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Indem wir über das Weltgeschehen reden oder schreiben, fördern wir durch sprachliche Ungenauigkeiten Ressentiments gegen Völker - wir nehmen sie in Sippenhaft für die Verfehlungen einzelner Bürger.
Wenn wir über unerfreuliche politische Dinge reden, reden wir oft von den USA oder den Israelis. Aber wer stellt denn die USA und alle anderen Länder? Es sind die Bürger der Länder und wie wir wissen sollten, hat der Großteil der Bürger keine aktive Teilhabe an Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Es sind wenige Menschen verschiedener Nationalitäten, die zu verantworten haben, was an verurteilenswerten Handlungen beklagbar ist. Für diese Tatsache muss meines Erachtens ein allgemeines Bewusstsein geschaffen werden.
Wie viele Leute mögen wohl der Meinung sein Israel gehöre vernichtet? Und warum? Nicht nur, weil hier kaum von israelischen Friedensbewegungen berichtet wird, sondern weil alle israelischen Bürger einbezogen werden, wenn wir beispielsweise sagen “Israel betreibe eine aggressive Siedlungspolitik” Es ist nicht Israel – es sind ein paar kranke Zionisten, die auch gegen ihre eigenen Bürger vorgehen, wenn die zu laut dagegen angehen wollen.
Die USA hat über 300 Mio. Einwohner. Nur eine kleine Gruppe der U.S. Bürger ist für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich zu machen. Warum spricht man also vom “Ami”, wenn über diese Verfehlungen gesprochen wird? Der amerikanische Bürger wird auch nur verarscht und systematisch verblödet.
Wir brauchen in der Tat eine Globalisierung – eine Globalisierung der Bürger die sich darauf besinnen, dass wir nicht miteinander verfeindet sind sondern gegeneinander aufgewiegelt werden. Die wahren Feinde sind in ihrer Anzahl eigentlich recht übersichtlich. Aber es ist im Empfinden natürlich etwas ganz anderes, wenn wir statt von diesen Einzelnen gleich von einer ganzen Nation reden.
Kein Volk ist böse! Besteht darauf, dass kein Volk so dargestellt wird. Nervt Redakteure! Wir sollen Zeitungen kaufen, dann sollen die Schuldigen benannt und nicht ganze Völker verunglimpft werden. Und für GEZ Gebühren können wir einen ordentlichen Sprachgebrauch erwarten. Seid "ungnädig" mir Freunden und Bekannten. Werdet bewusst mit eurer Sprache, globalisiert euch als friedliche Bürger.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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