Die Art und Weise, mit der die deutschen Kurfürsten Joachim Gauck letztlich doch an die Spitze der Republik gewählt haben - war je nach Sichtweise entweder sehr witzig oder perspektivisch problematisch.
Aber immerhin: Auch das den Bürger gänzlich ausschließende Wahlprinzip einer Parteiendemokratie kann zu guten Ergebnissen führen.
Deutschland freut sich! Und mit Recht.
A: Liebes Tagebuch, mir gefällt Joachim Gauck ganz ausgezeichnet.
T: Das überrascht mich nicht...
A: Wieso?
T: Er ist ein Blender.
A: Er hat Überzeugungen!
T: Er berechnet, was er tut.
A: Er weiß, was er macht!
T: Er ist - Priester.
A: Er hat eine Seele! Spiritualitätsfreies Materialistenpack!
T: Trennung von Kirche und Staat?
A: Er lebt in wilder Ehe. Reicht Dir das?
T: Ja. Und er ist eitel.
A: Ich weiß nicht. Er sagt, er sei ungewaschen.
T: Wir nähern uns: Findest Du nicht, dass er etwas latent Faschistoides hat?
A: Weil er am Stammtisch gemocht wird?
T: Das auch. Und weil er Bankenkritik doof findet.
A: Du lieber Himmel. Es zählt eben Macht, nicht guter Wille am Lagerfeuer.
T: Hmm... Und er findet Sarrazin gut.
A: Den alten Nazi?
T: Mal halblang. Du tut so, als würde der in der Ukraine jüdische Mädchen jagen.
A: Das tut er gar nicht?
T: Nein. Er ist sogar Mitglied der SPD und schreibt kontroverse Bücher.
A: Was ja sein gutes Recht ist. Mhh... - Weitere Kritik an Gauck?
T: Ach so, ja - ahem - Gauck spaltet Ost und West!!!
A: Sag nur.
T: Das sage nicht ich: Das sagt die Linkspartei.
A: Überrascht es Dich, dass Gauck nicht die Internatioale trällert, nachdem die Kommunisten seinen Vater verschleppt haben?
T: Nein... Seine Sozialisation wird ihm die Linkspartei jedenfalls nicht verzeihen.
A: Nein.
T: ...
A: Sonst noch Vorwürfe, wertes Tagebuch?
T: Er sieht aus wie ein Präsidentschaftsbewerber in den USA.
A: Ja, das ist es! Stell Dir mal die Schlagzeile vor: "Gauck gewinnt Vorwahl in Thüringen."
T: Jetzt hör aber auf.
A: OK! Bis zum nächsten mal! ;)
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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