Onkel Wanja

"Die Enden der Parabel"

21.09.2010 | 23:11

Die Enden der Parabel-Brigadier Pudding, dass große Sterben (126-374)

 .... des 1. Weltkriegs und die <<Weiße Visitation>>. 

 

 Seid nicht stolz auf Orden und Geklunker!
Seid nicht stolz auf Narben und die Zeit!
In die Gräben schickten euch die Junker,
Staatsmann und der Fabrikantenneid.
Ihr wart gut genug zum Fraß für Raben,
für das Grab, Kameraden, für den Graben!

Aus: „Der Graben“, von Kurt Tucholsky

 

Dieser Blogbeitrag ist meinem Großvater Karl Jäger gewidmet,

Kriegsteilnehmer im 1. und 2 Weltkrieg.

 

 

 

 Foto: Wikimedia, HMSO, public domain ,  photograph No. Q 5935 from the Imperial War Museum collection No. 1900-13.

 

Westfront,Ypern, 1917, die Soldaten bafinden sich vermutlich nicht im Niemandsland, denn die Bergung von verwundeten und Toten war nur Nachts möglich.

 

 

Teil 1 von 2: Brigadier Pudding, dass große Sterben des 1. Weltkriegs und die <<Weiße Visitation>>.  

 

 

Diese auf der Landstraße gedruckten Deutschen, starrköpfig und schießwütig, zielten schlecht, aber sie schienen so viel Munition zu haben, dass sie noch welche hätten verkaufen können(....)Unser Oberst, der Wahrheit der Ehre, bewies verblüffende Courage! Er spazierte mitten auf der Straße lang und dann hin und her der Breite nach, immer zwischen den Geschossen, so gelassen als wartete er auf dem Bahnsteig auf einen Freund(...) Dieser Oberst war ein richtiges Ungeheuer! Ich war sicher, in diesem Moment konnte er sich sein Ende nicht vorstellen, er war schlimmer als ein Hund! Zugleich begriff ich, dass es in unserer Armee viele wie ihn geben musste, tapfere Männer, und sicher genauso viele in der Armee gegenüber. Wer weiß wie viele? Eine, zwei, etliche Millionen vielleicht insgesamt? Von da an wuchs mein Schiss zu Panik. Mit solchen Leuten konnte dieser höllische Irrsinn noch ewig dauern...... 

Louis-Ferdinand Celine, „Reise ans Ende der Nacht“

 

 

 

 

 

Mit Pudding zurück in den 1. Weltkrieg

 

 

Mit Brigadier Pudding, dem Leiter der <<Weißen Visitation>> (Visitation lat. visitare „besuchen“) )werden wir zunächst -die V1 und V2 stürzen beständig auf London nieder- aus dem 2. Weltkrieg in den 1.Weltkrieg zurückgeführt. Was Schrecken, Menschenopfer und Brutalität anging, stand dieser dem Zweiten in nichts nach.

 

Brigadier Pudding ist eigentlich ein Offizier des ersten Weltkrieges, war also Befehlshaber einer Brigade, die in der British Army etwa die Größe von 2400 Mann umfasste.

 

Ernest Pudding war dazu erzogen worden, an eine lückenlose Befehlshierarchie zu glauben, genauso wie die Männer der Kirche in früheren Jahrhunderten an eine Hierarchie des Seins geglaubt hatten. Die neueren Geometrien verwirrten ihn nur. Seine größte Stunde auf dem Schlachtfeld schlug im Jahre 1917 im gelbkreuz-geschwängerten apokalyptischen Schlamm von Ypern, als er einen schmalen Streifen Niemandsland von höchstens vierzig Meter Tiefe eroberte und dabei nur siebzig Prozent seiner Einheit verlor.

D.E.d.P., S. 126

 

 

 

 

 Foto: Wikipedia, HMSO, public domain , Imperial War Museum catalogue number Q 4256

 

Zerstörte deutsche Stellung, Guillemont, September 1916

 

 

Brigadier Pudding meldet sich, schon hochbetagt als über 70 jähriger, beim Eintritt Großbritanniens in den 2. Weltkieg freiwillig zum Dienst für Volk und Vaterland.

Wir erfahren das er der Chef jeder ominösen <<Weißen Visitation>> geworden ist und werden nur andeutungsweise aufgeklärt was dieser Begriff bedeutet.....

 „Etwa zu beginn der großen Depression wurde er in den Ruhestand versetzt, nistete sich in ein Herrenzimmer in Devon ein, und umgab sich mit Photographien alter Kameraden,(...) und begann mit wahrer Leidenschaft, sich der kombinatorischen Mathematik zu bemächtigen, jener Lieblingsbeschäftigung pensionierter Armeeoffiziere.(....)

Als die Wandlungen so weit gediehen waren, daß deutsche Bomben auf England niederregneten, gab der alte General seien Plan auf und stellte sich seinem Land abermals als Freiwilliger zur Verfügung. Hätte er damals bereits geahnt, daß dies die <<Weiße Visitation>> bedeuten würde....nicht , daß er erwartet hätte, nochmals an die Front zu kommen, aber war da nicht von Geheimdiensttätigkeit die Rede gewesen?

 

 D.E.dP, S.126/127

Die <<Weiße Visitation>> befindet sich zwar im Dunstkreis zahlreicher Geheimdienste und getarnt in einem „Irrenhaus", arbeitet aber eher im Bereich psychologische Kriegsführung. Sie soll parapsychologische Phänomene untersuchen und überhaupt alles Nutzbar machen, was dazu beitragen kann den Krieg gegen die Deutschen zu gewinnen.

Da wir mit Pudding eher nebenbei in den 1.Weltkrieg geführt werden, der wie der 2.Weltkrieg -sein „großer dynamischer Bruder“- ebenso Verteilungs und Aufteilungskrieg war. Ein Kampf des nachholenden Nationalismus deutscher Prägung um die Weltherrschaft. Es ist  hilfreich hier einen Ausflug in die Kriegs -und Waffentechnologie-Historie zu unternehmen; ja mehr noch quasi in die Schützengräben einzutauchen. So können wir Brigadier Pudding, die <<Weiße Visitation>>, ja letztendlich den Krieg, und die „Vergeltungswaffen“ besser verstehen.

Die Verluste an Menschenleben waren auf beiden Seiten der Front unglaublich hoch.

 

Der 1.Weltkrieg kam in der Kriegsführung einer Epochenwende gleich, deren heraufziehen sich im amerikanischen Sezessionskrieg bereits abzeichnete und die Anwendung neuer militärischen Großgerätes (bzw. durch deren industrielle Massenproduktion erschwingliche Herstellung), in bisher nicht erlebter Größenordnung bedeutete.

Anhand eines Waffentyps möchte ich anschaulich machen, wie sich der Krieg auf die Menschen die ihm ausgesetzt waren auswirkte. Diese Waffentechnologie ist neben dem Graben, dem scharf geschliffenen Spaten für den Nahkampf, oder der Gasmaske so etwas wie ein Markenzeichen dieses Krieges.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

 

darf ich vorstellen, das Maschinengewehr "Maxim 08 "

 

 

 

Foto: Wikpedia, HMSO, public domain,  German World War I-era Maschinengewehr 08 (MG 08). Imperial War Museum catalogue number Q 35445.

 

„Deutsch, 1908. Wurde ab 1914 in größeren Mengen eingesetzt. Die Waffe war für viele der 60 000 britischen Gefallenen während der Somme-Schlacht am 1.Juli 1916 verantwortlich.

KALIBER 7,92 x 57, Kadenz: 500 Schuss/Min, Wassergekühlter Rückstoßlader“.

„1896 sicherte sich Vickers das Patent auf das Maxim-Maschinengewehr und lieferte es auch in andere Länder“.Sowohl das deutsche 08, wie auch das britische Vickers basieren auf der Konstruktion von Hiram Maxim, einem amerikanischen-britischen Konstrukteur. In Deutschland wurde es im verlauf des WK1- Krieges zum MG 08/15, einem leichteren Gewehr mit  höheren Kadenz weiterentwickelt. Über die Lizenzbedingungen der Produktion ist nichts bekannt.

Quellen: Waffen Enzyklopädie, David Haring, Motorbuch Verlag, Wikipedia,

 

 

Nicht die Anwendung von Eisenbahngeschützen, Panzern und Flugzeugen in der sogenannten Materialschlacht alleine sorgte für den hohen Blutzoll, sondern die vorgestrige Angriffsstrategie der Generäle -vor allem auf der Seite der Alliierten. So wundert es nicht, dass die Reichswehr als Armee eines nachholenden Nationalstaates, neue Militärstrategien und Waffentechnologie besonders wirkungsvoll einzusetzen wusste. Schon die Einführung der modernen Kruppschen Stahlgusskanonen (Doppelte Reichweite gegenüber den französischen Bronzekanonen, höhere Schussabgabenrate) war für die deutsche Seite im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 kriegsentscheidend.

Die Generäle warfen im 1.WK auf beiden Seiten wahre Menschenmassen in gigantische Großoffensiven, zehntausende starben innerhalb von Stunden, so dass man für den Stolz des fiktionale Offizier Pudding, nur 70 % seiner Männer bei der Erstürmung einer Anhöhe als Verlust zu verzeichnen, fast schon Verständnis aufbringen kann.

Von Ranke-Graves zeigt den unglaublichen Verlust an -vor allem jungen- Männern anhand seines Regiments, den Königlichen Welch-Füsilieren:

 

 

Im Verlauf des Krieges sind mindestens 15 000 oder 20 000 Mann durch jedes der beiden Frontbataillone gegangen, deren jeweilige Kampfstärke nie über 800 Mann hinausging. Nach jeder Katastrophe wurden die Reihen mit neuen Truppen aus der Heimat aufgefüllt.“

 

Von Ranke-Graves „Strich Drunter“, Rowohlt

 

In der Somme-Schlacht von Juli 1916 fielen beim Sturmangriff der Briten -trotz des dreitägigen massiven Artilleriebeschusses der Deutschen Stellungen- innerhalb einer Stunde 20.000 britische Soldaten. Dass lag vor allem an der sehr „effektiven“ Nutzung der Maxim-Maschinengewehrs,

Obwohl die Waffe von den Briten schon vor den 1 WK. In verschiedenen Kolonialkriegen zum Einsatz kamen, erkannten zunächst die wenigstens britischen Generäle das Vernichtungs -und Tötungspotential dieser schrecklichen Waffe.

Da Maschinengewehre dieser Zeit sehr schwer und unhandlich waren, konnte sich das militärische Potential zu dem erst richtig im festgefahrenen Stellungskrieg entfalten, mit wahrlich „durchschlagendem Erfolg“ So berichtet der Lyriker Robert und Kriegsteilnehmer von Ranke-Graves in seinem autobiographischen Buch „Strich Drunter!“:

 

 

Es war vereinbart worden, zugweise mit wechselnden Feuerschutz vorzugehen. Als sein*1 Zug etwa 20 Meter gelaufen war, gab er ihnen das Zeichen, in Deckung zu gehen und das Feuer zu eröffnen. Der Lärm war überwältigend. Er sah wie jetzt der Zug zur Linken sich niederwarf, und gab das Signal zum nächsten Vorpreschen. Niemand schien zu hören. Er sprang aus seinem Granatloch, winkte und signalisierte << Vorwärts>> Niemand rührte sich. Er schrie sie an: << Ihr verdammten Feiglinge, wollt ihr mich allein stürmen lassen?>> Der Feldwebel des Zuges, der mit gebrochener Schulter dalag stieß hervor: << Nicht Feiglinge, Sir, Sie täten`s schon, aber sie sind alle mausetot.> Das Maschinengewehr an der >>Papstnase*2>> hatte sie, als sie sich auf seinen Pfiff hin erhoben, beim Abstreichen gefaßt.“                       

*1 ein ander Offizier des Regiments, *2 Vermutlich vorspringender deutscher Grabenverlauf

Von Ranke-Graves „Strich Drunter“, Rowohlt  

 

 

 

 

Foto: Wikipedia, gemeinfrei. Urheber: Sendker

Alte Postkarte, Deutsches MG-Nest, vermutlich gestellte Aufnahme 

 

 Jeder Stellungsabschnitt der Reichswehr war mit mindestens zwei Maschinengewehren ausgestattet: Die Waffen wurden aber nicht direkt auf den anstürmenden Feind gerichtet, sondern nahmen die Angreifer von beiden Enden her im Kreuzfeuer unter Beschuss, ungefähr im Winkel von 45 C.

Die optimale strategische Anwendung dieser Massenvernichtungswaffe setze sich auf beiden Seiten der Front sehr schnell durch und zusammen mit Schrapnell-Munition, Granatwerfern, Handgranaten-Nahkampf sorgte sie dafür, dass ich die Mannschaften buchstäblich unter die Erde graben mussten, um eine wenigstens minimale Überlebenschance zu haben.

Mit Pudding zurück in die „Weiße Visitation“

 

 Damit kehren wir nun zum Ende des 1.Teils wieder zu Pudding zurück.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Schrecken der MG Salven, des 6-12 Stundenlangen Artillerie-Beschlusses der Stellungen vor Offensiven, der Schuss des Scharfschützen auf den Frischling, der zum ersten mal auf die Deutschen Stellungen schauen möchte und mit Kopfschuss in den Graben fällt, die Patrouille die in den sicheren Tod geschickt wird, die Abstumpfung und Barbarisierung der am Leben gebliebenen, dies alles macht die Person des Brigadiers Pudding erklärbar. Er ist das Abziehbild des britischen Offiziers, der seinen Widerpart auf der anderen Seite der Front wiederfindet – Eine literarische Person, scheinbar so echt wie Ernst Jünger! Man kann den Eindruck gewinnen, als wolle Pynchon hier dem Offizier an sich ein „Denkmal“ setzen, so etwa wie Erich Maria Remarque in der Person des Offiziers Himmlelstoss in „Im Westen nichts Neues“ stellvertretend für all die geschundenen Rekruten dieser Welt ein literarisches Denkmal der speziellen Art setzte.

 

Ernst Jüngers „In Stahlgewittern“ ist ein ebenso lesenswertes Buch. Schon der Titel erhebt den Krieg zu einer natürlichen Gesetzmäßigkeit, den Kampf zum menschlichen Naturzustand.

 

Nur so konnte viele diesen Krieg wohl überleben, in dem man alle menschlichen Gefühle, die Gedanken an die Familie und das echte Leben auslöschte.

 

Auch beim britischen Offizier mit deutschen Wurzeln, Ranke-Graves zeigt sich diese Haltung in seinem Buch: Es ist normal zu töten, es ist normal getötet zu werden -beispielsweise auch für vergleichsweise geringe vergehen, wie durch einen Botengänger verschütteten Rum der vor Sturmangriffe bei den Briten ausgegeben wurde.

 

Sie sind alle irgendwie Pudding.

 

 

 

Brigadier Pudding er ist eben das harte alte Frontschwein, der heldenmütige Offizier, der vom Rausch der Krieges nicht lassen kann, weil man sich im Angesicht des Todes seiner Lebendigkeit so sehr bewusst wird und gerade die Offizier der Rausch aus Macht, Angst, Erregung und Selbsterhöhung im Augenblick des Mordens psychisch deformiert, dieser aber den schrecken des Krieges nicht los wird. Der Krieg hält Pudding gefangen, er ist sein Diener.

 

Teil 2, Wir nähern uns der >>Weißen Visitation<< folgt in kürze.

 

 

 

 

Anmerkung:

 

 

 

 

 

Für die Recherche zu diesem Beitrag habe ich alle Fakten geprüft,

 

ich bin aber kein Militärhistoriker und habe auch nicht „gedient“, sollten mir Fehler unterlaufen sein, bitte ich kundige Mitmenschen um korrigierende Kommentare.

 

 

 

Der Text ist Teil eines Projekts:
Wir lesen gemeinsam Thomas Pynchons "Die Enden der Parabel".

 
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Kommentare
poor on ruhr schrieb am 22.09.2010 um 22:32
Wow Onkel Wanja,

der Blog ist ja fast so lang wie der Pxnchon. ;) Toll. dass Du Dir s o viek arbeit gemacht hast! Ich habe das mit Interesse gelesen!

Die Militärgeschichte ist für mich sehr interessant aber auch ein ein Blick in den Teil der Menschheitsgeschichte -wo allen Siegen und Militärparaden zum Trotz- ewige Finsternis herrscht.

Die eindrucksvollen aber auch schrecklichen Bilder Deines Blogs deuten das ja an und sind wie alle Abbildungen doch nur ein schwaches Modell von diesem Grauen, dass keiner erfassen kann, der dieses Grauen nicht durchlaufen hat.

Auch ich war in der Verrohungsschule der Bundesrepublik, die sich Bundeswehr nennt und habe als Wehrpflichtiger mit den anderen Soldaten Sturmangriffe geübt.

Bei einem Manöver sagte der MG-Schütze vom anderen Zug, dass er mich auch im Visier gehabt hatte und dass ich weg gewesen wäre, wenn die Sache mit scharfer Munition von statten gegangen wäre.

In diesem Alter sich iregendwie unbesiegbar fühlend, wies ich das weit von mir.

Wie dumm ich doch war!

Ein Segen ist es wenigenstens trotz aller neoliberaler Reaktion in seinem Leben keinen Krieg erlebt zu haben.

Vielen Menschen auf der Welt ist es die letzten Jahrzehnte nicht so gegangen.

Auch der Pynchon mit seiner Welt voller Geschichten und dem Brigadier Pudding sollte uns mahnen, wenigstens die eigene Gesellschaft nie wieder in solch einen Wahsinn hineingeraten zu lassen.

Halt, jetzt habe ich aber gepennt!

In wie vielen bewaffneten Konflikten hat die Bundeswehr im letzten Jahrzehnt denn mitgemacht?

Das ist das alte Spiel mit Idealen und der Realität.

Goldene friedliche Zeiten sind wohl doch nur ein Mythos , was auch für die BRD gilt , so sehr man uns auch einredet, dass wir in Afghanistan nur bewaffnete Entwicklungshelder und bewaffnete Frauenrechtler stationiert haben und Ganze natürlich gar nichts mit den strategischen Zielen der Mittelmacht Deutschland zu tun hat.

Danke für Deinen Blog. Er macht Lust auf Weiterlesen im Pynchon!

Herzliche Grüße

rr
Onkel Wanja schrieb am 23.09.2010 um 11:02
Hallo ruhrot,

danke für Deinen Kommentar.
Bitte entschuldige das mein Layout so schlecht geworden ist. Ich habe schon zig mal versucht, diese leerstellen aus dem Text zu bekommen, ich bekomm es nicht hin!

Damit wir erfahren können, womit man sich Heute so masakriert, hier ein Video. Bitte beachtet die Typen die Privat mit scharfen Kriegswaffen rumspielen und die Mörderhenker aus dem Militär.
Interessant ist das auch für Leute, die sich nicht für Waffen interessieren, denn jetzt können sie mal sehen, mit was für Waffen Zivilisten in Afganistan und dem Irak umgebracht werden!



Onkel Wanja schrieb am 23.09.2010 um 12:03
So Leute, jetzt habe ich das Layout verbessert. ich hoffe so kommt alles besser rüber.
poor on ruhr schrieb am 23.09.2010 um 20:41
Lieber Onkel Wanja,

ich habe mich schon gestern nicht über Dein Layout beschwert. Natürlich hast Du es jetzt wieder pefekt gemacht, aber ich finde, das ist doch gerade der Charme unter Bloggern, das hier und da auch mal was nicht ganz so perfekt geraten kann.

Herzliche Grüße

rr
Onkel Wanja schrieb am 23.09.2010 um 21:37
Hallo Ruhrrot,

ist schon klar, ich freue mich das es jetzt geklappt hat.

Zur Bundeswehr, mein großer Bruder war bei der BW und meinte nach der Grundausbildung, dass ich verweigern solle, da man als Bundeswehrsoldat ehr keine Chance hat einen Krieg zu überleben und ich den ganzen Scheiß nicht mitmachen solle. Das war noch zu Zeiten des kalten Kriegs und ist inzwischen nicht widerlegt....
Schau Dir nur die Feuerkraft dieser Gatling M 134 an....Erschreckend!

Mir hat mal ein Bekannter US-Amerikaner erzählt dass er als Zivielangestellter der US-Army im ersten Irak-Krieg die Straße des Todes befahren musste. Auf dieser waren die aus Kuwait flüchtenden irakischen Truppen Tage bevor er die Straße passieren musste, nachts von Apache-Hubschraubern und ihren 30mm Bordkanone kurz und klein geschossen worden. Er hat mir erzählt das auf zig von Kilometern am Straßenrand ausgebrannte und beiseite geschobene Fahrzeuge standen -Samt ungeborgenen Leichen drin. Da er in Vietnam war hat ihn das unheimlich mitgenommen. Ich hatte mich erst drüber gewundert, dachte mir: Na, da müsstest du doch mit dem Anblick von Toten am besten klar kommen, erinnerte mich aber an meinen Großvater mütterlicherseits, der immer rausging, wenn irgendwas von Kriegen im den TV-Nachrichten kam.

Das hab ich auch ein paar käsigen Jungs erzählt, die aus einen Bundeswehr-Werbetruck raus kamen. Ich sprach sie an und meinte zu ihnen: Überlegt euch gut ob ihr euch meldet oder Verpflichtet und noch besser, ob ihr mal nach Afghanistan geht. Selbst wenn ihr nichts abbekommt wird euch der Krieg nie mehr loslassen. Schon mal vom Postraumtischen-Belastungssyndrom gehört, Jungs?
Dann hab ich ihnen von meinem Großvater erzählt, als ich den mal als kleinen Jungen fragte, warum er den so viele "Beulen" in den Beinen habe. Sonst schwieg er ja immer wenn wir nach dem 2. Weltkrieg fragten, aber da erzählte er mir dann von Granatsplittern die er immer noch im Körper hatte, von Lungendurchschuss usw. auch erinnere ich mich an sein Lachen wenn einer der Cartwrights in der TV Serie Bonanza hinter einem dünnen Holztürchen in Deckung ging, wenn ein böser Bube mit einem 45er Colt ballerte..... Mich hatte das damals sehr beeindruckt, und deshalb hab ich den Buben davon erzählt, habe sie gewarnt das die Bundeswehr kein Spielplatz sei und ihnen dringend "Im Westen nichts Neues" empfohlen.
Denn diese Jungs hatten vom Krieg, der Bundeswehr genauso wenig Ahnung wie diese armen Burschen im Roman, die sich freiwillig meldeten und dann in eine wahre Hölle kamen, dass hatte mich echt erschüttert!
poor on ruhr schrieb am 23.09.2010 um 22:05
Lieber Onkel Wanja,

Danke für den tollen Kommentar. Ich finde diese Sichtweise unheimlich nett, weil es bei Dir nicht so nach dem Schema abläuft, wer zum Bund gegangen ist , ist doof, sondern weil Du die jungen Menschen in ihrer Ahnungslosikeit vom wahren Wesen des Krieges siehst.

Als der Bundeswehrsoldat, der ich vor -zig Jahren war, möchte ich natürlich auch diesen Status für mich in Anspruch nehmen. ;)

Diese Verharmlosung der Gewalt im Fernsehen mit ihrer damit einhergehenden Ästhetisierung trägt in Zeiten der hohen Jugendarbeitslosigkeit auch viel zur scheinbaren Attraktivität der Bundeswehr bei, doch da wird das Töten gelernt!!!

Auch bundesdeutsche Munition tötet, zerfetzt und zerstört genauso wie die der Taliban, die ich mit einer solchen Äußerung Alles Andere als rechtfertigen oder gar idealisieren möchte.

Bei aller entschiedener Ablehnung von Sarrazin und seinen menschenfeindlichen Äußerungen sind mir die Steinigungen und das Fernbleiben der elementarsten Menschenrechte (z.B. "Todesstrafe" für Homosexuelle)
in vielen islamischen Ländern mindestens genauso verhasst!!!

Doch explodierende deutsche Munition und Kugeln und Splittern in den Körpern von Menschen fügen diesem dort vorhandenem Ozean an Leid nur neues Leid zu.

Es ist mir klar, dass dieser Kommentar keine Alternative aufzeigt, wie die Probleme dort gelöst werden können, aber Gewalt ist fast immer der falsche Weg, genauso wie es in der Bundesrepublik die menschenfeindlichen Äußerungen von Herrn Sarrazin sind, die Probleme der Integration in der BRD zu lösen!

Darüber muss nämlich mit allen Beteiligten geredet werden und alle sollten mitgenommen werden, so wie Verhandlungen auch in Afghanistan sicher der bessere Weg wären, die Probleme dort zu lösen und das Alles hat auch irgendwie mit dem Pynchon zu tun .

Wie?

Na ja so genau, weiss ich das auch nicht , aber ich freue mich mit Dir und den Anderen weiterhin darüber zu diskutieren! :)

Herzliche Grüße

rr

Herzliche Grüße

rr
poor on ruhr schrieb am 23.09.2010 um 22:25
Habe mir auch nochmals die beiden Videos angesehen. Fürchterlich! Teuflisch und doch den Menschen zur Vernichtung der Menschen in die Hand gegeben, die aus irgend einem Grund mit dieser unseligen Vokabel "Feind" behaftet worden sind.

Für das Öl, für wahnsinnige menschenverachtende Ideologien, für die guten Geschäfte der kapitalistischen Waffenfabrikanten, die mannchmal sogar für beide Seiten in den Weltkriegen geliedert haben.

Man lese Bernt Engelmann oder vielleicht gibt es da heutzutage schon etwas Besseres.

Man stelle sich die Soldaten vor, die die V2 abgeschossen haben und Hunderte Kilometer weit entfernt die Londonder, die von dieser Waffe potentiell bedroht waren.

Ohne diese ganze Scheisse hätten diese Menschen vielleicht sogar ein Fest zusammen feiern können und zusammen Bier oder ein Ale getrunken. Tausenmal gehört, aber immer noch richtig!

Herzliche Grüße

rr
Onkel Wanja schrieb am 23.09.2010 um 22:56
"Für das Öl, für wahnsinnige menschenverachtende Ideologien, für die guten Geschäfte der kapitalistischen Waffenfabrikanten, die mannchmal sogar für beide Seiten in den Weltkriegen geliedert haben."

Oh diese Thematik bhandlet Pynchon im Buch auch noch. Es geht im Buch um die witschaftlichen Beziehungen der IG-Farben zu amerikanischen Chemiekartellen.

Aber neben FORD, General-Motors und vielen anderne US-Unternehmen beste wirschaftsbeziehungen zum 3 Reich.
IBM hatte BESONDERS delikate Beziehungen!
Denke an die NUMMERN die jeder KZ-Häftling auf dem Unterarm tetowiert hatte:

"THE CORPORATION" [19/23] Taking The Right Side an und staunt:

poor on ruhr schrieb am 23.09.2010 um 23:02
Lieber Onkel Wanja,

Ali macht gleich zu und ich muss aus dem Internet-Cafe , aber ich lese und staune. Ich freue mich auf die Fortsetzung der Kommunikation mit Dir. Hoffe bis morgen!

Du hast mich jetzt richtig heiß auf den Pynchon gemacht.
;)

Herzliche Grüße

rr
poor on ruhr schrieb am 23.09.2010 um 23:11
Ali macht noch 10 Minuten. Das IBM-Buch über die Beziehungen zum dritten Reich habe ich leider immer nur. bis S.350 geschafft, aber das war sehr interessant.
Das Video schaffe ich heute nicht mehr.
Dein Hinweis auf die Nummern ist aber sehr wchtig.
Diese ausgefeilten Lochkartenmaschinen von IBM waren wol schon die höchste Vorstufe zum eigentlichen Computer ,der auch irgendwann um diese Zeit entwickelt wurde. IBM hat gut a, DrittenReich verdient und als die Stimmung in den USA antideutsch wurde, sich alle Mühe gegeben, diese "Verdienste" gut zu taren, was auch schon wieder an das Militär erinnert. Gute Nacht! ;)

rr
poor on ruhr schrieb am 23.09.2010 um 23:11
Ali macht noch 10 Minuten. Das IBM-Buch über die Beziehungen zum dritten Reich habe ich leider immer nur. bis S.350 geschafft, aber das war sehr interessant.
Das Video schaffe ich heute nicht mehr.
Dein Hinweis auf die Nummern ist aber sehr wchtig.
Diese ausgefeilten Lochkartenmaschinen von IBM waren wol schon die höchste Vorstufe zum eigentlichen Computer ,der auch irgendwann um diese Zeit entwickelt wurde. IBM hat gut a, DrittenReich verdient und als die Stimmung in den USA antideutsch wurde, sich alle Mühe gegeben, diese "Verdienste" gut zu taren, was auch schon wieder an das Militär erinnert. Gute Nacht! ;)

rr
Onkel Wanja schrieb am 25.09.2010 um 20:53
Ruhrot@

Gefällt mir das Du von der IBM-Sache schon informiert warst. Nur bin ich doch sehr traurig über die geringe Resonanz auf meinen Blog.....Vermute mal das hatte auch mit den Layout-Problemen zu tun.
poor on ruhr schrieb am 25.09.2010 um 22:21
Lieber Onkel Wanja,

nicht traurig sein. Dein Blog ist klasse. Das mit dem Layout war doch nicht so schlimm.
Ich denke, dass es das Projekt ist. Der Pynchon ist doch sehr lange zu lesen und meinen Vermutungen gehen eher in die Richtung, dass das Interesse vielleicht abgeebbt sein könnte, ohne es zu wissen. Das scheint mir aber zumindest der Versuch einer plaibelen Erklärung zu sein!

Dein Blog ist jedenfalls klasse. Auch die Videos haben mir nochmals richtig klar gemacht, das diese scheiß Waffen nichts als Mordinstrumente sind.

Da kann man sich wirklich ganz getrost von aller Romantisierung und Ästhetisierung der Gewalt und des Kampfes zum Beispiel im Fernsehen freimachen.

Das sind reine Mordinstrumente. Man muss sich doch nur in die Rolle der Opfer der unseligen Kriege einfühlen und denken, dass man da irgend eine Strasse lang fährt und da oben kreist ein Hubschrauber mit einer Gatling-Gun..... Das ist nichts weiter als Mord, der wohl heute immer noch leider wohl tagtäglich auf der Welt geschieht.

Herzliche Grüße

poor on ruhr
hibou schrieb am 08.10.2010 um 09:30
"Ernest Pudding war dazu erzogen worden, an eine lückenlose Befehlshierarchie zu glauben, genauso wie die Männer der Kirche in früheren Jahrhunderten an eine Hierarchie des Seins geglaubt hatten..."

Dazu sei bemerkt, dass sowohl Engel als auch Offiziere in genau neun Grade aufgeleitert sind!
hibou schrieb am 08.10.2010 um 09:33
Onkel Wanja, net traurig sein über geringes Echo!! Im Allgemeinen gilt hier: wenige Kommentare = hohe Qualitaet. Ausserdem kommt der Islam net vor (hehe, mir selbst Kleiderzerreiss und Aschaufshauptstreu)
hibou schrieb am 08.10.2010 um 09:34
es heisst natürlich: "AscheaufsHauptstreu"
Onkel Wanja schrieb am 08.10.2010 um 14:26
Ja das dachte ich mir in der Art auch schon.
für eine relegionsfeinliche Atacke bin ich immer zu haben, wenns natürlich zum Thema passt.
Danke und Gruß, OW.
koslowski schrieb am 08.10.2010 um 09:57
Habe dein Blog erst jetzt gelesen und bin beeindruckt. Danke.
Sarah Rudolph schrieb am 08.10.2010 um 10:26
Lieber Onkel Wanja,
Layoutprobleme halten nicht vom Lesen ab, zumindest mich.
Nur das kommentieren hab ich vergessen, ich Schnarchnase.
Aber ich lese,lese, lese!
Danke für deine tolle, inspirierende, wunderbar tiefgehende Arbeit an unserem Wälzer, das ist eine echte Bereicherung!
Liebe Grüße!!
Onkel Wanja schrieb am 08.10.2010 um 14:30
Danke, bei soviel lob gekomme ich rote Ohren! Auf jedenfall bekomme ich jetzt Lust um den den 3. Teil zu schreiben.
Tip: Bitte vor dem Lesen des 3.Teil`s nichts Essen, es wird wieder unappetitlich, ummmmpppppfffffffff!
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Logbuch
23:02
Uwe Theel hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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NonOpportunist hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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