werden. wer da als erstes rauskommt, ist aus heutiger wissentschaftlicher erkenntnis heraus eher zufall .. wobei griechenland halt einfach das schwächste glied in der kette war und die eu keine gescheiten regularien hatte um da von vorneweg einzugreifen, sodass die spekulation gar nicht erst aufkommen kann bzw. sehr schnell eingedämmt worden wäre.

mfg
mh
misterl schrieb am 02.05.2010 um 00:11
Zu spät um auf all dass eingehen zu können, womit Du Dir reichlich Mühe gemacht hast.

"ich seh die reibungspunkte mehr zwischen china und den usa .. china hat eine währungsbindung ggü. dem dollar, die zu lasten der usa geht. eigentlich ein dauerbrenner, der bisher aber noch nie an dynamik gewann."

Nur ein quasi reflexartige Frage meinerseits. Ist das Kernproblem nicht (auch oder gerade der USA), die Auslagerung unglaublich vieler realer Produktionsstandorte nach China/Indien? Läge ein gut Teil der Lösung nicht darin, diese Produktionsstandorte samt Arbeitsplätze wieder nach Hause zu holen, um so die Abhängigkeiten zu reduzieren und auch um so wieder ganz andere Geldkreisläufe im jeweiligen Binnen.- wie globalen Markt zu reaktivieren?
mh schrieb am 02.05.2010 um 00:27
ja klar. das gleiche problem hat ja auch GB. die wirkung kehrt man nur nicht einfach mal so um ..

wobei der trend atm ist, dass die europäer beginnen direkt in den usa für ihre kunden dort zu produzieren .. und nach china gehen sie auch. der euroverfall kommt uns also gar nicht mal so ungelegen. kurioserweise müsste man sagen: ein schwächeres europa erhält mittelfristg arbeitsplätze.

ich kann bei allen mir zur verfügung stehenden informationen nur immer wieder betonen, dass ich kein fan von merkel und co. bin, aber was die zur zeit treiben ist nicht das schlechteste.

mfg
mh
mh schrieb am 02.05.2010 um 00:30
ergänzung: ich bin mir aber nicht wirklich sicher darin, ob die wissen was sie tun... kann auch alles zufall sein. ;o)

mfg
mh
misterl schrieb am 02.05.2010 um 00:33
"die wirkung kehrt man nur nicht einfach mal so um .. "

Ich halte das mehr für eine politische Willensentscheidung als wirtschaftlichen Sachzwang.

"aber was die zur zeit treiben ist nicht das schlechteste."

was dann auf lange Sicht in einer politischen wie wirtschaftlichen Katastrophe enden muss. Kurzfristdenken in der Witschaft mag man ja noch nachvollziehen können - in der Politik auf gar keinen Fall. Da braucht es zumindest mittelfristige Strategien/Vorgaben.
mh schrieb am 02.05.2010 um 10:40
trends die sich seitens der unternehmen ausbilden sind eigentlich eher selten kurzfristiger natur. nicht zuletzt weil die ebenso langfristig planen müssen, wie wir es von der politik erwarten. politische reaktionen darauf sind entsprechend ebenso langfristig ausgelegt.

beispielsweise meine dauergeliebte SK. die hat bmw (autos), kauft sich in sgl carbon (karbonverarbeitung) und nordex (windräder) rein.

das handelsblatt strickt daraus ne riesenstory und bekundet ihren wagemut, betont das deutsche unternehmertum und erwähnt dann mal am rande, dass die fabrik dafür aus gründen der energiekosten bei den amis gebaut wird ..

außerdem hat bmw dort auch ein werk und nordex würde ohnehin mal gerne.

wenn die frau richtig liegt, was sie erst in ein paar jahren wissen wird, mit dem was sie da probiert, wird sie technologisch gesehen einen vorsprung vor der konkurrenz erlangen und diesen auch verkaufen. nur weitestgehend nicht hier produziert .. ein dann großer markt.. naja, nicht ganz weg, aber eben großteils von woanders aus bedient.

d.h. hier muss gegengesteuert werden. dawird es industriepolitisch nicht hinbekommen den strompreis abzusenken, da die politik zu gut dran verdient, bleibt uns noch die währung.

da mag das theater in griechenland der sache dienlich gewesen sein .. auch wenn die hintergründe anders waren. es fließt ja ohnhin jede information mit in die entscheidungsfindung .. es sprach eben enie menge für verzögerungen. übrigens auch, dass griechenland nun gleich auf ein paar jahre gerettet wird.

mfg
mh

mfg
mh
mh schrieb am 02.05.2010 um 10:54
huii, dabei hatte ich doch schon einen kaffee.

mfg
mh würd gern mal ein paar takte mit edith sprechen
hardob schrieb am 02.05.2010 um 11:49
Sie schrieben: "mE haben atm alle wirtschaftszonen der welt sehr starke probleme, die durch den kapitalmarkt noch überdeckt werden."

Mein Eindruck ist der, dass alle Wirtschaftszonen der Welt sehr starke Probleme haben, die durch den Kapitalmarkt hervorgerufen werden. Dieses ständige unproduktive Nullsummenspielen des Hin- und Herreichens und Neuverteilen von Geldmassen ohne Sinn und Verstand führt zu Problemen, die nicht mal mehr den Insidern überblicksmöglich sind.

Einer Meinung bin ich mit Ihnen, dass die EU keine Regularien, dem Treiben ein Ended zu setzen. Nicht nur die EU hat keine Regularien, weiltweit gibt es keine. Weil sich die Politik nicht traut oder nicht will, weil sie schon genügend bestochen ist, dem Treiben derer, die leistungslosen Vermögenszuwachs in höheren Ordnungen anstreben, auch nur in seinem Auswüchsen Grenzen zu setzen.

Ich meine, das ist doch auch ein möglicher Blick auf das Geschehen, das vor unser allerAugen abläuft. Deshalb finde ich das Verhalten der Kanzlerin, deren Freund ich so wie so nicht bin, in der gegenwärtigen Krise, nicht nur nicht nicht als das Allerschlechteste, ich halte ihr Auftreten in den letzen Wochen schlicht für katstrophal. Katastrophal für Europa und für die paar demokratischen Einrichtungen, die es hierzulande noch gibt.

Nicht versäumen will ich, Ihnen zu danken für die Geduld, mit der sie das Geschehen mir Laien erklären.
mh schrieb am 02.05.2010 um 12:07
dass bis heute keine konsequenzen aus der 08er krise gezogen wurden ist und bleibt ein fehler der politik. das ist aber eine andere baustelle.

ein großteil des "rumgeschobenen geldes" ist mE immer noch realwirtschaftlich bedingt. mal mehr mal weniger .. aber auch firmen müssen sich heute ihre einkaufspreise an den futuremärkten absichern um sicher kalkulieren zu können. ebenso wie sich sich übers jahr hinwegbetrachtet ihre wechselkurse versuchen zu sichern um auf der kostenseite planbar bleiben zu können. sowas erhält arbeitsplätze.

es ist ja nicht so, dass da nur schund getrieben wird.

genau an der stelle ist die politk gefragt. das hatte ich mal versucht darzustellen:

www.freitag.de/community/blogs/mh120480/der-spekulant--ein-nutztier-

mfg
mh
hardob schrieb am 02.05.2010 um 12:18
Danke für die Antwort udn für den Verweis auf Ihren Artikel vom 30.3. Interessant!

Heutem morgen habe ich mit halben Ohr dem Herrn Flassbeck auf DLF zugehört. Der sagte u.a., dass für bestimme Finanz(Spekulations-)geschäfte von den Banken 100% Eigenkapital zu verlangen sei. Das ist mir irgendwie einsichtig. Wenn einer auf den Niedergang eines Unternehmen wettet oder auf den ganzer Volkswirtschaften und alle Hebel in Bewegung setzt, damit seine Vorhersage oder Wette auch gelingt, dem dürfen die Banken oder sonst wer für seine Wette kein Geld leihen. Das soll der doch bitteschön "nur" sein "eigenes" Vermögen verwetten.
mh schrieb am 02.05.2010 um 12:39
das wäre auch der effektivste hebel um die größten auswüchse einzudämmen.

das problem ist dann nur, dass wenn man es einfach mal macht, die finanzmärkte unter starken druck geraten und man dann den wirtschaftlichen aufschwung vollkommen vergessen kann.

die crux ist da irgendwie, dass man vieles machen will, was man in der jetzigen phase eigentlich nicht machen kann, wenn man das system nicht zum kippen bringen will.

da komm ich aus den links aber nicht mehr raus, die funktionsweise ist recht ausführlich hier zu finden:

www.goowell.de/wordpress/2010/01/13/boom-theorie-inflation-vs-deflation-fortgefuhrt/
hardob schrieb am 02.05.2010 um 13:31
Böse Falle! Man kann nichts machen, wenn man ein System nicht zum Kippen bringen will, das gerade dabei ist, sich selber zu kippen.

Fügen wir uns in unser Schicksal. Irgendwie geht's immer weiter im Durcheinander und Durchwurschteln.
Alien59 schrieb am 02.05.2010 um 05:42
Vielleicht verstehe ich bei der Mühe, die du dir mit dem Erklären machst, auch mal was. Dafür sei bedankt.

Wenn ich meine eigene Reaktion angucke, die vieler anderer, den Zustand der Wirtschaftsseiten etlicher Zeitungen, dann frage ich mich, ob zu den Dingen, die falsch laufen, nicht auch die völlig unterentwickelte Bildung weiter Bevölkerungskreise in Sachen Wirtschaft gehört. So kann man uns ja fast alles erzählen....
mh schrieb am 02.05.2010 um 10:51
ja, die grundsätzlichen dinge gehören einfach in den unterricht. auch so zeugs wie man kontoauszüge liest, wie man mit banken umgeht .. und solche tatsachen, dass es nebst dem offiziellen rating der schufa noch ein bankeninternes rating gibt, welches anderen einflüssen unterliegt und gerne mal schlechter ist etc. rudimentäres wissen über versicherungen etc. würde manchem auch viel leid ersparen.^^

es gibt in deutschland dieses paradox, dass der einzelne bei seinen einkäufen jeden cent umdreht und lieber den größten dreck kauft, als auch nur ein wenig zu viel auszugeben ... aber wenns an die eigenen finanzen im sinne von absichern und vorsorgen geht, kümmern sich die leute nen dreck bzw. lassen sich zu 90% fremdbestimmen.

ein wirkliches paradox ist es nicht .. liegt daran, dass der deutsche vom grundsatz her expertengläubig ist. ein fachmann hat entsprechendes ansehen. die leute sind nur nicht in der lage zwischen unseren guten ingenieuren und den depperten bankern einen unterschied zu ziehen.^^ über letztere meckern sie, aber das sind wir schon von den handwerkern gewöhnt, die wir trotzdem immer wieder rufen.;P

mfg
mh
Ehemaliger Nutzer schrieb am 02.05.2010 um 15:56
Diese Experten-Gläubigkeit kommt noch aus einer Zeit als es noch welche gab, heute nagelt einer ein Schild an die Tür, oder schwafelt etwas vor der Kamera...

Etwas Ökonomie-Unterricht, schon spielerisch und früh genug, wäre wirklich toll, - es gäbe sicher weniger junge Leute die nur wegen dem Mobilefon in der Schufa stehen.
mh schrieb am 02.05.2010 um 16:06
das wäre noch die große frage... seinerzeit gings immer bergauf, wirklich viel konnte man da nicht falsch machen.

mfg
mh
hansi schrieb am 02.05.2010 um 11:10
Die Börsianer (Kapital) sind doch letzlich an einer Schwächung des
Euro interessiert , waraus sich alles Andere ergibt ....
Frau Merkel und Co. machen da auch nur das was Ackermann für
seine "Dollarspekulation" für Wichtig rät.
mh schrieb am 02.05.2010 um 14:34
der wellenreiter mit ein paar schönen beobachtungen:

www.wellenreiter-invest.de/WellenreiterWoche/Wellenreiter100501.htm
Ehemaliger Nutzer schrieb am 02.05.2010 um 15:39
Die Mehrheit der Deutschen hat immer befürchtet der Euro würde weniger stabil sein als die D-Mark. Doch getrieben von der weit-verbreiteten Überzeugung in der Nachkriegszeit, deutsche Interessen seien unweigerlich mit denen Europas verbunden, gab es wenig Diskussion über die damit verbundenen Risiken. Das betrifft Holländer und Franzosen genauso. Ich glaube es war Pohl der den "Stabilitäts" schon 1996 sehr skeptisch ansah. Selbst Waigel und Eichel waren nicht wirklich froh. Aber egal, es sieht eher so aus als das die meisten europäischen Regierungen sich vor 20 Jahren auf den Maastricht-Vertrag einigten, ohne zu verstehen was sie da eigentlich unterschieben, - um es der nächsten Politiker-Generation zu überlassen "das Beste" daraus zu machen. Nur, diese Generation jetzt ist scheinbar die schwächste Politiker Generation seit dem 2. Weltkrieg. Die gesamte Debatte über diese Frage in Deutschland wurde den Medien überlassen. Die Bundes-Regierung, und vor allem Merkel sagt eigentlich nur etwas wenn es sich nicht vermeiden lässt. Die Franzosen haben sofort einem Hilfspaket zugestimmt, so dann auch die Club-Med Fraktion (Spanien, Portugal, Italien) Es wäre wahrscheinlich möglich gewesen über den Euro zu sprechen und Schritte zu unternehmen, ohne sofort einen Rettungsplan öffentlich zu diskutieren. Nun kommen all die Waffenschiebereien und anderer "Dreck" ans Tageslicht, die letztlich nur dem Image Deutschlands schaden werden, -sachichma
mh schrieb am 09.05.2010 um 15:44
der spiegel ist ja auch dabei... da geht aber gleich die welt unter:

Haushaltsmisere
Wirtschaftsexperten warnen vor Euro-Absturz
EZB in Frankfurt: Droht dem Euro der Absturz?

Europa versinkt in der Schuldenkrise - mit möglicherweise dramatischen Folgen für den Euro. Manager und Ökonomen fürchten einen rapiden Wertverlust der Gemeinschaftswährung. In Deutschland steigt bereits die Angst vor einer Inflation.

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,693802,00.html
mh schrieb am 09.05.2010 um 15:53
artikel ist von reuters.

mfg
mh
mh schrieb am 29.07.2010 um 10:59
EU-Gipfel im Mai
Als der Euro gerettet wurde

snipurl.com/zy3jm
mh
Ich bin extrem geil und hochintelligent, da ist mein erheblich gestörter Geisteszustand absolut nebensächlich.
Mitglied seit:
3 Jahre 15 Wochen
Zuletzt aktiv:
05.10.2011
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 38
Kommentare: 3931
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
00:08
gewissen hat gerade einen Kommentar geschrieben.
00:02
Phineas Freek hat gerade einen Kommentar geschrieben.
00:01
h.yuren hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:57
Fro hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:56
Fro hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG