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Nach der Schockstarre beginnen jetzt die Lobbyisten der Energiewirtschaft wieder zu wühlen. Der Wirtschaftsflügel der CDU, die Rechts-Liberalen der FDP, der Wirtschaftsminister usw. Sie machen sich stark und plustern sich auf. Die Befürworter der „friedlichen Nutzung der Atomenergie“ setzten neu an und beginnen mit der Unterhöhlung des Wählerwillens. Sie hoffen darauf, wenn der erste Sturm sich gelegt hat, dann kommt wieder ihre Zeit. Sie machen weiter bis das fragile Gebilde unseres Staates zusammenstürzt. In unserem Kurzfristdenken haben wir die Fähigkeit verloren, die Dinge vom Ende her zu denken. Da ist die ungelöste Endlagerfrage. Es darf doch keine Frage sein, dass es mit der Atomenergie so nicht weiter gehen darf, bis die Endlagerfrage gelöst ist. Und „by the way“: wer sagt denn dass es selbstverständlich ist, dass die Steuerzahler die Kosten für das Endlager tragen. Die Steuerzahler haben mit den jahrelang überteuerten Energiepreisen ihren Beitrag schon mehrfach geleistet. Wer den Müll verursacht, der soll auch die Beseitigung zahlen. Verursacherprinzip nennt man das. Oder wer zahlt die Entsorgung unseres Hausmülls? Die Lobbyisten zeigen sich wieder. Noch ist nichts gewonnen.
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Am 27. Oktober 1998 wurde Jürgen Trittin, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Sonst sehr energisch, legte er sich in Tiefschlaf, eine Alternative zu Gorleben zu finden. Das ist ein Versäumnis.
Die Atomlobby war immer präsent, nur wird jetzt mit härteren Bandagen gekämpft. Im Mai gehen fünf weitere Reaktoren zu den bereits stillliegenden AKW´s zwecks Wartungsarbeiten, einige Wochen vom Netz. Inklusive dem stillliegenden AKW Krümmel werden im Mai 13 AKW´s ihren Strom nicht einspeisen. Die Lobbyisten der AKW Befürworter meldeten sich Ende März im Handelsblatt zu Wort. Die vom Netz genommenen 13 AKW´s liefern keinen Strom, benötigen jedoch Energie, um die Brennelemente zu kühlen. Der Strom wird von außen eingespeist . Stephan Kohler, Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena), warnte im Handelsblatt: "Die Netze werden dadurch stark belastet. Die Situation lasse sich nur bewältigen, wenn es gelinge, alte fossil betriebene Kraftwerke schnell genug ans Netz zu bringen. Sollte das Stromnetz sich dieser Situation nicht gewachsen zeigen, könnte das ungeahnte Konsequenzen haben." Kohler sagte weiter: "Netzausfälle bergen erhebliche Sicherheitsrisiken für die Reaktoren." Im gleichen Bericht wird Lothar Hahn zitiert, bis Frühjahr 2010 Geschäftsführer der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), mit Blick auf den Kühlbedarf der Reaktoren: "Wenn es zu Turbulenzen im Netz kommt, ergeben sich unschöne Situationen." Mit anderen Worten, Leute ihr könnt euch schon mal warm anziehen. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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