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Einsam ist man in den Highlands.
Seit den Highland Clearances im 18 Jahrhundert gibt es nur sehr wenige Dörfer, geschweige den Städte im nördlichen Zipfel Britanniens. Im Gegensatz zu Menschen begegnen einem Wanderer lediglich Schafe, für deren Einführung damals schottische Clanchefs und Aristokraten verbündet mit englischem Adel und Unternehmertum Platz brauchten. Siedlungsraum für Schafe, der durch die Vertreibung abertausender schottischer Landbewohner v.a. in die Industriemetropole Glasgow und nach Amerika bereitgestellt wurde.
In der Blüte des angelsächsichen Kapitalismus (Manchester-Kapitalismus) sind diese ‚ökonomischen Säuberungen’ ein Beispiel für die Wertschätzung des Menschen in solch einem System. Die Bauern Schottlands waren für die Landbesitzer schon lange zu unproduktiv und der Preis von Wolle und Fleisch sagte den Besitzenden jener Jahre so eindeutig zu, das Mittel und Wege gefunden wurden eine Kultur zu zerstören, Zigtausende zu entwurzeln.
Als Wanderer heute, findet man in den einsamen, gras- und farnbewachsenen Hügeln und Senken vor allem eine Ruhe wie man sie in Deutschland eigentlich nur in der Uckermark wiederfinden kann. Die Highlands: Uckermark mit Hügeln.
Und das ist es auch was ich gesucht habe, was gemeinhin mit Schottland verbunden wird und was mich an diese Reise erinnern wird. Die weitgestreckte, erhabende Landmasse, in der das Wetter so wandelbar ist wie der Kapitalismus selbst. Unvorhersehbar kann sich der Zustand in Windeseile drehen, aber grundsätzlich bleibt das Schema gleich Regen und Wind, dann kurz Sonne, hin und wieder Sturm.
Als die Wikinger noch ihre Streif- und Siedlungszüge unternahmen, war Schottland dichtbewaldet. Die wenigen Bewohner betrieben Fischfang und Ackerbau. Zu Beginn der Industrialisierung holzte man den Wald immer stärker ab, um Holzkohle für das Empire herzustellen, bis schließlich, wie heute, kaum noch Wald die Hügel bedeckt. Die gewachsene Clanstruktur der schottischen Landbevölkerung musste dann der organisierten Massenschafzucht weichen. Und dann kam nichts.
Heute säumen zwar immer noch viele Schafe die Weiden, doch ausschließlich als Fleischproduzenten, die anderen Verwertungswege des Viehs sind zu arbeitsaufwendig und damit nicht konkurrenzfähig. Man kann auch wieder vereinzelte Wälder erblicken, aber diese verraten aufgrund ihrer Quadratur, dass sie kein Aufforstungsprozess, wie man ihn aus Deutschland kennt, darstellen, sondern ebenfalls dem Kahlschlag dienen. Schnell angebaut, in Reih und Glied, dann im abgesteckten Gebiet komplett gefällt und weiterziehen nächste Fläche roden.
Und wer hätte vor 100 Jahren wohl gedacht, dass Schottland, und vor allem die Highlands heute einen wesentlichen wirtschaftlichen Pfeiler im Tourismus (v.a. Wandertourismus) erhalten. Die wenigen verbliebenen Highlander bieten heute Gästezimmer oder Schiffsrundfahrten an, eröffnen ein Pub, oder gleich eine Hotelanlage. Oft wird Schottland nur wegen seiner Landschaften und seines Whiskeys bewundert, aber man kann hier viel mehr erfahren, zum Beispiel wie der Mensch und sein Kapitalismus ein Land geformt haben.
Weiter in den Westhighlands verdrängt der Niederschlag die Sonnenstunden zu einer außergewöhnlichen Angelegenheit. Überhaupt könnte der Landstrich als Land der Bäche bezeichnet werden, jeder Hügel führt ein paar dieser Wasserströme die, das Eisen aus ihm herauswaschen und so braun und schaumig die Klippen herunterspringen, dass man meint die Quelle von Guiness gefunden zu haben. Von überall fließt das Nass zu einem es quillt aus dem Boden, fällt von den Hills und gießt aus dem Himmel.
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"You'll take the high road
and I'll take the low road and I'll be in Scotland afore ye Where me and my true love will never meet again On the bonnie bonnie banks of Loch Lomond..." Das Fehlen von Wald generell auf den britischen Inseln erschreckt mich immer wieder. Ich fand Schottland mancherorts aber doch überlaufen - und zwar von Australiern. |
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Hab keine Australier getroffen... Da waren zwei alte weibliche Iren (Irinnen?) und ein Deutscher ansonsten noch ein paar Schotten, vielmehr auch nich auf den Wanderwegen... ah ja Nacktbaden im Loch Lomond war befreiend und der Ben Lomond (3000 FUß:)), der war wirklich en bisl überlaufen
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Sie Glückliche/-r! In mir hat sich jetzt das Vorurteil festgefressen, dass Australier genau so sind, wie man sich US-Amerikaner immer vorstellt.
Blöd, mir fällt grad auf, dass ich in 7 Monaten in keinem einzigen Loch baden war. Ein "downer"! Waren Sie vielleicht auch in Loch Ness? |
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nee vom Loch mit dem Monster habch mich ferngehalten, war nur im Lomond, der hat sich aba gut geeignet um Schweiß vom stundenlangen Schleppen abzuwaschen..
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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