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Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan instrumentalisiert die türkischen Migrantinnen und Migranten für seinen Wahlkampf.
Doch die Empörung der Politiker ist nicht nur unangebracht sondern zum Teil auch ziemlich Scheinheilig.
Deutsche Politiker haben in den letzten Jahren mehr als einmal die Ausländerpolitik
für ihre Wahlkämpfe benutzt. Vor allem die Union ist dafür bekannt, dass sie immer dann, wenn die Wahlen kommen, die Integration zur Debatte macht.
Wer von seinen türkischen Mitbürgern die absolute Anpassung an die "Christlich-Jüdische Leitkultur" verlangt, fordert nichts anders als die absolute Assimilation der muslimischen Gesellschaft. Noch fraglicher wird es wenn die Zahlen vorliegen.
2003 kamen ca. 50.000 Türken nach Deutschland, im Jahr 2008 waren es nur noch 26.600.
2008 kehrten aber 34.800 gut ausgebildete türkische Fachkräfte zurück in die Heimat. Die meisten der zurückkehrer sind deutsche Staatsbürger und jene werden von der Statistik nicht aufgefasst. Daher dürfte die Dunkelziffer doppelt so hoch sein, wenn nicht noch mehr.
In einem Land das ein demographisches Problem hat ist die Integrationspolitik mehr als nur fraglich. Den meisten Menschen ist gar nicht klar wieviele Fachkräfte in den nächsten Jahren fehlen werden.
Bis zu 5 millionen Arbeitskräfte werden in 15 Jahren fehlen. Die IHK-Organisation hat das Jahr 2011 deshalb unter das Motto "Gemeinsam für Fachkräfte | bilden – beschäftigen – integrieren" gestellt. Es ist nicht die Zeit für Wahlkämpfe, die auf dem Rücken der Migrantinnen und Migranten geführt wird. Wohin das führt sehen wir an den Zahlen die vorliegen.
Wer den Spracherwerb der Migranten verbessern will, muss die Kopplung des Bildungserfolgs an die Soziale Herkunft beenden. Dies könnte man mit Gemeinschaftsschulen bis in die 10. Klasse schaffen. Kostenlose Kita und Kindergartenplätze für alle Kinder würden nicht nur den Spracherwerb erleichtern sondern auch der Integration vom Vorteil sein. Wenn die Zukunft eines Kindes davon abhängig gemacht wird, aus welchem sozialem Milieu er kommt, dann ist die Bildungspolitik zum scheitern verurteilt.
Die Daten veranschaulichen drastisch, dass Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien in deutschen Schulen benachteiligt sind. Das Bildungssystem muss gerechter und integrativer werden, um diesen jungen Menschen faire Chancen zu geben. Deutschland kann es sich nicht leisten, das Potenzial seiner Kinder, ob mit oder ohne deutschen Pass, brach liegen zu lassen.
Ulrich Kober
Nun hat der Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan die Migrantinnen und Migranten für seinen Wahlkampf benutzt. Was hat der Mann denn nun anders gemacht als die Politiker vor Ort? Schon seit dem ersten Gastarbeiter wurden Wahlkämpfe auf den Rücken der Schwächsten ausgetragen. Wer im Glashaus sitzt sollte daher nicht mit Steinen werfen.
Mich würde brennend interessieren wie die Bundesregierung den Fachkräftemangel in den Griff bekommen möchte, wenn sie ihre eigenen Fachkräfte vergrault. Jedes Jahr sterben mehr Menschen als geboren werden. Wenn nun auch die Einwanderungszahlen zurück gehen, die Auswanderung Jahr für Jahr in die Höhe schiesst, dann wird Deutschland, früher oder später, den uns bekannten Wohlstand nicht mehr halten können.
Mit dieser Integrations- und Wirtschaftspolitik wird die Bundesregierung eine sehr böse Überraschung erleben.
Mustafa Çelebi
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Danke für den Blog. Ich stimme Dir vollkommen zu. Du schreibst wirklich Klartext. Scheinheiligkeit ist genau der richtige Ausdruck dafür und der neue Innenminister lässt auch eher Schlimmes befürchten. Er läutet die Wahlkampfglocken ganz heftig und dann wundert man sich wenn gut ausgebildete türkische Fachkräfte abwandern.
"Wie man in den Wald reinruft, so schallt es heraus" heisst es in einem alten deutschen Sprichwort. :( |
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@poor on ruhr schrieb am 04.03.2011 um 22:48
Lieber Poor, ich bedanke mich für die netten Worte. Der neue Innenminister wird genau das gleiche machen wie die anderen vor ihm. Die Hoffnung, dass jemand mal objektiv darüber redet, habe ich schon längst verloren. Das Sprichwort ist genau passend :) |
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Fachkräftemangel ? Las ich nicht letztens noch, sogar vom DIW; das dies eine Art Phantomschmerz sei. Was uns wirklich fehlt, sind Arbeitgeber, die bereit sind, Fachkräften auch einen angemessenen Lohn zu zahlen. Dennoch hat Mustafa natürlich in Einem Recht: jeder gut ausgebildete Mensch der Deutschland den Rücken kehrt, wird uns noch bitter fehlen.
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@Heimatloser schrieb am 04.03.2011 um 23:26
Nun die Menschen werden immer Älter und irgendjemand muss die Renten bezahlen. Also braucht man Menschen mit Fachwissen. Normale Arbeiter findet man immer wieder. Doch das eigentliche Problem ist, dass die anderen Länder ihre Leute selber brauchen. Also wie früher "Gastarbeiter " herholen wird schwierig. Die Fachkräfte die wir hier haben ( egal ob Migrant oder Deutscher) wandern ab. Natürlich spielen hier viele Faktoren eine Rolle. Naja...Das dürfte aber ein anderer Blog werden :) |
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Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien werden im Schulsystem nicht benachteiligt. Das ist mal wieder der beliebte (Fehl-)Schluss Chancengleichheit mit Ergebnisgleichheit gleichzusetzen- genau wie bei der Diskussion um die Frauenquote. Dieser Zusammenhang besteht aber so nicht.
Wenn Kinder aus Zuwandererfamilien als erste Sprache die Muttersprache der Eltern lernen (so wie von Erdoğan gewünscht) und dann mit mangelhaften Deutschkenntnissen eingeschult werden, begleitet sie dieser Startnachteil das ganze Schulleben lang. Das hat aber nichts mit dem Bildungssystem zu tun. Die Schule kann nicht als Reperaturbetrieb für das dienen was die Eltern versäumen und dann am Ende die selben Resultate erzeugen. So läuft das nicht. |
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Deshalb wäre ja der Besuch eines (bezahlbaren) Kindergartens gut. Statt in eine unsinnige "Herdprämie" zu stecken oder denen welche sowieso schon genug haben hinterherzuwerfen, sollte man die Kinderbetreuungsmöglichkeiten ausbauen. Einerseits würde das Müttern eine Berufsausübung ermöglichen, und zweitens kommen Kinder dann mit Gleichaltrigen in Kontakt. Kinder lernen sehr viel voneinander. Spielerisch. Das geht fast von allein. Kinder wollen lernen. Man muss ihnen nur alle Möglichkeiten dazu bieten.
Das Verhalten als Erwachsener ist eine Frage der Sozialisation in der Kindheit. |
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@ Waldkönigin Dem kann ich nur zustimmen. Zu dumm nur, dass sich die "Herdprämie" in der deutschen (vor allem katholischen) Bevölkerung so großer Beliebtheit erfreut ...
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@Mandelbrot schrieb am 04.03.2011 um 23:41
Na na... Ich habe auch zuerst meine Muttersprache gelernt. Die deutsche Sprache kam erst später dazu. Lingustiker sind der Meinung, dass man eine Muttersprache haben muss. Ob dies nun Deutsch oder Türkisch ist, lassen wir mal beiseite. Denn das Gehirn polt sich irgendwie ein. ( Keine Ahnung wie es funktioniert). Das ich probleme mit der deutschen Sprache habe dürfte klar sein, aber nicht so grosse Probleme, das ich damit im Beruf oder Alltag nicht klar kommen könnte. Mir hat es nicht geschadet, warum sollte es der neuen Generation schaden? |
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Ob man als Fremder wahrgenommen wird, entscheidet vor allem der Sprache. Wenn jemand akzentfrei deutsch spricht oder einen deutschen Dialekt, wird trotz "nichtdeutschem" Aussehen, als Deutscher wahrgenommen.
Ausserdem kann man auch zwei Muttersprachen parallel und fehlerlos lernen. Wenn eine in D geborene Generation nicht in der Lage ist, deutsch zu sprechen wie deutsche Muttersprachler, dann dürfen sie die Schuld für mangelnde Intergration nur sich selbst geben. |
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Der erste Punkt trifft bei mir auf Widerspruch. Selbst das beste Deutsch führt i.d.R. nicht dazu, dass man als Deutscher angesehen wird, wenn man "fremd" aussieht - jeder "schwarze Deutsche", aber auch jede deutsche Muslima, wird dir das bestätigen.
Was die meisten Kritiker Erdogans beim Punkt Spracherwerb übersehen, ist, dass seine Forderung sich mit mehrheitsfähiger pädagogischer Erkenntnis deckt. |
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Mit so einer Politik schafft Deutschland sich wirklich ab. Es braucht aber keiner zu jammern, dass das an "den Ausländern" liegt. Es ist einzig und allein die völlig verfehlte oder besser gesagt gar nicht vorhandene Integrationspolitik schuld. Auf der einen Seite wird beklagt, dass Fachleute fehlen. Auf der anderen Seite wird es eben jenen fehlenden Fachleuten durch dumme Vorurteile (der "falsche" Name bei Bewerbungen..) und unsinnige Regelungen vollkommen unmöglich gemacht, hier einer Arbeit nachzugehen. Das verstehe wer will....
Und den Aufschrei, welcher durch die konservative Politiklandschaft ging ob Erdoğans Rede: das kann ich einfach nicht nachvollziehen. Die eigenen politischen Fehlleistungen in Sachen Integration werden negiert. Man kann ja so schön auf andere zeigen... |
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@Waldkönigin schrieb am 04.03.2011 um 23:56
Genau! Ich persönlich bin ja auch kein Freund von der AKP bzw Erdoğan. Schon aus politischen Gründen allein ist er mir umsympathisch. Doch dass alle sich auf ihn stürzen und "pfui" rufen...Naja, was soll ich dazu schon sagen :) Seit Jahren schon machen die Politiker dieses landes nichts anderes. Doch wehe der Ministerpräsidet aus der Türkei dreht den Spiess um... Komische Leute diese Politiker :)) |
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Ist schon verrückt, die Politik...
:)) çok çılgın.... |
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Es ist natürlich irgendwie blöd, dass die Gebildeten abhauen und die komplett Ungebildeten dableiben. Aber beides auch irgendwie verständlich.
Siehe: www.freitag.de/politik/1109-bildung-wird-uns-nicht-vor-armut-schuetzen |
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"Es ist natürlich irgendwie blöd, dass die Gebildeten abhauen und die komplett Ungebildeten dableiben", aber Du bist ja auch noch hier.
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schrieb am
05.03.2011 um 18:21
wie witzig
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@ Muhabbetci
Du schreibst: 2003 kamen ca. 50.000 Türken nach Deutschland, im Jahr 2008 waren es nur noch 26.600. 2008 kehrten aber 34.800 gut ausgebildete türkische Fachkräfte zurück in die Heimat. Fragen: Warum kamen bzw. kommen die Türken nach Deutschland? Warum kehrten 34.800 gut ausgebildete türkische Fachkräfte im Jahr 2008 zurück in die Heimat? |
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@Achtermann schrieb am 05.03.2011 um 09:52
Ehegattennachzug ( Deutsche oder Deutscher heiratet ne Türkin oder Türken. Oder Türkei heiratet dort ne Türkin oder Türke) Familiennachzug ( seltener geworden) Studenten Fachkräfte die für eine Firma kommen, auf Einladung oder eine Zweigstelle wird hier eröffnet. Asyl beantragen gibt es gar nicht mehr aus der Türkei soweit ich es weiss. ( lasse ich mich gern belehren). Warum die anderen zurück kehrten. Bessere Job - angebote. Keine lust mehr auf Deutschland und den Rassismus. Ehegattennachzug ( zurück in die Türkei) Studenten und dergleichen. Alles an Sendogdu ist deutsch – nur seine Eltern sind türkisch. Und doch ist der 38-Jährige vor vier Wochen von Berlin nach Istanbul gezogen. „Ich vermisse Deutschland schon jetzt“, sagt Sendogdu. „Vom Gefühl her ist es meine Heimat – wenn ich es zulasse.“ Aber: Er sei doch immer der Türke geblieben, das sei schlichtweg so gewesen. „Wenn ich in eine Kneipe ging, wenn ich falsch parkte, wenn ich bei der netten alten Dame, die mich am Telefon so sympathisch fand, zur Wohnungsbesichtigung kam.“ Mit einem ausländischen Namen sei es vor allem schwieriger, einen Job zu bekommen, findet Sendogdu. Und bei den Frauen werde man gleich als Macho abgestempelt. www.welt.de/politik/deutschland/article10636913/Warum-gut-gebildete-Tuerken-Deutschland-verlassen.html |
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@Muhabbetci
Verzeih' mit bitte Muhabbetci, das hier ist off topic, aber ich wollte nicht extra ein Blog schreiben und wusste nicht wo ich diesen DVD-Tipp sonst unterbringen sollte. Bin auch gleich wieder 'raus und offline. Schönes Wochenende und Gruß SexPower --------- Auch das ist Realität von Muslimen in Deutschland: "Shahada: Coming out als Muslim (...) Sein Schwulsein bringt den Nigerianer Samir mit seinem Glauben in Konflikt ..." www.queer.de/lupe.php?article_id=13760&picc=2 www.queer.de/detail.php?article_id=13760 |
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Die Kritik an Erdogan alleine stehen lassen geht nicht: das wäre zuviel Kritik an etwas, das mit Islam zu tun hat.
Als Vorwand für Kritik am System hier ist es gerade noch tauglich. Hätten sie Erdogans Instrumentalisierung auch geschrieben, wenn sie dann nicht sofort überleiten gekonnt hätten ? |
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überleiten hätten können.
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Wie bei Ihrem Dschihad-Link: die Deutschen beschäftigen sich zuwenig mit der Etymologie arabischer Wörter.
Als ob die sonst nichts zu tun hätten. Das sich die Araber zuwenig mit so was beschäftigen, ist nicht so wichtig. Dafür beschäftigen sich Ihre türkischen Landsleute recht intensiv mit Hitlers "Mein Kampf". Das muß man natürlich anerkennen. |
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schrieb am
05.03.2011 um 18:24
"Hätten sie Erdogans Instrumentalisierung auch geschrieben, wenn sie dann nicht sofort überleiten gekonnt hätten ?"
Sicher nicht. Ist im Grunde auch gar keine Kritik, denn gleich im nächsten Satz heißt es ja, das machen alle so. |
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@RdH hat gesagt: Dafür beschäftigen sich Ihre türkischen Landsleute recht intensiv mit Hitlers "Mein Kampf". Das muß man natürlich anerkennen.
Mir scheint allein Sie sind hier der Jenige der sich intensiv mit diesem Buch beschäftigt. Sie müssen wohl versuchen ihr hässliches Lieblingsbuch den Leuten unterzujubeln, egal um was für einen Blogbeitrag es sich handelt was? |
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In einem Blog des Herrn Muhabbetci war in einem Kommentar (nicht von mir) zu lesen, daß "Mein Kampf" lange Zeit Bestseller in der Türkei war, bis er staatlich verboten wurde. Inwieweit sich die bildungsbegierige Bevölkerung an dieses Verbot hält, ist fraglich.
Sehr geehrte Nil, Sie sollten sich schon ein bischen sachkundig machen, bevor Sie ihre unverschämten Unterstellungen ausbreiten. "Mein Kampf" ist das Lieblingsbuch der Türken, nicht meines. |
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@Richard der Hayek schrieb am 06.03.2011 um 11:38
Aber nicht ich habe das gesagt. Weil ich erst gar nicht mit so einem Buch argumentieren würde. Ich hatte damals schon gefragt wieviele verkauft wurden. Wikipedia sagt schätzungsweise 100 000 exemplare. Einwohnerzahl 77 millionen. Macht ca 0,13% Also noch nicht einmal 1% der Bevölkerung interessiert sich nicht für dieses Buch. Das entschuldigt nicht die verkauften Exemplare. |
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Ich habe geschrieben: ein Kommentar in Ihrem Blog, damit sollte klar sein, daß es nicht Sie waren.
Es geht mir darum, daß Sie am Islam alle Kritikpunkte aussparen oder verharmlosen Erdogan instrumentalisiert, aber das tun alle: genauss könnte man sagen: die deutschen Politiker sind scheinheilig, aber das sind alle , also auch die türkischen, aber Erdogan instrumentalisiert; und damit den blog füllen. Sie und gewisse andere Leute hier sind extrem einseitig: pro forma tun sie ein bischen so, als ob sie gleich richten würden und erwähnen notgedrungen negative Punkte der islamischen Gesellschaft. Aber nur, um als "neutraler" Diskussionspartner anerkannt zu werden und sofort auf hiesige Verhältnsisse loszuprügeln. Ich bin für Kritik an Verfehlungen meines Landes und meiner Kultur, aber Ihr Messen mit zweierlei Maß stört mich sehr. Allerdings ist auch klar, daß Sie deshalb nicht aufhören werden, also lasse ich es mir künftig egal sein. |
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@Richard der Hayek schrieb am 07.03.2011 um 19:16
Nicht alle Politiker sind Scheinheilig, aber viele. Das gilt auch für türkische Politiker. Nicht alle, aber viele! Erdogan instrumentalisiert wie auch die Politker vor Ort. Beides ist nicht ok und beides ist Scheinheilig. Denn weder dem Herrn Erdogan geht es um die Migranntinen und Migranten noch geht es den Politikern vor Ort um Erdogan. Dies ist einfach nur Scheinheiligkeit. Wer sich wirklich um die Belange der Menschen sorgt, der spricht und tritt anders auf. Übrigens habe ich schon des öfteren Kritik an den Gelehrten des Islams geschrieben. Was ich übrigens im türkischen sehr viel mehr mache. Hier geht es aber nicht um den Islam sondern um die Scheinheiligkeit der geführten Debatte. |
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Wenn das türkische Bildungssystem europäisches Niveau erreicht hat wären auch die wohlmeinenden Ratschläge des Herrn Erdoğan eine wirkliche Bereicherung. Aber für die Zukunft wäre Herr Erdoğan besser beraten keine türkischen Staatsbürger (mit türkischen Pässen) kurdischer Herkunft zu "entwurzeln".
Was soll den dieser ständige Verweis auf staatliche Massnahmen, auf staatliche Intervention zu allem und jedem Bereich des Privatlebens? Die kostenlosen Kitas usw sind nun einmal nicht kostenlos, da müssen doch Gehälter gezahlt werden. Nichts kann nicht geteilt werden. Das ist zwar so, aber Realität. Als Gegenbeispiel für die angebliche "Kopplung des Bildungserfolgs an die Soziale Herkunft" steht nicht nur z.B. eine Nouri Apfeld, es sind unzählige. Allein in meinem Bekannten- & Kollegenkreis sind es über 100 Menschen mit Migrationshintergrund die entweder mit ihren Eltern nach Deutschland kamen oder hier geboren sind, die aber erkannt haben das ohne etwas Eigeninitative wenig zu erreichen ist. Integration findet in meinem ganz persönichen Umfeld statt aber keinen Fall mit Sozialarbeitern und auf regierungsamtliche Verordnung. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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