Sarah Rudolph

Buchstabensüchtig

04.08.2011 | 14:56

Irgendwie Links: Magnus Gäfgen, Anonymität und Blogs


Donnerstag, 04.08.11

Kindsmörder Gäfgen erhält Schmerzensgeld, Deutsche Welle

"Gäfgen hatte 2002 den elfjähigen Jakob von Metzler entführt und später in seiner Wohnung erstickt. Anschließend verlangte er Lösegeld von den Eltern - eine Million Euro für das Leben ihres Sohnes, als Jakob schon gar nicht mehr lebte. Um das Versteck des Jungen zu erfahren, hatte ein Polizist Gäfgen damals im Verhör mit "unvorstellbaren Schmerzen" gedroht. Nun forderte der Mörder eine Wiedergutmachung für das, was ihm im Polizeiverhör widerfuhr. Er leide unter psychischen Spätfolgen der Folterdrohungen, argumentierte er. Doch ein Gutachter konnte nicht genau feststellen, ob die psychischen Probleme daher resultierten oder doch eher aus der zerstörten Lebensperspektive, nachdem Gäfgen als Mörder verhaftet und verurteilt wurde."


Postkarten gegen die Fluggastdatenspeicherung , netzpolitik.org

"Wer jetzt in den Urlaub fliegt, oder schon dort angekommen ist, sollte sich nämlich darauf einstellen, dass beim An- oder Überfliegen bestimmter Lufträume zahlreiche Daten (Name, Wohnadresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, verfügbare Zieladressen und -Telefonnummern, Kreditkarteninformationen, eventuelle Mitreisende, Flugzeiten, Buchungsklasse, eventuelle Sitzplatzpräferenzen, Wünsche zur Verpflegung, Informationen zum Gepäck, Name des Reisebüros, Sachbearbeiter der Buchung, Reisestatus…) gespeichert, weitergegeben und ausgewertet werden können."

 

Pseudonyme sind nicht Anonyme, notizblog

"Es mag eine Binsenweisheit sein, aber hier deshalb nochmal ausdrücklich: Pseudonyme funktionieren nicht. Genauer: es mag einige wenige Leute Leute geben, die unter schwierigen Bedingungen per Pseudonym über Jahre verborgen bleiben. Und es gibt sicher Millionen von Pseudonym-Nutzern, für deren Identität sich niemand wirklich interessiert.

Wenn es jedoch hart auf hart kommt, können die wenigsten Menschen ihre Spuren restlos tilgen. Sei es aus mangelnder technischer Kompetenz, Ego-Gründen, Zufall oder wegen politischer Manöver der Gegner. Und wenn der Damm einmal gebrochen ist, kann man ihn nicht mehr aufbauen."


Von der "selbstständigen" zur "kommunalen Schule",Wolfgang Lieb, Nachdenkseiten

"Betrachtet man die laufenden bildungspolitischen Debatten aus diesem Blickwinkel, stellt sich heraus, dass es neben dem Diskurs um die „Selbstständige Schule“ längst einen neuen gibt, der – zumindest bundesweit betrachtet – ersterem zunehmend den Schneid abkauft. Es ist dies der Diskurs um die Kommunalisierung von Schule, unter den Schlagworten „Kommunale Schule“ oder „Kommunale Bildungslandschaft."


Blogs im Diskurs, Robert Basic

"Die Gretchenfrage ist: Wenn der Nutzer bereits bei der Anwendung der Kommunikationstechnik Blog vor einem Problem steht, wird er das erst recht, wenn er entscheiden muss, wann er wozu welche alternativen Werkzeuge anwendet. Die Unterschiede sind rational kaum ausformulierbar. Es erscheint diffus. Im Gegensatz zum Griff eines Hammers oder Messers. So kann ich ohne Weiteres ein Blog als Vernetzungstool nutzen, meinem sozialen Gruppenantrieb nachgehen, lösungsorientiert in der Gruppe arbeiten, auch unmittelbar kommunizieren. Das könnte ich ebenso über soziale Netze und Foren, ohne dass ich bloggen müsste."

 

 

 
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Kommentare
ed2murrow schrieb am 04.08.2011 um 16:35
Zur Anonymität im Netz folgendes von Johannes Kuhn in www.sueddeutsche.de/digital/debatte-ueber-online-identitaet-anonymitaet-im-netz-darf-nicht-verschwinden-1.1127377 :

"Umgekehrt können Pseudonyme sogar Schutz bieten: Foren für Missbrauchsopfer oder Opfer seltener Krankheiten könnten nach der Zuckerberg-Logik dicht machen, Beamte und Angestellte in Foren jede berechtigte Kritik an ihrem Arbeitgeber unterlassen, regimekritische Blogger in Unrechtsstaaten sich gleich freiwillig bei der Polizei melden. Die Internet-Bürgerrechtsorganisation "Electronic Frontier Foundation", der Entrepreneur Jyri Engeström und Flickr-Gründerin Caterina Fake nennen Beispiele, in denen eine freie Meinungsäußerung im Netz ohne Pseudonym gefährlich wäre. Eine Studie zur Gesichtserkennung zeigt, dass wir unsere Identität ohnehin kaum schützen können, sobald ein Foto von uns im Netz existiert - wieso sollten wir also dazu verpflichtet werden, gleich alle Informationen über uns preiszugeben?"

Übrigens einer der wenigen Artikel der SZ, in dem es richtige Verlinkungen gibt. Es lohnt sich, denen nachzugehen.
GeroSteiner schrieb am 04.08.2011 um 17:14
Klarnamen sollen ja vieles verhindern, unter anderem Trolling, Verbalattacken und -injurien.

Hach, ja. Wenn Sie das wirklich könnten, dann wäre die "Welt da draußen" ein friedliches Paradies.

Übrigens - Mord, Betrug und Entführung ist in der realen "Welt da draußen" sogar gesetzlich verboten. Meines Wissens gibt es trotzdem Menschen, die sich nicht dran halten. Das Pikante dabei: in der realen Welt werden die Pseudonyme der Täter sogar von den Ermittlern vergeben. Der Handtuchmörder. Der Softeis-Killer. Der Ripper von...

Komisch, dass das noch niemandem aufgefallen ist, dass das Modell der wirklichen und realen Welt bezüglich der Kommunikations- und Umgangsformen auch etwas mit der virtuellen und digitalen Welt zu tun hat.

Das Pseudonym ist wie ein virtuelles Ganzkörperkondom. Es zeigt Umgangsformen und Bildung, Kommunikations- und Konfliktverhalten und ist diesbezüglich gewissermaßen gefühlsecht. Es schützt uns vor den virtuellen Bedrohungen, aber wenn man sich dabei zu sehr aufbläht oder aneckt, dann platzt es auch schon mal. Den resultierenden Zustand des betroffenen Users könnte man dann im übertragenen Sinne als "Unheilsschwanger" bezeichnen.
ebertus schrieb am 04.08.2011 um 18:37
Mein Eindruck seit der SZ-Community in 2007 bis zum hier und heute ist, dass der Schutz durch Anonymität im Einzelfall angezeigt ist, sinnvoll sein kann.

Dass jedoch andererseits die sog. Beisshemmung bei anonymen Nicks, gar Multinicks wesentlich schneller fällt als bei namentlich bekannten oder leicht realtweltlich zu identifizierenden, virtuellen Figuren.
ed2murrow schrieb am 04.08.2011 um 18:54
Lieber Gero,

vor ein paar Tagen hat Maike Hank zu
www.indiskretionehrensache.de/2011/07/google-plus-deutschland-nutzung/
verlinkt, ein paar Tage später auf
www.konstantinklein.com/2011/07/liebe-internet-nichtversteher.html

Das ergibt mit dem Blog von leelah und dem Artikel von Johannes Kuhn einen Diskurs. Und der lautet in meiner Interpretation - In den Gesellschaften, in denen das Netz eine starke kommunikative Plattform darstellt, hat das geschriebene Wort in Teilen die Rolle des gesprochenen eingenommen. Es ist ebenso volatil, nachhaltig oder (un)substantiiert, wie ehedem das, was "von Mund zu Mund" gegangen ist. Es hält sich ebenso hartnäckig. Die Nichterkennbarkeit von Autoren ist dabei das Pendant zu dem, was bei einer Versammlung unter freiem Himmel 10.000 Menschen sind. Es böte die Chance, vom Menschen, der etwas sagt/schreibt zu abstahieren und die Aussage selbst zum Gegenstand der Beschau zu machen.
ebertus schrieb am 04.08.2011 um 18:31
Wenn mein Kind Opfer wäre, so würde ich mit Sicherheit anders darüber denken, müsste man mich ggf. selbst und auch zur eigenen Sicherheit festsetzen.

Im konkreten Fall bin ich jedoch froh, in einer aufgeklärten, einer rechtsstaatlichen, der christlich-abendländischen Leitkultur zu leben. Die Alternative wäre Selbstjustiz, Lynchjustiz bis hin zum staatlichen Gemeinmachen mit Menschenverachtung jedweder Couleur. Nicht besser sonst, als dieses "wir haben ja auch Geiseln" eines FJS zur Hochzeit der RAF; überliefert in einem ZEIT-Interview mit Helmut Schmidt.

www.taz.de/Reaktionen-auf-Gaefgen-Urteil/!75715/
poor on ruhr schrieb am 04.08.2011 um 19:06
@ebertus

"Im konkreten Fall bin ich jedoch froh, in einer aufgeklärten, einer rechtsstaatlichen, der christlich-abendländischen Leitkultur zu leben. Die Alternative wäre Selbstjustiz, Lynchjustiz bis hin zum staatlichen Gemeinmachen mit Menschenverachtung jedweder Couleur."

Sehe ich auch so.
Lee Berthine schrieb am 04.08.2011 um 18:35
Für mich ein Unding, dass dieser Gäfgen, der einen Jungen umgebracht hat, auch nur einen Cent bekommt, in diesem Zusammenhang ist das Wort "Entschädigung" irgendwie komplett daneben.

Hi Sarah, du bist mir als "Pseudonym" Leeelah übrigens genauso recht bzw. links ;) oder lieb gewesen wie jetzt mit deinem richtigen Namen.
Ich vermute, das liegt daran, dass sich deine Inhalte und Interessen nicht mit einem Namen verändern...

LG Lee
Jan Fremder schrieb am 04.08.2011 um 18:44
Zitat: "Hi Sarah, du bist mir als "Pseudonym" Leeelah übrigens genauso recht bzw. links ;) oder lieb gewesen wie jetzt mit deinem richtigen Namen."

Es ist in diesem Fall auch nicht so gravierend, da auch der Realname einer ausreichenden k-Anonymität genügt. Sind noch genug andere da, die so heißen.
Lee Berthine schrieb am 04.08.2011 um 19:14
Hi Jan,
was ist nochmal k-Anonymität?
Hilf mir auf die Sprünge, danke.
Jan Fremder schrieb am 04.08.2011 um 19:30
Hi Lee,

wie im letzten Satz stand, es sind noch genug andere da. Man ist eine Person aus k vielen.
Wenn es insgesamt 10 Leute gibt, die so heißen, dann k=10 in Bezug auf den Namen.
Kommen noch andere Merkmale hinzu (z.B. Geburtsdatum) dann nimmt k weiter ab, es kommen weniger Personen infrage auf die es zutrifft. Bei k=1 ist die Person eindeutig zu identifizieren.
Lee Berthine schrieb am 04.08.2011 um 21:15
verstehe, danke fürs Erklären.
Sarah Rudolph schrieb am 05.08.2011 um 11:50
In dem Fall ist es ja - um die ganze Sache ad absurdum zu führen - sogar so, dass leelah, miss_leelah und vor allem das leeelah mit den 3 e viel eindeutiger zu identifizieren ist, als der "Allerweltsname" Sarah Rudolph.

Das ist auch bei vielen Bloggern oder Twitterern der Fall, was ein nicht unerheblicher Punkt in der ganzen GPlus-Klarnamen-Debatte ist.
ed2murrow schrieb am 04.08.2011 um 20:26
Zum Themenkomplex Gäffgen ist Prantls Kommentar
www.sueddeutsche.de/panorama/nach-folterdrohung-gegen-magnus-gaefgen-falsche-genugtuung-fuer-den-kindermoerder-1.1128206
nicht wirklich etwas hinzuzufügen.
GeroSteiner schrieb am 04.08.2011 um 21:03
Kernsatz: "Auch ein Widerling hat Anspruch auf die Segnungen des Rechtsstaats."

Es gibt eben in einem Rechtsstaat nur Gleichheit im Recht, nicht Gleichheit im Unrecht - sonst wäre es ein Rächstaat.
Rahab schrieb am 05.08.2011 um 07:39
doch, da ist noch einiges hinzuzufügen!
zum beispiel meine verwunderung darüber, dass das folterverbot für den staat immer noch zu den segnungen und nicht zu den selbstverständlichkeiten gerechnet wird.
und daran anschließend die frage: wie kommt es, dass so viele (wie es scheint), das 'archaische strafbedürfnis' immer noch nicht überwunden haben?
und daran weiter anschließend die frage: welche behandlung ließen diesselben menschen sich wohl gefallen, würden sie zu recht oder zu unrecht eines verbrechens/vergehens/einer ordnungswidrigkeit verdächtigt?
GeroSteiner schrieb am 05.08.2011 um 10:24
Das ist viel zu differenziert Rahab, außerdem viel zu weit gedacht und viel zu klug.

Diese Welt braucht einfache Regeln, nicht mehr als zehn, am liebsten Hauptsätze, keine Relativsätze, keine Konsekutivsätze und schon gar keine Konditionalsätze.
Lee Berthine schrieb am 06.08.2011 um 10:52
...manchmal ist es schon Folter, von allen möglichen Verbrechen und Verbrechern zu lesen und zu hören, und weder etwas dagegen tun zu können noch den Opfern beistehen zu können.

Mit anderen Worten: schalt die Nachrichten an, und du kannst deine tägliche Dosis Folter schon mal vorkosten.

Eine verbale Androhung von Folter, hm, ja das ist psychologisch wirklich unverantwortlich.
Rahab schrieb am 06.08.2011 um 11:09
es zwingt dich nichts und niemand, dir die lügen vom tage reinzuziehen.
und wenn es dir ein herzensbedürfnis ist, opfern beizustehen: der möglichkeiten sind viele.

alles kein grund, das kleinkindliche rachebedürfnis an einem 'kriminellen' auszutoben.
Lee Berthine schrieb am 06.08.2011 um 11:15
@ Rahab

wie recht du hast.

Und genau deshalb "zieh" ich mir die Lügen vom Tage möglichst selten rein.

Und lass mir auch nichts reindrücken.

Beistehen tue ich nun erstmal mir selber, bevor ich wieder das Samariterhemd anziehe...; )
Rahab schrieb am 06.08.2011 um 11:43
damit hätten wir ja schon mal einen unterschied zu folter festgestellt: bei folter kannst du nicht entscheiden, ob du sie dir reinziehen willst. da hast du allerhöchstens und dennoch nur scheinbar die möglichkeit, sie durch ein geständnis zu beenden.
luggi schrieb am 04.08.2011 um 21:09
Ach, Pseudonyme sind eine ganz alte Anwendung ... also zu Zeiten, als es noch kein Internet gab. Beispiele? Stalin, Lenin, Brandt, Winkelalmvater, Roy Black ...
Kein Thema um sich aufzuregen; es gibt Wichtigeres!
Lee Berthine schrieb am 04.08.2011 um 21:18
..,Fallada, Tiger und Panther, Celan /Antschel, und viele andere mehr, die sich Kunstnamen gaben.
Komisch, mir fallen grad keine Frauen ein.
ebertus schrieb am 04.08.2011 um 21:25
GeroSteiner schrieb am 04.08.2011 um 22:07
Udo Jürgens
Rex Dildo
B. Traven
Bart Simpson
James Stewart
Dolly Buster
Dolly das Schaf
Fernet Branca
Angela Merkel
Graf Dracula
Papst Benedikt XVI.
Lee Berthine schrieb am 04.08.2011 um 22:13
@ebertus

wusst ich nicht, lustiger Name.
Lee Berthine schrieb am 04.08.2011 um 22:14
Dolly --, dann doch lieber Dollar!
Lee Berthine schrieb am 04.08.2011 um 22:14
letzteres @Gerosteiner
luggi schrieb am 04.08.2011 um 22:24
Spitzbart
Birne
luggi
Allmächtiger
Derda
GeroSteiner schrieb am 04.08.2011 um 23:12
Haribos Goldbären waren alle mal gelb. Erst durch Kreuzung mit dem Magentabären und dem Cyanbären aus dem Langnese-Zoo konnte die grünen und roten Bären in diese Welt gelangen.

Es wird langsam politisch. Zur Zeit ist aber nicht geklärt ob die Bären in den Packungen nun koalieren, koagulieren oder kopulieren.
GeroSteiner schrieb am 04.08.2011 um 23:56
Robin Hood
Lee Berthine schrieb am 06.08.2011 um 10:56
...ich glaube, Gummibärchen ondulieren oder berolinen.
Lee Berthine schrieb am 06.08.2011 um 10:56
...ich glaube, Gummibärchen ondulieren oder berolinen.
Uwe Theel schrieb am 04.08.2011 um 22:32
Am Rande:

Das Pseudonym (griechisch ψευδώνυμος, -ον, psevdónymos – wörtlich „fälschlich so genannt“ von τὸ ψεύδος, psévdos – „Lüge“ und ὄνομα, ónoma – „Name“)

ergo: Es warimmer der andere!
GeroSteiner schrieb am 04.08.2011 um 23:05
Ich benutze kein Pseudonym, sondern ein Proenzym.
Uwe Theel schrieb am 05.08.2011 um 00:16
Ich dachte Du bist immer contra?
GeroSteiner schrieb am 05.08.2011 um 10:26
Ich bin auch dagegen, dass ich immer contra bin.
Sarah Rudolph schrieb am 05.08.2011 um 12:18
Um Benjamin Griffey bzw. Casper zu zitieren: Anti alles. Für immer.
Zeitleser schrieb am 04.08.2011 um 22:41
Wir sind ich-verrückte Wesen und unser Meister ist Fernando Pessoa, der sich - zur Belustigung seiner Freunde - gleich x Identitäten verschaffte, die sich untereinander heftig bekämpften. Glückliches Portugal, das sich in der Melancholie über die eigene, ja immer ephemere Existenz - Saudade genannt - nicht in Tränen, sondern im Lachen wohl fühlte.

Wie sagte er doch: "Ach, dass ich nicht alle Menschen und überall bin". Das ist Vornehmheit, Einsicht usw.
GeroSteiner schrieb am 05.08.2011 um 10:35
Die Zyniker wissen, dass unsere Lage ernst und hoffnungslos ist.
Ja, es ist ernst, aber nicht hoffnungslos, sagen die Deutschen.
Die Österreicher hingegen sagen, es sei zwar hoffnungslos, aber nicht ernst.
Nur die echten Humoristen finden, dass es weder hoffnungslos noch ernst sei.

Vielleicht sollten wir uns doch lieber an den Optimisten orientieren?
Die Optimisten hoffen, dass sie in der besten aller Welten leben.
Und die Pessimisten?
Die befürchten, dass das wahr ist.
tlacuache schrieb am 05.08.2011 um 11:12
Die Pessimisten in D sagen nicht Anne Frank aus/in KZ Bergen-Belsen sondern Dagobert Duck aus DuckTales...
Bad greeting`s from "deutsche Bank"...
Der Österreicher gruesst aus Braunau (schlechter Scherz...)
;-)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 07.08.2011 um 19:59
www.dw-world.de/dw/article/0,,15295625,00.html
Kindsmörder Gäfgen erhält Entschädigung

Gäfgens Tat war so perfide, weil er nicht nur das Opfer und seine Familie kannte, sondern offenkundig ein Vertrauensverhältnis bestand. Die Familie von Metzler hatte sich für Gäfgen als Nachhilfelehrer für den kleinen Jakob entschieden. Das muss bis heute schrecklich sein für die Hinterbliebenen, die Mitschüler und deren Eltern. Kann deswegen der Rechtsstaat noch so lauthals oder auch nur indirekt geäußerten Rufen nachgeben, wonach Straftätern mit dem Hinweis auf eine verbrochene Straftat, wie grausam sie auch ist, ihre (Grund-) Rechte verwirkt haben?
Ob einem das passt oder nicht, gemäß Gesetzeslage ist die menschliche Würde unantastbar. Deshalb verzichtet unser Rechtsstaat u. a. auf die Folter und deshalb müssen Proteste gegen dieses unsittliche Rechtsinstitut umso lauter ausfallen, wenn es in unserem Staat zur Anwendung kommt.
Gäfgen hatte ein Recht auf ein folterfreies Verhör. Der Frankfurter Polizeichef Daschner hat sich aber nicht an Recht und Ordnung gehalten, was umso schwerer wiegt, weil er gerade dafür einstehen muss, als Beamter hat er einen Eid geleistet. Konsequenterweise wurde Daschner 2004 zu einer Geldstrafe von über 10.000€ verurteilt. Da mag das Verhalten Daschner menschlich noch so nachvollziehbar sein, da mag der Beamte durchaus meine Sympathie haben, aber hier konnten die Gerichte zu keinem anderen Urteil kommen.
Wenn jetzt auf die strafrechtliche Verurteilung Daschners die zivilrechtlichen Konsequenzen folgen und der Mörder entschädigt wird, weil ihm Unrecht geschehen ist, dann geschieht dies nicht nur auf der der Grundlage von Gesetzen, sondern auch wegen der ihnen zugrunde liegenden Normen und Werte.
Wir können uns nicht über andere Länder - die USA- mokieren und das diesem ehemaligen Polizeipräsidenten durchgehen lassen. Unser Rechtsempfinden ist offenkundig so ausdifferenziert, dass wir einräumen, auch Mördern kann Unrecht geschehen, ja und deshalb haben auch Mörder ein Recht auf eine ordentliche Rechtsprechung und das ist auch gut so!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 07.08.2011 um 20:02
das Verhalten Daschners
Sarah Rudolph
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