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Noch während ich das Buch Sarrazins las und es derweil nicht als sonderlich skandalös oder erregbar empfand, empörten sich bereits die Medien und Merkel gab die Marschrichtung vor. Das Buch sei nicht hilfreich, sagte sie und forderte dann indirekt die Bundesbank auf sich der Person anzunehmen.
Es war das erste Mal in der Kanzlerschaft Merkels, dass sie umgehend, also sofort, eine Meinung zu einem Thema hatte. Vermutlich basierte diese Meinung auf den Vorabdrucken im Spiegel und/oder der Bild.
Eine höhere Form der Eskalation, als die Tadelung durch die Bundeskanzlerin, kann es am Anfang eines Diskurses kaum geben. Der Rest ist Geschichte und wird nun in Medien tagtäglich aufs Neue ausgebreitet. Derweil wurde im Bundeskabinett das eigentlich umstrittene Sparpaket nahezu diskussionslos durchgewunken. Es war eine Randnotiz und die nun folgenden Kritiken und nachträglichen Änderungswünsche gehen im Medienrummel um das Buch unter. Die Kritik am Sparpaket ist am stärksten aus den eigenen Reihen der Regierung.
Merkel wird es dankbar zur Kenntnis nehmen.
Den Fall anhand des Märtyrerfaktors betrachten zu wollen ist mir zu einfach. Es ist genauso schematisch wie das Gebaren gegenüber Sarrazin. Merkel empört sich, die politische Kaste springt auf den Zug auf, alle empören sich und plötzlich realisieren sie, dass das Volk zu Sarrazin hält. Doch das ficht sie diesmal nicht an. Der Mann muss weg.
An vorderster Front, die SPD und ihr Sigmar Gabriel. Sarrazin muss weg und entsprechend wird ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet. Und wenn der Parteivorstand solcherlei in die Wege leitet, dann gehe man auch davon aus, dass es geschehe. Auch hier dominiert, analog zu Merkels verbaler Richtungsweisung, die Vorgabe von oben. Ein ergebnisoffenes Verfahren existiert zumindest verbal nicht.
Ähnlich läuft es bei der Bundesbank. Merkel kräht, Weber sprang. Und zwar so schnell, dass er es noch nicht einmal schaffte, seine eigene Pressestelle darüber zu informieren, ehe die Journalisten nach seiner Verkündung über sie herfielen.
Axel Weber ist kein beliebter Mensch. Er beißt sich hoch und schießt ab, wer ihm dabei in die Quere kommt. Sarrazin ist so einer, doch im Herbst 2009, als sein Interview im Lettre International hohe Wogen schlug, konnte Weber ihm nur ein Ressort entreißen. Fünf Monate später bekam er wieder eines hinzu.
Schon vor seiner Berufung als Präsident der Bundesbank zeigte die FAZ auf, dass Weber einer ist, der im Strom schwimmt. Ein Netzwerker, ein Karrierist. Doch Weber ist nicht nur Präsident der Bundesbank. Er ist auch der heißeste Anwärter auf die Nachfolge von Claude Trichet als Präsident der Europäischen Zentralbank. Um das zu werden, braucht Weber die Zustimmung und Unterstützung von Kanzlerin Merkel. Und so sprang das Hündchen durch den Reifen, als sein Frauchen es verlangte.
Von einer Unabhängigkeit der Bundesbank kann seitdem nicht gesprochen werden. Axel Weber opferte sie auf dem Altar seiner Karriere.
Sarrazin soll aus dem Vorstand der Bundesbank abberufen werden.
Diskussionschemata
Symbolisch für die Art und Weise der Argumentation in der Diskussion, kann der Auftritt von Naika Foroutan bei Maybrit Illner herhalten:
Sarrazin sagt, dass die Muslime im Vergleich zur Gesamtbevölkerung unterdurchschnittlich gebildet sind. Darum geht es dann auch im Gespräch.
Maybrit Illner: Sind sie im Schnitt schlechter gebildet?
Naika Foroutan: Ja, sie sind im Schnitt, und das müssen wir mal so sehen: Die Muslime, und das hat Herr Özdemir schon klar gemacht, die Muslime sind nicht schlechter gebildet. Die Gruppe der türkischen Muslime ist unterdurchschnittlich gebildet, im Vergleich zum Durchschnitt, bei den Muslimen sind die Iraker, die Iraner, die Afghanen überdurchschnittlich gebildet. Also es sprengt die gruppe der Muslime, die Herr Sarrazin aufmacht.
Auf eine globale Statistik, der nach die Muslime in Deutschland unterdurchschnittlich gebildet sind, antwortet sie erst mit "Ja", unter Berufung auf Özdemir dann mit "Nein" und flüchtig sich schlussendlich in Segmentierung. Die ist zwar sinnvoll, wenn man dann gezielt Lösungsansätze diskutiert, doch damit kann man die Aussage Sarrazins nicht als Unsinn darstellen, denn sie wird bestätigt.
Maybrit Illner: Sind türkische Muslime mehr arbeitslos?
Naika Foroutan: Türkische Muslime sind, wenn sie so wollen, zu 9,5% Hartz IV Empfänger, die Herkunftsdeutschen zu 3,5%. Dafür sind bei den Herkunftsdeutschen wesentlich mehr Rentenempfänger. Die fallen aus der Hartz IV-Statistik wieder raus. Dafür sind bei den türkischen wesentlich weniger Rentenempfänger.
Um in diesem Vergleich überhaupt einen Sinn reinzubekommen, müsste man die Rentner nehmen, die von der Mindestabsicherung leben. Hier globalisiert sie ihre Aussagen und macht somit das, was sie Sarrazin zuvor noch vorgeworfen hat. Ich halte die Vermischung von Rentnern und Hartz IV-Empfängern in dieser Betrachtung generell für Unsinn.
Maybrit Illner: Kriegen Muslime, kriegen türkische Muslime mehr Kinder als deutsche?
Naika Foroutan: Nein, auch dort gibt es eine Angleichung. Die Fertilitätsrate, das ist in den letzten Tagen aber durch alle Zeitungen gegangen, gleicht sich stetig an. Das ist üblich in Einwanderungsnationen, dass sich bei der zweiten und dritten Generation die Fertilitätsrate an die der Herkunftsnation angleicht. Auch diese Zahl ist falsch.
Mich irritiert der Begriff des Herkunftslandes. Wenn Einwanderer sich der Fertilitätsrate des Herkunftslandes anpassen, dann ist das bei dieser Aussage doch nicht Deutschland (?), sondern ihr ursprüngliches Land. In der Aussage fehlt die Logik.
Grundsätzliches
In der reinen Statistik liegt zunächst keine Wertung. Man kann sie zur Kenntnis nehmen, Zeitreihen bilden und man kann aus der Vergangenheit Trends ablesen. Dass diese Trends sich in naher Zukunft bestätigten, unterliegt einer hohen Wahrscheinlichkeit. Diese Wahrscheinlichkeit sinkt mit jedem Jahr, was hinzugefügt wird. D.h. eine Zeitreihe verliert an Werthaltigkeit, je länger sie ist.
Zur Biologie kann man eine Meinung haben, aber man sollte sie ausklammern. Wissenschaftliche Ergebnisse verändern sich ständig und wir sind noch lange nicht so weit, auch nur ansatzweise irgendwelche Wahrheiten daraus ablesen zu können. Das muss man sich sparen, hier kann man nicht gewinnen, es macht noch nicht einmal Sinn.
Dass unsere Umgebung hingegen einen starken Einfluss auf unsere Prägung hat, dürfte unstrittig sein. Der Schluss daraus kann aber nicht sein, dass die Eliten bevorzugt werden. Der Schluss daraus muss sein, dass die Durchlässigkeit des Bildungssystems gesteigert werden muss. Danach liegt es an jedem Selbst, was er aus seinem Leben macht.
Das wären Rahmenbedingungen, die einer Diskussion der Thematik zuträglich sind. Sie wurden vielfach von Sarrazin wie auch den öffentlichen Sprachrohren nicht beachtet.
Und jetzt haben wir die Thematik in der breiten Masse auf dem Tisch und waren bisher nicht in der Lage sie angemessen zu behandeln, da die Politik im Einklang mit den Medien eine Stigmatisierung des Themas versuchte.
Nun muss man an dieser Stelle die Bild nicht mögen, doch ihr Konter der bis dato gängigen Medienmeinung, der dem Volkszorn zu verdanken ist, wird die gemäßigteren Publikationen in die Sachdebatte reinzwängen. Die FAZ beginnt bspw. so langsam damit.
Des Volks Meinung beruht jedoch nur bedingt auf Basis des Themas. Es ist, analog zu Stuttgart 21, eine der wenigen Möglichkeiten sich gegen die windigen Statements der politischen Kaste zu stellen, die zumindest gefühlt selten etwas tut und oftmals alles schön redet.
Hier kanalisiert sich die Wut über die Meinungslosigkeit der Regierenden, die auf Vorgabe der Kanzlerin eine Hetzjagd auf eine Person ausrief, die sich selten meinungskonform und glattgebügelt ausdrückt. Aber auch die Wut darauf, dass nun das Volk zahlen soll, was an Milliarden in der Finanzkrise zur Rettung der Banken rausgeballert wurde, um bei zwei Beispielen zu bleiben.
Es wurde eine grundsätzliche Diskrepanz zwischen Aussage und Handeln sichtbar, die sich in unserer politischen Sprachwelt sonst eher selten zeigt.
Im Kern geht es um die Entartung der Beziehung zwischen der Politik und einem Volk, das ihr hilflos gegenübersteht.
Zuerst erschienen auf www.goowell.de
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"Derweil wurde im Bundeskabinett das eigentlich umstrittene Sparpaket nahezu diskussionslos durchgewunken... " Mir kommt es so ähnlich vor als es ein Riesentamtam um ein kleines Mädchen gab die irgendein Buch abgeschrieben hatte. Nebelgranaten, mehr nicht! Also los, hochbeisen, wer's denn nötig hat. Deine Bemerkung um die Nachfolge von Trichet ist sehr gut!
Die Vermischung von Rentnern und Hartz IV-Empfängern in diesem Zusammenhang zusammen zu schustern ist echt ein Skandal! Werthaltigkeit oder nicht, es passt zum semantischen Potpuri der Meinungslosigkeit des politischen Management. |
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unter geht beim sparpaket auch, dass es schon wieder die csu ist, die im nachgang besonders stark dagegen schießt... die fdp nur halb, sie versuchen sich zurück zu halten. ;)
wobei es mal wieder bemerkenswert wäre, dass nun gerade ramsauer, als einer der mitbeschlossen hat, dagegen ist. die hampelei geht also weiter. -------------------------- btw: die gesamtauflage des sarrazin-buches befindet sich nun in der sechsten auflage: 250.000 exemplare bertelsmann musste schon die gewinnprognose erhöhen.^^ ------------------------- manches ist aber auch komisch: "Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, der CDU-Politiker Bosbach, also lehnte den Ausschluss Sarrazins aus der SPD ab." mfg mh für unterhaltung ist gesorgt. |
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meine meinung zu diesem suggestivem blödsinn ist deiner meinung nach also realistisch.
mfg mh |
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Der Link unter "es derweil nicht als sonderlich skandalös oder erregbar empfand" nämlich www.freitag.de/community/blogs/2010/08/29/mh-las-thilo-sarrazin
ergibt: "Eine Seite mit dieser Adresse existiert nicht" |
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danke, ich habs korrigiert. aber ka woher der link kommt, den gab es nie.
mfg mh |
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Das Herumhauen auf der türkischen Bevölkerungsgruppe verstellt den Blick darauf, daß die gut katholischen italienischen Kinder am schlechtesten im mittelprächtigen deutschen Schulsystem abschneiden.
Laut Statistischem Bundesamt landen 48,3 Prozent der italienischen Kinder auf der Hauptschule und 8,6 Prozent auf Sonderschulen. Bei den türkischen Kindern sind es 44,7 Prozent bzw. 6,6 Prozent. Was sagt uns das? Hier leben Sarrazin, Merkel und Konsorten ihre Vorurteile mit Halbwahrheiten aus. Erschreckende Abrecherzahlen belegen aber, daß das Ganze nichts mit Muslim oder nicht, sondern mit den vielfachen Mängeln deutscher Schulen zu tun hat. Und mit der Gewißheit, als Migrantenkind eh nur ein Kind zweiter Klasse in diesem unserem Lande zu sein und bei Lehrstellenvergabe und den Zukunftsperspektiven zu den Letzten zu gehören. |
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im bildungsbericht 2010 kann ich diese aufschlüsselung nicht finden... da wird deutschland nur generell mit anderen staaten vergleichen.
seite 18 und 19 sind im zusammenhang mit der sarrazin-diskussion nicht ganz uninteressant. ebenso seite 38. www.bildungsbericht.de/daten2010/bb_2010.pdf mfg mh |
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schrieb am
05.09.2010 um 18:34
Rahab:
Sehr schön - ein Bestartikel von Özdogan. Merke: Das war im Mai 2009. Und ich höre die ganze Zeit, das Thema wäre neu und verschwiegen worden, bis Sarrazin der Ehrliche kam. |
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schrieb am
06.09.2010 um 13:04
Italienisch- und türkischstämige Schüler geben sich nicht viel. Die von Hermanitou genannten Zahlen finden sich u.a. hier:
www.stern.de/panorama/migrantenkinder-jeder-fuenfte-auslaender-bricht-schule-ab-610347.html Interessant, dass der italienische Generalkonsul in Stuttgart, Faiti Salvador, nicht nur das deutsche Schulsystem kritisiert, sondern auch die andere Seite sieht ... "Der Diplomat vermute aber auch ein geringes Interesse seiner Landsleute an Bildung und zu wenig Ehrgeiz..." Fakt ist allerdings auch, dass nur 7 % der türkischen Schüler aufs Gymnasium gehen, aber 8 % der italienischen. www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/zdw/2008/PD08__003__p002,templateId=renderPrint.psml Rätselhaft bleibt, wie die Politologin Naika Foroutan - die bei Beckmann zugeschaltet wurde, um Sarrazins Zahlen zu widerlegen - auf 18 % (der türkischen Schüler) kommt. |
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naika hat angeblich den aktuellen microzensus genommen... dafür musste sie nur anrufen.. 2010 oder doch nur 2009, man weiß es nicht.
destatis und der dazugehörige sternartikel beziehen sich auf das schuljahr 2006/2007.. was sarrazin näher kommen dürfte. mfg mh |
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ich hab ihr mal ne mail geschrieben und gaaaanz nett gefragt.
mfg mh <3 |
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Sehr geehrter mh,
da ich es gewohnt bin, den Links zu folgen, die ein Blogger redlicherweise setzt, um dem Gedankengang Konturen zu verleihen, der sonst den Umfang einer bestimmten Ausführung sprengen würde, sozusagen als die Vordenkarbeit, bin ich natürlich auf Ihren „mh las Thilo Sarrazin“ gekommen. Erstaunlich, über den Inhalt des Buches steht da nichts, buchstäblich Null. Nur das offensichtlich verwendete Stilmittel „Zuspitzung“ lese ich, und ihre Kernthese (nicht seine): „Sarrazin legt damit ein viel größeres Problem offen. Die Angst vor uns selbst.“ So, wie Sie mich einen Hetzer nannten -und ja das war hinreichend unangenehm, danke- mutmaße ich, Sie sind ein Verteidiger. Mir fallen in der Kategorie spontan einige ein: Bossi, Schröder, Ströbele, Horst Mahler. Der Duktus ist also folgerichtig, nein eher fort-schrittlich: Denn die eidesstattliche Versicherung ist immer der erste Tod des Menschen, der soziale, bevor er sich ggfs. selbst richtet. Solches solle für ein Land gelten. Eines der Grundprobleme, die auch Ihr Artikel ausklammert, ist die besondere Legitimation, die die Aura der Äußerungen des Herrn S. ausmacht. Bundesbank ist nicht Deutsche Bank, was lt. Statistik immerhin gut die Hälfte der Deutschen verwechselt, sondern eine bundesunmittelbare juristische Person des öffentlichen Rechts, deren Vorstand „die Stellung einer obersten Bundesbehörde“ innehat. Die Mitglieder des Vorstandes stehen in einem „öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis“, also in einer Reihe mit Ministern, Staatssekretären, Richtern, Soldaten und dem Präsidenten der Bundesnetzagentur. So steht es im Bundesbankgesetz. Sie sind also nicht Beamte, die in jeder Lage ihrem Staat zu dienen hätten. Aber unterliegen sie nicht auch jener Bindungswirkung, die zumindest den Anschein einer Neutralität verlangte und die im Falle der Verletzung etwa durch einen (gleichgestellten) Minister den hochkantigen Rauswurf mit sich brächte? Man sollte sich schon auch anschauen, mit welchen Hierarchien man es zu tun hat, mit welchen Einordnungen, um etwa das Verhalten der Kanzlerin, also der Chefin von „im öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis“ befindlichen Personenmehrheiten zumindest ansatzweise zu verstehen. Oder dem völlig berechtigten Aufschrei der Entrüstung, wenn eine Person S. das Gewicht eben dieser Dienststellung missbraucht. Nicht, weil er auf Probleme aufmerksam machte, sondern weil er die Relativität der juristischen und gesellschaftlichen Begebenheiten um Positionen wie die Seine bewusst ausnutzt, um sogar dem Bundespräsidenten mit einem politischen Show-Down zu drohen. Komischerweise kümmert sich kein Schwein um die Erkenntnisse einer anderen Person im „öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis“, um die der Richterin Kirsten Heisig. Frau, Suizidantin, kleines Rad am Wagen. „Das Ende der Geduld“ habe ich gerne und mit Gewinn gelesen, genauso wie damals die Polemik um die Trilogie von Oriana Fallaci nach „Wut und Stolz“: Das sind Erfahrungen aus erster Hand und nicht die seltsame Abgehobenheit eines pseudonaturwissenschaftlichen Lancierers, der sich die Finger nie wirklich schmutzig gemacht hat. Aber verstehen tu ich Sie, BWL und Jura, das passt eher selten zusammen. Grüße, e2m |
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schrieb am
05.09.2010 um 18:37
"Nicht, weil er auf Probleme aufmerksam machte, sondern weil er die Relativität der juristischen und gesellschaftlichen Begebenheiten um Positionen wie die Seine bewusst ausnutzt, um sogar dem Bundespräsidenten mit einem politischen Show-Down zu drohen. "
... und um eine gute Marketingstrategie zu entwickeln, etc. |
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@ed2: ich kann keine rechtliche bewertung der vorgänge vornehmen, denn die ist selbst unter verfassungsrechtlern umstritten und da kann ich sicher nichts beitragen. ich habe gleichwohl die rechtliche einordnung der vorgänge mitverfolgt und auch teilweise interviewauszüge an anderer stelle gepostet.
die problematik an der stelle ist, dass die bundesbank entgegen den von dir benannten institutionen eine sonderstellung genießt, die zusätzlich auch noch auf europäischer ebene eingeordnet werden muss. d.h. wenn das thema vor gerichtet endet und durchgezogen wird, dann wird es wohl vorm europäischen gerichtshof landen. die kündigung eines bundesbankvorstandes ist schlichtweg nicht geregelt. innerhalb deutschlands geht es im rechtlichen sinne erstmal darum, dass die gerichte klären müssten, welcher einordnung ein bundesbankvorstand. aus dem was ich las, würde ich vermuten dass dies am ehesten vergleichbar mit dem richteramt ist. ein weiteres großes fragezeichen wird sein, und das habe ich hier zwar nicht benannt aber gezeichnet, inwieweit die unstandesgemäße einflussnahme der politik gewertet wird. es steht weder der bundeskanzlerin, noch dem bundespräsidenten und schon gar nicht irgendwelchen parteien und vereinen zu, der bundesbank gegenüber eine erwartungshalten zu formulieren oder diese gar zu fordern. genau das wurde aber getan... und weber, der um das amt des ezb-präsidenten kämpft, folgte dem... nachdem sich alle geäußert hatten. ein weiteres hindernis wird werden, dass alle insititutionen, die nun über sarrazins amt entscheiden, also das finanzministerium, der bundespräsident und die kanzlerin als regierungsoberhaupt, sich bereits im vorfeld geäußert haben und damit eine vorverurteilung vornahmen. ankläger und richter in einem. ich hoffe du siehst, dass ich die thematik durchaus mitbehandelte, nur eben aufgrund meines nicht vorhandenen fachs, meine sichtweise etwas verschob um hier nicht wertend wirken zu müssen. ------------------------------ was die richterin kirsten heisig betrifft muss ich dir widersprechen. ihr buch ist top in den bestsellerlisten und sie wird in der "debatte" vielfach als positivbeispiel benannt, welch es besser gemacht hätte und die man umbedingt lesen solle. mE befördert die aktuelle öffentlichkeit ihre thesen um ein vielfaches... denn zuvor hieß es da nur "ach, oh.. jaja". das wars dann aber auch schon. -------------------------------- was den angedrohten showdown angeht muss ich ebenfalls widersprechen. es war vielmehr so, dass sarrazin signalisierte, dass er sich mit einem rücktritt anbefinden können und darauf aus der politischen kaste nochmal richtig druck aufkam... jeder wollte dabei sein und den abschuss für sich verbuchen. erst daraufhin, wurd er wieder starrsinnig und konterte per focus. und ja, man kann das sicher auch anders sehen... ich sehs halt so. ------------------------------------------ dich nannte ich übrigens hauptsächlich deswegen einen hetzer, damit dir selbst überhaupt erstmal das gefühl vermittelt wird, was es gefühlsmäßiger wirkung in anderen auslöst, wenn man anhand weniger sätze, also diesem einen aspekt, das vermutliche weltbild anderer konstruiert. und ich hoffe es zeigte dir auf, wie einfach es im zweifelsfall ist, so etwas zu tun... und du bist beim nächsten mal etwas vorsichtiger mit deinen interpretationen. den vergleich, mich mit mahler und co., da bist du hier ja nicht der erste... ich zieh mir den hut nur nicht an. denn im gegensatz zu euch habe ich das buch diskutiert und nicht die interviews und eine vermeintliche meinung sarrazins. ------------------------------------------- warum du in meinem kommentar "mh las sarrazin" kein wort zum buchinhalt selbst findest ist übrigens schnell erklärt. ich habe in der diskussion beim freitag bereits sehr genau getestet was sinn macht thematisch zu behandeln und was man besser lassen sollte. mir gehts nicht um clickraten, ich verdiene an dem ganzen kram ja nichts, sondern mir geht es um die diskussion über themen. und ich habe hier gemerkt, dass eine inhaltliche auseinandersetzung mit der thematik absolut gar nicht möglich ist. es gibt nur ein dafür oder ein dagegen. als privatmann kann ich frei entscheiden, ein thema inhaltlich dann auch mal sein zu lassen und mich auf die metaebene zurückzuziehen. als journalist hätte man es behandeln müssen, was der freitag übigens, von mir kritisiert, auch nicht tat. aber die zwei meinungen der redaktion zum thema, waren auch nicht besser als die diskussion hier. mfg mh |
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Ich würde mich ehrlich gesagt freuen, wenn Sie das Buch tatsächlich besprächen, weil man von Ihnen vor allem eines erwarten kann: Gnadenlose Aufrichtigkeit.
Es gibt einen Punkt, an dem wir uns hier noch reiben: Die Kündbarkeit und der künstlich hergestellte Zusammenhang mit der Unabhängigkeit der Bundesbank. Sie ist nur auf den Gebieten unabhängig, wo es um die nach dem Gesetz geregelten Aufgabenbereiche geht. Dort gibt es auch, wie Sie richtig bemerken, europäische Zusammenhänge, auch juristischer Art. Sie ist dort, im Umkehrschluß, nicht tangiert, wo es um Meinungsäußerungen zu Genetik, Religion oder Rassen geht. Es sei denn, Herr S. wollte, wie es in Frankreich und Großbritannien schon länger Usus ist, über Islam-konforme Bankgeschäfte reden. Herr S. hat dezidiert außerhalb dieses Beritts geschrieben, so dass das Menetekel des Verlustes von Unabhängigkeit nur als vorgeschoben bezeichnet werden kann. Und genau, wie Sie ebenfalls richtig schreiben, in die Regelungslücke ist Herr S. vorgestoßen. Er testet damit ganz bewußt Grenzen aus und zwar auf eine Art und Weise, vor der mir graut. Grüße, e2m |
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ach da reiben wir uns nicht wirklich.
das werden die gerichte entscheiden, wenn es denn dazu kommt. und ich bin mir sicher, dass diese punkte dann auch zur sprache kommen. das sehe ich vollkommen emotionslos, ärgere mich aber gleichwohl über die politik unseres landes, die hier absolut versagt hat und einen großen anteil an dem schaden hat, den die institutionen nun nehmen. ------------------------------------ meine meinung zu dem buch ist aber größtenteils bekannt, denn ich versuchte ja einzelne vorwürfe bereits mit aussagen zum buch zu entkräften. ich muss bspw. immer schmunzeln, wenn anhand sarrazins namen immer sein mirgrationshintergrund zur sprache gebracht wird... er behandelt die wanderung seiner familie ebenfalls.. im buch. sarrazin differenziert auch innerhalb der gruppe der muslime, was hier ebenfalls keiner sehen will oder nie lesen konnte. und heute im presseclub hat der reitz auch etwas gesagt, was die grundlage ist, damit man das buch überhaupt lesen und verstehen kann ohne einen herzkasper zu bekommen. man muss in der lage sein die kulturellen hintergründe von definierten problemgruppen zu diskutieren ohne gleich rassismus zu schreien. sie haben nunmal einen starken einfluss... ... was ferdos forudastan dann auch indirekt bestätigte ohne es zu merken. denn die iraner kommen hier bspw. ganz gut klar und fallen nicht auf. was daran liegt, dass sie ein extrem leistungsbezogenes schulsystem haben... mit über 50% frauen in den naturwissenschaftlichen fächern. das erhalten die sich hier aufrecht und dann passts doch. ich hab mir die woche fast jede talkshow zum thema angeschaut und festgestellt, dass in jeder eine vorzeigemuslima sitzt. nur frauen. naika, ferdos... iran. bei anne will dann heute necla kelek, von der wir wissen wohin der hase läuft. dann gabs da noch eine türkische, deren namen ich nicht mehr weiß. sie hat natürlich auch ein buch geschrieben. ihr hintergrund war, dass sie auf eine multikulturelle schule ging... dort redeten alle deutsch, weil es zuviele sprachen gab. und irgendwann musste sie die schule wechseln und landete in einer, in der es viele türken gab und die redeten nur türkisch.. für sie war das ein kulturschock. das war bei lantzsch. von dieser eigenartigen neuen ministerin aus niedersachsen mal ganz zu schweigen. schaut her, ich habs geschafft, ich bin das beste beispiel dafür, dass alles gut ist. der vater hat ne gut laufende schneiderei. also gerade die leute, die man da in die shows einlud, bestätigen genau das klischee, welches sarrazin zeichnete. es ist die oberschicht... die dann als integrationsbeispiel herhalten muss. ich warte noch auf das "integrationswunder". sarrazins ausführungen zur biologie halte ich, wie bereits gesagt, für unnötig und schwachsinn. dennoch gibt es eine argumentationslinie, die ihm mit dem kulturellen milieu recht gibt, wenn man ihn in sachen intelligenz widerlegt. und wenn du dir das interview von elsbeth stern in der faz durchgelesen hast... und nicht auf den versuch der ablehnung reinfällst, dann wirst du merken können, dass sie sarrazin in einigen dingen auch recht geben muss. übrigens genau beim thema unterschicht und vermehrung. sie nennt das dann unwahrscheinlich und die ungleichgewichte müssten schon über einen langen zeitraum anhalten. nunja... sarrazin hat lange genug vorgerechnet um deutschland aussterben zu lassen, da passt die these dann wieder rein. die er selbst als blödsinnig und seriös rechnend nicht für machbar hält. damit ist auch alles zum titel gesagt... den er selbst übrigens nicht wollte, sondern der verlag. steht im buch. das ist ein wunderbares beispiel für seine art der zuspitzung, die er nicht mal für sonderlich ernstzunehmend hält. aber genau darüber regen sich nun alle auf. nur den punkt braucht es gar nicht. sarrazin unterstellt den türkischen migranten ein bildungsfeindliches milieu. also kulturell und religiös bedingt. und ja natürlich hat das einen einfluss. niemand der ernsthaft nachdenkt, kann behaupten, dass unsere umgebung und unsere herkunft uns nicht prägen würden. der fleißige deutsche... ist das gleiche nur positiv konnotiert.. darüber beschwert sich keiner? naika warf ihm bei der illner übrigens vor, dass er nicht den aktuellen microzensus verwende, sondern 2005.. sie würde den ja auch bekommen. nun, ich habs mir mal angeschaut. im märz 2010 und auch in der bildungsstudie, beruft sich das destatis noch auf den microzensus 2008. sarrazin begann seine arbeit vor rund 2 jahren. das wäre dann microzensus 2006. nun können wir uns über das eine jahr streiten, welches immer noch mit überschneidungen begründbar wäre. die bildungsstudie 2010 zeigt übrigens auf, dass es sich bei den türksichstämmigen migranten und der bildung gebesser habe gebessert habe. weniger ohne schulabschluss. auch das können wir doch wohlwollend zur kenntnis nehmen ohne dabei sarrazin vorzuwerfen, dass er diese daten noch nicht verwendet hat, da er sie schlichtweg nicht hatte. aber sarrazin fordert auch, bei all seiner provokation, dass man das schulsystem so aufbaut, dass es jeden seiner möglichkeiten nach fördert. selbst wenn man ihn nun basht, dass er sich einseitig auf eine bevölkerungsgruppe einschiesst, dann sieht man hier eindeutig, dass er jedem die gleiche chance geben will. und man muss nicht seiner meinung sein, dass man über finanzielle dafür sorgen müsse, dass alle unproduktiven mirgranten von alleine wieder wegziehen. nur wenn er dazu sagt, dass er auch keine patentrezepte hat und seine vorschläge diesbezüglich der reinen verzweiflung entspringen, dann bekommen diese aussagen auch wieder eine andere, mildere qualität. dabei auch zu beachten ist, dass es die gängige ökonomische ansicht ist, dass man ein anreizsystem aufbauen müsse. bösartige interpretationen werfen ihm dann halt sozialdarwinismus vor... und ich seh darin meine alte these: ökonomen sollen die harten fakten auf den tisch werfen. die gesellschaft muss dann definieren wie sie damit umgeht. und ja man merkt es eindeutig, dass sarrazin den menschen aus der zahlenperspektive betrachtet. gerade aber deswegen würde ich ihm nicht das vorwerfen, was man ihm vorwirft. es ist kühl, kalt und fies... nur erhebt er nicht den anspruch, dass er die lösung ist. die sollen andere finden. ich kann mich da nicht aufregen. ich kann mich höchstens über die zahlen streiten. aber sicher nicht über die zahlenspielereien... das ist unsinnig. ebenso unsinnig finde ich es, dass hier vergleiche zur sprechart des dritten reiches gezogen werden. die sprache, mit der man zahlen darstellen kann, wenn man über menschen spricht, ist recht begrenzt. man würde ähnliche formulierungen auch in positiven betrachtungen finden. ich halte das für absolut bösartig. und deswegen meinte ich auch, dass jeder in dem buch finden wird, was er von vorneherein darin sucht. man kann sarrazin daraus einen strick drehen, man kann ihm bejubeln oder eben nüchtern mit zahlen spielen. und wenn man nun das lettre-interview auch aus der erkenntnis dieser problematik heraus liest, dann muss man doch auch mal feststellen können, dass es natürlich ein problem ist, wenn man die stadtplanung so anlegt, dass sich subkulturen bilden, die sich von der gesellschaft abkapseln und dass eine vorausschauende stadtplanung dies auch berücksichtigen muss. aber nee, deutschland echauffiert sich übers kopftuchmädchen. es hat keinen wert, alles nicht. für mich bleibt da am ende vom tag nur die erkenntnis, auch aus der bisherigen generellen diskussion: ja, wir haben ein problem mit der mirgration. bei manchen mehr, bei anderen weniger und um die probleme müssen wir uns kümmern. die wegzubrüllen ist blödsinn und menschenverachtend, nicht zuletzt denen gegenüber denen man helfen sollte aus ihrem milieu herauszukommen und mehr aus ihrem leben zu machen. wo ist denn da daran die bösartigkeit? aber ja klar, auch bösartige lösungsvorschläge kann man zur kenntnis nehmen. schon allein deswegen, damit man sie ausklammern kann. es ist und bleibt die entscheidung der gesellschaft was sie macht. schreien kann sie ja mal schon. mfg mh |
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schrieb am
05.09.2010 um 21:54
Verzeihung aber: (mh)
"denen man helfen sollte aus ihrem milieu herauszukommen und mehr aus ihrem leben zu machen" ob sie wollen oder nicht? oder wie ist das zu verstehen. |
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schrieb am
05.09.2010 um 22:15
"der fleißige deutsche... ist das gleiche nur positiv konnotiert.. darüber beschwert sich keiner?"
Das stimmt so nicht. Das wird behandelt - nur eben unzureichend. Genau diese positive Konnotation verkehrt sich - wie sie ja sagen - ins Oktroyierte, wenn der S.'sche Vergleich herangezogen wird. Verständlicherweise aber nur bei jenen, die mit der Fleißfloskel und dem unmittelbar Deutschen darin etwas anzufangen wissen. Insbesondere des deutschen Fleiß hat mit dieser greulichen Akribie (Statistik und Bürokratie) zum NS geführt, in dem ja "jeder nur seine Arbeit tat." (Schubkarrenschieber, Statistiker, Ärzte usw.) In diesem Sinne werden hier die ach so sehr notwendigen Begriffe "Integration, Erfolg" völlig entbeint, weil sie ausschliesslich mit dem Exzess deutschen Ordnungs- und Kulturverständnisses belegt sind. Wie oben bei mh angelegt - "man muß den armen Teufeln helfen, aus ihrem Milieu zu kommen,... etwas aus ihrem Leben zu machen." Zum Henker nochmal, wer legt das fest, was nun das Milieu sei, aus welchem ich herauszukommen hätte? Die Mehrheit? Wer ist das? |
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@gill:
bitte unterlasse es mich falsch zu zitieren. mfg mh |
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zu
"denen man helfen sollte aus ihrem milieu herauszukommen und mehr aus ihrem leben zu machen" schüttelt sich mein kopf 1. ist es das milieu, welches ihnen übrig gelassen wurde - also womöglich garnicht ihres 2. machen die alle gern was, gern auch mehr, aus ihrem leben als das, was ihnen so zugestanden wird es kann allerdings sein, dass dabei 3. etwas herauskommt, was mh nicht als etwas erkennt, was er aus seinem leben gemacht hat |
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ich habe in dem kommentar dazu absolut gar keine definition geliefert, rahab. in meinem text steht das genauer
"Der Schluss daraus muss sein, dass die Durchlässigkeit des Bildungssystems gesteigert werden muss. Danach liegt es an jedem Selbst, was er aus seinem Leben macht." damit ist meine einstellung zur bevormundung bereits klar umrißen. und dass zumindest ich hier nun im sinne des buches diskutiere, es somit also um transferleistungsempfänger geht, dachte ich sei offensichtlich. mfg mh |
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schrieb am
06.09.2010 um 13:27
@gill bost/Rahab
"zu "denen man helfen sollte aus ihrem milieu herauszukommen und mehr aus ihrem leben zu machen" schüttelt sich mein kopf" Mein Kopf schüttelt sich, wenn ich Eure Kommentare dazu lese. Wir reden hier ja nicht über Erwachsene, die meinetwegen gerne entscheiden können, unter der Brücke zu pennen, wenn sie das möchten. Sondern über Kinder und Jugendliche. Wenn man Eure Haltung dazu konsequent zu Ende denkt, dann sollte man die Schulpflicht auch gleich abschaffen. |
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zu kurz gesprungen, derDonnerstag
wenn du den kindern und jugendlichen helfen willst, dann mußt du sie nicht nur der schulpflicht unterwerfen, sondern sie auch in die lage versetzen, ihre 'doofen' eltern zu achten - und sei es dadurch, dass du die materiellen lebensbedingungen der eltern verbesserst |
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Ihr nennt's Schulpflicht, ich nenn's: Kidnapping.
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deshalb gibt's dafür ja in USA uch asyl - zuweilen
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schrieb am
06.09.2010 um 13:54
@Rahab
Falls Du darauf abhebst, dass echte Chancengleichheit ohne eine ausreichende materielle Basis nicht zu haben ist, dann stimme ich Dir zu. Ich bin da ganz der Meinung von Christoph Butterwegge, der das ausführlich begründet hat. Das ist sicher ein Punkt, den Sarrazin nicht auf dem Schirm hat - nach allem, was ich bisher von ihm gehört habe. Hier könnte die Kritik ansetzen - was aber natürlich nicht geht, wenn man wahrheitswidrig behauptet, es gebe kaum Bildungsdefizite (wie Naika Foroutan, s.o.). Wenn es kein Problem gibt, dann muss man auch nichts dafür tun, es zu beheben. |
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@jap: in deutschland gibt es eine schulpflicht und auch wenn ich kein fan unseres bildungssystems bin, halte ich die schulpflicht für sinnig.
@donnerstag: worauf rahab und gill abzielen ist, dass hier nun einer fordert, dass man sie sanktioniert, wenn sie nicht tun was der staat verlangt. dann kann wieder die altbekannte verdammungsmaschinerie angeschmissen werden. @rahab: ihre materiellen lebensbedingungen müssen sie schon selbst ändern. der staat kann ihnen bestenfalls bildungsangebote zur verfügung stellen. mfg mh |
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derdonnerstag
"Falls Du darauf abhebst, dass echte Chancengleichheit ohne eine ausreichende materielle Basis nicht zu haben ist, dann stimme ich Dir zu. Ich bin da ganz der Meinung von Christoph Butterwegge, der das ausführlich begründet hat. Das ist sicher ein Punkt, den Sarrazin nicht auf dem Schirm hat - nach allem, was ich bisher von ihm gehört habe." trotz seiner etwas elitär dahertrabenden weltansicht, was intelligenz betrifft, tritt sarrazin für absolute chancengleichheit im bildungssystem ein, damit jeder seinen möglichkeiten nach die bestmögliche bildung erhält. das ist nur eine der thesen, die weniger aufregung erzielen.. weswegen das medial nur am rande erwähnt wurde. mfg mh |
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schrieb am
06.09.2010 um 14:23
@mh
Ist mir bekannt, da Du das hier schon angesprochen hattest. Was schlägt Sarrazin denn konkret vor, um Chancengleichheit zu verwirklichen? Ganztagsschulen für alle, so weit ich weiß. Schon mal ein guter Vorschlag. Aber es gibt ja noch andere Ursachen für mangelnde Chancengleichheit. So sind Z.B. Schullaufbahnempfehlungen stark von der sozialen Herkunft der Schüler beeinflusst. Hat Sarrazin dazu eine Idee? Letztlich ist es natürlich eine Binsenweisheit, dass materielle Ungleichheit Chancenungleichheit hervorbringt bzw. verstärkt. Ganz wird sich das auch nicht beseitigen lassen, wenn man nicht gleich die klassenlose Gesellschaft einführen möchte. Z.B. wird man kaum den ALG-II-Satz so weit anheben können, dass Unterschichtkinder genau so viel Nachhilfe bekommen können wie die Bildungsbürgerkinder. Eher wären ein besseres Bildungssystem, das Nachhilfe weitgehend überflüssig macht, Ganztagsschulen etc. mögliche Lösungsansätze. |
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Lieber mh,
ich weiß zwar beim besten Willen nicht, was »sinnig« heißt, da die Schulpflicht hier aber ursprünglich gar kein Thema war (und ich weiß, daß ich mit meiner Ansicht dazu Solitär spielen kann), lasse ich es mal unkommentiert dabei bewenden. Gruß, J. A.-P. |
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er bietet da nicht wirklich was an und neues schon gar nicht. also neu wäre vielleicht, dass man die finanziellen anreize kürzt, sobald diverse angebote und pflichtmaßnahmen nicht wahrgenommen werden. mich jäger würde das wohl neoliberale denkweise nennen.
das ist eine der generellen schwächen des buches: lösungen dieser bereich ist in seinem kopf eine mischung aus sozialem verständnis, elitärem gehabe und radiklem aufstampfen ob der eigenen hilflosigkeit. vergiß sarrazins lösungen. ^^ -------------------------- man kann das thema bildung nicht über ein "aufreichen" der eltern lösen. soviel muss selbst rahab klar sein. ganztagsschulen ist zwar ein alter hut, aber sicher nicht der schlechteste... zumal es die kinder derweil auch von der strasse holt. aber auch die schule selbst muss sich ändern und das ist in diesem schuldogmatischem land mE ein ding der unmöglichkeit. da kommste ins unendliche.. beginnend mit dem förderalen schwachsinn. mfg mh |
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@jap: mich würd nun aber schon interessieren, warum die schulpflicht kidnapping ist.
mfg mh |
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Na wie würden Sie es denn sonst bezeichnen, wenn man Menschen gegen ihren Willen und notfalls mit der vollen Härte der staatlichen Gewalt in Verwahranstalten verbringt? Ich nenne das kurz und bündig so, wie man's in allen anderen Fällen auch nennt: Menschenraub, Geiselnahme, Entziehung Minderjähriger, Verschleppung, Freiheitsberaubung — suchen Sie sch was aus.
Wo wir übrigens gerade bei den Verwahranstalten sind: Soweit ich ersehe, schlägt Sarrazin ja als eine Lösung vor, den Ganztageskindergarten ab dem dritten Lebensjahr verpflichtend einzuführen, später dann die Ganztagsschule. Soweit, so schlecht, das ist im Grunde das, was die anderen Parteien im Schnitt auch im Angebot haben. Wie ist das nun aber: Liefert Sarrazin nur andere Gründe für das, was die anderen Parteien auch wollen? |
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ja, bis auf das ding mit.. ich nehme meine wortwahl: "wenn sie nicht willig sind, gelder bis hin zu 0 kürzen bis sie von allein ausreisen"... wobei es da in der cdu sicher auch fürsprecher geben dürfte.
mfg mh |
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@mh
unter den bedingungen von asylbewerberleistungsgesetz kannst du dir die durchlässigkeit des bildungssystems in die haare schmieren - obwohl auch da hin und wieder ganz erstaunliche bildungserfolge erzielt werden... bislang ist es da immer noch so, dass nach bezahlung des beitrages für verpflegung in der kita (welcher nicht erlassen werden kann, aus gründen ... frag mich nicht!) das für das kind vorgesehene geld nicht mal mehr fürs frühstück langt, rein rechnerisch da können von mir aus eltern/familien gern "aufgereicht" werden! anders wäre es vielleicht, könnte den eltern dieser kinder ein kleingarten zur verfügung gestellt werden ... den yoghurt/käse machen sie eh selbst kurzum: mich wundert nicht, dass da kein geld mehr für spielzeug übrig ist was manchmal allerdings auch daran liegt, dass gleich für den computer gespart wird... |
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jetzt musste aber aufpassen dass wir hier nix vermischen.
zumindest ich rede explizit von denen die schon hier sind und bleiben können und nicht von asylbewerbern. um die ging es in der gesamten diskussion auch immer nur insofern, als dass man generell überlegen soll, wen man denn ins land reinlassen möchte und wen nicht. mfg mh |
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mh
bloß weil das gesetz so heißt, bedeutet das nicht, dass alle die, welche danach leistungen erhalten, asylbewerber sind manche (und nicht zu wenige) befinden sich auch im jahr x der duldung wegen abschiebungshindernis womit ein integrationsverweigernder akt angesprochen ist, nämlich die bleiberechtsregelung der bundesregierung und nicht ich vermische, sondern alle, welche nach quote wie in ameriga schreien, blenden aus, dass die GFK weiter gilt und auch Schengen/Dublin nicht verhindern können, dass dennoch flüchtlinge ins land kommen natürlich kann mann auch beschließen, die ratifizierung der GFK und anderer menschenrechtlicher konventionen zurückzunehmen... |
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na nun schlag mich nicht gleich tot, aber die duldung liest sich doch sehr stark danach, dass das ziel die abschiebung ist.
asylbewerber, geduldete und vollziehbar zur ausreise verpflichtete ausländer. ich seh darin nen anderen themenbereich... und thilo gehts um die nicht im einzelnen, sondern nur um die einreisepolitik im generellen. ich hab zu dem thema auch keine meinung. zu rudimentär war meine beschäftigung bisher damit. mfg mh |
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leichen pflasterten ihren weg!
nein, das ist kein anderer themenbereich und worum es shilo tarratin geht ist mir schnurz es geht auch um die und es geht eben auch um die frage, ob die brd die ratifizierung der GFK vollständig kündigen will oder nicht und um dir einen eindruck zu verschaffen, welche reichtümer da aufgereicht würden, guck dir halt mal die regelsätze nach asylbewLG an www.frsh.de/leitfaden/leit_4_5.pdf das gehört zu den themen, die ganz im hintergrund abgehandelt werden - betrifft aber die menschen, deren kinder hier schulen besuchen und als staatenlose vielleicht zu den jungs gehören, welche den armen berliner veranlassen, solche viertel nicht mehr aufzusuchen |
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schrieb am
07.09.2010 um 02:37
"Wir reden hier ja nicht über Erwachsene"
Man sollte den Eltern die Kinder aberziehen? Konsequent zu Ende gedacht - ja. Schulpflicht ist ziemlicher Quatsch. Wenn ab der Gy-Stufe Kinder (oder Eltern) wollen, werden sie nicht gelassen, weil ja "Selektion" noch immer im dt. Sprachgebrauch vorkommt. Und solange Bildung mit Geld aufgewertet wird - Uni, FHS, Meisterschule, Gym., kann man mich damit in Ruhe lassen. Fürwahr - Sie sprachen ein richtiges Wort, derDonnerstag. Außerdem entscheidet die Schulpflicht nicht ein Millimeterchen über die ohnsituation, geschweige denn über die Zukunft eines Menschen. Nicht einmal die leiseste Chance ist damit verbunden. |
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schrieb am
07.09.2010 um 12:39
Hallo "mh"
ich les jetzt schon eine halbe Stunde (incl. Nachdenken/weiter oben nachlesen usw.) und da ich das nicht professionell betreibe, hör ich jetzt mal auf..Zudem glaube ich, dass Sie schon mehrfach fast alles Wesentliche gesagt haben. Ich bewundere Ihre unendliche Geduld, mit der Sie versuchen,einen einigermaßen fairen und intellektuell redlichen Diskussionsstil durchzuhalten. Leider weden Sie bei einigen aus dem Vatikan der Gefühls- Linken damit auf Beton beißen. Bei denen gelten kritische Sebstzweifel als sakrosankt und da dann die Logik erst an zweiter oder dritter Stelle kommt, ist auch auch die Stingenz einer Argumentation zimlich irrelevant.Das "sich selbst _Versichern der eigen Einstellung als gut, richtig und "In- Group- konform ist allemal wichtiger. Aber selbst bei Ihnen habe ich( diesbezüglich?) einen Stolperstein entdeckt: Weshalb eigentlich diese Phobie vor der Naturwissenschaft bzw hier speziell der Biologie? Wenn diese Keine endgültigen Wahrheiten vekündet, ist das Kein Mangel, sondern geradezu ein Qualitätsmerkmal. Nur Theologen und manche angebliche Linke schotten ihre letzte Wahrheit durch Denkverbote und Ignoranz gegen (kritisch- skeptisch geprüfte !) Forschungsergebnisse ab. Was man daraus für eine humane Ethik bzw Politik ableitet, kannerst an zweiter Stelle stehen. Dies gilt selbstverständlich gerade auch für Biologie und die Genetk- vor der Sie öffensichtlich auch eine (intellektuelle) Beißhemmung haben. Mir ist z.B lieber, dass man meine Begabungsschwäche (z.B. in Sport, Kunst, Mathe, Sprachen) unvoreingenommen und klar benennt und mir daraufhin eine optimale und auch wiksame Förderung anbietet, anstattmir zu erklären, dass es gar keine (genetisch oder wie auch immer bedingten) Begabungsunterschiede gäbe.Da würde ich mich verar...und dikriminiert fühlen. Bei gefühlsbasiertem Handeln mache ich eine Außnahme:Meine Ethk beruht auf dem grundlegenden Gefühl des Mitleids mit dem Schmerz oder der Schlechtbehandlung anderer fühlender Wesen bzw.der Unterprivilegierung von Mitmenschen. Beim Kampf gegen Außbeuter und Totalitarismus gilt allerdings auch der Satz" Keine Freiheit den Feinden der Freiheit", denn das verlangt schon die elementare Logik. Das klingt nur im ersten Moment Paradox, ist es aber nicht. Mitfeundkichem Gruß, little Louis |
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schrieb am
07.09.2010 um 12:46
Entschuldigung, schrecklich, diese Tippfehler - musss jetzt erst mal einen Kaffee trinken. Aber ich glaub, man kapierts trotzdem.
M.f.G. little Louis |
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ich lehne die biologie als solche nicht ab und ich will die wahrheiten daraus auch wissen. daher habe ich, sie unten, auch die elsbeth stern korrigierenderweise noch reingebracht.. korrigierend, im sinne von sarrazin dann doch irgendwie zustimmen müssend.
nur halte ich diesen biologischen part in diesen diskussionen auch sarrazins ausführungen für absolut nicht notwenig um das thema zu diskutieren. die rausnahme des biologischen parts nimmt schärfe aus der diskussion. scheinbar mit erfolg, denn das rumgeplärre, welches in den kommentaren anderer aufgeregtheits-blogs zu finden ist, traut sich, dem hier eher faktenbasierten ansatz, kaum zu nähern. das reicht manchmal auch schon als feststellung. es ist nur bedauerlich sehen zu müssen, was das schlussendlich für die produktivität des gesellschaftlichen gesamtdiskurses bedeutet... so gut wie nicht vorhanden. mfg mh |
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schrieb am
07.09.2010 um 19:58
O.K.
mfg little Louis |
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Mh zu ed2:
"den vergleich, mich mit mahler und co., da bist du hier ja nicht der erste... ich zieh mir den hut nur nicht an. denn im gegensatz zu euch habe ich das buch diskutiert und nicht die interviews und eine vermeintliche meinung sarrazins." Solche platten Zuordnungen und einen in einen Topf werfen mit ...(also meistens den Bös-Rechten) ist ja bei einigen hier das Übliche. Sie kommen sich dabei auch noch besonders schlau vor und offenbaren eigentlich nur ihre Engstirnigkeit und ideologische Verbortheit, aber immerhin bieten sie mit ihren eifernden Plattheiten Amüsemong und Unterhaltung. mh: "als privatmann kann ich frei entscheiden, ein thema inhaltlich dann auch mal sein zu lassen und mich auf die metaebene zurückzuziehen. als journalist hätte man es behandeln müssen, was der freitag übigens, von mir kritisiert, auch nicht tat. aber die zwei meinungen der redaktion zum thema, waren auch nicht besser als die diskussion hier." Wohl wahr! |
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in dem zusammenhang, muss man klarstellen, hatte es mit ed2 einen spezielleren zusammenhang, den wir hier aus der welt geschafft haben... glaube ich jedenfalls. also ed2 würde ich nicht in der kategorie jener personen sehen.
mfg mh |
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"also ed2 würde ich nicht in der kategorie jener personen sehen."
Ne, ich auch nicht, sollte jedenfalls von mir nicht so rüber kommen. |
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Was beim Hype um Thilo Sarrazin erstaunt, nachdem der erste Gefechtsrauch sich verzogen hat, ist in erster Linie der doch recht hilflos rudernde Umgang mit dem, was er da so zum Besten gibt. Als der große Tabubrecher und Märtyrer der mysteriösen und nur in manchen Umfragen sichtbar werdenden »Mehrheit« für das, was man ja wohl noch sagen dürfe, kann er ja nur deshalb figurieren, weil dieses angebliche Tabu von der Gegenseite ins Arsenal genommen wurde.
Hätte man sich nämlich auf breiter gesellschaftlicher Front in den zurückliegenden Jahren tatsächlich einmal der Mühe unterzogen, sich Begriffe und Haltungen etwa zu Islamismus, Migration und Rassismus zu erschließen, dann könnte man diese Debatte nun mit aller Entschiedenheit führen: Wäre man ihm und seinen »Thesen« tatsächlich überlegen, dann könnte man ihn einfach ignorieren und müßte sich nicht vorschnell von höchster staatlicher Stelle zum marschrichtungsgebenden Eingreifen genötigt sehen. Oder aber, falls man zum Schluße käme, daß seine Suada eine wirkliche Gefahr darstellt, ihn entschlossen seiner Widersprüche überführen, ohne daß auch nur der leise Eindruck einer Debatte entsteht. Was nun das Schaulaufen der Bannsprecher anbetrifft, so ist es schon verwunderlich, daß kein Mensch auf die Idee kam, etwa Gerhard Schröder aus der SPD zu schmeißen, als er vor Jahren kriminelle Ausländer im Schnellverfahren expedieren wollte. Kein Mensch hat sich mit derselben Verve wie nun bei Sarrazin seinerzeit über Müntefering aufgeregt, als der die »Heuschrecken« das Land kahlfressen sah und damit das Kapital in genau der Optik ins Visier nahm, mit der schon Julius Streicher hohe Auflage machte. Als Oskar Lafontaine auf Fischzug im braunrandigen Milieu unterwegs war und die Fremdarbeiter daran hindern wollte, der heimischen Arbeiterfaust Lohn sowie Sitz und Stimme am Gewerkschaftstisch streitig zu machen, wurden diejenigen, die damals die rote Karte zückten, zu gedungenen Claqueuren von Springer und Bertelsmann umgelogen. Weder unter Rot-Grün noch unter der großen Koalition noch unter Schwarz-Gelb wurden illegal Eingewanderte legalisiert. Weder Rot-Grün noch die Große Koalition noch Schwarz-Gelb haben etwas dafür getan, die »Festung Europa« wenigstens so human zu machen, daß Menschen, die um ihr Leben flüchten, nicht wenigstens beim Versuch des Grenzübertritts jämmerlich im Mittelmeer absaufen. Nirgends gab es eine große Debatte. Aber angesichts von Sarrazins halbgarem Aufreger-Jargon darf sich nun jeder den Orden ans Revers heften — besonders natürlich die, die in Freiburg und Oldenburg und sonstigen solarverpaneelten Mittelstandsstränden sitzen und die eigenen Kinder etwa nicht deshalb ins Ausland schicken, damit die Filialgeneration interkulturelle Kompetenz erwerbe, sondern weil es sich zu Zwecken des aufgehübschten Lebenslaufs und der damit verbundenen beruflichen Einstiegsschancen empfiehlt, einmal einem tibetanischen Steppenrind das Euter gekrault zu haben. |
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das mit dem solarverpanelt ist eindeutig ein klischee, werter jap. soviel solar gibt es in dieser eher sonnenarmen gegend nun auch wieder nicht...
mfg mh |
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Lieber mh,
die Sonne hat man in Deutschland im Herzen — jedenfalls, wenn es dafür eine Einspeisevergütung gibt. Bei dem anschwellenden Bocksgesang drängt sich mir aber zunehmend der Eindruck auf, daß allzu sehr viel an Sarrazin nun 'ausgetrieben' werden soll, was weit vorher schon falsch war, nun mal unabhängig davon gesprochen, daß ich Sarrazins Darlegungen nicht viel abgewinnen kann. Grüße, J. A.-P. |
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j-ap:"Als der große Tabubrecher und Märtyrer der mysteriösen und nur in manchen Umfragen sichtbar werdenden »Mehrheit« für das, was man ja wohl noch sagen dürfe, kann er ja nur deshalb figurieren, weil dieses angebliche Tabu von der Gegenseite ins Arsenal genommen wurde."
Ich kann nicht erkennen worin der große Tabubruch bei Sarrazin bestehen soll. Das Problem liegt bei der Gegenseite. m.h.: "sarrazin differenziert auch innerhalb der gruppe der muslime, was hier ebenfalls keiner sehen will oder nie lesen konnte." Das ist eines der Übel die man in vielen Medien vorfindet und auch den meisten Blogs und Kommentaren hier; sie wollen in ihm nur den Dämonen und Rassisten sehen, da läßt man dann gerne weg was nicht in dieses Bild passt. Man kann ja Sarrazin vieles vorwerfen, wenn man möchte, das er Arrogant sein kann, den "aristokratischen Blick" hat und gerne mal auf Leute herunter schaut, usw. usf. Würde doch auch genügen. |
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Ach ja, hier noch ein Interview:
Interview mit Spiegel-Autor Broder: „Sarrazin spricht aus, was andere ahnen“ Über die umstrittenen Thesen sprachen wir mit einem anderen Provokateur, dem Autor Henryk M. Broder. Kennen Sie Thilo Sarrazin eigentlich persönlich? Henryk M. Broder: Ja, mein Eindruck war: Er ist ein kluger, zivilisierter, nachdenklicher Mensch, der in der Tat gerne seine Meinungen pointiert zuspitzt. Ein durchaus positiver Eindruck. Ist es nicht merkwürdig, dass sich alle Welt seit Tagen über ein Buch aufregt, das erst ab heute zu kaufen sein wird? Henryk M. Broder: Wir erleben ein Phänomen der Massenhysterie. Ich beobachte das mit Entsetzen. Ich kann mich an keinen Fall erinnern, dass sich sogar eine Kanzlerin zu einer Buchveröffentlichung geäußert hätte, und dann auch noch mit dem Satz, dieses Buch sei „nicht hilfreich“. Wenn Sie jetzt anfangen, Bücher danach zu beurteilen, ob sie „hilfreich“ sind oder nicht, können Sie vermutlich 95 Prozent aller Bücher einstampfen. Das Komische daran ist, dass unsere Gesellschaft „Querdenker“ ja so wahnsinnig schätzt. Wenn jemand sagt, der denkt „unbequem“, dann ist er schon automatisch ein öffentlicher Held. Das ist alles falsch. Es gibt die Wertschätzung der „Querdenker“ in Wirklichkeit nur so lange, wie sie und die anderen Provokateure sich an die Regeln halten. Ich finde es absolut bedenklich, dass eine ganze Gesellschaft querbeet durch die Parteien und Verbände über einen Mann herfällt und nicht einmal den Ansatz von Bereitschaft zeigt, sich mit dem auseinanderzusetzen, was er schreibt. Ganz richtig ist das so ja nicht. Sarrazins Thesen sind ja bekannt, sie werden nur abgelehnt: Dass Muslime sich angeblich nicht integrieren wollen. Dass sie Bildung verweigern. Dass sie unserer Gesellschaft mehr schaden als nützen. Anstößig ist doch allein schon die Verallgemeinerung. Henryk M. Broder: Sie kommen gar nicht umhin, pauschale Aussagen zu machen. Wir reden ja auch von „den Deutschen“, ohne daran Anstoß zu nehmen. Jede von Sarrazins Behauptungen ist entweder belegbar oder erweckt doch den Anschein der Plausibilität. Natürlich zeichnet er ein extrem negatives Bild. Die Leute, die über ihn herfallen, tun das aus zwei Gründen: Um ihn zum Schweigen zu bringen. Und um in sich selber Zweifel zum Verstummen zu bringen, Zweifel an ihrer bisherigen Politik. Sarrazin spricht aus, was andere ahnen, aber nicht zur Kenntnis nehmen möchten. Das ist sein Verbrechen. Das ganze Interview hier: www.hna.de/nachrichten/politik/politik-lokal/interview-spiegel-autor-broder-sarrazin-spricht-aus-andere-ahnen-897011.html |
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ich find dieses argument, dass sarrazin seine meinung ja überall äußernh konnte und deswegen meinungsfreiheit herrsche, für das beachtenswerteste von allen.
da wird eine meinung kollektiv niedergebrüllt und ohne die fakten zu behandeln stigmatisiert, aber von meinungsunterdrückung und meinungsdiktatur mag da keiner sprechen... o_O der wind dreht gerade, weswegen es nun episodisch wirkt... doch vom grundsatz her hat deutschland hier ein erbärmliches bild abgegeben. mfg mh |
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"...doch vom grundsatz her hat deutschland hier ein erbärmliches bild abgegeben."
So ist es! Das Ganze ist viel schlimmer & widerlicher, als es eine Meinung von Sarrazin jemals sein könnte. |
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Sie sind ein Fan von Broder?
Wie schön: "Henryk M. Broder! Ihren Todfeind Islam als eine »im Kern friedliche Religion« zu bezeichnen mag kein sonderlich gelungener Einfall des EU-Parlamentspräsidenten Hans-Gert Pöttering gewesen sein; viel gelungener ist da Ihre zweifellos schwerironische Replik: »Auch der Sozialismus und der Nationalsozialismus waren ›im Kern‹ gute Ideen, die sich leider bei Licht betrachtet nicht bewährt haben.« Genau. »Bei Licht betrachtet« haben die Nazis die hehren Ideale des Führers nämlich schmählich verraten und aus Daffke mit Judenmord und Vernichtungskrieg angefangen. Aber so meinten Sie, Broder, es ja gar nicht: Eigentlich wollten Sie nur gesagt haben, daß, bei Licht betrachtet, jeder Moslem ein kleiner Nazi (oder Kommunist, ist eh das gleiche) und somit halt eo ipso ein Massenmörder ist. Kann es da sein, daß Sie im Kern einen werweiß halbmondförmigen Sprung in der Schüssel haben? Kann man nix machen: Kismet, Sie wissen schon. Ihre Islam-Experten auf der Titanic" |
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b.v. könnte auch einfach nur eine aussage broders, die er, und sicher auch ich, für richtig hält zitiert haben. deswegen ist man kein fan von irgendwem... außer vielleicht man heißt emma und unterliegt dem unterwürfigen gehorsamkeitsdrang einer freiwillig gewählten uniform, mit der bekleidet man dann auf ganz sozialistisch friedliche weise leute unter die erde bringt oder durch die lüfte befördert.
broder ist ein ausgewiesener polemiker, den man im großen und ganzen nicht ernst nehmen muss, der im einzelfall dennoch nichts falsches sagt. das zu erkennen, vermag titanische satire sicher als letztes. mfg mh |
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"b.v. könnte auch einfach nur eine aussage broders, die er, und sicher auch ich, für richtig hält zitiert haben. deswegen ist man kein fan von irgendwem...broder ist ein ausgewiesener polemiker, den man im großen und ganzen nicht ernst nehmen muss, der im einzelfall dennoch nichts falsches sagt. "
So ist es, - und mehr habe ich dazu auch nicht zu sagen! |
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Für "richtig halten" und "zitieren", sehr gut erkannt, so geht es Ihnen mit dem Broder, so geht es mir mit Henschel, Henscheid, Gärtner usw.., geschenkt.
Anspruch ist immer eine Frage der Perspektive. Ach, es hätte mich auch gewundert, am Humor erkennt man immer die Substanz. Aber niedlich, daß Sie erneut angetrottelt kommen, um den Meta-Pazifisten zu mimen, um mich darüber zu belehren, wer warum und wo Uniformen trägt, Sie Guter, Sie. Jämmerlich dem TV-glotzenden Unterschichts- Mainstream unterworfen ist dagegen jemanden, der sich von der Moral eines ausgewiesenem Neoliberalen, und hahnenstolzen Moslemhassers wie Broder angesprochen fühlt, aber der Titanic abspricht "ausgewiesene Polemik" zu erkennen? Ah ja..(hahahaha) und, sagen Sie... wenn Sie könnten, würden Sie wahrscheinlich am liebsten Günther Jauch ins Kanzleramt wählen,.. weil der Ihnen so sympathisch ist, nicht wahr? mfg Emma |
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"Ach, es hätte mich auch gewundert, am Humor erkennt man immer die Substanz."
irgendwann im leben darf man wahrnehmen, dass gerade die vielschichtigkeit von ansichten eine demokratie ausmacht und der generellen findung einer gesellschaft dient. alles andere impliziert etwas, was nicht einmal so hochintelligente newsjunkies wie ich hinbekommen... die ansicht, dass man eine absolute wahrheit kennt. mfg mh |
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@mh
"man muss in der lage sein die kulturellen hintergründe von definierten problemgruppen zu diskutieren ohne gleich rassismus zu schreien. sie haben nunmal einen starken einfluss..." Dass viele Leute dazu nicht in der Lage sind, scheint mir einer der wesentlichen Gründe dafür zu sein, warum über Sarrazins Thesen so gut wie nie vernünftig diskutiert wird. Seltsamerweise werden kulturelle Unterschiede nur dann geleugnet und mit dem Rassismus-Vorwurf überzogen, wenn sie negativ konnotiert erscheinen. Positive kulturelle Eigenarten dürfen dagegen gerne benannt werden. Sonst würde es ja auch keinen Sinn machen, von "Multikulti" oder "kultureller Bereicherung" zu reden. Es handelt sich also um selektive Wahrnehmung. Und es wäre sicher sehr hilfreich, einmal nach den Ursachen dafür zu forschen. Interessanterweise verhält es sich mit - angeblichen oder tatsächlichen - kulturellen Eigenheiten "der Deutschen", "der Amis" und "der Israelis" in linken Kreisen genau umgekehrt. |
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das phänomen ist noch nicht sonderlich lange bekannt.
zeitungen brauchen bspw. u.a. deswegen eine klar erkennbare linie, weil die menschen gerne die welt aus ihrer eigenen sicht erklärt bekommen möchten. informationen dienen nur sekundär der weiterbildung und primär der bestätigung des weltbildes. de.wikipedia.org/wiki/Best%C3%A4tigungsfehler meiner eigenen theorie nach dient dieser mechanismus der stabilisierung unserer wahrnehmung und somit der stabilisierung unserer gesellschaft die sich so zwar aus verschiedenen gruppierungen zusammensetzt, diesen jedoch ein halbwegs homogenes und somit nicht destabiles weltbild liefern kann. mit fortschreitender zivilisierung mag das hinderlich sein, da es hauptsächlich und weiterentwicklung und wissensverarbeitung geht. es erklärt aber auch, warum ökonomische und politische systeme in ihrer bisherigen art und weise nicht funktionieren können und woher der fehlende faktor der selbst-refexion und korrektur kommt. mfg mh |
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schrieb am
06.09.2010 um 15:19
@mh
Ok, habe ich also anscheinend richtig gelegen mit meiner Vermutung, dass Sarrazin diese Aspekte weitgehend ausblendet. Und die Wortführer der Linken, die gerade an diesem Punkt Kritik üben müssten, verschnarchen diese Gelegenheit mal wieder, weil man sich mit so einem "Rassisten" wie Sarrazin ja eh nicht auseinandersetzen muss. Was den "Bestätigungsfehler" betrifft: Sehe ich auch so. Scheint mir eine logische Weiterführung der Theorie der "Kognitiven Dissonanz" von Leon Festinger (1957). |
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woran müssten die wortführer kritik üben? kapier ich grad nicht.
mfg mh |
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schrieb am
07.09.2010 um 00:18
@mh
Erst mal danke für den Link. Matussek halte ich zwar für einen Kotzbrocken, aber schreiben kann er und hier hat er mal wieder so einige Nägel auf den Kopf getroffen. Z.B. mit der Aussage: <> Was sicher nicht nur auf die FAZ zutrifft. Damit komme ich auch zu Deiner Frage: Nach meinem Eindruck vermengen die meisten linken Journalisten und Politiker, die Sarrazin kritisieren, derart - angeblich - falsche Fakten und - angeblich - dahinter stehende Intentionen, dass wirklich kritikwürdige politische Vorstellungen kaum thematisiert werden. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann sieht Sarrazin nicht, dass zu Chancengleichheit im Bildungssystem auch materielle Teilhabe gehört - wobei man sich über deren notwendigen Umfang natürlich streiten kann. Was jemand nicht sagt, ist manchmal aufschlussreicher als das Gesagte. Ich finde es ok, (wie Sarrazin) auch mit Kürzungen sozialer Leistungen zu drohen. D.h. nicht nur fördern und Angebote machen, sondern bei völlig Unbelehrbaren auch mal den Geldhahn zudrehen. So wie es seit einiger Zeit erfolgreich in den Niederlanden praktiziert wird. Siehe: www.tagesspiegel.de/berlin/wer-sich-nicht-an-regeln-haelt-wird-umgesiedelt/1256256.html Ich wüsste nicht, warum eine solche Politik per se "rechts" sein sollte. Was umgekehrt links daran sein soll, Integrationsprobleme unter den Teppich zu kehren, konnte mir bisher noch niemand erklären. Zumal, wenn es darum ginge, wohl keiner so links wäre wie die Grünen. Schon komisch ... Ich bin aber, wie schon gesagt, der Meinung, dass Chancengleichheit sich nicht mit extremer sozialer Ungleichheit verträgt. Das dem so ist, wird grundsätzlich wohl kaum jemand bestreiten. Wenn ein Kind mit knurrendem Magen in der Schule herumsitzt, weil die Eltern ihm - warum auch immer - kein Pausenbrot mitgegeben haben, dann nützen die besten Förderkonzepte wenig. Was das betrifft, halte ich es mit Buschkowsky: Kindergeld drastisch reduzieren und damit z.B. kostenloses Schulessen und echte Lernmittelfreiheit in allen Bundesländern finanzieren. Eine Erhöhung der ALG-II-Regelsätze halten ich unabhängig davon für geboten. Man muss ja nicht dieser Meinung sein, aber DAS ist in meinen Augen ein orginäres linkes Anliegen. Damit wir uns nicht missverstehen: Den besten Weg, um mehr Chancengleichheit im Bildungswesen sicherzustellen, sehe ich in Schulreformen am Vorbild der skandinavischen Länder. Details spare ich mir, da das dank unserer tollen föderalistischen Struktur sowieso die nächsten 50 Jahre nichts mehr wird. |
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schrieb am
07.09.2010 um 00:22
Das Zitat von Matussek war irgendwie verschwunden ...
Hier ist es: "Die Feuilletonisten der "Zeit" rufen igitt und die bei der "FAZ" verdammen bei Sarrazin besonders jene anstößigen Passagen, die er nicht geschrieben hat, aber eigentlich hätte schreiben wollen, und die also erst mühsam konstruiert werden mussten, was sicher eine Heidenarbeit war." |
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ich fand den kommentar insofern gut, alsdass er einiges an debattenwahrheiten aufgriff. wobei mich der schirrmacher bisher am meisten genervt hat ... denn mit der methode.. "darwin hat von den wirtschaftswissenschaften abgeschaut und deswegen ist sarrazin ein sozialdarwinist aber das merkt man erst beim 10ten lesen" ... kann nicht nur jegliche form von ökonomische betrachtung zermiesen.
argumentativ unterste kanone. ------------------------- generell habe ich gar nix dagegen mit einem malus als negativen anreiz zu arbeiten. das problem bei dem ding sind die deutschen behörden. wenn man sich anschaut wie schnell und oftmals ungerechtfertigt (später dann irgendwann mal gerichtlich festgestellt) die aufgrund eigener regelauslegungen die bezüge zusammenstreichen, dann wird mir immer ganz schlecht. das müsste man dann sehenden auges in kauf nehmen... ... was das kindergeld betrifft bin ich ohnehin für eine komplette streichung. bei der gesundheitsprämie jammern se alle über die ungerechtigkeit von kopfprämien... aber was ist dennd as kindergeld anderes? da wird dann auch genug frei um eventuelle verwerfungen aufzufangen und die angebote für kinder auszubauen. va bekommen wir dadurch dann auch die libanesischen inzestbanden mit bis zu 19 kindern in den griff. ;) das thema chancengleichheit ist aber mE mehr ein gesamtgesellschaftliches. es fängt zwar in der schule an und dabei ist unser selektives schulsystem nicht hiulfreich, doch es setzt sich bis zur rente fort. die leute werden mit 45 gekickt, weil sie zu alt sind. mit 20 will sie keiner haben, weil das schulsystem die grundlegende bildung nicht hinbekommen hat ... frauen werden schlechter bezahlt, weil aus gründen. etc.pp. wir strotzen als gesellschaft nur so vor segmentierung und einer latenten benachteiligung "anderer". mfg mh |
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schrieb am
07.09.2010 um 14:28
@mh
"wir strotzen als gesellschaft nur so vor segmentierung und einer latenten benachteiligung "anderer"." So sehe ich das auch. Ich wäre auch dafür, das Kindergeld komplett zu streichen, aber realistisch ist wohl höchstens, dass es mal zwei Jahre lang nicht erhöht wird. Ich meine: Echte Chancengleichheit kann es nur in einer echten Leistungsgesellschaft geben. Tatsächlich leben wir aber noch immer in einer Ständegesellschaft, in der gesellschaftlicher Aufstieg nur in sehr begrenztem Maße mit Leistung verknüpft ist. Die Massenarbeitslosigkeit hat die verkrusteten Strukturen noch weiter verfestigt. Noch mehr Vitamin B statt Personalauswahl nach Leistung, noch erbitterterer Widerstand der Besitzstandswahrer für den Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems, Abi für alle Bildungsbürgerkinder und Hauptschule für das Prekariat. Vielleicht wird der demographische Wandel, falls er denn wirklich die von den Experten angekündigte "Entspannung auf dem Arbeitsmarkt" bringt, auch für Entspannung an den Besitzstandswahrerfronten sorgen. Was die Bürokraten betrifft, die Integrationsverweigerern die Zuwendungen kürzen: Klar, das Problem sehe ich auch. Ist aber auch eine Frage der Organisation. Bei den ARGEn z.B. liegt das Problem nach meinem Eindruck weniger an der Boshaftigkeit oder Blödheit einzelner Mitarbeiter als an deren mangelhafter Ausbildung, ihrer meist kurzen Verweildauer und vor allem an dem von oben nach unten weitergegebenen Druck, auf Kosten der Arbeitslosen für die Kommune Geld einzusparen. |
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die entspannung auf dem arbeitsmarkt wird wohl mitnichten dauerhaft durch die demografie zustande kommen .. denn an dieser stelle kanalisiert es sich dann tatsächlich übers rentensystem und dem ungleichgewicht zwischen beitragszahlern und empfängern. hier ist die vermischung, die naika gerne im migranten-zu-deutsche-vergleich gemacht hätte, zwingend.
auf den argen liegt mE genauso der kostendruck wie auf allen institutionen auch und entsprechend werden bei unklarer rechtslage die entscheidungen zu ungunsten der betroffenen geklärt. wenn diese sich dann überhaupt noch wehren wollen/können, dann klärt man darüber gleich noch die rechtslage. ich seh da eher ein systemisches problem... was mir generell in dieser ganzen diskussion, beim sozialsystem, zu kurz kommt ist der faktor zeitarbeit. weil die gewerkschaften auf gedeih und verderb den kündigungsschutz nicht lockern wollten, wird hier eine alternative zur festanstellung geschaffen, die die arbeitgeber mehr kostet und den arbeitnehmern weniger gehalt einbringt. die differenz verdient das zeitarbeitsunternehmen. diese verwaltungsstufe, in der wenige angestellte eines unternehmens die kaufkraft und das private einkommen vieler schmälern, müsste man sich schlichtweg sparen... und zwar zum vorteil von uns allen. das würde für die gewerkschaften nur einen fundamentalen richtungswechsel bedeuten, der ideologisch schwer zu verkaufen ist... sie müssten dafür kämpfen, dass je unsicherer (neudeutsch: flexibler) eine anstellung ist, je besser sie bezahlt wird. dass die arbeitgeber dazu bereit sind, sieht man doch an den zeitarbeitsunternehmen. damit könnte man der einkommensschmählerung ganzer bevölkerungsgruppen entgegenwirken ... die dadurch wieder eine sozial besser stellung erhalten und somit auch verbesserte aufstiegschancen. auch sowas gehört in diese konzepte... also es ist nicht nur einseitig die sozialpolitik, die da angegangen werden muss. mfg mh |
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schrieb am
08.09.2010 um 01:24
@mh
Was die Zeitarbeit betrifft und auch den Kündigungsschutz: volle Zustimmung. Was den Zusammenhang von Arbeitsmarkt und Rentensystem anbelangt, verstehe ich nicht ganz, was Du damit sagen willst. Ich muss zugeben, dass ich mich damit noch nicht sehr intensiv beschäftigt habe. Da ist nur so eine Grundskepsis gegenüber den Prophezeiungen der "Experten", die sich ja schon öfter als Unsinn herausgestellt haben - z.B. die Millionen neuer Jobs, die durch das Internet generiert werden sollten. Klar ist natürlich, dass die steigenden Rentenausgaben sich nicht gerade positiv auf die Nettolöhne auswirken werden. Aber wird deshalb nicht trotzdem die Arbeitslosigkeit sinken? Rentner konsumieren weniger, das spricht dagegen, o.k. Aber davon abgesehen, wie siehst Du das? Und was meinst Du mit der "Vermischung"? |
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der zusammenhang ist, dass wenn wir jetzt durch unsinnige maßnahmen, wie die zeitarbeit in dieser form, die löhne der arbeitnehmer absenken, wir dadurch nicht nur sinkende sozialabgaben (jetzt) haben, sondern künftig auch weniger abgesicherte rentner, die sich steigender kosten des gesundheitssystems, bei verringter leistung der kassen und dausgesetzt sehen.
hinzu kommt die in der breite noch ungelöste pflegeproblematik und durch inflation verwässerte rente, denen auch die nominale absenkung droht, wenn... ... wir zeitgleich zum demographischen wandel noch noch dabei zuschauen, wie ganze bevölkerungsgruppen als ungebildete transferleistungsempfänger ausgebildet werden, aber eben nicht in die berufe reinstoßen können, die a) eine wissensgesellschaft braucht und b) dadurch auch genug hohe gehälter einbringt um das ausklappen der kostenschere zumindest teilweise aufzufangen. das ist auch der schwelende gedanke hinter sarrazins buch, der so direkt leider nie benannt wird... der sich aber durch seine elitenfixierung, bei zeitgleicher chancengleichheit für alle im schulsystem, durchaus widerspiegelt. da geht es dann schlussendlich darum, dass wenn die zustände bleiben wie sie sind, man also die wachsende unterschicht, lassen wir die einzelnen gruppen mal außen vor, bildungstechnisch sich selbst überlässt, man das latente finanzierungsproblem des staates um einen nicht unerheblichen faktor verschärft. mfg mh |
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schrieb am
08.09.2010 um 15:35
@mh
Ok, das klingt alles sehr plausibel. Ich würde noch ergänzen, dass auch die Zuwanderung von "Fachkräften", die das demographische Problem nach Expertenmeinung beheben soll, nicht funktionieren wird, wenn man sonst alles so weiterlaufen lässt wie gehabt. Denn es gibt ja noch ein paar mehr Länder, die sich bald um diese Fachkräfte reißen werden. Und warum sollte der hochgebildete indische Programmierer ausgerechnet nach Deutschland auswandern, wenn er sich hier dumm und dämlich an Sozialabgaben bezahlt und obendrein noch weniger verdient als anderswo. Aus ähnlichen Gründen wandern ja jetzt schon genügend "Fachkräfte" (Techniker, Ingenieure, Programmierer, Ärzte etc.) aus - statt ein. |
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Ich mußte mir schon öfter anhören, das ich ein Rassist bin, wenn ich z. B. sage, das die Zuwanderung durch archaisch-muslimische Analphabeten (u. ä. Einwanderungsgruppen) keine Bereicherung unserer Gesellschaft sind sondern das Gegenteil.
Wenn ich die Frage, in welcher Gesellschaft wollen wir eigentlich leben, damit beantworte: in einer Modernen und nicht mittelalterlichen, dann bekomme ich andererseits ganz oft recht, sage ich aber, ich bin auch für die Konsequenzen die das beinhaltet, dann kippt ganz schnell die Stimmung. Die Konsequenz wäre nämlich u. a., das von staatlicher Seite Kriterien aufgestellt werden, die zunehmende Zuwanderung von archaisch-muslimische Analphabeten unterbinden, z.B. Zuwanderung nur nach nachweisbaren Deutschkenntnissen. Im Gegenzug kann man die Möglichkeit eröffnen in den Heimatländern der Einwanderungswilligen Deutschkurse anzubieten, über Entwicklungshilfe, Goethe-Institute, etc. |
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B.V.: der Forderung nach den Deutschkursen wurde bereits 2007 nachgekommen - mit m.M.n. verfassungswidriger Behinderung des Rechts auf Zusammenleben in der Familie.
Wenn Sie muslimische Lebensweise für archaisch halten - hm, vielleicht finde ich manche nichtmuslimische dafür barbarisch? |
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@alien: wenn logischerweise unterstellt, dass wenn es das eine gibt, es auch das andere gibt, definiert man dazu dann eigentich nur noch, welche man nicht haben will.
ich finde, dass solltest du nun auch langsam mal begreifen, denn die verallgemeinerung erfolgt an dieser stelle durch dich. mehr als tausendmal bekunden, dass wir hier wissen, dass es solche und nicht-solche gibt, können wir nicht. es ist nicht hilfreich, wenn man dann trotzdem noch unterstellt, wir würden hier verallgemeinern. die konsequenz aus diesem vorwurf.. "der Forderung nach den Deutschkursen wurde bereits 2007 nachgekommen - mit m.M.n. verfassungswidriger Behinderung des Rechts auf Zusammenleben in der Familie." ..wäre übrigens, dass familien dann nur noch als gesamtes und wenn sie komplett deutsch können, einwandern dürfen. ich zweifle, dass du dich dann besser fühlst oder die betreffenden. mfg mh |
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@mh
B.V. hat unsäglich ignorantes zeug losgelassen Alien 59 hat auf die u.a. verfassungsrechtliche (von EMRK und UN-kinderrechtskonvention z.b. nicht zu reden) schieflage der derzeitigen regelung hingewiesen deine herablassung ihr gegenüber kannst du dir also sparen - sie bezeugt nur, dass du keine ahnung hast |
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rahab du solltest in der lage sein zwei aussagen in einem text zu trennen. zu der einen aussage habe ich stellung bezogen und zu der anderen die wahrscheinliche konsequenz aufgezeigt, mit dem versatz... dass es euch dann auch wieder nicht passen wird.
in deinem sinne... deine vermischung zeugt wohl nur davon, dass du es tendenziös brauchst... absichtlich und somit schadhaft. mfg mh |
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oh! ich bin sehr gut in der lage zu erkennen, wer was und wie ineinandermantscht
also erkenne ich es auch bei BV und bei dir auch aber leb dein ding ruhig weiter aus |
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schrieb am
09.09.2010 um 13:35
@Rahab
Die verfassungsrechtliche Bewertung würde ich mal dem BVerfG überlassen. Ich finde, es zeugt von einem erheblichen Maß an Ignoranz, gegen so eine Lappalie - 200 Worte Deutsch werden vor der Einreise verlangt - auf die Barrikaden zu gehen. Normalerweise sollte man ja meinen, wer nach Deutschland zieht, der hätte ein Interesse daran, Deutsch zu lernen. Ich würde jedenfalls auch nicht Spanien ziehen, ohne vorher Spanisch zu lernen. Stimmt es eigentlich, dass das betreffende Gesetz nur für türkische nachziehende Ehepartner gilt? In diesem Fall könnte ich die Empörung darüber nachvollziehen. Wobei man aber natürlich auch berücksichtigen muss, dass Einwanderer aus anderen Ländern i.d.R. nicht erst von außen dazu überredet werden müssen, Deutsch zu lernen. |
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Rahab: lass ihn doch. War nicht anders zu erwarten - und gleich und gleich gesellt sich anscheinend gern.
Ironie versteht er halt auch nicht.... |
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@ Donnerstag: bei den türkischen Ehepartnern wirkt es sich am Meisten aus, einige andere Nationalitäten sind einfach ausgenommen.
Aber: wie würde es Ihnen gefallen, wenn Sie als Deutscher Ihre chinesische Ehefrau nachholen wollten. Die sitzt irgendwo in China in einer Stadt ohne Goethe-Institut und muss dann erst mal ihren Job aufgeben, umziehen, um dann nicht nur Kursgebühren, sondern auch Lebensunterhalt und Miete zu finanzieren, während sie diese Deutschkenntnisse erwirbt. Und nein, das sind weit mehr als "nur 200 Vokabeln", da wird Grammatik verlangt, Hör- und Sprechtest - und gerade für Menschen mit anderen Schriftzeichen eine echte Zumutung, wenn das dazu führt, dass man monatelang getrennt lebt. Dies nur, um meine Vokabel: verfassungswidrig - zu erläutern. Ich hatte fälschlich angenommen, dass die Einzelheiten hier bekannt seien. |
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@alien: damit hätte ich gar keine probleme.
und wenn ich ein problem damit hätte, dann würde ich da sicher auch nicht hinwollen. na sowas aber auch... mfg mh |
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@derDonnerstag
derartige verfassungsrechtliche überprüfungen gehören im jura-studium zum täglich' brot im übrigen, nur so, als einstieg www.jurblog.de/2007/03/29/der-nachweis-von-sprachkenntnissen-bei-ehegattennachzug/ |
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schrieb am
09.09.2010 um 14:10
@alien
Deutsch kann man nicht nur am Goethe-Institut lernen. Es gibt auch gute Multimedia-Sprachkurse, z.B. von Rosetta Stone. So einen würde ich meiner chinesischen Freundin dann wohl spendieren. Kostet zwar eine Stange Geld, aber wenn man etwas will, dann muss man eben auch etwas investieren - nicht nur Geld. Davon abgesehen, würde ich auch nicht auf die Idee kommen, eine Chinesin aus irgendeinem Dorf in der Provinz zu heiraten, die mir von ihren und meinen Eltern "vermittelt" wurde. Und ich würde Wert darauf legen, dass sie Deutsch lernt, damit sie sich hier selbstständig zurecht findet. Ich will sie ja nicht von ihrer Umgebung abschotten, um sie besser unterdrücken zu können. |
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Eine Menge sehr großer Städte in China - oder Russland, oder, oder, - hat kein Goethe-Institut. Und die Botschaften nehmen leider nichts anderes an als Goethe-Zertifikate, auch wenn davon im Gesetz nichts steht.
Und wer nicht genug Geld hat, sollte nicht heiraten? Klar, passt. Hatten wir doch schon früher - so zu Kaisers Zeiten. |
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hier ist das faltblatt zum familiennachzug:
snipurl.com/126rm4 und hier kann sich jeder einen eindruck verschaffen, was in der benötigten grundstudfe 1 gefordert wird: www.aufgaben.schubert-verlag.de/arbeitsblaetter_a1_z/a1_arbeitsblaetter_index_z.htm mfg mh |
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@alien: genaugenommen sind es zwei:
Dies trifft derzeit für folgende Sprach- zertifikate zu: „Start Deutsch 1“ des Goethe-Instituts oder der telc GmbH, „Grundstufe Deutsch 1“ des Österreichischen Sprachdiploms (ÖSD), „TestDaF“ des TestDaF-Instituts e.V. ich wüsste nun nicht, wie ein vollkommen verarmter deutscher mann in die chinesische provinz kommen sollte, um dort die liebe seines lebens zu finden... aber bitte, wenn wir schon diesen abstrusen fall als beispiel nehmen müssen, dann erschwert die schwierigkeit des erlangens die käufliche heirat und verteuert sie. es ist nämlich genauso wahrscheinlich, dass der kerl sie nur heiratet, weil er dafür n haufen kohle bekommt... ich liebe es ja, mich auf basis von promilleähnlichen wahrscheinlichkeiten über das große und ganze zu streiten. mfg mh |
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genau!
wieso muß der denn heiraten? und dann auch gleich noch weg! |
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Hallo B.V.,
nicht jeder ein bisschen Doofe ist gleich ein Rassist, wenn er sagt, "das die Zuwanderung durch archaisch-muslimische Analphabeten (u. ä. Einwanderungsgruppen) keine Bereicherung unserer Gesellschaft sind", zumal er zugleich in den Heimatländern Deutschkurse für jene Analphabeten, etwa in Goethe-Instituten, anbieten will. Ihnen geht's um Hetze, Verleumdung und um Nebel. |
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@weinsztein:
das ist eine klar definierte gruppe, zu der man durchaus sagen kann, dass man sie nicht haben will. und das ist bei weitem besser, als zu sagen man will generell keine muslime. genau darum geht es doch in dieser gesamten diskussion... was will die gesellschaft und was will sie nicht. das muss man dann auch aussprechen dürfen. ob deiner räumlichen befangenheit bei diesem thema ist es ohnehin untragbar, dass du eine ausgesprochene ansicht so beschimpfst. spar dir das und tob dich in den anderen beiträgen zum thema aus. da rennen genug stigmatisierer rum, mit denen du dich verbünden kannst. danke. mfg mh |
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heute wurde ein beitrag in die top-blogs gehoben, für dessen versachlichung der debatte sich gerade alle bedanken. ich werd den scheiss nicht verlinken... aber mal ein paar generelle hinweise:
der autor behauptet u.a. "Nun ist der Mikrozensus ausdrücklich eine Mehrzweckstichprobe, und das Statistische Bundesamt listet als Ziele der Untersuchung Aussagen über die wirtschaftliche und soziale Lage der Bevölkerung, Erwerbstätigkeit, Arbeitsmarkt und Ausbildung auf. Aussagen über Themen wie Einwanderung und Integration werden nicht aufgeführt." hier ist nun der fragebogen des mikrozensus 2010: https://www.datenschutzzentrum.de/mikrozensus/mikrozensus-2010-fragebogen.pdf man beachte bitte seite 35 bis 38, da werden die daten explizit und ziemlich genau abgefragt. ------------------------- "Am gewichtigsten war wohl die Stellungnahme des Statistischen Bundesamtes, das anhand von Rechenbeispielen die Abenteuerlichkeit von Sarrazins Zahlenakrobatik verdeutlichte. Die Methoden, die er anwende, seien „mehr als zweifelhaft“. " nun, das destatis berechnet selber zeitreihen über 50 jahre und erklärt dann die 100 jährigen von sarrazin für blödsinn. nachdem er selbst dies schon tat. was für ein argument. ------------------------- "Auch das Statement der Psychologin Elsbeth Stern, die Sarrazin als wissenschaftliche Referenz für die Erblichkeit von Intelligenz angeführt hatte, ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Er habe "Grundlegendes über Erblichkeit und Intelligenz nicht verstanden" und die Ergebnisse ihrer Forschung falsch interpretiert. Frank Plasberg sekundierte: „Die Frau hat Ihnen die Luft rausgelassen.“ Auch das lässt Sarrazin-Fans offensichtlich unbeeindruckt." das interview mit elsbeth stern kann hier eingesehen werden: snipurl.com/11k8ah faz: Wird es im Sinne Sarrazins zu einem Einbruch des Durchschnitts-IQ in Deutschland kommen, wenn Menschen, die sich in der unteren Hälfte der Intelligenzverteilung befinden, mehr Kinder bekommen? stern: Das Ungleichgewicht in der Fortpflanzung müsste noch über viele Generationen gehen, bevor der IQ merklich absinkt. ------------------------- ähm.. der rest war meinung... soviel zum thema versachlichung. mfg mh |
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In diesem Zusammenhang sehenswert: www.youtube.com/watch?v=yoGjckwIaGY
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In diesem Zusammenhang sehenswert: www.youtube.com/watch?v=yoGjckwIaGY
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Ja, treffenst, .... ab 7:55 min ,,,
Der antidemokratische Alltag. Geherrscht wird über den, der sich beherrschen lässt. Nämlich über ihre Kinder. |
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In diesem Zusammenhang mal wieder sehenswert ist Pispers und der Alltagsfaschismus: www.youtube.com/watch?v=yoGjckwIaGY
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Bitte um Entschuldigung fürs Mehrfachposten. Das Formular geht halt manchmal nicht weg, wenn man "ok" klickt...
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bei mir öffnen sich in letzter zeit nicht mal mehr die kommentarfelder, muss dann den beitrag komplett neuladen. -.-
mfg mh |
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SiebzehnterJuni schrieb am 06.09.2010 um 21:31
"genau, alle Chefredakteure der großen deutschen Zeitungen wurden bei Strafe von 500.000 € eine Woche zum Schweigen gebracht, damit BILD und Spiegel kommentarfrei eine Woche den Dreck ins land spritzen durften. Eine durch Geld verordneter einwöchiger Maulkorb für den Rest der Medien." ---- es waren 50.000 euro und es waren nur jene, die das buch vorher lesen konnten.. es waren verträge mit den betreffenden journalisten und nicht mit den redaktionen. die frist wurde dann von einer woche auf mittwoch (vö der vorabdrucke war montag) gekürzt, nachdem die debatte überhand nahm. alles nachzuhören im presseclub vom sonntag. snipurl.com/11qo25 mfg mh |
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die faz dreht ebenfalls die berichterstattung
Intelligenz von Menschen und Ethnien: Was ist dran an Sarrazins Thesen? is.gd/eZahy interessanterweise auf basis eines faktenchecks. also weg von der hysterie... die von der bild erzwungende meinungswende führt dazu, dass man nun gute gründe braucht. das fazit... nach schirrmachers unsäglicher konstruktion des sozialdarwinismus... hätte man das von der faz so sicher nicht erwartet. mfg mh |
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schrieb am
07.09.2010 um 20:55
Danke für den link. Hab´s zunächst mal kurz überflogen u. bin beeindruckt, wie die Beiden ihre Sache auf den Punkt bringen. Wir weden sehen, wie die Diskussion (vor allem auch "links") weitergeht. Dem Kommentar zur faz stimme ich zu.
mfg little Louis |
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schrieb am
08.09.2010 um 10:35
# mh und little louis
Es ist interessant zu beobachten, wie sich unsere sonst stetig zu Wort meldenden, ideologiegesättigten Freunde/Freundinnen (deren Namen ja jeder kennt), mit zunehmender Versachlichung der Diskussion aus diesem blog zurückzogen. |
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Genau. Wenn die "ideologiegesättigten, (was-auch-immer-das-sein-soll) Freunde/Freundinnen sich zurückziehen, ist das immer ein Zeichen zunehmender Versachlichung der Diskussion."
Na ja, klar. Und keinesfalls das Zeichen, das sich Sie sich im größten Einvernehmen im rechten Kreis drehen.:),nein, ach was. Am besten die eher Rechten und die eher Linken bleiben gleich unter sich, dann gibt es nur noch "Gewinner" in den Blogs hier, stimmts? Es geht Ihnen doch ums Gewinnen? Na dann: Glückwunsch.:) |
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alles rechts von linksradikal, gell?
mfg mh alibi-ideologie, damit wir rechten hier uns einreden können einen linken diskurs zu führen |
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Gähn, falsch verstanden, wenn schon sind Sie doch bislang der Linksradikale hier, Stichwort Horst Mahler - schon vergessen? Ordnen Sie bitte Ihre Gefühle.
Aber wie gesagt, es schert hier niemanden mehr, ob Sie ein linker oder rechter Vogel sind, ist das noch nicht deutlich geworden? |
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zu clomubus seinen ausführungen, die überwiegend meinung sind, nur kurz ein paar worte:
a) man könnte auch vermuten, dass regeln und gesetze der gesetzmäßigkeit entspringen, die sie selbst mit sich bringen. hierüber eine verknüpfung zum nazi-regime zu spinnen, bedeutet jede form von gesetz, denn alle betreffen sie das leben von menschen, entsprechend zu deuten. der argumentation nach leben wir noch im dritten reich und werden es immer tun. b) die amerikaner legalisieren illegale mexikaner vor allem deshalb, weil diese zuwanderung absolut gar nicht mehr kontrollierbar ist. da ist eine quasi-offene grenze: links armut, rechts vermeintlicher reichtum oder zumindest die chance darauf.. da beugt sich die politik zum einen der realität und zum anderen der mittlerweile sehr starken lateinamerikanischen wählergruppe ... die mittlerweile genug lobby hat um ihre anliegen durchzudrücken und ganze landstriche "besetzt hält". das als beispiel anzuführen ist insofern belustigend, als dass es genau das "horrorszenario" darstellt, welches sarrzin in seiner abschliessenden satirischen-überspitzung zeichnete. man könnte ihn für intelligent genug halten, diese realexistierende vorlage genutzt zu haben. c) man muss nach nun bald 3 wochen auch mal zur kenntnis nehmen können, dass sarrazins aussagen zur biologie, im buch, nicht die verbindung zu den von ihm als problemfall behandelten türkisch stämmigen migranten hat. das ist ein für sich stehender, kein verbindender part. mfg mh |
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"c) man muss nach nun bald 3 wochen auch mal zur kenntnis nehmen können, dass sarrazins aussagen zur biologie, im buch, nicht die verbindung zu den von ihm als problemfall behandelten türkisch stämmigen migranten hat. das ist ein für sich stehender, kein verbindender part."
Ich fürchte, das ist genau das was hier nicht stattfinden wird. |
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lass mich mal den streifzug machen:
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Columbus schrieb am 08.09.2010 um 14:30
"Zu Mh gibt es nur so viel zu sagen, dass er sich gerne mit kurzen Bemerkungen über die Unfähigkeit und "Miesheit" anderer Forenteilnehmer zu Wort meldet, ich aber von ihm bisher in diesen Fragen, aber auch zu anderen, bis auf Details zur Wirtschaftsentwicklung, keine sachlichen Beiträge lesen konnte. Helfen Sie mir bitte! Sie können davon ausgehen, dass ich Statistiken lesen und interpretieren kann. Sarrazin hat nicht nur ein paar Statistiken in seinem Buch ausgewertet, er hat, es kann ja hier angesichts des begrenzten Raumes nur um Hinweise gehen, bezüglich der sozialen, der ethnischen und der biologischen Bezüge, ganz bewusst Fakten manipuliert und die Ergebnisse der Wissenschaft bewusst verdreht. Er stellt Prognosen ohne sichere Basis und behauptet ohne Belege. Er hat selbst Berechnungen durchgeführt, die von Grundannahmen ausgehen, die kein Wissenschaftler zu Thema vertritt. Er hat seinem Buch, ganz ohne Not, eine Note gegeben, die schon im Titel zum Ausdruck kommt und in den o.g. Thesen mündet. - Das hat ebenfalls mit Zivilcourage und notwendigem Tabubruch nichts zutun. Es sei denn, man möchte, weil die eigene Realität aus ganz anderen Gründen sozial und ökonomisch nicht gut aussieht, an die Wiederkehr von Sündenböcken glauben. Am Ende leitet er Maßnahmen ab, die seiner Ansicht nach eingeleitet werden müssen. Diese Maßnahmen sind nicht nur falsch, sondern auch unvereinbar mit der Verfassung (s.o.)." --------------- mir ist diese einstellung sehr befremdlich. ich zweifel sarrazins zahlen im großen und ganzen nicht an, habe aber auch dargestellt, dass sie a) nicht sonderlich aktuell sind (2005) und b) aktuellere zahlen eine verbesserung der lage aufweisen. ferner ist hier in den kommentaren der bildungsbericht 2010 sowie auch der generelle fragebogen des mikrozensuses verlinkt, sodass sich jeder einen eindruck verschaffen kann. wa sich nicht getan hat, ist es diese zahlen einzuordnen. das ist jedem selbst überlassen. hinzukommt, dass ich im ursprungsbeitrag das stakkato hinterfragt habe, welches naika losgelassen hat und dadurch den umgang der kritiker, mit sarrazins zahlen, darstellte. ich habe bisher nirgens einen quellennachweis gesehen, demnach die von sarrazin verwendeten zahlen falsch sein sollen. naika stellt sich hin und behauptet das... columbus stellt sich ebenfalls hin. aber wo sind sie denn falsch? doch nicht etwa, wie auch hier wieder von columbus hervorgehoben in der berechung des aussterbens? siehe oben.. sarrazin bezeichnet die statistik doch selbst als spielerei und unserös. dass columbus nicht sonderlich genau liest zeigt sich übrigens daran, dass er auf den buchtitel verweist... ich habe nun mehrfach darauf hingewiesen, dass sarrazin im buch schreibt, dass er den buchtitel anders nennen wollte und das eine verlagsentscheidung war. ob die maßnahmenvorschläge von sarrazin nun nicht verfassungskonform sind... das müsste ein gericht entscheiden... den vorwurf las ich aber auch nur von columbus. anwalt ist er mE nicht. über das falsch könnte man sich ja vielleicht noch streiten... sarrazin selbst findet seine lösungen nur nicht so toll... "pure verzweiflung" meinte er am anfang mal dazu. ich muss mich da ja ständig wiederholen... dann wirds irgendwann zum mantra: "ökonomen sollen die harten fakten auf den tisch werfen. die gesellschaft muss dann definieren wie sie damit umgeht." mfg mh mfg mh |
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Ich möchte einmal auf einige Ungereimtheiten der Sarrazin-Diskussion hinweisen, die weniger Beachtung finden:
1:) Die (öffentlichen) Befürchworter Sarrazins Thesen, sind Leute, die sich selbst ansonsten kein Stück um integratives Verhalten oder den gesellschaftlichen Zusammenhalt scheren - im Gegenteil: Sie sind ansonsten sehr auf ihren eigenen elitären Anspruch und entsprechende Exklusivität bedacht. Schon das angemessene zahlen von Steuern oder Ganztagesschulen werden als Zumutung empfunden. 2.) Apropos elitärer Anspruch: Das Gedankengut Sarrazins entspringt neo-machiavellistischen Elitetheorien (Pareto, Michels etc.) - die im jungen Nachkriegsdeutschland - aufgrund ihrer anti-demokratischen Ausrichtung (Führerprinzip) - abgelehnt wurden. Aber was bedeutet es konkret für eine (Massen-)Demokratie, wenn sich jemand hinstellt und behauptet, der Großteil der Bevölkerung verblödet zunehmend? Bedeutet dies nicht gleichzeitg, dass die Demokratie ihre Legitimation verliert? Warum ist Sarrazin so wichtig, dass die Mehrheit der Bevölkerung (vermeintlich) hinter ihm steht - wenn er viele davon eh` für bescheuert hält? |
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zu 1.) wer soll das sein?
ich persönlich bin durchaus für die ganztagsschule.. nur sicher nicht in der struktur, in der sich unser schulsystem zur zeit befindet mit seinen 16 verschiedenen ideen von leistung und umsetzung. das issn ding, dass der bund halt endlich mal an sich reißen müsste um es dann gescheit neuzustrukturieren. ähnliches gilt fürs abgabensystem. sollen sie es halt mal stark vereinfachen und zielgerichtet auslegen, ohne tausende von schlupflöchern... was wir da an verwaltung sparen würden, wäre schon ein nicht zu vernachlässigender kostenfaktor und energiefreisetzer. es kommt halt auch immer auf die art und weise an, wie etwas gemacht wird. wenn ich mir anschaue, dass auf meinem bruttogehalt bspw. eine abgabenlast von rund 80% ruht (meine abgaben + arbeitgeberanteil), dann braucht sich doch keiner wundern, dass die leute da rumjammern. die vorstellung, dass in deutschland nicht genug abgedrückt ist halt auch nur eine frage der rechemethode. wenig hilfreich ist es jedenfalls eine ominöse masse aus fürsprechern zu definieren und denn pauschal irgendwelche elitären absichten zu unterstellen. 2.) ist da schon eher beim thema des blogs. sarrazin neigt zu den eliten, weil er keine lösung des für das problem der unterschicht anzubieten hat. er geht an dieser stelle den einfachsten weg... dennoch will er eine generelle chancengleichheit herstellen. das ist nunmal ein fakt und absolut nicht elitär... es ist mehr bildungsfanatisch, wenn man schon einen kampfbegriff braucht. dass solcherlei die demokratie in frage stellen soll, kann ich gedanklich nicht nachvollziehen. selbst wenn ich deiner logik folgen würde, würde das doch nur bedeuten, dass die politische klasse analog zur bevölerung ebenfalls etwas weniger klug wird. wobei es durchaus stimmen geben soll, die in dieser schicht auch ohne diese entwicklung ein absinken der intelligenzrate festgestellt haben wollen... gefühlt, natürlich. mfg mh |
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Zu Punkt 1.
Ich glaube du hast mich missverstanden: Es ging mir nicht um die einzelnen Sachthemen (Steuern, Ganztagesschulen etc.), sondern um einen gewissen Trend bzw. eine Grundhaltung, die in "gut bürgerlichen Kreisen" (tendenziell Pro-Sarrazin) zunehmend um sich greift: Sie möchten keine Steuern zahlen, leben in ihren eignen Stadtvierteln hinter hohen Zäunen und schicken ihre Kinder nur auf Schulen wo man "unter sich" ist. Studiert wird natürlich im Ausland. Über den deutschen Staat wird dort überwiegend im negativen Tonfall geredet - ja man verhöht ihn sogar ("Moloch", "Bevormundungs-Staat" etc.). Sie haben sich inzwischen eine regelrechte Parallelgesellschaft erschaffen - mit eigenen Vereinen, Zeitungen und Sprachregelungen. Anstatt sich "integrationsbereit" zu zeigen, schottet man sich ab. Ich verweise diesbezüglich gerne auf den amüsanten Artikel von Ulrike Winkelmann: www.freitag.de/wochenthema/1035-deutschland-darf-nicht-l-nger-wegsehen Zu Punkt 2 Ich habe den Eindruck du verstehst sehr gut worauf das ganze hinausläuft. Immerhin hast du die Logik ja schon so weitergedacht, wie in es den neo-machiavellistischen Elitetheorien tatsächlich vorgesehen ist. Natürlich beträfe diese Dekadenz dann auch die "politische Klasse", da es zu einem Problem der "Elitenzirkulation" käme. Was also wären die nächsten logischen Schritte, wenn man dieses Szenario konsequent zu Ende denken würde? Damit hat Sarrazin (wahrscheinlich sogar unbewußt) einen Geist aus der Flasche gelassen, der von den Intellktuellen (z.B. Ralf Dahrendorf) des jungen Nachkriegsdeutschlands bewußt eingefangen und weggesperrt worden ist. Diesbezüglich verweise ich auf meinen Blogeintrag www.freitag.de/community/blogs/skepsis/sarrazins-kebab-traeume-deutschland-alles-ist-vorbei |
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Hallo Skepsis,
ich hoffe, Sie sehen es mir kulanterweise nach, daß ich mich hier zu nachtschlafender Unzeit und ungefragt in Ihre Unterhaltung mit mh einmische, aber nach der Lektüre Ihrer zwei Kommentare zum Thema wirken Sie auf mich eher wie ein Weltbildprovider und weniger wie jemand, der an der Sache entlang argumentiert. Zu Ihrer Nr. 1 genügte nämlich ein Blick auf aktuelle Anmerkungen zum Thema, sogar hier in dieser Zeitung: Das Vakuum rechts der Mitte. Da lesen wir, daß Sarrazin tendenziell (nota bene!) bei FDP-Wählern sowie Leuten mit Hauptschulabschluß Zustimmung erntet; eine Parteigründung à la façon du Sarrazin würden tendenziell bisherige Linkspartei-Wähler unterstützen. Es ist mir also völlig schleierhaft, woher Sie Ihre Insinuationen über die berühmten »gut bürgerlichen Kreise« nehmen, aus den erhobenen Zahlen jedenfalls ergeben sich bei allem Vorbehalt gegenüber der Reichweite statistischer Verfahren solche Ableitungen in gar keiner Weise. Sie sitzen hier wohl eher einer landläufigen Meta-Meinung auf, die in etwa so geht: Sarrazin ist einer von denen da oben, also erntet er bei eben jenen dort oben auch besonders viel Zuspruch. Nun ist zwar die eigene Meinung ein verbürgtes positives Recht in diesem Land, mit der Realität sollte man sie allerdings nicht unbedingt verwechseln. Was den Artikel von Frau Winkelmann anlangt, haben Sie wohl die Richtung der Ironie glatt übersehen: Frau Winkelmanns Überzeichnung zielte eben gerade darauf, den gefühlten Tenor der Sarrazinaden anhand von dessen Projektion nach innen, nämlich hinein mitten in die sog. 'gehobenen Schichten' zu entlarven. Mir ist das alles viel zu viel 'gemeint' und viel zu wenig faktisch belastbar, und über das Ausland und dessen angebliche Ansichten über den deutschen Staat lasse ich mich hier nicht näher aus. Was Nr 2. betrifft, stimme ich Ihnen weitgehend zu, insbesondere den Bemerkungen über Dahrendorf et al. Dazu muß man allerdings auch wissen, daß Deutschland nicht nur, aber besonders in den zurückliegenden Dekaden der Bonner Republik ein vorwiegend konsensualistisches Politikmodell pflegte, das seine Wurzeln übrigens ebenso im 19. Jahrhundert hat wie die Konsequenzen dieses Modells. In England oder den Vereinigten Staaten hat der Staat nie die Rolle gespielt und nie den Anspruch erhoben und vor allem nie die zivile Gesellschaft so umfassend durchformt, wie er das in Deutschland getan hat, dementsprechend hinterließe ein 'Rückzug' des Staates aus bestimmten Aufgaben, etwa in den USA, nie so einen grandiosen Krater wie hierzulande (deshalb nennen die Engländer die Deutschen nach wie vor state slaves, obwohl deren Fiskus mittlerweile fast dieselben Dimensionen angenommen hat). Gruß und gute Nacht, J. A.-P. |
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@skepsis: da muss ich mich nun doch an jap halten. dieses "wochenthema" war vom freitag selbst "irgendwie witzig" gemeint und zugespitzt. wie man vielfach merken konnte, ging die satire nach hinten los... dennoch scheinst du mir der erste, der hier ein ernstgemeintes gesellschaftsbild entdeckte.
aber selbst wenn dem so ist... da ging es um reiche, nicht ums bürgertum... es ging um die oberen 10%, von denen selbst die besserverdienenden meilenweit entfernt sind. im übrigen hat nahezu jede volksgruppe ihre eigenen treffpunkte, zeitungen etc.pp. --------------------- die nächsten logischen schritte entspringen euren ängsten und vor allem eurer denkweise darüber, wie die welt auszusehen würde, wenn einer x denkt ... es führt nur nicht zwangsläufig zu y, denn das denken ist dann doch etwas komplexer, als der gedanke x es darzustellen vermag. "sarrazins welt" ist nicht unkompex und schematisch, wie es ihm gerne unterstellt wird. er geht durchaus übers elitäre hinaus, auch wenn er es nicht ausspart, und er geht nicht ins rechtspopulistische hinein. dieses unterstellte menschenbild existiert im buch bei ihm nicht. mfg mh |
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schrieb am
09.09.2010 um 12:43
@ Skepsis um 17.06 (Das pseudonygefällt mir - hoffentlich ist es berechtigt)
1. Da ich Sarrazin noch nicht gelesen habe, halte ich mich bezüglich seiner Verortung bei elitär- machiavellistischen Elitetheorien zurück. (intellektuell- diskursiv gesehen schon ein starkes Stück!) Da ich Skeptiker bin, bin ich auf Ihre Nachweise durch diesbezügliche Zitate aus seinen Texten gespannt. 2."Apropos elitärer Anspruch": Wie würden Sie sich selbst bezüglich dieser Thematik eigentlich einordnen? Sie machen auf mich nicht gerade einen proletarisch- unterpriveligierten Eindruck. 3.Falls ich Sarrazin- Befürworter werden müsste, weil mich die Stringenz seiner Argumentation dazu zwänge (?), müsste ich mir von Ihnen vorhalten lassen, dass ich mich zeitlebens "kein Stück um integratives Verhalten oder den gesellschaftlichen Zusammenhalt geschert " hätte. Das wäre ich aber beleidigt, denn ich habe über 30 Jahre an der (richtiger: vor der/ inmitten der ) Klassenfront gestanden. (in einem etwas anderen Sinn des Wortes natürlich) 3. Wieso verliert eine Demokratie ihre Legitimation, wenn jemand die Meinung äußern würde(!), dass der Großteil der Bevölkerung zunehmend verblödet? Sie (wir) dürfen doch auch sagen dass ein Großteil der Eliten gesellschaftliche Schmarotzer sind, ohne dass die Demokratie in Gefahr gerät. Ich glaube sogar, diese würde dadurch eher stabilisiert werden. Was ist übrigens eine (Massen)- Demokratie? Gibt es auch eine Demokratie ohne die (theoretische oder praktische) Beteiligung der "Massen"? Freundliche Grüße, little Louis |
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Nur mal so nebenbei:
Schon lustig wär jetzt alles überwiegend "Pro-Sarrazin" sein soll. Die Einen betonen das es überwiegend Leute mit Hauptschulabschluß sind die ihm zujubeln (kommt gerne aus der linken-Ecke, mit dem Hinweis, das er genau diese Leute verachtet). Zum anderen sind es dann wieder die "Gut-bürgerlichen", die gerne Steuern sparen wollen. Beide Gruppen sind zu mindest auch zum teil in der SPD vorzufinden, insofern scheint er dann doch in der richtigen Partei. :-)))) |
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schrieb am
09.09.2010 um 13:59
Ich bitte alle um Nachsicht, aber ich glaubeich muss meine Beiträge jetzt einstellen.
Weshalb? Habe gerade im Radio gehört,dass man zwar für die Freiheit kämfen soll, aber nur wenn dabei keine “religiösen Gefühle”, von wem auch immer ,tangiert werden und wenn niemand beleidigt ist.Ein anderer ,sehr demokratisher" Politiker mit realsozialistisch- volksdemokratischem Hintergrund (und dort durchaus kritisch- am Ende zumindest) erzählt mir, man solle zwar immer für die Freiheit eintreten,aber manchmal müsse man sich halt zurückhalten und aus “strategischen” Gründen auf Kritik verzichten. Merkel habe das vor der Wende auch so gemacht. Wieder jemand anderes vom muslimischen Zentralrat(von wem wurde er eigentlich gewählt?) rät mir dringend, nicht noch mehr “Öl ins Feuer zugießen” und ich überlege, ob er(oder sonstwer) mir dieses Feuer androht. Aber halt,halt, halt! – Ich hab doch mal vor mehr als dreißig Jahren als Beamter auf die Freiheitlich- demokratische Grundordnung geschworen! Jetzt ist guter Rat teuer. |
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Da werden leider sehr treffend die geistigen Armseligkeiten unserer Tage benannt: "...erzählt mir, man solle zwar immer für die Freiheit eintreten,aber manchmal müsse man sich halt zurückhalten und aus “strategischen” Gründen auf Kritik verzichten..." .
"Aber halt,halt, halt! – Ich hab doch mal vor mehr als dreißig Jahren als Beamter auf die Freiheitlich- demokratische Grundordnung geschworen! Jetzt ist guter Rat teuer." Tja, wenn sie das weiterhin ernst nehmen können auch Sie den Job verlieren. |
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schrieb am
09.09.2010 um 18:28
@ alle
na ja, bin da vielleicht nicht gaaanz so skeptisch. Muss ab morgen wieder dafür sorgen, dass ich meine volle Pension erhalte.(In ein paar Jährchen). Irgendwie bin ich da doch ganz froh, dass ich nicht vom "Freien Unternehmertum" bezahlt werde, sondern "von uns allen".Obwohl, wenn ich da so an "Bertelsmann und Co" denke...Pseudonyme sind, glaub ich, ziemlich leicht zu "knacken", besonders bei wohnortnahen blogs , oder? Aber ich will mich nicht in Verschwörungstheorien verlieren. Es grüßt, little Louis |
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@ j-ap, mh, little louis
Zunächst möchte betonen, dass ich das Buch von Sarrazin nicht gelesen habe und nicht mal im Traum daran denke, es käuflich zu erwerben. Aber das ist irrelevant, da es in meinem Beitrag darum ging, Ungereimtheiten in der medialen Rezeption und dem anschließenden Diskurs in der Öffentlichkeit aufzuzeigen - es ging mir nicht um eine Exegese des Buchtextes. Zu Punkt 1: Nein, ich weiß nicht mit Sicherheit, in welchem sozialen Milieu die "Pro-Sarrazin-Fraktion" tatsächlich zu verorten ist. [wobei ich die Aussage, dass es sich bei den Befürwortern Sarrazins um eine Bevölkerungsmehrheit handelt, die sich primär aus FDP-Wählern und Hauptschülern zusammensetzt, für eine weitere Ungereimheit halte - egal, sei`s drum....] Aber ich weiß sehr wohl, welche politische Weltanschauung diejenigen vertreten (haben), die sich in der Öffentlichkeit als Fürsprechen für Sarrazin exponieren - z.B. Roger Köppel, "die Welt" und natürlich die notorischen Kulturkämpfer der "Achse des Guten" (von den Hetzern des "PI-Blogs" mal ganz zu schweigen...) etc. etc. etc. Ich möcht es mal vorsichtig formulieren: Deren Haltung ist eher staatskritisch. Überdies sind sie einem "Gesellschaftsverständnis" zugeneigt, wie es in den USA vorherrscht - also ein relativ heterogenes, staatsfernes und auf das Individuum ausgerichtetes Gesellschaftsmodell. Folgerichtig gibt es in den USA den Ausdruck "Integration" nicht als poltitischen Begriff (der sachlogisch ein homogenes Gesellschaftsverständnis voraussetzt.) Ergo: Man müsste von ihnen eigentlich erwarten, dass sie auch dem Begriff "Integration" kritisch gegenüberstehen und insbesondere Sarrazins Ideen zur Eugenik /Bevölkerungspolitik scharf verurteilen. Darüber hinaus könnte man annehmen, dass Sarrazins-These dort durchaus für eine Nachgeburt "sozialistisch-totalitären" Gedankenguts gehalten werden müsste. Vor diesem Hintergrund deren Sarrazin Begeisterung eine Ungereimtheit (Es macht -u.a.- dann wieder Sinn, wenn man einen Großteil ihrer früheren Argumentationen für reine Spiegelfechterei hält...) Zu Punkt 2: Wie J-ap ganz richtig geschrieben hat, deckt sich dies natürlich bis zu einem gewissen Grad mit dem, was ich eben unter Punkt1 geschrieben haben. Demokratie bedarf gewisser Grundannahmen (die in der Verfassung verankert sind) an denen Sarrazin aber gerade kräftig rüttelt - z.B: die Gleichwertigkeit der Menschen unabhänig von Religion, Geschlecht und sogar der Intelligenz. Und genau darin liegt der Grund, warum Ralf Dahrendorf und Otto Stammer etc. die neo-machiavellistischen Herrschafts- u. Elitetheorien zu verbannen versuchten und in ihren Schriften durch die Idee der demokratisch-pluralen Funktions- u. Leistungseliten ersetzen. Aber schon (u.a.) Pierre Bourdieu hat darauf hingewiesen, dass die Konzepte a la Dahrendorf in der Verwirklichung Defizite aufweisen und dort Einfallstore geöffent werden, durch die anti-demokratische Herrschaftsideen durchschlüpfen konnen. Und genau das erleben wir momentan. PS: Natürlich hab`ich den satirschen Charakter des amüsanten Artikels von U. Winkelmann erkannt - das macht ihn ja gerade amüsant. |
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@Skepsis
Es mag sicher einfache Pro (weiß) & Contra (schwarz)-Zuordnungen zu Sarrazin geben, aber ich denke die Graumischungen überwiegen, bei näherem hinsehen, also Zustimmung oder Ablehnung in einigen Punkten = differenzierte Sichtweisen. Dann gibt es noch die zusätzliche Diskussion, was den Umgang mit Sarrazin in der Öffentlichkeit, den Medien, der politischen Klasse, etc. angeht. Dabei wird oft der Fehler gemacht, das, wer diesen kritisiert oder der Meinung ist Sarrazin hätte ein Recht das alles zu sagen ohne das er dafür Sanktioniert wird, sojemand sofort zum "Sarrazin-Fan" erklärt wird. |
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@Skepsis
Es mag sicher einfache Pro (weiß) & Contra (schwarz)-Zuordnungen zu Sarrazin geben, aber ich denke die Graumischungen überwiegen, bei näherem hinsehen, also Zustimmung oder Ablehnung in einigen Punkten = differenzierte Sichtweisen. Dann gibt es noch die zusätzliche Diskussion, was den Umgang mit Sarrazin in der Öffentlichkeit, den Medien, der politischen Klasse, etc. angeht. Dabei wird oft der Fehler gemacht, das, wer diesen kritisiert oder der Meinung ist Sarrazin hätte ein Recht das alles zu sagen ohne das er dafür Sanktioniert wird, so jemand sofort zum "Sarrazin-Fan" erklärt wird. |
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Ja, die Behauptung, dass Sarrazins Thesen uneingeschränkt die Meinung der Bevölkerungsmehrheit widerspiegelt, halte ich ebenfalls für eine Mythenbildung. Ich denke (und hoffe), dass die Mehrheit nur gewissen Aspekten der Diskussion zustimmt.
Apropos Mythenbildung: Die Meinungsfreiheit Sarrazins muss von niemanden geschützt werden. Sarrazins Buch wurde vorab in der BILD-Zeitung und dem SPIEGEL abgedruckt - also den beiden (Print-)Leitmedien in Deutschland, wodurch es einem großen Publikum zugänglich gemacht wurde. Darüber hinaus dominiert das "Thema Sarrazin" seit geraumer Zeit die öffentliche (und mediale) Disussion. Wer allerdings mit kontroversen Thesen in die Öffentlichkeit tritt, muss das Echo abkönnen - denn auch der WIDERSPRUCH ist Bestandteil der Meinungsfreiheit. Mal nebenbei bemerkt: Das Buch Sarrazins wird voraussichtlich das Buch der verstorbenen Richterin Kirstin Heisig "Das Ende der Geduld" von dem Spitzenplatz der Sachbuch-Bestsellerliste verdrängen. Es hätte also nicht Sarrazin bedurft, damit der interessante Teil der ganzen Debatte - nämlich die Probleme der Integration - in Gange kommt. |
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Um mal kursorisch ein paar Themen aus dem Blog aufzugreifen.
Erstmal schließe ich mich den Äußerungen an, dass Schulpflicht kein brauchbares Mittel ist um die Bedingungen für Bildung und Chancengleichheit zu verbessern. Warum nicht? Weil sie den Schülern Faulheit und Lernunwilligkleit unterstellt. In einer bestimmten Entwicklungphase, bei mir war das so eine rebellische Phase in der neunten/zehnten Klasse, mag das durchaus zutreffen. Vermutlich wird das aber durch ein Schul- und Unterrichtsmodell, in dem die Schüler nicht zu neugierigem Nachforschen und Nachfragen ermuntert werden, sondern als mit Wissen zu füllenden leeren Gefäßen betrachtet werden eher verstärkt. Es herrscht doch mittlerweile in bundesdeutschen Lehrerzimmern ein struktureller Pessimisus, was die Leistungsfähigkeit und Lernbereitschaft der Schüler angeht, der nicht ohne Folgen bleiben kann. Ganztagsschulen können vielleicht sinnvoll sein, aber auf jeden Fall auch mehr Mut zu neuen Formen des Unterrichts! Zeitarbeit ist eine wirklich ärgerliche Sache. Ich denke, aber auch aus anderen Gründen als mh sie benennt. Als Alternative zu einer Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse, um die Rente zu sichern, könnte man ja auch eine Arbeitszeitverkürzung fordern mit dem langfristigen Ziel einer bedingungslosen, existenzsichernden Grundversorgung für alle. Auf welchem Wege und in welcher Form das passieren könnte ist Zukunftsmusik. Und, ja, Chancengleichheit ist bei unterschiedlicher materiellen und kultzrellem Kapital im Herkunftsmileu eine Illusion. |
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schrieb am
10.09.2010 um 01:16
Hab nach Illner/Lanz wieder ein wenig Mut gekriegt.Deswegen kommentiere ich vorläufig weiter:
Der Großinuisitor der SPD hat also gesprochen.Fazit: Buschk. hat eigentlich Recht. (War seit 10 Tagen unumstritten.) Sarrazin hat jetzt eigentlich auch weitgehend Recht. Aber weil er ein Eugeniker ist, soll er trotzdem rausgeschmissen werden. (Gabriel).Die Protestbriefe kamen mehrheitlich ja nicht aus der Partei. Stimmt`s? Ist Sarr. ein Befürworter der Euthanasie? Ich konnte sein Buch noch nicht lesen. Und noch etwas: Was halten SPD- Mitglieder eigentlich von "Pränataler Diagnostik"? Würden sie bei Vergewaltigung der Mutter oder bei höchstwahrscheinlicher Behinderung des Kindes einer Abteibung zustimmen? Oder: Wessen Menschenwürde würde missachtet werden, wenn eine Bevölkerung sich entschließen würde, ihren "Genpool" aktiv zu steuern? (Angeblich bevorzugen die US-Amerikaner bei der Immigration ja die Asiaten wegen ihrer"höheren Intelligenz".) Fragen über Fragen. |
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SKAL!
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der biologische teil des buches ist abgetrennt von den thematiken, die man bei sarrazin nun alle zusammeklopft.
einen punkt hat gabriel emacht, den sarrazin mE so, wie dargestellt, nicht gemeint hat. sarrazin hat als ex-finanzsenator von berlin und generell zahlenaffiner mensch einfach den anspruch, gelder sinnvoll zu verteilen ... selbst dann, wenn er sie den eliten zukommen lässt. daraus bastelt sich gabriel nun den eugenikbeweis, auf dessen basis er sarrazin rausschmeissen will. ohne thea dorn wäre das gestern aber eine ziemliche gabriel-show geworden... der hat das extrem gut hinbekommen. was den rauswurf betrifft, hat er alle türen offengehalten. das aber von anfang an. sarrazin muss das nur "zurücknehmen" oder widerlegen, es so gemeint zu haben. mfg mh |
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Ja, vielleicht liegt diesbezüglich tatsächlich eine "Déformation professionnelle" Sarrazins vor - was gleichsam erklären würde, warum er sich in seinen Argumentationsfiguren bei Vilfredo Pareto bedient - der ja nicht nur Soziologe war, sondern vorallem ein exponierter Vertreter der neoklassischen (Wohlfahrts-)Ökonomie (siehe - "Pareto-Verteilung").
Thea Dorn ist das beste Beispiel dafür, wie sich jemand, der sich noch gestern in der Pose des (neo-)libralen Aufklärers gefiel, in dieser Frage öffentlich zum Affen macht. Aber wahrscheinlich ist das Generien von Distinktionsgewinnen, einigen Leuten dann doch wichtiger, als schnöde sozial-politische Inhalte (was macht eigentlich Ulf Poschardt......): |
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"einen punkt hat gabriel emacht, den sarrazin mE so, wie dargestellt, nicht gemeint hat. sarrazin hat als ex-finanzsenator von berlin und generell zahlenaffiner mensch einfach den anspruch, gelder sinnvoll zu verteilen ... selbst dann, wenn er sie den eliten zukommen lässt.
daraus bastelt sich gabriel nun den eugenikbeweis, auf dessen basis er sarrazin rausschmeissen will." Das ist bei mir auch so rüber gekommen. "ohne thea dorn wäre das gestern aber eine ziemliche gabriel-show geworden... der hat das extrem gut hinbekommen." Ja, Thea & Gabriel das war schon nicht schlecht, sie war ein guter Gegenpart (hat sie eigentlich ihre Strümpfe falsch herum angehabt - oder trägt man das jetzt so -, ich dachte immer der Streifen gehört nach hinten) :-)))) Gabriel ist ein Fuchs & begnadeter Selbstdarsteller, dürfte ein Glück für die SPD sein, wenn er bei seinem Job bleibt und keine Kanzlerambitionen hat, aber das nur nebenbei. Ansonsten finde ich es Kleinkariert das er Sarrazin rausschmeißen will, auch wenn: "was den rauswurf betrifft, hat er alle türen offengehalten. das aber von anfang an. sarrazin muss das nur "zurücknehmen" oder widerlegen, es so gemeint zu haben." Aber so läuft nun mal Politik. |
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Türkische Männer: Das sind doch alles ramponierte Wesen >> is.gd/f49Er
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Wenn ich nicht wüsste, von wem der Spruch kommt, könnte man ihn glatt für rassistisch halten.
Ramponiert sind wohl eher diese Dame, Kelek & Co. |
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die aussage in der form, hat die faz konstruiert... sie sagte das vollkommen anders.
bleibt die frage: warum ist sie nun ramponiert? mfg mh |
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Lieber Mh,
Was so alles "ramponiert" ist, das können Sie an folgendem Clip zu einer Pilotsendung mit Stuckrad-Barre als Moderator und Talkmaster, sowie Herrn Sarrazin als Testgast, sehen. Das war im Juni: Hinweis. Abgesehen vom wirklich miesen Format dieser ZDF-neo Übung für das zuküftige deutsche TV-Publikum, überrascht doch die Einförmigkeit der Fantasien: www.youtube.com/watch?v=_-_NvnXAIBk 2. Hinweis: Ab Kilometer 20.20 (min), wird es besonders spannend. Allein das ist schon mit keinem Grundwert der SPD vereinbar. Da sollte man dann doch besser freischaffend tätig sein. Liebe Grüße Christoph Leusch PS: Interessant ist auch die Reaktion des Testpublikums. Das müssen alles sehr medienaffine Leute sein und dazu noch die Loge. Man staunt Bauklötze. |
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Der Sarrazin, der olle Spielverderber. Mit dem will bestimmt keiner "wer bin ich?" spielen.
Andererseits hat er damit sicher Stuckrad Barres Erwartungen voll erfüllt. |
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WattEnScheid!
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Die Frage ist natürlich immer ob man etwas sehen möchte oder nicht. Aber eigentlich geht es hier doch darum, dass die Türken eine Art neue Arbeiterklasse sind. Was für ein Witz, dass ausgerechnet ein Mann mit dem Namen Sarrazin die Keule der Politischen Unkorrektness gegen die Sarazenen schwingt. Einfach charakterlos.
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Beckmann als Hinrichter.
Naika = Dummheit in Schönheit (trotz Soz.-Pol.) |
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auf der website von naika foroutan findet man u.a. zwei ausführliche linksammlungen
Dossier zur Debatte um Islamkritik 2010 www.heymat.hu-berlin.de/debatte_islamkritik Dossier zu Daten/Statistiken bezüglich Menschen mit muslimischem Migrationshintergrund www.heymat.hu-berlin.de/datenintegration |
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was ich dort übrigens nicht gefunden habe, sind belastbare zahlen von naika selbst, die sie überall rumposaunt und die bekanntermaßen ständig wechseln. die sie auch mal ankündigte.. aber da habe ich mich sicher nur verhört.
der von ihr untersuchte personenkreis ist jedenfalls 250 personen stark. im vergleich hierzu, umfasst der mikrozensus 1% der bevölkerung. das wären in deutschland dann 800.000 personen. mfg mh |
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sarrazins abfindung hätte nach regulärem maßstab bei 800.000 euro gelegen. das sind 66,6 jahre lang 1.000 euro mehr im monat.
mfg mh |
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1001,001001 euro um genau zu sein.
gab es nicht auch einen blog für verschwörungstheorien hier?vielleicht könnten wir die diskussion dorthin verlagern.... |
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mir ging es nicht um den diabolischen aspekt, den überlasse ich euch, sondern vielmehr um die widerlegung des aktuellen vorwurfs, dass der deal zum nachteil des steuerzahlers wäre.
mfg mh |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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