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Es war ungewohnt, nach langer Zeit morgens das Badezimmer besetzt vorzufinden. Die Tür war nur angelehnt und eine tiefe Stimme zwitscherte ein Hindu-Gebet. Zwischen Wasserplätschern drang das Mantra bis in den Flur durch: Ommmm trayambakam yajannmahe sugandhim pushtivardhanam. Urvaarukamiva bandhanan mrityor muksheeya maamritaat. Ich verdrehte die Augen und marschierte in die Küche weiter. Als der Sud meines lebensnotwendigen türkischen Blättertees die richtige Farbe erhielt, kam mein Gast tropfend herein spaziert.
„Wenn du schon Hunger hast, kann ich in 5 Minuten den Tisch decken.“, sagte ich. „Falls nicht, kann ich dir die Nachbarschaft zeigen und wir frühstücken dann an der Alster.“
„Was immer du möchtest.“, war die Antwort. Klasse. Ich liebe entscheidungsfreudige Menschen.
„Habe ich eine Messlatte für dein Hungergefühl?“, fragte ich.
„Schlecht geschlafen?“, war die Gegenfrage. „Du solltest die Bücher vom Meister lesen. Und unbedingt die Übungen machen. Die lockern dich. Ich habe einige richtig gute schon für dich angekringelt.“
Ich überhörte ihn. Er wußte genau, was ich von Osho hielt. Ich reichte ihm eine Tasse Tee und er schaute mich erwartungsvoll an. „In Indien haben wir den Tee immer mit Milch getrunken.“, sagte er. Ja. Und ich erinnerte mich, dass wir auch Indien immer Streit hatten. Ich reichte ihm die Milch.
Während wir unseren Tee tranken, schauten wir aus dem bodenlangen Fenster auf die Straße hinaus. Direkt vor dem Haus befand sich eine kleine Grünfläche mit einer großen Linde in der Mitte und dahinter eine Reihe weißer Villen.
„Welche von den ist die von Jil Sander?“, fragte er.
„Die kann man von hier nicht sehen, ist noch ne Straße weiter.“, sagte ich.
„Weißt du, diese Villen, find ich so steril. In Indien hatte ich bei den armen Menschen die schönste Zeit meines Lebens.“
Ich seufzte. Ich war da auch glücklich gewesen. Obwohl ich nicht sagen wollte, die schönste Zeit meines Lebens, ich atmete ja noch und meine Zukunft mit dem Schatten der Vergangenheit in Gleichnis zu setzen, war weder logisch noch besonders gerecht. Hakan, mein werter Gast, hatte etwas auf dem Herzen, für so was hatte ich immer eine Antenne. Aber ich wartete, damit er selbst sich aussprach, falls er sich aussprach. So gut waren wir nicht befreundet. Ich war sogar etwas überrascht gewesen, als er vor ein Paar Tagen sein Besuch angekündigt hatte. In der Nacht hatte ich ihn vom Flughafen abgeholt. Aber anstatt sich wie jeder vernünftige Mensch auszuschlafen, ommte er bereits um 8 Uhr früh -an einem Samstag- durch die Wohnung.
Sein Besuch tat mir aber dennoch gut. Er holte Indien wieder aus der Versenkung meiner Gedanken hervor. Ich hatte dach dem Studium den Wunsch gehabt, eine Weile im englischsprachigen Ausland zu leben, um später die Karrierechancen zu erhöhen. Karriere schwebte mir nicht vor, aber das schien immer ein gutes Argument für die Eltern zu sein. Meine Freunde fanden die Idee auch ganz toll und wollten mich am liebsten in die USA, genauer nach NYC verfrachten und mich dann völlig selbstlos zu besuchen. Meine Eltern favorisierten England, damit ich zwischendurch schnell und günstig nach Hause fliegen konnte. Als ich dann schließlich mich für Indien entschied, fanden weder meine Eltern noch die Freunde die Idee besonders reizend. Aber ich hatte mich durchgesetzt und auch eine Praktikumsstelle bei einer internationalen Hilfsorganisation gefunden. Das Praktikum brach ich nach zwei Monaten ab. Ich lernte bereits in dieser Zeit, dass Gutes tun wollen nicht damit identisch ist, Gutes zu tun. Seitdem spende ich auch keinen Cent mehr für diese und ähnliche Organisationen, die gerade wieder zur Weihnachtszeit alle U-Bahn Schächte mit überdimensionierten Plakaten zumauern. Dieses ganze Spenden verhilft nur den meisten großen Organisationen zum Selbsterhalt und Image-Arbeit. Das meiste Geld kommt nie da an, wofür es gespendet wurde und versickert im Verwaltungsapparat. Mit Armut lässt sich viel Geld machen. Im Grunde war das nur die Wiederholung einer zuvor gelernten Lektion. Ich erinnerte mich an eine Geburtstagsfeier in Berlin, unter den Gästen auch ein Richter mit bestimmten sexuellen Präferenzen, der über Asylanträge entschied. Es lief mir eiskalt den Rücken runter, als ich mir so eine Verhandlung vorgestellt hatte; Verzweiflung und Panik auf der einen Seite, Macht und menschlicher Fäulnis auf der anderen Seite.
Nachdem ich meine Praktikumsstelle verlassen hatte, zog ich von Bandra West in das touristische Stadtteil Colaba. Wenn ich schon mal in Indien war, konnte ich auch bleiben, so lange das Geld reichte. Ich fing endlich an, Material zu sammeln für ein Buch, das ich schon lange schreiben wollte, über die Zusammenhänge zwischen Privatisierung, Medien und Hindufaschismus. Auf einer meiner Streifzüge durch Colaba lernte ich Hakan kennen, als er mit einer jungen Mutter mit Kleinkind auf dem Arm sprach. Das war die aktuelle Masche. Die jungen Mütter oder vielleicht nur Baby-Leaser verlangten kein Geld sondern Babynahrung, die jedoch nur in einem bestimmten Laden erworben werden durfte. Hakan ging mit einer kindlichen Naivität mit der Frau mit. Ich dachte, ist ja nicht mein Problem, aber dann wusste ich genau, dass einige Touristen um wesentlich mehr erleichtert wurden als ein Paar Hundert Rupees. Ich mischte mich ins Gespräch ein, schlug ihm vor, wenn er denn möchte, ihr gleich Geld zu geben und nicht ihr irgendwohin zu folgen. Er war zuerst unentschlossen, als jedoch die Frau ihn umso entschlossener mit sich ziehen wollte, fand er doch, dass es eine gute Idee war, die belebten Straßen nicht zu verlassen. Danach plauderten wir eine ganze Weile auf Englisch und irgendwann fragten wir uns, wo wir her kamen. Ich hatte ihn nach Südamerika und er mich, warum bitte auch immer, in die Ukraine verfrachtet. Als wir dann herausfanden, dass wir beide Türken sind, waren wir einige Sekunden unangenehm überrascht. Im Jahr zuvor war ich durch Andalusien getrampt und immer wenn ich auf deutsche Touristen stieß, hatte ich mich nicht als türkisch-Deutscher zu erkennen gegeben. Ständig auf Landsleute zu stoßen, vermittelte das Gefühl etwas Exotisches würde halbiert werden. Hakan war jedoch kein durchschnittlicher Türke, weder vom Einkommen her noch von der Religionszugehörigkeit. Als Atheist mit einer Schwäche für Hinduismus war er auf eine spirituelle Reise aufgebrochen. Von Mumbai wollte er weiter nach Poona zum Osho-Zentrum. Die milliardenschwere Osho-Stiftung, die einerseits Armut predigt, aber andererseits rein gar nichts für die Armen übrig hat, betreibt ein fruchtbares Geschäft mit gestressten Atheisten.
„Schmeckt dir der Tee oder möchtest du lieber Kaffee?“, fragte ich.
„Aber ja, sehr lecker. Weißt du noch, die freche Göre bei Barista? Ich konnte sie nicht vergessen. Ich wünschte, ich hätte ein Photo von ihr.“
Ich lachte. Unser Adoptivkind. Ja, die Kleine war das coolste Mädchen, das mir bisher begegnet war. Wir hatten uns damals in einer Filiale der Barista-Kette auf die Terrasse gesetzt und schauten aufs Meer hinaus. Vor uns lag der Strand von Juhu, ein nobler Gegend, in der auch der größte Star Gesamtasiens, Shah-Rukh Khan, residierte. Diese Strände waren traumhaft, wobei sie in Richtung Süden in den ärmeren Vierteln in giftige dampfende Brühe endeten, in denen Kinder badeten und Frauen ihre Kleidung wuschen. Während wir unseren Kaffee tranken, kam der Kellner zu uns und fragte, ob er unsere Teller bereits abräumen durfte. Ich hatte meinen Schokoladenkuchen nicht angerührt, hatte es auch nicht vor. Es war wieder der Hunger gewesen, der nur unzeitgemäß befriedigt werden konnte. Gerade als der Kellner die Teller wegtragen wollte, blitzte dieses Mädchen auf, die sich die ganze Zeit hinter dem weißen Zaun versteckt hatte, und schnappte sich den Kuchen und war genauso blitzschnell wieder auf der Straße. Wir hatten eine Sekunde gebraucht um das Geschehen einzuordnen, der Kellner war schneller und holte einen Stock und wollte die Kleine jagen. Wir hatten uns ihm in den Weg gestellt und drohten mit Boykott. Der Kuchen war ja schließlich mein Eigentum gewesen. Wir hatten sie später lange in den Straßen gesucht. Leider vergeblich. Ich hatte gesagt, dass ich so ein Mädchen gern adoptieren würde. Und Hakans Augen hatten auch zustimmend geleuchtet. „Ich hätte ihr gern gesagt, dass man manchmal auch durch Fragen etwas bekommen kann“, sagte er.
„Ach was!“, widersprach ich. „Sie hat es genau richtig gemacht.“
Manieren und Stilfragen übersahen, dass Mumbai und der gesamte Staat Maharashtra von der hindufaschistischen Shiv Sena regiert wurde und so wie diese mit der armen Bevölkerung und Straßenkindern umging, konnte man nur überleben, wenn man bereit war, auch ungefragt zu nehmen, was man benötigte. Keine beliebte politische Ansicht, aber es ging auch nicht um harmonische Theorien, sondern um das Überleben, erst recht als Mädchen auf den Straßen von Mumbai.
Hakan und ich konnten uns kaum in einer Sache einig werden. Er akzeptierte die faktische Manifestierung der gegenwärtigen Verhältnisse ohne Wertung und als gegeben und hierher zugehörig. Ich konnte es ihm nicht übelnehmen, schließlich war er gekommen, um sich einer spirituellen Trockenreinigung zu unterziehen. Straßenkinder und vergiftetes Wasser waren nicht gut für die Chakras. Ich konnte aber nicht anders, als mich jedes Mal zu fragen, wer diese Verhältnisse aufrecht hielt und was man dagegen tun konnte. In den von den Hindufaschisten regierten Bundessstaaten Gujarat und Maharashtra wurde Hitler in den Geschichtsbüchern als ein idealer und visionärer Staatsmann beschrieben. Ein unglaublicher Skandal für jedes Land, wenn es nicht Indien, der zweitgrößte Markt in Asien, gewesen wäre. So wichtig als Handelspartner, dass Frau Merkel, die sonst so sensibel war in den Fragen des Antisemitismus, -trotz ihrer zwei Treffen mit dem indischen Präsidenten in kurzen Abständen- es versäumte ihn auf die Hitlerverehrung anzusprechen. Wenn es um den Markt von über einer Milliarde Menschen ging, konnten auch die USA beide Augen zudrücken, sei es im Hinblick auf Menschenrechtssituation als auch die Atomwaffe. Indien hat bis heute den Atomsperrvertrag nicht unterzeichnet. Und als im Jahre 2002 die Hindufaschisten 3000 Menschen in Gujarat umbrachten und 100.000 in die Flucht trieben, die dann in den Slums von Mumbai verschluckt wurden, konnten sich weder die USA noch Deutschland, der wichtigste indische Handelspartner in Europa, zu einer Verurteilung durchringen. Indien war im Grunde ein guter Spiegel für die Heuchelei der us-europäischen Regierungen. Wenn diese Regierungen sich anmaßten über andere Länder zu urteilen, so konnte man sie nur auslachen.
„Der Tee ist ausgezeichnet.“, sagte Hakan, nahm sich eine zweite Tasse und setzte sich damit auf einen Kissen in der Position des halben Lotus vor den Fenster.
„Vielleicht solltest du dir was anziehen“, bemerkte ich. „Oder möchtest du die Passanten urologisch ausbilden?“
Er lachte und zupfte das Handtuch zu Recht. Und während er seine Morgenübungen mit blumigen Namen durchführte, begann er wieder zu summen. Ttrayambakam yajannmahe sugandhim pushtivardhanam. Urvaarukamiva bandhanan mrityor muksheeya maamritaat.
„Weißt du eigentlich, was du da singst?“, fragte ich und er stutzte. „Ich hab mal dein Mantra von Zainab übersetzen lassen. Du singst: Wir verehren den Dreiäugigen Lord Shiva, der voller Duft ist und Alle nährt. Möge Shiva uns vom Tod befreien, so wie eine Gurke, wenn sie reif ist, aus den Banden eines Schlinggewächses befreit wird.“
„Wirklich?“, fragte Hakan überrascht, enttäuscht und auch ungläubig.
„Ja, wirklich.“, sagte ich. „Die Dinge verstehen ist wohl doch nicht so sexy.“
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Feine Sache, mit Brötchen und lebensnotwendigem Kaffee ('türkisch', wie man in diesem Land sagt, wenn man in der Tasse aufbrüht) sich vor'n Klapprechner zu setzen und einen neuen Blogtext von outnumber vorzufinden. Das richtige für den Sonntag'morgen', ein unterhaltsamer Text voller Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung. Man liest und freut sich und macht sich dann mit neuer Motivation an die Weiterarbeit an einem eigenen Beitrag, der demnächst hier erscheinen soll und vielleicht wirklich wird.
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schrieb am
15.11.2009 um 13:54
Ist das eine verklausulierte Kritik an der Länge von outnumbers Beiträgen?
Sieh Dich vor, Du! |
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ist kindle gut? :-)
danke euch beiden fürs lesen. ich gehe gleich auf eine sightseing-tour |
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Boooahhh meisterfalk! Das bedeutet, ich lese ihm seine Texte nicht so gerne vor dem Bildschirm, weil wegen das ungemütlich ist. Aber ausdrucken kann ich auch nicht immer, es steht schon ein Wald in meinem Zimmer.
Bessa? |
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schrieb am
15.11.2009 um 14:11
merdi hat ja gar nicht gelesen, ist ihm zu lang. Es besteht Verdacht auf ADS. Der Arme!
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schrieb am
15.11.2009 um 14:12
Okay, na dann,...
Äh, bitte ignoriere dann auch meinen letzten Kommentar! |
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solange ihr eure köpfe in meinem blog zusammensteckt, wird hier nicht gestritten :-)))) so papa outnumber hat gesprochen! :-)))
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Nach der Definition haben aber ziemlich viele Menschen ADS.
Danke für die Geschichte, outnumber. Wie immer ein Genuss. |
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Was ist denn AD...oh Cassandra ist auch da...
Besonders gefallen hat mir: "Verzweiflung und Panik auf der einen Seite, Macht und menschlicher Fäulnis auf der anderen Seite." |
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danke cassandra für lesen.
ich habe den verdacht, dass ads sich -nach der medizinischen definition- in den künftigen generationen viel stärker ausbreiten wird. |
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schrieb am
15.11.2009 um 14:21
merdeister, im ersten Moment dachte ich, Du willst "ein Kindl". Das würde ja auch zur Gemütlichkeit beim Lesen beitragen. Prost!
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Was ist denn AD...oh Cassandra ist auch da...
Bitte? Was willst du damit sagen? |
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Lies es so, dass es auf meine Kosten geht... :-)
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schrieb am
15.11.2009 um 18:18
Ich dachte immer, ADS sei eine Erfindung der Pharmaindustrie?
Wer Ritalin futtert, zahlt auch. |
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Och, GerhardHM, wenn man eine Ausrede braucht, und das nötige Kleingeld hat, ist es doch ganz praktisch.
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schrieb am
16.11.2009 um 10:29
Stimmt. Aber vor allem wohl trügerisch - wie alle Ausreden.
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Wunderbarer Text. War ich am Sonntagmorgen also schon in Indien.
"Obwohl ich nicht sagen wollte, die schönste Zeit meines Lebens, ich atmete ja noch und meine Zukunft..." Viel Hoffnung in einem Satz. Aber der letzte. Wer wollte behaupten, die Dinge zu verstehen? Ist nicht (fast) unser ganzes Gewusel ein Zeichen dafür, daß wir es eben gerade nicht verstehen? Wie mögen hiesige Gesänge/Gebete in indischen Ohren klingen? Osho hat ja wohl des Öfteren über das Christentum herzlich gelacht. |
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der letzte satz läßt sich auch so interpretieren,es ist aber keine religionskritik, sondern vielmehr eine anspielung auf unsere verschiedenen sichten auf die welt, etwas hinnehmen wie es ist oder etwas verstehen zu wollen. ob man es dann auf die richtige weise verstanden hat, ist dann wieder ein werturteil und bleibt hinterfragbar.
danke fürs lesen. |
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schrieb am
15.11.2009 um 20:06
Lieber GerhardHM,
Yoga ist keine Religion. Es ist eine Wissenschaft. Sie ist ca. 5000 Jahre alt. Aber Yogis respektieren & achten jede Religion. Leider ist nicht alles was sich mit dem Zusatz "Yoga" schmückt auch authentisch und ernsthaft. Yoga finanziert sich auf Spendenbasis. Wer etwas bekommt, gibt das, was es ihm wert ist. Oder das, was er spenden kann. Manche Menschen spenden ihrem Guru aber auch schon mal einen Ashram. Oder ein Krankenhaus. Osho wurden u.a. Auto´s gespendet. Naja,... Andererseit muss ich sagen, dass Osho´s Lehren irgendwie auch niemandem geschadet haben. Jedenfalls keinem aus meinem persönlichem Bekanntenkreis. Das Osho jemals über Christen gelacht hat? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Warum hätte er das tun sollen? |
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schrieb am
15.11.2009 um 21:45
Liebe chrisamar, also ich denke schon, daß auch mit Osho so manche(r) untergegangen ist. Bei weitem natürlich nicht so viele wie im Namen von linker, rechter oder sonstiger Ideologie, Gewalt und Rechthaberei.
Vielleicht würde Osho sagen: Steht alles im Buch vom Ego. U.a. Seite 570 - Die Geschichte von der Gans in der Flasche. Vielleicht aber auch woanders.;) Sie kennen sie ja wahrscheinlich:Dynamische Meditation. Damit ist es schon erklärt. Vielleicht auch erst beim zweiten oder dritten Mal. |
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schrieb am
16.11.2009 um 02:23
Q chrismichmal: hihihi
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ist das so ein insider oder bist du gerade un-nett zu chrisamar?
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schrieb am
17.11.2009 um 05:43
Lieber GerhardHM,
"Dynamische Meditation" kannte ich noch nicht. Überhaupt hat Osho mich nie soooo interessiert. Eine gewisse Sympathie war immer da. Aus meiner Kindheit erinne ich noch die Aufregung und Abneigung der meisten Erwachsenen gegen die Osho-Bewegung. Was ich lustig fand. Die sprachen gerne von "Gehirnwäsche". Eine Wort, was zu dieser Zeit in Mode war und mich schwer beeindruckte. Damals, als diese Osho-Welle über Deutschland schwappte & Lehrer plötzlich in ROT rumrannten. Vorher erinne ich noch die Hare-Krishna-Anhänger. Die zogen durch Hamburg und sangen. Sie trugen indische Gewänder, hatten sich ihre Köpfe rasiert & verteilten Blumen an Passanten. Hatte mir auch gut gefallen. Wäre aber auch nix für mich. Und Sie? Haben Sie in diesem Bereich eigene Erfahrungen gemacht? |
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schrieb am
17.11.2009 um 05:44
"Q chrismichmal: hihihi"
@ Rainer Kühn Du mich auch. |
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Hallo outnumber,
Ach das ist merkwürdig zwischen Satire und Melancholie angesiedelt. Es tendiert wie immer zur Ironie, aber ein ziemliches Gran Bitterkeit ist auch im "türkischen Honig" drin, vielleicht auch mehr. Ein bisschen ein Subtext, der mich traurig stimmt, aber dies auf durchaus erkenntnisfördernde Weise. Zwischenfrage: Hast Du Dich eigentlich zu diesem "Slum Dog Millionär-Film "geoutnumbert?" - Ich erinnere mich nicht, ich habe den Film gesehen und - unklug sowas - sofort verurteilt. Wenn Du Zeit hast, schreib noch was dazu oder mach einen Link, wenn Du es getan hat. Die Sicht auf Hilfsverbände und -organisationen ist erbarmungslos und realistisch. Sehr interessant sind Deine Informationen über indische Staaten und ihre Politik "Gujarat und Maharashtra wurde Hitler in den Geschichtsbüchern als ein idealer und visionärer Staatsmann beschrieben" Ich weiß zu wenig, aber wir haben in der Schule gelernt, dass in Kerala die Kommunisten herrschen, ob sie da noch herrschen, weiß ich nicht. Was die Menschenrechtsfrage und vor allem die Menschenrechtspolitik angeht, sind gerade wir im "Osten" für diese Skandalisierung nach Interessenlage sehr sensibilisiert. Als Frauen noch zusätzlich. Dass dies alles den Text nicht allein durchtränkt, aber immer wieder zum Thema wird, hat mich beschäftigt. Ab wann ist man weise, ab wann resigniert oder soll man demütig sein? Ich weiß es nicht, aber ein Ton, der solche Fragen trägt, ist angeschlagen. Der Unwille der Menschen, wirklich wissen zu wollen, kann einem schon zusetzen. Ein Bekannter, der in Indien war, erzählte, er sei abgestoßen gewesen von dieser fatalistschen Gleichgültigkeit, die gegenüber dem Elend dort herrschten. An einer Ecke stirbt einer und an der anderen prassen die Leute. Ich kann es nicht beurteilen, mir ist das jedenfalls sehr fremd. Einschließlich des segensreichen Wirkens von Mutter Theresa. Das wars erstmal. Vielleicht fällt mir noch was ein. Lieber Gruß Magda Achso: Warum fällt mir auch noch Brecht ein: Versinke in Schmutz // Umarme den Schlächter, aber // Ändere die Welt: sie braucht es". Ist aus "Die Maßnahme". |
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hallo Magda,
kerala war/ist traditionell kommunistisch, allerdings haben gerade die kommunisten einen ganzen fluss an coca cola verkauft, die dann den boden verseuchen, indien hat ein gutes investitionsklima, da kann man verseuchen was man will, wenn man das kleingeld dafür hat. slumdog millionaire, ja, ich baue das beim nexten schreiben ein, vielleicht möchtest du den film ein zweites mal sehen. ich hab gestern nacht die dinge des lebens zum ersten mal gesehen und meine güte, romy, ich war ein durchschnittlicher fan von ihr, aber der film war was für kopf und herz und sie brilliant. auch mein gast war selbst mit meiner simultan übersetzung ins türkische sehr beindruckt vom inhalt und von der optik sowieso :-) |
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Hallo outnumber, erstmal einen Fehler korrigieren: Ich habe den Film überhaupt nicht gesehen. Ich habe da eine innere Abwehr.
Also, schreib mal was drüber. "Die Dinge des Lebens" - das ist eigentlich der beste Romy Film aus meiner Sicht. Noch viel bewegender ist "Das alte Gewehr" oder "Der Zug", beides Filme, die sich mit der Nazivergangenheit auseinandersetzen. Und dies ist auch einer der Gründe für die bodenlose Gehässigkeit, der sie von deutscher Seite ausgesetzt war. Ein einfacher Film, vom Leben und Sterben. Der Piccoli- auch so ein Meister - wie er hin und her gerissen ist. Und vor allem: Romy Schneiders Gesicht. Eine Landschaft des Lebens, der Sinnlichkeit und Melancholie. |
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schrieb am
15.11.2009 um 19:07
"Ändere die Welt: sie braucht es"."
Ach, Magda. Braucht die Welt es wirklich? Mir scheint, die erste Weltverbesserungsaufgabe (gänzlich ohne ironisierende Gänsefüße) sei es, das eigene Dasein zu verändern. |
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"Ändere die Welt: sie braucht es"."
Wer sagt, dass diese Forderung nicht auch die nach Änderung des eigenen Daseins umfasst? Das eine schließt doch das andere nicht aus, obwohl dieser Widerspruch oft und gern konstruiert wird. |
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Wenn ich Deinen Beitrag gefunden hätte, wäre meine heute nicht fertig geworden. Outnumber, allein die Tatsache das Du Dich für Indien entschieden hattest um English zu lernen zeugt von Originalität. Deine Erfahrungen mit Scheinheiligkeit "humanitärem Parasitentums" ist nett beschrieben, aber Deine Einschätzung des Hinduismus hat mir besonders gefallen weil sich die Medien überwiegend weigern etwas darüber zu veröffentlichen.
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hallo sachichma,
es war eigentlich keine religionskritik, ich finde für religionskritik fehlt mir die sensibilität aber ich bin gegen die ausprägung des hindufaschismus, die aus indien einen theokratischen staat machen wollen und alle nicht hinduistischen inder als geduldete in ihrem eigenen land sehen. das wird dann so schön wehrhafter hinduismus genannt. wenn medien über hinduismus berichten dann in einer romantisch verklärten art. 3.000 morde, wobei die mörder logistisch von der regierung unterstützt wurden, im namen ramas macht sich nicht so gut. übrigens gab es bisher keine einzige verurteilung. alle auf freiem fuss. die regierung verhinderte sogar eine untersuchungskommission. |
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schrieb am
15.11.2009 um 18:29
@ outnumber >die ausprägung des hindufaschismus, die aus indien einen theokratischen staat machen wollen< genauso hab ich das auch verstanden!
Die Demokratie ist dort beängstigend bürokratisch, aber das ist auch deren Falle: Als ich 'mal im Kaschmir photographieren wollte hatten die Leute bei Akkreditierung die typische Salami-Taktik verwendet, haben mir dann aber auf Bitte eine Bestätigung geschrieben auf der stand das ich eine Genehmigung für Kaschmir beantragt hätte. Mit dem Papier bin ich dann in Singarar und der Region ohne Probleme durch alle check-points gekommen. Da sind immer noch 500.000 indische Soldaten, mehr als die USA in Irak und A-Stan zusammen haben, stationiert, aber vielleicht spülen die schmelzenden Gletscher das Problem ja auch den Bach runter... |
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das beste zu kaschmir habe ich bei arundhati roy gelesen:
"Kaschmir war einst ein Geschäft, heute nur noch ein Irrenhaus." ein indischer freund, den ich als sehr weltoffen eingeschätzt hatte, reiste mit seinem prof an die indisch-pakistanische grenze um dort sowas wie ein patriotisches picknick zu veranstalten. das sieht dann so aus, dass sie sich entlang des grenzpostens aufstellen und patriotische märsche singen und versuchen die soldaten hinter den zäunen zu provozieren. laut einer studie wurde jeder zweite mann von 16 bis 30 mindestens einmal von indischen soldaten verprügelt. wenn sich die bevölkerung unter der besatzung wehren, werden sie kurzerhand zu terroristen erklärt und danach...ja, vielleicht sieht man sie wieder, vielleicht nicht mehr. und kaschmir wird von keinem gletscher weggespült werden, sie ist einfach ein zu gutes und dankbares instrument. |
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Lieber outnumber,
Dein Beitrag hat mir viel Zeit gespart 240 min Bollywood-Schinken 12 h Flugzeit ca. 25 Jahre Rückreisezeit in die eigene Jugend "Geburtstagsfeier in Berlin, unter den Gästen auch ein Richter mit bestimmten sexuellen Präferenzen," Vielen dank für die kleine exotische Melancholie! |
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Spannend auch die Frage, was Hakan denn von Dir will...
mal sehen, ob das Rätsel offen bleibt.... Herzliche Grüße an die Elbe! |
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"Spannend auch die Frage, was Hakan denn von Dir will...
mal sehen, ob das Rätsel offen bleibt...." Na, ich dachte Milch in den Tee will er. :-) |
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"Möge Shiva uns vom Tod befreien, so wie eine Gurke, wenn sie reif ist, aus den Banden eines Schlinggewächses befreit wird."
Das find ich gut, damit kann ich mehr anfangen als mit Urvaarukamiva bandhanan mrityor muksheeya maamritaat ;) |
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wieder eine sehr schöne und atmosphärische geschichte, und die übersetzung am ende des textes könnte gut von google stammen, die haben so etwas drauf; aber als ich in den 80er jahren öfters in lublin zu gast war und anfangs die polnische sprache kaum beherrschte, erschien mir alles, was da geredet wurde, bedeutungsvoll - sicherlich wurde dieser eindruck bestärkt durch das melodiöse und akzentuierte dieser sprache, jedenfalls erschien mir alles unheimlich wichtig, ganz und gar nicht alltäglich ...
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"das melodiöse und akzentuierte dieser sprache, jedenfalls erschien mir alles unheimlich wichtig, ganz und gar nicht alltäglich ..."
Also mein Mann klagte, nach einigen Wochen hörte er nur noch bedeutungsvolle Zischlaute. Und meist eine ziemlich hohe Intonation bei den Polen. Nee, alltäglich klang das nicht. Aber es ging oft um Wodka, Bier und Wurst. Wobei: von den Deutschen sagt man ja, ihre Sprache klingt, als ob andauernd jemand schimpft. |
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Polnisch ist schön. Die vielen sch-Laute machen die Sprache weich und freundlich.
Am besten sind die Zungenbrecher |
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Lieber Outnumber,
sehr schön. Vielen Dank. Mit diesem Link schicke ich Dir den passenden Sound für Deine Geschichte: Chaiyya Chaiyya www.youtube.com/watch?v=EwUox2UKZlQ |
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Danke für den Link, schöner song :-)
ich hatte früher hier mal über meine lieblingssängerin lata geschrieben www.freitag.de/community/blogs/outnumber/museum-der-popkultur----lata allerdings muss ich sagen, dass ich, nachdem ich in indien war, bollywood weniger ertragen kann. der glanz und gloria, selbst diener leben in kleinen 10-Zimmer häuschen, fand ich ziemlich abstoßend. inzwischen geht es wieder, ich versuche zu trennen und die filme als das zu sehen, was sie sind: ein kunstprodukt, der eben nicht versucht zu verdecken, dass es sich um fiktion handelt, sondern gerade die fiktion selbst zelebriert. |
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schrieb am
16.11.2009 um 02:25
Super Link zu passenden Sound, falls jeder Mensch weghört.
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schrieb am
16.11.2009 um 05:16
Danke für den Link zu Late. Den Artikel kannte ich nicht. Lata auch nicht.
Der von mir gepostete Song wurde durch den Hollywood-Film "Inside Man" 2006, zu einem Hit. Auch bei den Leuten, die keine Bollywood-Fans sind. Mir gefällt der außerordentlich gut. Die Performance & die Besetzung natürlich auch. Das Posting von Rainer Kühn kann ich von daher nicht nachvollziehen. @ Rainer Kühn Für Dich. Zum Wochenanfang. Eine Empfehlung von mir: Startseite Videos Kanäle Format des Players ändern Dieses Video in einem neuen Fenster ansehen Hier kommt Kurt - Frank Zander www.youtube.com/watch?v=BrPcg8y2-5E Wurde in HH-City gedreht. |
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schrieb am
16.11.2009 um 05:30
Pardon, folgenden Datenmüll bitte weg denken:
"Format des Players ändern Dieses Video in einem neuen Fenster ansehen" |
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ich fand das lied schön, besonders den anfang, in der indischen botschaft gab es vor 3 jahren ein sehr schönes konzert mit bollywood und klassischer indischer muzik,bei der gelegenheit lernte ich auch jyotika dayal kennen, auch eine sehr talentierte sängerin, die mit einem deutschen verheiratet ist.
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schrieb am
17.11.2009 um 00:10
hihihihi, hihihihi, wenn man dummheit doch weglachen könnte ...
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Was ist dumm an dem Musiklink, lieber Rainer Kühn?
Erklären Sie sich, vielleicht können wir dann mitlachen? |
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schrieb am
17.11.2009 um 04:29
@ Rainer Kühn
Danke für Deine Aufmerksamkeit. Undank für Deine sinnentleerten Postings. |
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Wow! Klasse.
Und Dein Resümee hat es in sich. Dinge verstehen ist wirklich nicht sexy, aber trotzdem, auf andere Weie, befriedigend. |
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das mit dem verstehen wollen ist ein bisschen wie in dem film ersten Matrix film. wer erkenntnis möchte, muss für die erkenntnis auch bereit sein und darf sich nicht scheuen seine watteweichen illusionen wegzuspülen.
verstehen beruht oft genug auf enttäuschungen und enttäuschung bedeutet letzlich ent-täuschung, also aufhebung der täuschung und damit: erkenntnis. vielen dank fürs lesen I.D.A. Liszt |
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Stimmt. Ent-Täuschung ist eigentlichn ur der Verlust von Illusionen, die man sich unnötigerweise gemacht hat.
Da muß man gar nicht wirklich enttäuscht sein über so eine Ent-Täuschung! |
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yup, dann nämlich kommt nach der ent-täuschung nur noch eine kurze traurigkeit, aber dann die erleichterung und dieses erkennen ist dann sehr sexy :-)
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Lieber outnumber,
wir featuren den Text heute in unserem Schaukasten auf der Community-Startseite. Viele Grüße, Tessa |
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Ich möchte unbedingt noch einmal nach Indien. Ich habe mit meinen Eltern dort für ca. 9 Monate gelegt, Anfang der 80er. Dank des Klimas heilte meine Neurodermitis komplett ab, meine ersten Haustiere waren Geckos und eine Ratte, ich schnitt meinen Puppen die Haare ab, in der festen Annahme ihnen sei zu heiß, aber vor allen Dingen lernte ich sehr laut und ganz entschieden "No!" zu brüllen, denn als kleines Kind mit roten Locken war ich seiner Zeit derart exotisch, dass alle Leute sich das Recht einräumten, mit in die Wange zu kneifen und zu testen, ob ich tatsächlich ein kleiner Mensch, und keine Puppe war.
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Ach, du bist also tatsächlich ein Mensch? Gut zu wissen ;)
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tessa wo wart ihr in indien?
puppen die haare abschneiden, ich dachte sowas machen nur jungs :-) |
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schrieb am
16.11.2009 um 19:10
Gute Idee. Vielleicht lässt sich eine Gruppenreise mit Mengenrabatt organisieren?
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ich wäre dabei :-)
obwohl ich das nexte mal in den iran und weiter nach pakistan wollte, mit eigenen sehen, worüber die leute ahnung zu haben vorgeben. |
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schrieb am
17.11.2009 um 08:13
Tessa, ich habe den Eindruck, Du solltest hier auch damit anfangen, mehr so episodische Blog-Texte zu posten. :))
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danke dir fürs lesen.
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Hallo, hier Nr. 101! Wieder ein schöner Text, und dieses mal wird der geschätzte Autor hoffentlich nicht 'on second thoughts' sein Text-Kind gleich wieder beseitigen.
Eine Sache hinterlässt mich allerdings etwas unbefriedigt, muss ich zugeben. Für mich ist aus dem Text nicht ersichtlich, welcher sexuellen Spezialvorliebe der Richter nun anhing - und ich würde das natürlich gerne wissen. Mich hat das etwas erschreckt, denn mich durchfuhr der Gedanke, es könnte noch soviel Rest-Naivität in mir stecken, die mich vom Erfassen des Angedeuteten abhält. Herzlichst, L.H. |
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"sein Text-Kind"
ach kinder, wenn man immer die passenden schuhe dazu hätte.. danke fürs lesen, lieber Ludwig Hasselberg. |
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und separat:
"Eine Sache hinterlässt mich allerdings etwas unbefriedigt, muss ich zugeben. Für mich ist aus dem Text nicht ersichtlich, welcher sexuellen Spezialvorliebe der Richter nun anhing - und ich würde das natürlich gerne wissen. Mich hat das etwas erschreckt, denn mich durchfuhr der Gedanke, es könnte noch soviel Rest-Naivität in mir stecken, die mich vom Erfassen des Angedeuteten abhält. " lassen sich von der rest-naivität nicht abhalten :-(( ich kann mich leider nicht näher dazu äußern. |
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lieber outnumber, fast alle leser/innen kommentieren deinen text positiv bis sehr positiv. ich schließe mich der langen reihe an.
frage, die daran anschließt: hast du noch kein buch aus deinen texten beisammen oder verhandelst du noch mit einem verlag? (so schubladisiere ich dein blog) mein indienbild, mehr als ein bild habe ich nicht von indien, bin nie dort gewesen, hast du nicht bedient, hast es korrigiert oder konterkariert. arundhati roy ist für mich indien, nicht das ganze, das ist klar, aber so bedeutend, dass ich mich frage, wie solche blüten im morast wachsen können. du skizzierst eine straßenansicht von indien. mein indienbildchen ist eine fata morgana dagegen. danke für dein blog. |
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Hallo Lieber h.yuren,
ein buch könnte entstehen, allerdings habe ich scheu mit verlagen zu verhandeln. und arundhati roy ist eine großartige person, steht ganz oben in meiner wunschliste der personen, die ich gern mal live sehen (zuhören) möchte. allerdings habe ich den wunsch aufgegeben, menschen, deren leistung ich bewundere, auch näher kennenlernen zu wollen, allzu oft sind sie sehr menschlich, mit allen menschlichen schwächen und das kann gelegentlich enttäuschen, also zu neuen erkenntnissen führen :-) Vielen dank fürs lesen. |
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"Ich erinnerte mich an eine Geburtstagsfeier in Berlin, unter den Gästen auch ein Richter mit bestimmten sexuellen Präferenzen, der über Asylanträge entschied. Es lief mir eiskalt den Rücken runter, als ich mir so eine Verhandlung vorgestellt hatte; Verzweiflung und Panik auf der einen Seite, Macht und menschlicher Fäulnis auf der anderen Seite." Schöner Satz, der auch nicht wenigen Kommentatoren aufrichtig gefallen zu haben scheint. Um jetzt nicht den voreiligen Schluss zu ziehen, es handele sich bei dem Zitat um den verbalen Ausdruck sexistischer Selbstgefälligkeit (das wäre dann ja auch, milde gesprochen, peinlich, ist Der Freitag doch laut Wikipedia linksliberal) deute ich den Satz gleich mal so, wie er ohne Zweifel intendiert war: "bestimmte sexuelle Präferenzen" -: heterosexuell. Damit wäre dann auch der Bezug zu institutionalisiertem Heterosexismus und daher "menschlicher Fäulnis" plausibel. Das hätte aber auch klarer ausgedrückt werden können, dann häte ich mir die Exegese jetzt sparen können. Dass der Satz stilistisch aufregend ist, empfinde ich ebenso wie einer meiner Vorredner. "Der Fäulnis" - Maskulinum! Das Stil gefällt mir!
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danke fürs lesen und die komplimente.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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