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0,8% sind wenig, aber tatsächlich auch zu wenig für kulturell anspruchsvolles Fernsehen? Wo sind die Maßstäbe?
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Wenn arte (wieder mehr) Mut zu Experimenten und neuen Formen (z.B. Themen-Abende bzw. Themen-Schwerpunkte) finden würde, könnte aus dem Mini-Spartenkanal ein Avantgarde-Stück innovativer Medien-Konvergenz werden.
Warum z.B. arte nicht seine durchaus umfassend ins Internet eingebundenen Inhalte, Themen und Farben intelligenter und nachhaltiger "in die Zielgruppen" trägt, bleibt mir ein Rätsel. Hier liesse sich gerade bei einem Sender, der - als einziger frei empfangbarer TV-Sender - so viele Programm-Inseln für junge Talente und innovative Formate bietet, durch z.B. Interaktion neue Publikumsgruppen gewinnen. "arte goes YouTube" muss sich schliesslich nicht darin erschöpfen, dass arte-Beiträge per Fenster-Häppchen zu rezipieren sind. Das könnte arte auch auf eigenen Domains - und mit dem richtigen, netzaffinen "Marketing" wäre hier ein deutlicher Schritt in Richtung Publikum und Interaktion getan. Meine ich... Denn so richtig Plog die "anfängliche" Mission von arte als "späten Teil der dt.-frz. Völkerverständigung" identifiziert - so sehr liegt m.M.n. Plog daneben, wenn er arte als nur auf Kultur ausgerichtet sieht. Denn: was ist denn Kuiltur ? Politik - basiert auf der Kultur der Massen. Unterhaltung - ist immer an bestehenden und sich entwickelnden Kulturen orientiert. Mediennutzung - ist Kultur. Bildung - ganz klar: Kultur. Also sehe ich arte als Katalysator der sich nach wie vor entwickelnden (zentral-)europäischen Gesellschaft und ihrer weit über den konventionellen Kulturbegriff reichenden Lebensumstände. Da es aber einen verantwortlichen Umgang - im Sinn der Beteiligung von Medien und Publikum - an der sowohl politischen, der sozioökonomischen wie auch der kulturellen Entwicklung seitens der etablierten Mainstream-Medien (ör-/Privat-TV, Presse) so gut wie gar nicht (mehr) gibt...sollte und könnte arte hier wegweisend voranschreiten. Und für eine derartige Institution sollte uns (denn w i r finanzieren arte per GEZ und Steuern) keine Investition zu teuer sein. |
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Was mich wundert ist, dass teuer produzierten Beiträge anderer europäischer öffentlich-rechtlicher Sender nicht im Internet zur Verfügung stellt. Ich kann verstehen, dass bei Filmen so wohl Urheberrechte verletzt würden aber was ist mit dem restlichen Programm. Wäre ich ein europäischer Rundfunkdiktator so würde ich auf einer einheitlichen Plattform alle europäischen öffentlich-rechtlichen Programme (mit einstellbaren Untertiteln) zur Verfügung stellen. Dies würde neben einer "europäischen Identität" und einem erhöhten Interesse aneinander sicher auch die Sprachkenntnisse der Europäer enorm fördern. Und falls das Problem sein sollte, dass man gebürenfinanziertes Fernsehen nur den Bezahlern zugänglich machen darf so stelle man das System doch einfach auf (europäiche?) Steuern um!
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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