Seit den 50er Jahren werden in Deutschland zu jeder Wahl Parteispots produziert. Der Trend Politische Botschaften über einen Spot oder über einen Film den Zuschauer zu übermitteln geht bereits aber auf die auf die Zeit während des Ersten Weltkrieges zurück.
Damals wurden sowohl auf deutscher also auch auf Amerikanischer und Franzöischer Seite Politische Botschaft auf das Publikum transportiert. Hierbei handelte es sich meistens um Progandafilme wie Unsere Kriegsflotte aus dem Jahre 1914 und The Battle Cry of Peace aus dem Jahre 1915.
In Weimarer Republik wetterten die Filme gegenüber den Versailler Verträgen. Nach dem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg wurden die Bürger der Länder geradezu mit Progandafilmen überschwemmt. In Amerika sorgte Donald Duck dafür, dass die Bürger ihre Steuern brav angaben und bezahlten. Der Cartoon hieß The New Spirit. In Deutschland marschierten Adolf Hitler und sein treues Gefolge in dem Leni Liefenstahl Film Triumph des Willens auf.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte in Deutschland Konrad Adenauer Bundeskanzler werden. Für ihn galt der Wahlkampf als wichtigste Politische Arbeit. Für ihn galt wohl das Motto:" Nach der Wahl, ist vor der Wahl." Gleich am ersten Tag begann er damit sein Image hochzu halten. Um dies zu bewirken verwendete er Massenmedien wie Zeitungen und auch Wahlwerbespots während der heißen Wahlkampfphase.
So gibt es zum Beispiel einen Wahlwerbespot aus dem Jahre 1957 in dem er zur väterlichen Cartoonfigur erhoben wurde. Die Grundaussage hier drin war, lasst den Kanzler machen, denn es kann ja nur einen geben. Die SPD setzte auf zwei Spatzen mit dem Namen Plietsch und Plemm, deren Aussage bezog sich gegen auf die Aufrüstung und auf den Aufbau der Bundeswehr. Beide Wahlwerbespots kratzen an dem Wunsch nach Sicherheit. Diese Wunschvorstellung ist in der Maslow’sche Bedürfnispyramide auf dem zweiten Platz und somit der wichtigste Platz für die Wahlkampfexperten überhaupt. Der erste Platz deckt Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken und Schlafen ab. Während einer extremen Krisenzeit würde auch der erste Platz, als Wahlwerbemittel genutzt werden.
Nach dem ich mir mal das alte Wahlwerbematerial angesehen habe, müsste ich eigentlich zu dem Schluß kommen, dass sich in den letzten Jahrzehnten nicht viel daran geändert hat. Ja und Nein, die Sicherheit ist immer noch das wichtigste Wahlversprechen überhaupt, aber in der Zwischenzeit wird auch das Thema der Selbstverwirklichung gerne angesprochen.
Beim Thema Sicherheit kamen während der 80er Jahre noch das Thema Umweltschutz hinzu. Im ersten Wahlwerbespot Der Grünen wurde die Frage gestellt:" Opa, warum sind die Fische tot?" Beim zweiten Spot griff die Botschaft schon intensiver zu. Hier wurde eine Atombombe an eine kleine Familie geliefert.
1994 beispielsweise warb die PDS mit einem sehr fröhlichen Wahlwerbespot mit Markus Majowski und Gregor Gysi für mehr Indiuvalität und das Denken an die Menschen und nicht an die eigene Karriere. Die FDP behauptete, dass der Wähler eine Kugel in der Mitte wäre und das er nur durch die FDP frei sein könnte. Die CDU warb damals mit der Sicherheit, die der Kanzler bot.
Und wie sieht die Wahlwerbung des Jahres 2009 aus, ist sie in der Krise anders geworden? Die Beispiele stammen allesamt, aus der Europawahl 2009.
Die Piratenpartei, stellt mehrere Fragen, wie z.B. Bin ich kriminell, nur weil ich weil ich ein Musikstück kopiere? oder Ist mein Studium durch Studiengebühren besser geworden? Die Rentner-Partei wirbt mit dem Thema Renten und setzt sich für das Ziel etwas für die Menschen zu unternehmen. Das Motto lautet hierbei:" Wach endlich auf." In beiden Wahlspots steht wieder die Selbstverwirklichung im Mittelpunkt.
Die Repubilkaner wirbt hingegen mit der Angst vor Anschlägen. Wieder ist die Sicherheit im Mittelpunkt.
Jetzt könnte man behaupten, dies sind ja nur kleine Parteien, die fast keiner wählt. Schauen wir uns die CDU und die SPD an.
Die CDU wirbt mit dem Wir-Gefühl und der Sicherheit. Das Wir-Gefühl ist in der Bedürfnispyramide als Soziale Beziehung zu finden. Dies ist zwar nicht die nicht gerade die hauptsächliche Wahlwerbespotssystematik. Aber sie wird immer wieder in ein paar wenigen Spots zu finden sein. Hier ist aber die Verknüpfung zwischen Sozialen Kontakten und Sicherheit sehr schön zu sehen.
Die SPD setzt hingegen auf die Äppelung der neuen Parteien und will sich scheinbar nicht in die Bedürfnisspyramdie anpassen. Sieht man genauer hin, setzt auch sie auf das Thema Sicherheit mit ihren Wahlkampfforderungen.
Aber noch wichtiger als die Frage nach welchem Schema die Parteien werben, ist die Frage wie sie regieren, wenn sie an die Macht kommen?
Manches Wahlversprechen wurde schon gegeben und gebrochen, also sollte man vorsichtig abwägen, ob man sein Kreuzchen doch nicht lieber an eine kleine Partei verschenkt, als es einer großen Partei zu geben. Meine Stimme, für Deutschland geht an .............................................................. (bitte selbst ausfüllen!)
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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