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Blog von mth

09.07.2009 | 21:55

Terry Pratchett - Unterm Rad. Ein Scheibenwelt-Roman

Nicht zufällig ist der neue Scheibenwelt-Roman Anfang Juli erschienen. Es geht um ein Radrennen, welches die Bewohner der Scheibenwelt in ihren Bann zieht. Hauptakteur ist eine bisher unbekannte Figur, der Rennfahrer Lance Starkimarm Beinstrong aus Lancre. Beinstrong hat alle Radrennen der letzten 20 Jahre gewonnen und schickt sich an, auch dieses Rennen zu gewinnen. Die Bewohner Ankh-Morporks jubeln ihm zu.

Natürlich bleibt ein solchen Großereignis nicht unbeachtet. Kleine und nicht ganz so kleine Verbrecher wollen mit am großen Rad drehen.

Neben den üblichen Gilden taucht erstmals die geheime Gilde der Dopingfahnder auf. Da die Dopingfahndung zwar komplett unsinnig, aber völlig legal ist, kann von einer Gilde eigentlich gar keine Rede sein. Um doch Gildenstatus zu erlangen haben die Mitglieder begonnen, leistungsfördernde Mittel herzustellen und zu vertreiben. Diese Initiative geht von einem alten Bekannten aus, der seit Geburt der Scheibenwelt die seltsamsten Mittel vertreibt: Treib-mich-selbst-in-den-Ruin-Schnapper, kurz Schnapper genannt.

Zunächst ist nicht klar, ob wenigstens diese Tätigkeit illegal ist. Fragt man die Bewohner Ank-Morporks, ob leistungssteigernde Mittel verboten sein sollten, kriegt man höchstens zu hören: "Wo kann ich die kaufen?"

Beinstrong ist mehrmals in Begleitung von Schnapper gesehen worden.
Alles hängt von der Entscheidung Lord Vetinaris ab:
"Lord Vetinari wusste Bescheid. Er wusste immer Bescheid. Seine Spitzel waren wie gewöhnlich gut unterrichtet. Er wusste, dass es von ihm abhing. Aber er wollte sich das Spektakel nicht entgehen lassen."

Dann beginnt die entscheidende Etappe. Beinstrong hat nur noch eine ganz ganz ganz kleine Chance, das Rennen zu gewinnen. Eine Chance von eins zu einer Million.

"Die Gilde der Dopingfahnder war hinter ihm her. Irgendwer hatte wieder gezwitschert, er spürte den heißen Atem der Follower. Es war immer das gleiche. Die Interviewmethoden der Gilde waren berüchtigt.* Immer purzelten ein paar ganz freiwillig erwähnte Namen auf die Listen der Gilde.
Jetzt hatte er also die Verfolger im Nacken. Die einen wollten ihm an die Gurgel, die anderen ans Blut.

 

 

* Keiner würde es wagen, in diesem Zusammenhang von Folter zu sprechen. Aber diejenigen, die es gewagt hatten, konnten es nicht mehr wiederholen. "

Es kommt, wie es immer kommt. Beinstrong gewinnt.

Inmitten des Jubels und Taumels erhebt sich Lord Vetinari. Innerhalb von Zehntelsekunden herrscht totale Stille. Mehr als nur die anwesenden Augen sind auf den Patrizier gerichtet. Wird er den Daumen heben oder senken?

"Lord Vetinari erhob sich. Eine neue Gilde durfte er nicht zulassen. Das empfindliche Gleichgewicht, dass sich während seiner Amtszeit zwischen den verschiedenen Gruppierungen herausgebildet hatte, durfte nicht gestört werden. Er konnte es sich nicht leisten, den Zorn aller Gilden gleichzeitig auf sich zu ziehen, wenn er weiter am Leben bleiben wollte. Andererseits --
'Herzlichen Glückwunsch, Herr Beinstrong, zum Gewinn der diesjährigen Rundfahrt. Du stehst zweifelsfrei als Sieger fest. Wie mich die Dopingfahndergilde', ein Rauschen ging durch die Menge, Boten wurden an entfernte Orte geschickt, versteckte Messer wurden gewetzt, 'informierte, ist dein Name auf ihre Liste gelangt. Ich schlage daher vor, du folgst mir in meinen Palast.'

Mit dieser kurzen Rede hat der Patrizier die Einnahme von leistungssteigernden Mittel bei Wettkämpfen verboten, die neue Gilde anerkannt und Beinstrong den Gewinn aberkannt. Beinstrong kommt ins Verlies, wird nach 5 Tagen aber erneut dem Patrizier vorgeführt. Dieser bietet ihm einen Handel an, wohl wissend, dass Beinstrong annehmen wird.

Mehr verrate ich hier aber nicht, Ihr müsst schon selber lesen!

 
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