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Blog von nosferatu

06.12.2010 | 21:00

Die gelbe Schleife von Dirk Niebel

 

Als der Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel bei der ARD-Sendung Anne Will am 28.11.2010 ins Bild kam, sahen die Zuschauer_innen auf seiner Jacke einen kleinen gelben Pin. Worum mag es sich da handeln? Hatte er sich in Anbetracht des kommenden Aids-Tages schlicht in der Farbe der Schleife geirrt?

Anne Will Sendung vom 28.11.2010

Offenbar hat der Minister die Schleife jedoch bereits vor dem 09.11.2010 getragen, wie einer Pressemitteilung auf der Seite des Bundesministeriums vom selben Tage belegt:

Pressemeldung des BMZ vom 09.11.2010: Bundesentwicklungsminister entsendet den zehntausendsten weltwärts-Freiwilligen

Nun steht die gelbe Schleife nicht für Toleranz, Akzeptanz und Respekt gegenüber HIV-Positiven Menschen, sondern vielmehr für Solidarität gegenüber 'unseren' Soldatinnen und Soldaten. Diese werden seit der Jahrtausendwende vermehrt auf bewaffnete Missionen ins Ausland geschickt. Dies ist übrigens Teil der bundesdeutschen Sicherheitsdoktrin von 2006,das sog. Weißbuch 2006, auch wenn dies offenbar noch nicht allgemein bekannt ist.

Auf der Internetseite des 'Gelben Netzwerkes' findet sich folgende Erklärung zur Bedeutung der gelben Schleife:

Unsere Soldatinnen und Soldaten erfüllen in unserem Auftrag Aufgaben im Ausland, die zur Zeit täglich schwieriger und gefährlicher zu werden scheinen. Aber hier zu Hause erfahren sie dafür kaum Beachtung – geschweige denn Dank oder Anerkennung.

Mit einem Gelben Band oder einer Gelben Schleife zeigen Sie unseren Soldatinnen und Soldaten, unseren Reservistinnen, Reservisten und deren Familien ganz öffentlich Ihre Solidarität und Unterstützung. Und verhelfen so der Arbeit unserer Streitkräfte zu der Aufmerksamkeit, die sie verdient.

Wenn es sich denn tatsächlich um eine solche gelbe Schleife handelt, warum hat gerade der Minister der Entwicklungshilfe - eher für zivile, denn für militärische Aufgaben zuständig -diese auf seinem Revers?

Vielleicht ist es der Versuch der Platzierung des Militärischen im öffentlichen/ politischen Raum, um einer weitergehenden 'Normalisierung' militärischer Einsätze den Weg zu ebnen.....aber das ist nur so ein Gedanke.....

 

 
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