oxnzeam

Verschnipseltes

23.10.2010 | 13:22

GEMA-Abzocke in Kindergärten

Wer sollte schon was dagegen haben, Kinder in ihrer musikalischen Entwicklung frühzeitig und spielerisch zu fördern? Ach, ihr kennt die Antwort wohl, es sind die feinen GEMA-Bürokraten, die nun auch die Kindergärten als ausschlachtbare Verwertungsquelle entdeckt haben. Rechnungen über 50 Euro und mehr werden deutschen Kindergärtnerinnen bald öfter in den Hort flattern - für das Kopieren von ein paar Kinderliedern zum gemeinsamen Singen und Musizieren.
Diese Abzocke ist in mehrfacher Hinsicht ein Skandal, weil sie einmal dem großspurigen öffentlichen Bekenntnis aller gesellschaftlicher Gruppierungen zur Frühförderung von Bildung & Kultur und von kultureller Partizipation für alle sozialen Schichten zum Hohn gereicht. Zum anderen, weil es sogar Liedchen betrifft, die von Musikkomponisten extra für Kinder als Geschenk geschrieben wurden und nicht zur GEMA-Lizensierung gedacht waren. Doch wer als Komponist fast zwangsweise an GEMA und Verlage gebunden ist, weil er mit kommerziell verwertbarer Musik bei anderen Gelegenheiten seinen Lebensunterhalt verdienen muss, darf nix mehr verschenken, weil er sein grundgesetzlich garantiertes freies Verwertungsrecht als Urheber mit dem Vereinsbeitritt dort abgeben musste. Also nix Creative Commons Licence, denn da gibts keine Provision für die Lizenzverwalter, sogar improvisiertes Singe-Ringelreihen mit den lieben Kleinen gilt genau genommen schon als lizenzpflichtiges “Werk”, wenn auch nur ein Takt davon spontan des Komponisten Hirn entsprungen...

Und der vielleicht größte Skandal dabei ist, dass die letztjährige GEMA-Petition an den Deutschen Bundestag bei den Damen und Herren in GEMA und Verlagen trotz Besserungsversprechen kaum was bewirkt zu haben scheint - eine Reform des Urheberrechts darf nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden.

Christoph Süss hat sich in einem “Quer”-Beitrag die Kindergartengeschichte mal angesehn: "Alle meine Centchen - GEMA kassiert bei Kindergärten"

 

 
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