morgenrot

Mittendrin oder so dazwischen

Blogbeiträge

01.03.2011 | 01:27 morgenrot

Wer darf mitmachen und wer nicht?

Zu Guttenberg bewegt die Gemüter, und meines auch. Meine Empörung über die Unehrlichkeit, über akademisches Fehlverhalten, über die unglaubliche Überheblichkeit, mit allem durchkommen zu können. Einfach indiskutabel. Meine ... >> mehr

Kommentare

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Wer darf mitmachen und wer nicht?

01.03.2011 | 01:27 morgenrot
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01.03.2011 | 15:46 Red Bavarian
»Es gibt wichtigere Dinge", sehe ich auch so. Zum Beispiel die erneute Hartz 4-Reform, die - obwohl herbeigesehnt - nicht wirklich im Zentrum der Nachrichten stand in der vergangenen Woche.« Richtig,...
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03.03.2011 | 02:00 morgenrot
Nun, das ist eine interessante Frage: Ist der Sozialdarwinismus wieder im allgemeinen Gedankengut als dominantes Prinzip verankert worden? Oder hat sich als neues Paradigma die "Verbetriebswirtschaftlichung" nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in den Köpfen und Herzen der Individuen festgesetzt (jeder ist sein eigener Unternehmer")? Oder treibt die allgemeine Angst als Reaktion auf vielfältige gesellschaftliche Veränderungen solche Ausschläge von Abschottung und Ausgrenzung voran? Oder von allem ein bißchen?
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03.03.2011 | 01:40 morgenrot
Mir fällt dazu eine wahre Geschichte ein: Lange Zeit hatte ich ein bißchen Mühe, mir die richtige Schreibweise von "zu Guttenberg" zu merken, im Unterschied zu dem Namen von Johannes Gutenberg, der als Erfinder der Buchdruckerpresse gilt. Dieser revolutionierte die Methoden der bisherigen Buchproduktion, indem er bewegliche Lettern, die sich hin und her schieben lassen konnten, verwendete. Heute frage ich mich: Hätte ich mir diese Umstände eigentlich machen müssen?
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So was braucht Zeit

Kultur | 30.01.2011 | 21:45 Matthias Dell
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01.02.2011 | 02:51 morgenrot
Manchmal, manchmal denke ich, dass diese Tatort-Kolumne/Kritik und ihre Diskussion politischer und politisch wirksamer ist, als alles andere, was ich hier (auch gerne) lese. Sie ist öffentlichkeitswirksam (das lesen mehr Leute, als so manchen Leitartikel). Und vor allem, es fühlen sich mehr Menschen angesprochen, als bei so manchem durchaus lohnenwertem und kaum kommentierten Leitartikel. Hier findet sich alles zusammen: - der Abgleich mit dem Regionalem (ist das so und ist das immer noch so?) - die Identifikation mit den Kunstfiguren (bleiben sie authentisch, gibt es Brüche, ist das noch zeitgemäß?) - die Widersprüche zwischen dem Alten und dem Neuen - die Sehnsucht nach Vertrautem und das Unbehagen mit dem langezeit Tradierten - die Beurteilung als Gattung "Krimi": Schnitt, Spannung etc. als eigenständige Dimension - der Vergleich mit anderen Formaten Mir macht das Spaß, mich regt das an (egal, wie mir die Tatort-Folge eigentlich gefiel), und zum letzten Schimanski, den habe ich empfunden als einen Wirrwarr von: Schön, dass es das noch gibt (so schön vertraut), Mitgefühl/Mitleid (der arme alte Mann, kann nicht mehr so wie er will, wird in seinen Möglichkeiten beschränkt, gehört nicht mehr dazu), Bewunderung (George hat es einfach drauf, das beste daraus zu machen), Bedauern (wie peinlich das auf den gealterten Schauspieler zugeschnitten wird) und vieles andere mehr.
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Die graue Ressource

Positionen | 25.01.2011 | 12:00 Stephan Lessenich, Silke van Dyk
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26.01.2011 | 23:28 morgenrot
Lieber wwalkie, ich befürchte: politisch heißt das gar nichts oder nicht viel. Einen Aufschrei zu erwarten: "Wir würden ja gerne (z.B. in reduziertem Maße arbeiten), aber wir dürfen nicht!" oder "Wir würden uns ja gerne ehrenamtlich engagieren, sind aber gar nicht so willkommen, unsere Fähigkeiten werden entgegen offizieller Verlautbarungen de facto nicht besonders wertgeschätzt" oder "Wir haben genügend geschuftet, jetzt sind uns andere Dinge wichtiger" ist wohl eher unrealistisch. Wie so häufig wird das Problem individualisiert und es verbleibt dem Einzelnen oder der Einzelnen überlassen, mit der Entwertung der eigenen Biografie und Lebensleistung im Spiegel der öffentlichen Debatte umzugehen. Einen Hoffnungsschimmer bildet der bereits in dem Artikel angesprochene Aspekt, dass es auch alternative Vorstellungen über "den Lebensabend" gibt, die sich gerade vor dem Hintergrund der in Jahrzehnten gemachten Erfahrungen und deren Reflexion bilden. Ein Beispiel: Es ist mir schon häufiger begegnet, dass Männer - auch Nicht-Akademiker - in späteren Jahren bedauernd reflektieren, dass sie nicht viel von ihren eigenen Kindern gehabt haben, weil sie in dieser Phase überwiegend mit Beruf und Karriere beschäftigt waren. Umso wichtiger wird ihnen quasi nachholend die Beschäftigung, das Zusammenseien mit ihren Enkelkindern. Das läßt sich auch mit ein bißchen oder ein bißchen mehr Propaganda nicht auswischen. Ob und inwiefern sich das auch öffentlich artikuliert, weiß man nicht.
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Promoviert mit Zahnlücke

Alltag | 23.02.2010 | 21:55 Axel Henrici
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07.08.2010 | 02:47 morgenrot
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die mangelnde Gegenwehr prekärer Hochqualifizierter nicht allein der Heterogenität der Betroffenen oder eventueller gewerkschaftlicher Verkrustungen geschuldet ist. Vor einigen Jahren sah ich einen sehr guten Bericht auf ARTE, der so glaube ich, den ungefähren Titel trug "Generation 1000 €" und sich mit der Situation der "Generation precaire" in Frankreich und ich meine auch in Italien beschäftigte. So wie ich das erinnere, war in dieser Dokumentation zwar weniger die Rede von organisierter Gegenwehr, aber es schienen sich zumindest ein anderes Bewusstsein und kulturelle Milieus herauszubilden, in denen ein stärkerer Zusammenhalt unterschiedlicher Betroffener herrschte (z.B. Kneipen, die zwar kostengünstig waren, aber ansonsten eher die milieuspezifischen Merkmale des Akademikertums trugen). In Deutschland wird die Problematik prekärer Akademiker allenfalls und allein als "Generation Praktikum" thematisiert, also als ein Problem des Übergangs vom Studium in den Beruf, und ansonsten überwiegend individualisiert. Vielleicht ist es an der Zeit, eine Plattform oder ein Forum zu schaffen, in dem zunächst einmal der Austausch der Betroffenen ermöglicht wird. - um der Isolation als selbstverschuldetes Einzelschicksal zu entrinnen (dabei war ich doch immer so leistungsorientiert) - zum Zwecke des Informationsaustausches typischer Themen wie Selbständigkeit und HartzIV (ich schätze beispielsweise das Forum "Tacheles" in bezug auf Hartz IV-Fragen sehr, bei spezifischen Fragen wie "Hartz IV und Freiberuflichkeit" wird es schon mal schwieriger) - um Aspekte von Selbstwirksamkeit unter diesen Bedingungen zu diskutieren (wie Kreativität, Selbstverwirklichung unter prekären Bedingungen) - und vielleicht könnte irgendwann die Entdeckung von Gemeinsamkeiten auch in die Entwicklung von Stragien der Gegenwehr münden...
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morgenrot
Sozialwissenschaftlerin und Pädagogin
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Zuletzt aktiv:
25.11.2011
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Logbuch
20:18
ed2murrow hat gerade einen Kommentar geschrieben.
20:17
freedom of speech? hat gerade einen Kommentar geschrieben.
20:16
doimlinque hat gerade einen Kommentar geschrieben.
20:16
KarinL. hat gerade einen Kommentar geschrieben.
20:14
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

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