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Während ich also beim bekennenden Meinungsblatt "Der Freitag" stöbere, schaue ich ab und an in die andere Röhre. Nein, nicht die Flimmerkiste, sondern den Backofen. Ich backe mein Brot selbst, gerade in diesem Moment ein süßes Weißbrot mit Cranberries. Ja, Cranberries sind so überbewertet wie Latte Macchiato Con Azúcar Marrón And A Dash Of Maple Syrup. Aber lecker ist es doch.
Leichte Kost findet sich auf meiner Fernbedienung ab Kanal 13. Davor liegen: ARD, ZDF, phoenix, BR alpha, BR, HR, MDR, 3sat, arte, ZDF info, EinsPlus, ZDF neo. Derzeit zahle ich dafür GEZ-Gebühren. Und für die gefühlten 50 Radioprogramme der öffentlich-rechtlichen Sender, insbesondere für das Deutschlandradio und das D-Radio Kultur.
Nun ist aber erstens fast jeder deutsche Haushalt in der Lage, diese Sender zu empfangen, sei es über die klassischen Apparaturen TV- und Radio-Empfänger, oder sei es über das Internet. Zweitens ist jeder Unterschichtenbürger selbst schuld daran, wenn er sich vom Privatfunk dumm halten lässt. Wer in Umfragen beklagt, dass er zu wenige Informationen darüber erhält, was in der Welt und vor seiner Haustür so geschieht, schaut und hört die falschen Sender. Wenn überhaupt der deutsche Staat einen Vorzug hat vor anderen, dann ist es der, dass sich dieser Staat (noch) ins Gesetzbuch geschrieben hat, dass die mediale Information seiner Bürger seine ureigenste Aufgabe ist, erfüllt von den öffentlich-rechtlichen Sendern.
Freilich darf man sich fragen, ob es wirklich nötig ist, dass bei einer Befragung eines Politikers Mikrofone von der ARD, vom ZDF, vom phoenix, vom BR, vom WDR zugleich auftauchen, oder ob nicht nur einen Angelhalter gereicht hätte. Ebenfalls ist die Frage berechtigt, ob Unterhaltungszeugs à la Carmen Nebel und Thomas Gottschalk nicht eher in die Privaten gehört, und das gilt auch für den Auswuchs an Pseudo-Polit-Shows wie Illner, Will, Plasberg et al. Mindestens so sehr wie für die Geldvergeudungen der Sorte Beckmann und Lanz.
Wie meine Antwort auf all diese Fragen lautet, ist offensichtlich. Ich plädiere für ein massives Gesundschrumpfen der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf ihren Auftrag, nämlich dem Bilden und Informieren der interessierten Öffentlichkeit. Aber das dann nicht mehr finanziert über eine obskure Gebühr samt einer Kolonne der Zeugen Jehovas zum Eintreiben derselben, sondern aus einer allgemein erhobenen Steuer.
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Ist TV nicht längst Nebensache? In den USA gab es einen ähnlchen Trend vor ein paar Jahren den Jeff Chester in seinem Buch "Digital Destany " recht gut beschrieben hat. Trotzdem hatten die Privaten, auch gerade durch die Hilfe von Al Gore, die Nase vorn.
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Hallo sachichma,
dass die Privaten durchaus gerne mal die Nase vorn haben, ist mir bewusst. Die Frage ist aber doch, was diese Nasen den unseren verpassen. Wissen? Stillen unserer Sensationsgier der Sorte "los, mach Wumms, Block 2!"? Amerikanische Politiker wie Al Gore haben im Übrigen ja bekanntlich die Neigung, mehr auf die Sensation als auf Wissensvermittlung zu setzen. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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