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In französischen Fernsehen wurde gerade ein Experiment durchgeführt. In einer Quizshow bekam ein Kandidat für falsche Antworten von den übrigen Kandidaten Stromstöße versetzt. Ein Beispiel für gelungene und elektrisierende Fernsehunterhaltung. Experten runzeln die Stirn, aber das Publikum liebt solche Shows.
Jetzt soll das erfolgreiche Format auch im deutschen Fernsehen getestet werden. Thilo Sarrazin wird die Show unter dem Titel „Wer wird Reaktionär?“ moderieren. Die Kandidaten aus der Mittelschicht nehmen an einem kleinen Wasserwerfer Platz und richten den kalten Wasserstrahl so lange auf arbeitslose Migrantenkinder, bis sie endlich ihre Hausaufgaben machen. Die zweite Runde erfordert Kompetenz und Geschick: Per Joystick müssen die Kandidaten Arbeitslose erfolgreich durch ein Labyrinth von geladenen Selbstschuld-Anlagen steuern und anschließend im Niedriglohnsektor zusammen treiben, wo sie dann an einer Reste-Rampe in brauchbar oder unbrauchbar sortiert werden.
In der spektakulären Schlussrunde werden Langzeitarbeitslosen per Knopfdruck erbgutverändernde Westerwellen in die Hirnzellen gejagt. Ziel ist es, möglichst viele pickelige Mutanten zu erzeugen, die vor ökonomischer Fitness strotzend, auf offener Bühne ihr Nervenkostüm hochkrempeln und mit sinnlosem Fleiß Wachstum und Rendite sichern. Den erfolgreichsten Kandidaten winkt ein lebensähnlicher Westerwellness-Aufenthalt im Endlager für durchgebrannte Leistungsträger. Ein umstrittenes Experiment. Doch die Sarrazin-Show möchte unbequem sein und eine notwendige Diskussion auslösen.
Eine heitere Variante dieses Formats gibt es ab kommende Woche auf Sat1. Die verkabelten Kandidaten heißen Dieter Bohlen und Heidi Klum. Der Zuschauer hat die Möglichkeit, mit der Fernbedienung sinnvolle und nachvollziehbare Sätze in ihre Köpfe einzuspeisen. Das verursacht bei den Kandidaten unbeschreibliche Qualen. Über 80 Prozent der Deutschen sind dazu bereit.
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Nette Ueberlegung.
Aber vielleicht auch noch eine Show, wo Sarrazin verkabelt wird - drei Monate mit Hartz VI Einkommen auf Arbeitssuche, eine Einzimmerwohnung irgendwo in einem passenden Berliner Stadtviertel? Oder lieber in einer anderen Stadt - Dietzenbach boete sich an. |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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