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Es ist schwierig unter obiger Überschrift auf etwas hinzuweisen, das ich selbst fabriziert habe, bei dem ich mir aber vorstelle, dass es für Freitag-Leser interessant sei. Zielgruppe und so.
Ich find Werbung wirklich blöd. Und bei der Diskussionsrunde, die ich neulich im Hamburger Kunstverein dokumentieren durfte, wurde es mir an vielen Stellen wieder deutlich: Vor allem mag ich viele der Menschen nicht, die hinter der Maschinerie stehen, die "nur der Gewinnmaximierung" dient, wie es später am Abend ein Redner aus dem Publikum zwar verwirrend, aber im Kern richtig zusammenfasste. Mir ist die vermutete kapitalismusbejubelnde Grundhaltung suspekt. Die ethische Verantwortung von Werbung/WerberINNEn und die Frage nach dem Sinn von 20 "verschiedenen" Waschpulvern (der Werbung nötig macht) muss öfter laut diskutiert werden, finde ich. Das hat die Veranstaltung getan. Da das Podium jedoch mit einem anderen Ziel gestartet ist, nämlich neue Werbestrategien etc. mit Branchenkennern zu erörtern, war das in den zwei Stunden nur ein überraschender und für mich erfrischender Seitenpfad, der da eingeschlagen wurde. In der Werber-Stadt Hamburg kann man also auch anders. Prima.
Meine Frage (an mich) war aber auch nach dieser Veranstaltung wieder: Lüg ich mir nicht in die eigene Tasche, wenn ich Werbung als Kommunikationsform ablehne? Wer weiß Rat?
Auch um zu testen, wie Video im Freitag-Blog gehen kann, binde ich hier mal den ersten Teil der Doku ein (wobei insbesondere in Teil 3 und Teil 4 oben genanntes Thema angegangen wird):
Alle vier Teile und mehr Informationen finden sich hier (nicht als Werbung gemeint): www.checkdisout.com
Auch wenn am Anfang ein paar Logos eingeblendet werden, das Ganze ist eine sich gerade so selbst tragende und nicht auf Gewinnmaximierung angelegte Sache. Sag ich mal so.
Zudem haben wir alle Doku-Teile unter folgender Lizenz veröffentlicht:
www.creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/
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Werbung hieß ja auch mal Reklame, bevor die Werbebranche uns eine Gehirnwäsche verpaßte.
Danach kam mal kurzzeitig die steile Behauptung auf, Werbung sei Kunst. Natürlich von einer Werbeagentur lanciert. Für mich ist und bleibt es Reklame - das Wort sagt viel besser, was die so machen. |
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Reklame: von afrz. "re-clamer" > zurückrufen? Was ist daran besser als Werbung? Klingt nur netter weil es älter ist, oder?
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Nein, es klingt auch billiger und schriller, wie auf dem Jahrmarkt.
"Werben" kannst Du z.B. um jemanden, den Du liebst. Dadurch ist das viel schöner konnotiert. Es aht auch sonst etwas Vornehmeres, z.B. wenn Du Dich be-wirbst. Auc wenn Du etwas e-wirbst, hat das viel mehr Stil als die Reklame. |
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@ I.D.A. Liszt
Was den Umgang mit Entscheidungsträgern der Werbung so absurd gestaltet ist, dass sich diese Leute wirklich als Künstler verstehen. Was natürlich klar ein Missverständnis ist. Manche Werber entscheiden sich tatsächlich für die Kunst. Siehe "Andy Warhol". Manche Künstler arbeiten auch in & mit der Werbung. In diesem Fall spricht man von Angewandter Kunst. Nicht immer entsteht dann auch Kunst. "Lavazza" arbeitet ( z.B. 2007 ) bevorzugt mit Künstlern. Manchmal sind diese Zwitter aus Kunst & Kohle dann aber auch so grottenschlecht, dass ( in diesem Fall ) die Italiener das mit Humor sehen. Und sich in TV-Shows darüber lustig machen. Über jene Espresso-Werbung von Lavazza. Im Moment wird wieder fleissig im Print-Bereich geworben. In Deutschland inwischen etwas dezenter mit den Motiven. Aber immer noch provozierend kitschig. Werbung ist ohne Zweifel ein Kulturgut. Sie spiegelt den geistigen & wirtschaftlichen Zustand der Gesellschaft wieder. Über Werbung kann man alles verändern. Man muss nur wissen wie. In der Werbung tümmeln sich sehr viele die nicht so begabt sind. |
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@ Chrisamar:
Ja, das stimmt. Werbung ist ein Kulturgut. Und sie widerspiegelt auch sicher den geistigen und wirtschaftlichen Zustand unsere Gesellschaft. Es gibt auch Künstler, die Werbung machen. Ist deswegen Werbung Kunst? Ich will es mal drastisch fomulieren: Es gibt Automechaniker, die Karate treiben; aber ist deswegen Kfz-Technik ein Kampfsport? ;-) In Ordnung: Es gbt jede Menge plumper "Reklame" und wenige gute "Werbung"? Können wir uns so einigen? |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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