Nazis? Sagen Sie das nicht. Nazis können wir hier nicht gebrauchen. Was denken Sie über uns? Nein, nein, hier ist alles in Ordnung. Es hat sich auch noch nie jemand beschwert.
Was gegen Ausländer? Wo denn, wer denn? Hier, am türkischen Imbiss ist immer voll. Da geht jeder hin. Oder zum Thai. Gutes Essen, muss man sagen. Was denken Sie, was der für einen Umsatz macht, da muss unsereiner lange für arbeiten. Klar, die schuften auch für ihr Geld - aber hier leben wollen und sich auf die faule Haut legen, das geht natürlich nicht.
Es sind ja nicht alle so anständig sind, wie unser Türke um die Ecke. Das muss man auch mal sagen. Kürzlich stand ich am Zeitschriftenstand bei uns im Supermarkt, und meinen Einkaufswagen hatte ich extra schon an die Kasse gestellt, da merk ich, wie sich einer vordrängelt und sein Zeug vor mir aufs Band legt. War natürlich ein Türke.
Ich sage nicht, dass die alle so sind, oder dass die hier einen Islamstaat machen wollen, aber die sind eben ein anderes Leben gewohnt. Rücksicht nehmen, zum Beispiel, kennen die ja gar nicht.
Das haben wir in Deutschland gelernt: Toleranz ist das Wichtigste. Und das man sich anpasst. Wer immer nur sein eigenes Süppchen kochen will, hat hier nichts zu suchen. Und viele wollen sich ja gar nicht anpassen. Das sage nicht nur ich, das ist allgemein bekannt, das können Sie auch nachlesen.
Man weiß auch nicht, was die den ganzen Tag so treiben. Man will es auch gar nicht wissen. Ob da immer alles mit rechten Dingen zugeht... Diese Leute ziehn sich ja doch sehr zurück. Größtenteils wollen die gar nichts mit uns zu tun haben, da könnten wir sie noch so freundlich empfangen.
Wer weiß, was da dahinter steckt.
Wir sind jedenfalls vorsichtig und solange die sich nicht integrieren, bleiben wir auch unter uns.
Oft sind das ja Kriminelle. Was denken Sie, was da im Hinterzimmer geht. Nicht alle, klar, aber wie soll man das auseinander halten? Die sprechen ja auch kein deutsch.
Das fängt schon mit den Kindern an. Ich habe zu meinem Sohn gesagt:
„Der Murat und der Giuseppe sind nicht dümmer als andere Kinder, aber ihre Eltern wollen nicht, dass sie unsere Sprache lernen.“
Da hat mein Sohn gesagt: „Die sprechen doch beide ganz normal und der Murat hat eine Eins in Deutsch.“ Wahrscheinlich haben die in der Schule Nachhilfe bekommen.
„Siehst du“, habe ich meinem Sohn gesagt, „wer will, der kann auch, aber bezahlt hat das der deutsche Steuerzahler.“
Das ist ja für viele das Problem. Wir zahlen zahlen drauf und die nehmen sich, was sie kriegen können. Nee, nicht alle, aber fragen Sie hier mal rum, da kann Ihnen jeder eine Geschichte erzählen. Fragen Sie mal die Frauen, was die sich von denen anhören müssen.
Mein Sohn ist bestimmt nicht dümmer als die, hat aber nur eine vier und bekommt keine Nachhilfe.
Der einfache Mann wird doch immer betrogen. Und jetzt das mit dem Terror. So weit kommt es dann nämlich. Und Sie können mir glauben: Wir alle sind empört! Das wollte keiner, und uns kann man bestimmt nicht die Schuld geben.
Nun gut, zumindest wird jetzt die NPD verboten und dann ist der rechte Spuk auch wieder vorbei.
Auf Döner werde ich vorerst verzichten. Der Verkäufer schaut mich so komisch an. Wird vielleicht Zeit, dass jemand anders in den Laden kommt. Vielleicht eine Wurstbude oder so.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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