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Was bleibt von diesen ersten Achtelfinalbegegnungen, ist, dass mit der Gewöhnung an die Vuvzelas die Schiedsrichterdebatte als großes Thema dieser WM bestehen bleibt. Ähnlich wie bei den Mannschaften, sollte sich ja auch die Qualität der Schiedsrichter im Verlauf des Turniers verbessern. Nur, wer in seinen ersten Partien eine gute Leistung erbringt, erhält überhaupt die Chance, weitere Spiele zu pfeifen. Dazu kommt das ohnehin harte Auswahlverfahren, bei dem die Schiedsrichter über Jahre hinweg beobachtet und kontrolliert werden. Für diese Weltmeisterschaft gab es eigens Vorbereitungs Camps für die Offiziellen. Kurzum, ein Schiedsrichter auf Weltniveau zu werden, ist fast so schwierig, wie es für die Spieler ist. Ein toller Film dazu ist übrigens "Die Schiedsrichter", eine Doku des WDR über das Leben der Profischiris. Ein bisschen absurder ist "Oi, Ref!", die fiktive Story eines Profischiedsrichters, der aus der Hooliganszene kommt. Sie habens nicht leicht, die Herren in türkis, rot und ja, auch traditionell schwarz.
Und trotzdem gibt es bei dieser WM subjektiv deutlich mehr und auch gröbere Fehler, als bei vorherigen Turnieren. Ein klareres Abseitstor, als das 1:0 von Argentinien gegen Mexico gestern habe ich selten gesehen, auch wenn es für den Linienrichter eventuell schwerer zu sehen war, weil der Ball sich zunächst in die andere Richtung bewegte. Die Diskussion um den Fernsehbeweis dürfte eher durch den deutlich hinter der Linie aufkommenden Treffer von Lampard gegen die Deutsche Nationalmannschaft angeheizt werden, beim südamerikanischen Duell gab es den Bildbeweis direkt. Offenstichtlich konnten die mexikanischen Spieler die Wiederholung des Tores auf den leinwänden im Stadion sehen, da sie nach einem Blick nach oben zurück zum Linienrichter liefen, um eine angregte Unterhaltung über seine Entscheidung zu beginnen. Der Fehler selbst kann passieren, auch wenn es auf diesem Niveau ärgerlich ist, interessant fand ich, dass Rosetti, als ehemaliger Weltschiedsrichter, nicht souverän genug war, die offensichtliche Fehlentscheidung seines Linienrichters zu widerrufen. Vielleicht gibt es klare Anweisungen von der FIFA, dass die Bilder nicht zuhilfe genommen werden dürfen, dann dürfte allerdings auch das Fragen eines Spielers nicht angewandt werden, um einen Pfiif zu negieren. (Zumal die nicht unbedingt soo genau mit der Wahrheit nehmen, wie Maicon nach seinem zweifachen Handspiel gegen Nordkorea). Rosetti taucht auch in der Schiedrichter Doku auf, die seinen Weg bis ins EM Finale 2008 begleitet, das er im Übrigen fehlerfrei leitete. In jedem Fall war die unsouveräne Reaktion von Rosetti bezeichnend für das Selsbtverständnis der Schiedsrichter, in dem Fehler allzu selten zugegeben und oft genug im Nachhinein relativiert werden. Bei beiden Spielen am Sonntag waren die Schiedsrichter an entscheidenden Wendepunkten der Spiele beteiligt.
Trotzdem: ein Fernsehbeweis wäre für die Fans schade, denn worrüber lässt sich schöner streiten und schimpfen, als über vermeintliche Fehlleitungen der Schiedsrichter? Außerdem würde es den Profifußball noch weiter vom Amateursport trennen und für dauernde Unterbrechungen sorgen. Die böten Raum für weitere Werbeeinblendungen wie in den amerikanischen Sportarten. Und noch schlimmer als Schirifehler im Fußball wäre eine weitere Kommerzialisierung.
(Foto: Yuri Cortez/AFP/Getty Images)
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Ca. 123 Milliarden Zuschauer haben das 2:2 von England gesehen. Und wie wäre es gelaufen, 3:2, 4:2 England zur Halbzeit?
Und bei dieser Medienbeobachtung direkt am Spielfeld, auch durch Fifa-Beobachter, ist es nicht möglich, innerhalb von 30 Sekunden diese klare Fehlentscheidung zu revidieren? Nach dem Tor zum 2:2 waren es irreguläre Verhältnisse, wie sonst bei Nebel hätte das Spiel abgebrochen und wiederholt werden müssen. ... Aber die Wettbewerbszwänge der Fifa-Weltmeisterschaft. "schlimmer als Schirifehler im Fußball wäre eine weitere Kommerzialisierung." Also, da kann ich ja nur lachen: 5 Meter vor der Mauer bei 123 kmh alles so lassen wie es ist. Man lacht sich doch schon kaputt über die Viertelfinalisten. Ich hielt es am Sonntag mit Jayne, anderer Blog hier, und bin nach dem 2:2 raus, Fahrrad fahrn. |
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Wieso hätte England nach einem verdienten Tor zum 2:2 Ausgleich innerhalb von 5 verbleibenden Minuten in der ersten Halbzeit das Spiel komplett drehen und 4:2 zur Pause führen sollen? Ich glaube zwar auch, dass das Spiel bei Anerkennung von Lampards Tor anders gelaufen wäre, aber diese These halte ich doch für ziemlich schwachsinnig. Lustig finde ich auch wie sich in der Champions League alle über den unnötigen vierten Schiri mokiert haben. So schwer es auch zu akzeptieren fällt, die deutsche Mannschaft spielt bei dieser WM zuweilen einen ganz ansehnlichen Ball. Wer damit nicht klar kommt kann ja demnächst Tour de France sehen oder Fahrad fahrn.
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Warum werden denn in den Stadien die Szenen auf Videoleinwand eingespielt? Also wenn ich mich nicht alles täuscht, ist das in der Bundesliag nicht so (in der 2. Liga definitiv nicht). Damit setzt man den Schiedsrichter ja noch zusätzlich unter Druck, wenn sich die Spieler die strittige Situation erst noch einmal in Ruhe ansehen, um dann direkt beim Referee lautstark zu reklamieren.
Also nichts für ungut, die Fehlentscheidungen haben schon eine recht hohe Dichte erreicht. Gerade das Lampard-Tor wird wohl in die Geschichte eingehen, doch die Videoübertragung im Stadion finde ich ja ätzend. |
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Hat mich auch überrascht. In der Bundesliga läuft das Spiel manchmal live aber Wiederholungen sind tatsächlich verboten, glaube ich. Das ist ziemlich inkonsequent. Gibt andererseits aber lustige Rudelbildung...
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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