Nous Poetikos

Die Welt ist tausend Wunder voll

Kommentare

Kommentar zu

Dürfen wir Tiere töten?

15.08.2010 | 16:37 Kathrin Zinkant
portrait
18.08.2010 | 00:44 Nous Poetikos
Als praktizierender Vegetarier mache ich normalerweise kein Aufhebens um meine Ernährungsgewohnheiten. Lediglich wenn ich von Fremden zum Essen eingeladen werde muß ich meinen Vegetarismus erwähnen un...
portrait
19.08.2010 | 21:06 Nous Poetikos
Lieber Achtermann, lieber j-ap, erst nach reichlichem Nachdenken gelang es mir nachzuvollziehen, wie Ihr aus meinen Sätzen lesen konntet, dass ich allen Fleischessern Alkoholismus unterstelle. Es stimmt aber, dass die Annahme ein jeder würde über Saufkumpane verfügen natürlich die Neigung zum Alkohol impliziert. Deswegen möchte ich mich in aller Form entschuldigen und gebe zu, ich selbst kenne Fleischesser, die keinen Alkohol konsumieren. Gesellschaftlich sind die aber mindestens so gehandicapt wie Vegetarier. Auch gibt es für die Entscheidung, keinen Alkohol zu trinken, keinerlei ethische Ausreden, im Gegensatz zur Entscheidung für den Vegetarismus. Das einzige was gesellschaftlich noch akzeptiert wird ist: "Das hat mir der Arzt strengstens untersagt".
Kommentar zu

Dürfen wir Tiere töten?

15.08.2010 | 16:37 Kathrin Zinkant
portrait
18.08.2010 | 00:44 Nous Poetikos
Als praktizierender Vegetarier mache ich normalerweise kein Aufhebens um meine Ernährungsgewohnheiten. Lediglich wenn ich von Fremden zum Essen eingeladen werde muß ich meinen Vegetarismus erwähnen und auch im Restaurant, sonst bekommt man dort gern mal Speck o.ä.ins Essen geschnitten. Hier in Berlin gibt es viele Vegetarier, etwa 10 % hieß es in einer Umfrage. Dabei habe ich eigentlich nie missionierende Vegetarier erlebt, die anderen Vorwürfe wegen ihrem Eßverhalten machen wollten. Im Gegensatz dazu ist es immer wieder erstaunlich, dass sich Fleischesser oft schon durch die Anwesenheit eines Vegetariers angegriffen fühlen. Sie suchen sofort die Diskussion und versuchen sich mit moralischen oder humanbiologischen Argumenten zu verteidigen. Die Ursache für dieses Verhalten ist wohl ähnlich wie die des populären Mem:"Ach wie ich diese Gutmenschen hasse". Man ahnt wenigstens unterbewußt, dass man falsch handelt, aber erst durch die Gegenwart eines vermeintlich besseren wird man daran erinnert. Und da des Menschen Sozialverhalten immer die Rangordnung im Blick hat, und er sich nun vor den Artgenossen bloßgestellt fühlt, versucht er sofort, seine Position zu behaupten, am einfachsten geht das durch Schlechtmachen des Anderen. Deswegen noch mal an alle Fleischesser: Esst doch was Ihr wollt, und werdet glücklich damit. Ich esse auch was ich will und muß es niemandem erklären. Wer auf Fleisch nicht verzichten will und trotzdem wissen will, wie es ist Vegetarier zu sein, der sollte mal mit seinen Saufkumpanen in eine Kneipe gehen und nur zum Spaß den ganzen Abend Apfelschorle bestellen. Die Reaktionen werden ähnlich unverständig sein.
portrait
21.01.2010 | 00:17 Nous Poetikos
Kunst ist nur ein Phänomen das entstehen kann, wenn Sexualität (egal welcher Art) unterdrückt wird. Gewalt ist ein anderes, ob gegen andere oder sich selbst. Gerade in Nazi- und in Kirchenkreisen, wo ...
portrait
21.01.2010 | 00:29 Nous Poetikos
womit natürlich gemeint ist, wenn Sexualität unterdrückt wird, kann Kunst ein Ventil sein, so wie z.B. auch Philosophie oder Gewalt.
portrait
21.01.2010 | 00:17 Nous Poetikos
Kunst ist nur ein Phänomen das entstehen kann, wenn Sexualität (egal welcher Art) unterdrückt wird. Gewalt ist ein anderes, ob gegen andere oder sich selbst. Gerade in Nazi- und in Kirchenkreisen, wo es ja besonders verboten ist und sich gleichzeitig gleichgeschlechtliche Gruppen bilden gibt es viele Spielarten der Homosexualität. Besonders bei Menschen die sich besonders agressiv gegenüber Homosexuellen verhalten geschieht dies häufig aus der Abwehr der eigenen erotischen Wünsche heraus, eine unterbewußte Angst, sich "anzustecken". Und die Unterdrückung der Sexualität kann großes im Guten wie im Schlechten hervorbringen, so mancher Wissenschaftler, Philosoph, Kriegsherr lebte seine Triebe dann eben auf anderen Feldern aus, wenn die Gesellschaft ihm das Ausleben seiner Primärtriebe nicht erlaubte. Bei der Kunst wird es sich genauso verhalten. Gäbe es eine homosexuelle Mehrheitsgesellschaft die Heterosexuelle unterdrückte, dann hätten wir schnell ganz viele zusätzliche Heterosexuelle Künstler, wag ich hier einfach mal zu postulieren. Ich will damit keineswegs einer systematischen Unterdrückung der Sexualität das Wort reden, ich bin sicher die Menschheit braucht zur Reife ein ausgeglichenes Verhältnis zur Sexualität.
portrait
18.01.2010 | 13:14 Feminine Lesbians
@Rahab, Auf der einsamen Insel mit lauter Lesben und Schwulen würde immer der Mann mit den besten körperlichen Atributen (also großer Schwanz und gutaussehend) zur Zeugung des Nachwuchses gewählt wer...
portrait
20.01.2010 | 23:58 Nous Poetikos
@ Feminine Lesbians, ich muss hier leider mal gegen das allgemeine biologische Unwissen eingreifen: 1. Vögel als niedere Art gegenüber Säugetieren zu bewerten ergibt keinen Sinn. Jedenfalls nicht, wenn man Intelligenz oder Sozialverhalten vergleicht. Gegenüber dem Menschen erscheinen uns natürlich alle Tiere als "niedere Art", naja, Hochmut kommt vor dem Fall ;) 2.Bei allen Tieren wird im weiteren Sinne nach guter Physis der Partner durch das Weibchen ausgewählt. Gerade Primatengruppen machen da aber Ausnahmen, da hier Sex auch eine viel stärkere soziale Funktion gewinnt. Um Anführer einer Gorillagruppe zu sein muß man übrigens auch intelligent und kampfstark sein, gutes Aussehen geht damit nur insofern einher, dass man die Körperkraft sehen kann. 3. Homosexualität als Kultur und Heterosexualität als Natur zu bezeichnen ist völliger Unsinn. Homosexualität kommt im Tierreich genauso vor. Wer einen Hundehalter kennt soll den mal fragen. Aber es gibt auch nachgewiesenermaßen schwule Pinguine die gemeinsam ein adoptiertes Ei ausbrüten usw. usf. (das war natürlich Ubeydes These und nicht Deine).
portrait
05.01.2010 | 03:13 Nous Poetikos
Ob der Kapitalismus als Motor, alles Mögliche auch zu tun, bedingt ist durch das Wissen um oder den Glauben an die Unendlichkeit oder ob nicht beide Phänomene gemeinsame Wurzeln haben, etwa eine fortschreitende Erkenntnis der Naturgesetze, bleibt meines Erachtens noch zu klären. Hier kann die Geschichte des Deismusdiskurses doch eher nur als Indiz zur Bestimmung der Rahmenbedingungen unter denen eine solche geistige Entwicklung stattfinden konnte dienen. Staat und Religion hinderten den Menschen bis dahin daran, alles Mögliche auch zu tun. Doch dann beginnt der Staat selbst alles Mögliche auch zu tun, befreit von den Fesseln des Endlichkeitsglaubens. So die These. Aber ist das wirklich wahr? War nicht schon die Antike eine Zeit in der die unvorstellbarsten Grausamkeiten Normalität sein konnten? Und doch nicht mußten. Bedenkenswert finde ich deshalb die Frage, ob der Glaube an die Unendlichkeit wirklich zwangsläufig beispielsweise in die Katastrophe des deutschen Nationalsozialismus führt. Ist so etwas zu glauben nicht auch schon Spinozismus? Oder haben Menschen und auch Staaten(-lenker), die von einer unendlichen Welt ausgehen nicht trotzdem die Freiheit bestimmte Handlungen zu unterlassen und sich dazu mit freiem Willen zu entscheiden? Wie Spinoza die Willensfreiheit völlig auszuschliessen vermag ein Mensch zwar im philosophischen Diskurs, aber er wird doch in jedem Moment wenigstens daran zweifeln, dass diese These zutreffen könnte. Ob Du mir beispielsweise auf diesen Kommentar antwortest kannst ja Du selbst entscheiden, und damit den Gang der Welt (wage ich mal zu behaupten). Ok, Du behauptest ja auch gar nicht die zwangsläufige Entwicklung hin zum oder über den Nationalsozialismus. Es ist nur ein möglicher Weg, der dadurch entwickelt wird und der dann einfach weil es möglich ist auch gegangen wird. Ich möchte aber hier den Glauben postulieren, dass der Mensch in der Annahme einer Unendlichkeit und selbst einer Vorherbestimmtheit in der Lage ist, zu jeder moralischen Vorstellung zu kommen und damit auch beispielsweise zu solchen die wir als nachhaltig, sozial, demütig, verantwortungsbewusst oder pazifistisch bezeichnen würden. Welche moralischen Vorstellungen die angemessensten in unserer Zeit sind und wie man es organisieren kann, dass diese auch von der Mehrheit als solche erkannt werden und darüber hinaus, dass diese Mehrheit sie dann auch noch verwirklichen kann, ohne selbst gegen sie zu verstoßen bleiben natürlich Fragen, deren Antworten ich von niemandem in wenigen Notizen erklärt bekommen kann. Ich glaube aber dass es eine Grundbedingung ist, über diese Fragen ein Einverständnis zu erzielen, wenn man die Entwicklung neuer Utopien versuchen will, oder alte Utopien umsetzen möchte. Deshalb folge ich gespannt weiter Deinem unglaublich informativem und lesenswertem Blog, in der frommen Hoffnung er könnte uns dazu vielleicht einige oder mehrere Puzzlesteinchen liefern. Es dankt, NP
Kommentar zu

Die Gewinner und Verlierer der Krise

21.12.2009 | 01:49 Nous Poetikos
portrait
22.12.2009 | 16:55 guggau
>Bei den "vernichteten" Geldwerten handelt es sich allein um Buchwerte, dass bedeutet, den "Werten" hat oft kein reeller Gegenwert gegenüber gestanden.< Das reimt sch bei mir immer noch nicht so ric...
portrait
23.12.2009 | 02:03 Nous Poetikos
Einige treffende Antworten auf diese Fragen sind in diesem wichtigen Artikel enthalten: www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,668324,00.html Man staunt doch immer mal wieder, dass der Spiegel auch zu tiefgreifender Gesellschaftskritik fähig ist. (und hier an unsere Debatte anknüpft ;)
Kommentar zu

Die Gewinner und Verlierer der Krise

21.12.2009 | 01:49 Nous Poetikos
portrait
21.12.2009 | 20:49 Nous Poetikos
Vielen Dank für Euer Lob, echt aufbauend, wenn man seinen ersten Blog schreibt :) Dass motiviert mich demnächst mal einige lang geplante Artikel umzusetzen. Dabei bin ich zum Teil recht oberflächlich geblieben. So investieren beispielsweise die Banken das überschüssige Geld in Staatsanleihen und machen dabei noch Zinsgewinne. Auf diese Weise leiht sich der Staat sein Geld von seinen Schuldnern zurück. Ein sehr lehrreiches Beispiel was passiert, wenn der Staat den Banken Milliarden schenkt läßt sich auch an der deutschen Wiedervereinigung und dem Aufbau Ost studieren. Hätte der Staat damals nicht die Banken sondern die ostdeutsche Wirtschaft gefördert, hätte es dort womöglich wirklich einen Boom gegeben. Mehr dazu hier: www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/art141,1883768 Bemerkenswert, dass die meisten der am damaligen Raubzug beteiligten Banken mittlerweile Pleite sind. So wie unser Staat... Aber all diese Unternehmen und unser Staat werden ja zum Glück von Leuten geführt, die "was von Wirtschaft verstehen" ( der Volksmund über Union und FDP ).
Nous Poetikos
Unsere differenzierte Sprachfähigkeit unterscheidet den Mensch vom Tier. Nutzen wir sie!
Mitglied seit:
2 Jahre 39 Wochen
Zuletzt aktiv:
19.08.2010
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 2
Kommentare: 14
Logbuch
22:33
Georg von Grote hat gerade einen Kommentar geschrieben.
22:32
Red Bavarian hat gerade einen Kommentar geschrieben.
22:28
Columbus hat gerade einen Kommentar geschrieben.
22:19
Nil hat gerade einen Kommentar geschrieben.
22:16
utrolle hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG