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Wie verrückt Vorurteile sein können merkt man am besten bei der Frage nach Arbeitslosenzahlen unter Migranten. Da wird Hochgeputscht, runter geschraubt,
gelogen, gebogen bis es für jeden etwas passendes gibt.
Das lustige an der ganzen Sache ist aber; Sind die Arbeitslosenquote bei Migranten niedrig, so muss man sich anhören dass die Ausländer den Inländern die Jobs wegnehmen würden. Ist die Quote aber hoch unter Migranten, so ändert sich auch die Stimmung und man unterstellt ihnen sehr schnell, dass sie ja nur die Sozialkassen plündern!
Doch manche der hiesigen Medienunternehmen schiessen auch den letzten Vogel ab, wie zum Beispiel die bekannteste Zeitung Deutschlands.
Diese Zahlen geben zu denken! Während der Ausländeranteil in Deutschland insgesamt weit unter 10% liegt, haben 20,1 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger keinen deutschen Pass!(hier zu lesen)
Und drei Monate später...:
Es sind Zahlen, die erschrecken! Ausländische Mitbürger – und diese Statistik der Bundesagentur für Arbeit erfasst nur die ohne deutschen Pass – bekommen im Schnitt mehr als doppelt so oft Hartz IV als Deutsche!....(hier zu lesen)
Als ich diesen Satz gelesen habe, dachte ich mir nur:" Wow, was für eine Statistische Atombombe?!". Wie jetzt, "die Bundesagentur für Arbeit erfasst nur die ohne deutschen Pass...". Die anderen Ausländer haben sich schnell eingebürgert damit sie bloß nicht in der Statistik auftauchen. Nur weil sie einen deutschen Pass haben sind es ja noch lange keine Deutsche, gelle!
Aber auch die Zahlen scheinen nicht so ganz zu stimmen, den oben wird von 20,1% gesprochen, wo anders aber von 18,6%. Wie soll man das verstehen?
Einig sind wir uns aber darüber, dass 80% der Arbeitslosen deutsche sind. Also deutsche ohne Migrationshintergrund, oder doch nicht...?
Wie viele Ausländer bekommen Hartz IV?
Die Gesamtquote liegt bei 18,6 Prozent. Bei Bürgern mit deutschem Pass liegt die Quote bei 7,5 Prozent.
Ich wusste gar nicht dass Ausländer mit deutschem Pass separat bei der Arge statistisch erfasst werden. Oder wie sonst ist der Satz gemeint"Bei Bürgern mit deutschem Pass liegt die Quote bei 7,5 Prozent"?
Ähm....
Und diese, ach so lustige Zeitung ist dann so lieb und klärt uns Leser dann doch noch ein bisschen auf.
• Woher kommen die großen Unterschiede?
Soziologe Prof. Christian Pfeiffer: „Viele Libanesen etwa waren zu Beginn Asylbewerber und durften nicht arbeiten. Dieser Lebensstil hat sich von Generation zu Generation durchgesetzt. Das Bildungsniveau ist extrem niedrig, Kinder gelten als Einkommensquelle, gearbeitet wird höchstens schwarz. Gerade die Libanesen haben sich oft in dieser Armutslage eingerichtet.“
Aha... und weiter?
• Was spielt noch eine Rolle?
Herbert Brücker, Institut IAB: „Es gibt Diskriminierung am Arbeitsmarkt. Ausländer werden oft gar nicht erst eingestellt oder werden bei Krisen zuerst entlassen.“
so so...
Das lustige aber an diesen Zahlen ist, dass die Arbeitsagentur nur auf 16,3 % Arbeitslose Migranten kommt. Da aber die Zeitung die Meinung vertritt sie hätten die Zahlen von der Arbeitsagentur für Arbeit, bemühen auch wir uns und geben die Zahlen für November 2011 frei.
November 2011
Arbeitslosigkeit registriert nach § 16 SGB III
52,2% Männer
47,8% Frauen
8,6% 15 bis unter 25 Jahre
1,5% 15 bis unter 20 Jahre
31,9% 50 bis unter 65 Jahre
19,0% 55 bis unter 65 Jahre
16,3% Ausländer
83,5% Deutsche
6,4% schwerbehinderte Menschen
Aber eins war mir schon immer klar, Männer sind faul. Daher, lasst uns die Männer abschieben und uns nur noch qualifizierte Frauen nach Deutschland holen.
Hoch lebe die Statistik!
Mustafa Celebi
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Das macht der Staat doch mit System, so hat er immer ein
Argument parat, egal von welcher Seite, immer gegen die Ausländer. |
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@Anchesa schrieb am 15.12.2011 um 20:14
Ich finde Statistiken irgendwie kaltherzig. Dort wird man nur zur einer Nummer deklariert und ist einer von vielen Prozenten. Niemand weiss was dahinter steckt oder warum diese Menschen arbeitslos geworden sind. Natürlich hat das System, so kann man schön Propagandieren und wahrt sein Gesicht dabei ;) |
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Ja, glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast...
Asylbewerber/innen dürfen nicht gar arbeiten, müssen aber trotzdem leben. Faules Pack. Weninteressiert schon, dass die meisten Asylbewerber gut ausgebildete Menschen sind (andere können sich eine Flucht meist gar nicht leisten)? Niemand - Hauptsache, die Statistik stimmt! Wie sieht es eigentlich im Osten aus? Vor 20, 25 Jahren lebten dort doch nur Menschen, die gar nicht arbeiten konnten (so das gängige Gerücht). Gibt's dazu keine Zahlen? Und gelten Menschen mit bayerischer oder sächsischer Herkunft in Niedersachsen auch als Menschen mit Migrationshintergrund (also nur als Beispiel)? Und was ist mit dem Zusammenhang mit Storchenflug und Geburtenrate? Mit Zahlen lässt sich prima argumentieren und manipulieren. Lustig ist das eigentlich nur, wenn man das erzählt. Danke für's Thema |
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@Ismene schrieb am 15.12.2011 um 20:20
Onkel Sarrazin hat das auch gesagt, wörtlich sagte er der Süddeutschen Zeitung, wenn man keine Zahl habe, „muss man eine schöpfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch“. Was soll man dazu noch sagen... Vielleicht einfach nur mit dem Kopfschütteln? Wenns hilft...:) |
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... es leben die Statistiken.... da hast du Recht. Wenn man was "beweisen" will, kann man ja schnell mal eine Statistik erstellen. Wird schon in irgendeinem Punkt stimmen. ...
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@Waldkönigin schrieb am 15.12.2011 um 22:36
Das Problem ist ja, man kann die Statistiken nicht widerlegen, denn wie will man das machen? Die Statistik ist wie eine Laterne im Hafen. Sie dient dem betrunkenen Seemann mehr zum Halt als zur Erleuchtung. Hermann Josef Abs (1901 - 1994) |
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"Das lustige an der ganzen Sache ist aber; Sind die Arbeitslosenquote bei Migranten niedrig, so muss man sich anhören dass die Ausländer den Inländern die Jobs wegnehmen würden. Ist die Quote aber hoch unter Migranten, so ändert sich auch die Stimmung und man unterstellt ihnen sehr schnell, dass sie ja nur die Sozialkassen plündern!
Das erlebe ich andauernd so (ich habe zwar doppelte Staatsangehörigkeit, also auch deutsche, aber ich identifiziere mich natürlich nicht als Deutsche... und das erkennt man an mir sowieso sofort, dass ich Migrantin bin). Auf Migranten werden die meisten deutsche Probleme verschoben... die Migranten werden quasi als Kanalisierungsmöglichkeit ausgenutzt. Ich frage mich, was würde passieren, wenn morgen alle Migranten gleichzeitig abhauen, die deutsche Probleme aber im Land bleiben? Wer würde dann für schuldig erklärt? Wahrscheinlich wieder die böse Migranten, weil sie sich erfrecht haben abzuhauen, wo es doch gerade so gemütlich war... |
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oh ja, das kenne ich auch. Immer sind wir die Schuldigen. Ob nun ein Komet einschlägt oder die Nachbarstochter ihren Kopf angeschlagen hat. Der Ausländer, der wars :)
Spass beiseite, ich schliesse mich dir an. Die gleiche Frage habe ich einmal gestellt, was würde passieren wenn alle Ausländer aus Deutschland abhauen würden. Habe zwar keine Antwort bekommen aber ich denke es würde Deutschland nicht gefallen. Wahrscheinlich würde man wieder andere finden auf die man die Schuld abladen kann. Die Renter vielleicht :) |
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"Als ich diesen Satz gelesen habe, dachte ich mir nur:" Wow, was für eine Statistische Atombombe?!". Wie jetzt, "die Bundesagentur für Arbeit erfasst nur die ohne deutschen Pass...". Die anderen Ausländer haben sich schnell eingebürgert damit sie bloß nicht in der Statistik auftauchen. Nur weil sie einen deutschen Pass haben sind es ja noch lange keine Deutsche, gelle!"
Das statistische Raster hat keine Vorurteile. Als "Ausländer" gelten nur die ohne deutschen Pass. Jeder, der einen deutschen Pass hat, gilt in der behördlichen Erfassung als "deutsch"; das ist ja der Sinn der Staatsbürgerschaft. Migrationshintergrund spielt da keine Rolle. Wäre das so, dann wäre die Unterscheidung in Deutsche und Ausländer nahe am Rassismus. Ansonsten: Statistik an sich ist freilich "kalt". Die Frage ist, was man mit ihr beabsichtigt und wie und vor allem auch wer sie präsentiert. Darüber ist die Erstellung einer seriösen Statistik nicht ohne Schwierigkeit; manchmal auch schlicht nicht möglich. Da allein die methodischen Probleme dem "normalen" Menschen, der damit eben nichts zu tun hat, nicht gegenwärtig sind, kann er freilich nie wirklich wissen, was ihm da tatsächlich präsentiert wird. |
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Natürlich hat der Raster keine Vourteile und haben sie auch nicht gemacht. Nur die Zeitung wollte es so erscheinen lassen. Zumindest merkt man wenn man die Artikel liest, das sie propaganda betreiben wollen. Vor allem aber haben sie sgb2 und 3 zusammen genommen.
Das eine ist Hartz4, das andere aber Arbeitslosengeld 1. Das sollte schon separat gehandhabt haben :) Ich stimme dir aber zu. Statistik ist wirklich schwierig. Sie ist auch zum Teil wichtig für ein Gesamtbild aber man sollte sich nie "nur" auf die Statistik verlassen. :) |
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Miauxx, soweit mir bekannt, wird inzwischen auch der Migrationshintergrund von Inhabern deutscher Pässe erfasst, um das statistisch auszuwerten.
Hony soit .... |
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Nun ja, jeder Statistiker weiß, dass man a) sinnvolle Gruppen bilden muss und b) dass eine Korrelation keine Kausalität sein muss. Insofern ist sowohl bei der Bildung solcher Zahlen wie bei ihrer Veröffentlichung zu fragen: Wer hat ein Interesse daran so etwas in die Welt zu blasen? (gilt in gleicher Weise für die Statistiken zur Einkommenssteuerverteilung oder zur Alters- und Rentenentwicklung, besonders perfide sind die Statistiken zur sogenannten Ausländerkriminalität).
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Alles Richtig.
Nicht umsonst wird die Statistik die Hure der Wissenschaft genannt. Es ist statistisch nachgewiesen, dass 97% aller Statistiken völlig nichtssagend sind. Mit der richtigen Gewichtung und der dazugehörenden Korrelation bekommt man auch jede Aussage hin, die man haben will. Auf diese Weise bekommt der Glaube endlich eine wissenschaftliche Grundlage. Es gibt tatsächlich Menschen, die das mit der Korrelation und der Kausalität nicht verstehen. Am besten fand ich das Beispiel, wo aus der Korrelation von Herzinfarktpatienten und dem Trinken von koffeinfreiem Kaffee abgeleitet wird, dass der Genuss von koffeinfreiem Kaffee das Risiko eines Herzinfarktes erhöht. Diese Kausalität ist natürlich falsch. Aber die daraus generierte Meldung ist gut zu verkaufen. Übrigens: Laut Statistik kommen auf ein Wasserhuhn etwa hundert Wasserhähne. Und dann bleibt immer noch die uns alle quälende Frage: Weist ein hoher Konsum von Seife jetzt auf die Reinlichkeit der Bevölkerung hin, oder bloß auf ihre Gewohnheit, sich schmutzig zu machen? Zurück zum Thema. Frage bei jeder Statistik immer nach der Intention des dargebotenen Ergebnisses - und erst dann schaue dir das Ergebnis an. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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