oschoeberl

I Hate Hollywood!

06.02.2012 | 12:58

Super-Teenies gegen Super Bowl

Das Super-Bowl-Wochenenende ist bei den US-Kinobetreibern gefürchtet: Gar viele bleiben da zu Hause, um sich Football und Bier zu geben, statt im Kino bei Popcorn und Cola zu sitzen. Die Bewerber des vergangenen Wochenendes schlugen sich dennoch verhältnismäßig wacker. Chronicle, ein Streifen über Teenies mit Superkräften, holte mit geschätzten 22 Millionen Dollar Platz eins der US-Box-office-Charts. Als Found-Footage-Film gedreht, kostete die Produktion lediglich 12 Millionen, beinahe das Doppelte wurde an diesem ersten Wochenende gleich wieder eingespielt. Filme in Found-Footage-Technik sind bei den Studios derzeit recht beliebt, kein Wunder: Sie kosten wenig und spielen konstant gute Summen ein. Die Frau in Schwarz, eine Geistergeschichte mit Daniel Radcliffe, landete unweit hinter Chronicle mit 21 Millionen auf Platz zwei. Recht abgeschlafen auf dem dritten Rang: The Grey, Liam Neeson in Kampf mit den Wölfen: 9,5 Millionen - sein Produktionsbudget von 25 Millionen hat der Film bei seinem bisherigen Stand von 34,5 Millionen Einspiel bereits wieder hereingebracht.

Das waren die guten Nachrichten (wenn man sie dafür halten will). Der Ruf der Wale, ein Film über eine Walrettung, der sich vornehmlich an Kinder und ihre Eltern wendet, stieg mit 8,48 Millionen nur auf Platz vier ein - bis zu den Produktionskosten von 40 Millionen Dollar scheint es da noch ein weiter Weg, aber Produktionen für Kinder halten sich oft länger in den Charts als andere. Auf Platz fünf herabgepurzelt ist Underworld: Awakening, der Vampir/Werwolf-Film holte nur noch 5,6 Millionen und hechelt mit einem bisherigen Gesamteinspiel von 54,353 Millionen seinem Produktionsbudget von 70 Millionen etwas hinterher.

Die Komödie Einmal ist keinmal mit Katherine Heigl landete auf Rang sechs mit 5,25 Millionen - der Film hat bislang gerade einmal die Hälte seines Produktionsbudgets eingespielt. Flieger-Action im Zweiten Weltkrieg landete am Wochenende mit Red Tails und 5 Millionen auf Platz sieben. Hartnäckig hält sich auch Alexander Paynes Oscar-Anwärter The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten in den Top Ten - dieses Wochenende Platz acht mit 4,6 Millionen und insgesamt immerhin bereits 65,523 Millionen.

Übel sieht's für Ein riskanter Plan aus: Platz neun am zweiten Wochenende, das brachte nicht mehr als 4,5 Millionen. 14,7 Millionen hat der Film um einen Diamantenraub bislang insgesamt eingespielt, 42 Millionen gekostet - das dürfte hinten und vorne zu knapp werden. Das Drama Extrem laut und unglaublich nah, ein Drama mit Tom Hanks und Sandra Bullock, schließlich landete an seinem siebten Wochenende mit 3,925 Millionen auf Rang zehn.

 
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oschoeberl
Otmar Schöberl, Autor und Journalist in Wien; Beiträge für Falter, kolik Film, celluloid, ray, art quarterly; abgeschlossenes Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie der Publizistik; Einführungen im Filmmuseum Wien und im Filmhaus Spittelberg; Archivar für die Stadt Wien
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