mokkamilch

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08.06.2009 | 09:04

Politische Mathematik

Halten die Politiker ihre Wähler für naiv oder glauben sie sich mittlerweile ihre eigenen Lügen?

Es schien als hätten die Wahlkommissionen Ergebnisse für Wähler und Ergebnisse für Politiker getrennt voneinander veröffentlicht. Staundend folgte ich der Wahlberichterstattung auf ARD und ZDF. Bis auf jene von der SPD lauter gut gelaunte Politiker, die sich und ihre Erfolge feierten. Einer sprach sogar von Mehrheiten eines, also seines Lagers. Freude schönder Götterfunken, Jubelarien, Mehrheiten? Seltsam angesichts der Tatsache, dass alle Parteien zusammen - Volks- und Regionalparteien, ihre Verfolger und die Splittergruppen - nicht einmal die Hälfte aller Wählerstimmen für sich gewinnen konnten. Und von jenen 40 Prozent, die noch zur Wahl gingen, konnte keine Partei und auch kein politisches Lager die Hälfte aller abgegebenen Stimmen erobern. Wenn ich das mal so für mich und mit meinen mathematischen Kenntnissen überschlage, dann hat der stärksten politischen Kraft nach dieser Wahl nicht einmal ein Fünftel aller Wahlberechtigten ihre Zustimmung gegeben. Das kratzt nicht mal an dem, was ich mir unter einer Mehrheit vorstelle. Gewonnen hat bei der gestrigen Europawahl nur ein politisches Lager und das tatsächlich mit einer satten absoluten Mehrheit - das Lager der Nichtwähler. Es wäre interessant gewesen in den Elefantenrunden zu hören, was seine Vertreter zum Ausgang der Wahl zu sagen gehabt hätten. msc

 
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