Der Begriff des “Leviathan”
in der Verwendung als Versinnbildlichung des “Staates” ist eine
Ausgeburt des absolutistischen Denkers Thomas Hobbes. Noch heute
erfreut sich der Begriff einer meist gedankenlosen Nutzung, selbst
unter “Liberalen” und “Libertären”. Ich halte dies für gefährlich, weil
es den Blick auf die einfache Wahrheit vernebelt.
Diese
einfache Wahrheit lautet: Es gibt ihn nicht, diesen “Leviathan”! Der
“Staat” ist doch kein uns entrücktes, überlegenes Wesen, keine abseits
des Menschlichen exisierende Gestalt. Der “Staat” ist nichts weiter als
eine Gruppe von Menschen, deren Individuen in ihrem elementaren
Menschsein vielleicht nicht schlechter, aber ganz bestimmt nicht besser
sind als Du oder ich. Es sind Menschen, keine Übermenschen. Sie haben
die gleichen Fehler wie Du und ich, die gleichen Schwächen wie Du und
ich.
Was Dich und mich aber grundsätzlich von jenen Menschen
unterscheidet, die sich “Staat” nennen, ist unsere Friedfertigkeit,
wärend diese Gewalt gegen Gewaltlose initiieren oder damit zumindest
drohen. Das, genau das ist der “Staat” — nackte, rohe Gewalt. Alles
andere ist Illusion, Zeichnung im Sand. (Redigierte Fassung eines zuvor auf opponent.de veröffentlichten Beitrags.)
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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