mKlenk

paso critico

16.07.2010 | 18:44

Oaxaca- ein Dorf in Angst part II

Der Bürgermeister holte erneut aus um etwas zu sagen, aber wusste scheinbar nicht die rechten Worte zu finden. "….äh…okay. Am Besten wir schauen, ob jemand fehlt und wenn nicht: geht doch bitte alle wieder zurück an eure Arbeit!" stammelte er. Alle schauten sich an. Manch einer ging im Kopf die Gesichter durch. Doch so richtig konnte keiner etwas entdecken. Pedro dachte sich, dass irgendwer fehlte. Er wusste es, konnte die Person aber nicht beim Namen nennen. Plötzlich hatte er eine Eingebung, einen Trieb, dem er nachgehen musste. Zu seinem Vater sagte er leise und unter vorgehaltener Hand: "ich komme gleich zur Arbeit, Padre, lass mich noch kurz etwas überprüfen". Sein Vater, voller Vertrauen zu ihm, nickte nur und ließ ihn gewähren.


Pedro ging langsam los, um nicht auffällig zu wirken. Von der Hauptstraße aus ging er kurz vorm Ortsausgang nach links und dann rechts einen kleinen Trampelpfad entlang, der an einem Berg nach oben führte. Es war der Weg zum Mirador, ein kleiner Hügel, von dem aus man einen guten Blick über das Dorf und die Einfahrtswege hat. Im 19. Jahrhundert wurde es vor allem zum Ausspähen von kommenden Feinden genutzt, in einer Zeit in der seine Gemeinschaft auf der Flucht vorm Staat und repressiven Organen war, und sich hier oben in den Bergen eine neue Bleibe und Heimat erbauen konnte. Heute war es sehr beliebt von den Dorfbewohnern zum Entspannen und, wie Pedro hörte, um sich mit seiner Geliebten zu treffen und romantische Momente zu erleben. Außerdem können die Ausländer, die jetzt immer häufiger als Touristen hierherkommen, ein paar nette Momente verbringen. Pedro mochte den Platz um zu grübeln, seinen Geist fliegen zu lassen und an die Welt da draußen zu denken. Als er am Pfad, der nach oben führte ankam, begann er endlich zu rennen. Keuchend aber in sehr kurzer Zeit kam er oben an und blieb plötzlich mit offenem Mund stehen.

Dort lag eine Person, halbnackt auf dem Bauch liegend und dem Gesicht auf die Erde zeigend. Es war eine Frau, die ihm bekannt vorkam. Er bekam Angst, ist es Susana!? Die Tochter von Don Ignacio, dem Kaktusbauern, sie war es, die fehlte, als man sich beim Bürgermeister traf. Ihr Kleid war hochgezogen und ihre Unterwäsche lag ein paar Meter weiter weg. Die Beine voll von blauen Flecken und Blut. Er ging auf sie zu, langsam und zögernd, drehte dann mit all seinem Mut den Kopf um und erschrak vollends.

 
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mKlenk
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