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Blog von mth

02.03.2011 | 15:49

Der Politlehrling

 

Walle! Walle 

Manche Strecke, 

Dass, zum Zwecke, 

Wohlklang fließe 

Und mit reichem, vollem Schwalle 

Zu dem Jubel sich ergieße.  

 

Und nun komm, du alter Besen! 

Nimm die schlechten Lumpenhüllen! 

Bist schon lange siech gewesen; 

Nun erfülle meinen Willen! 

in mein Flugzeug steige,

schreib mir nach dem Mund

tanz nach meiner Geige

tu es allen kund!

 

Walle! Walle 

Manche Strecke, 

Dass, zum Zwecke, 

Wohlklang fließe 

Und mit reichem, vollem Schwalle 

Zu dem Jubel sich ergieße. 

 

Seht, sie laufen wie ich's sage

Wahrlich! Lobeshymnen allezeit,

bis ans Ende meiner Tage

sind sie nur für mich bereit.

Wie die Wonne mich begleite!

Wie die Brust mir schwillt!

Wie aus jeder Zeitungsseite

Lobgesange quillt!

 

Halt ein! Halt ein!

Habe deine Gaben voll genossen

Musst denn gleich mein Totengräber sein?

Ach, ich merk' es! Wehe! Wehe!

Meine Lorbeeren sind verflossen!

Meine Arbeit wird gemessen

Hab' ich doch manch Ding vergessen!

 

Worauf am Ende mir der Titel wird verliehen.

Ach, sie laufen und bringen behände

meine Amtszeit jäh zu Ende!

So viele Fehler werden nicht verziehen!

Ach, wärst du doch nie geboren!

welche Abgründe tun sich auf

sie finden Stellen wohl zuhauf!

Wehe! Wehe! Ich bin verloren!

 

Nein, nicht länger 

Kann ich's lassen; 

Will sie fassen. 

Das ist Tücke! 

Ach! nun wird mir immer bänger! 

Welche Miene! Welche Blicke! 

 

Oh, du Ausgeburt der Hölle! 

Soll das ganze Haus einstürzen? 

Musst du jede neue Stelle

noch mit gnadenloser Häme würzen?

Verruchte Journallie, 

Die nicht hören will! 

Schandmaul, das du gewesen, 

Steh doch wieder still! 

 

Wollen sie's am Ende 

Gar nicht lassen? 

Will sie fassen, 

Ihnen einen Tritt verpassen

Dann ist die Medienschelte hoffentlich vorbei

Und ich atme wieder frei!

 

Wehe! Wehe! 

Jetzt schrei'n sie erst richtig los

Warum? Warum ist die Empörung groß?

Weite Teile

stehn in Eile 

Schon als Knechte 

der falschen Macht im Staate! 

Helft mir, ach! ihr hohen Mächte! 

 

Und sie speien!

Landauf landab hört man sie schreien.

Welch entsetzliches Geschreibe! 

Will denn keiner, dass ich bleibe?

Gott! Volk! CSU! Hört mich rufen!

Meine Not ist groß! 

Die ich rief, die Geister, 

Werd' ich nun nicht los. 

 

"In die Ecke, 

Karl Theodor! 

Deine Zeit als Minister ist vorbei!

Uns interessieren nur deine Skandale,

alles andre ist uns einerlei."

 

 

 

Frei nach J. W. Goethe

 

 
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