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Der Beginn der Einleitung meiner Diplomarbeit im Fach Pädagogik (Studienrichtung Erwachsenenbildung und außerschulische Jugendbildung) zum Thema "Elternbildung. Erfolgsfaktoren und Zugangsbarrieren für benachteiligte Adressaten". Eine Kurzfassung der Arbeit findet sich hier.
Erziehung und soziale Ungleichheit haben mich immer beschäftigt und während meines Studiums stellte ich es fest, dass es in der Forschung nur wenige Verbindungen zwischen diesen beiden Themen gibt: Weder ist besonders ausführlich untersucht worden, wodurch sich das Erziehungsverhalten der unteren Schichten auszeichnet, noch wurden viele Konzepte entwickelt, um benachteiligte Eltern in der Erziehung zu unterstützen. In der Praxis sind Erziehungsschwierigkeiten in diesen Familien notgedrungen ein Thema, die Jugendhilfe greift aber erst ein, wenn bereits massive Probleme bestehen. Präventionsprogramme gibt es meist nur als Einzelprojekte. Ein flächendeckendes Angebot an Elternbildungsmaßnahmen, die den Bedürfnissen bildungsferner Schichten entgegen kommen, ist nicht vorhanden. Zwar erfreuen sich Elternkurse steigender Beliebtheit, für bildungsferne und ökonomisch benachteiligte Eltern existieren aber zahlreiche Zugangsbarrieren (vgl. Bauer, Bittlingmayer 2005). Auch auf anderen Gebieten der Erwachsenenbildung, insbesondere im nicht-berufsbezogenen Bereich sieht die Forschungslage nicht viel besser aus und nach adressatengerechten Bildungsangeboten sucht man vergeblich. Der in den 70er Jahren populäre Zielgruppenansatz verfolgte dieses Anliegen, wurde aber seitdem kaum weiterentwickelt und angewendet (vgl. Miller 2003: 7 f.). Um ihrem ureigenen emanzipatorischen Anspruch gerecht zu werden, ist es meines Erachtens höchste Zeit, dass die Erwachsenenbildung und die Forschung sich intensiver den Bildungsbedürfnissen von benachteiligten Adressaten widmen. Gerade im Bereich der Elternbildung spricht nicht nur die Benachteiligung der Eltern sondern auch die Betroffenheit der Kinder für eine Ausweitung der Angebote in diesem Bereich. Laut dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) haben alle Eltern einen Anspruch auf Elternbildung (SGB VIII, §16). Dabei sollen die Bedürfnisse von Familien in unterschiedlichen Lebenslagen berücksichtigt werden. In der Erwachsenenbildungsforschung bestehen allerdings erhebliche Defizite bezüglich der Bildungsbedürfnisse von bildungsfernen Adressaten. Die wenigen vorhandenen Arbeiten beziehen sich auf berufsbezogenen Bildungsangebote. Auch das „Präventionsdilemma“ - das Phänomen, dass benachteiligte Menschen nicht von selber Bildungsangebote besuchen, die ihnen helfen würden, ihre Situation zu verbessern (z.B. Gesundheitsprävention) ist nur unzureichend erforscht.
Literatur:
Bauer, Ullrich; Bittlingmayer, Uwe H. (2005): Wer profitiert von Elternbildung? In: Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, Jg. 25, H. 3, S. 263-280.
Miller, Tilly (2003): Sozialarbeitsorientierte Erwachsenenbildung. Theoretische Begründung und Praxis. 1. Aufl. Neuwied: Luchterhand.
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Nicht jeder soll Zugang zur Bildung haben.Wo kämen wir denn da hin!
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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