pandoria

mindthegap

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Die Luhmann-Gefahr

28.03.2009 | 13:07 pandoria
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28.03.2009 | 18:37 Sozialstudien
Nun, man könnte ja auch umgekehrt fragen, warum denn der Mensch die Ausgangsbasis einer Beschreibung sein muss? Vielleicht ist es ja humaner, wenn Sie von der Gesellschaft (Luhmann würde sagen: von ...
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28.03.2009 | 22:43 pandoria
Interessanter Gedanke! Vielleicht ist es tatsächlich humaner, sich in den gesellschaftlichen Systemen lediglich als Gesellschaftsmitglied zu bewegen (also möglichst reibungslos, funktionierend eben) und nicht als Mensch (mit individuellen Vorstellungen von richtig/falsch, gut/böse usw.) Und dennoch passt mir die Wirkungshierarchie nicht, die ich in Luhmanns Welt zu erkennen glaube: Das System bzw. die Systeme scheinen einfach da zu sein, und der Einzelmensch rutscht automatisch durch die Kanäle wie die Industrieprodukte in den Sendung-mit-der-Maus-Sachgeschichten. Der Mensch IST aber kein Industrieprodukt. Auch nicht als Gesellschaftsmitglied. Ich finde die Trennung in Privatmensch und Gesellschaftsmensch gefährlich. Das führt doch im Zweifelsfall dazu, dass die jeweiligen Systeme und Subsysteme, seien sie auch noch so schlecht (z.B. inhuman, veraltet, entwicklungshemmend oder was auch immer), weiterhin aufrecht erhalten werden, weil jeder, der darin agiert, sich denkt: "Im Moment bin ich ja nur Gesellschaftsmensch, das hat ja nichts mit mir als Mensch zu tun. Und außerdem hab ich keine Zeit, mir solche Gedanken zu machen, ich muss schnell weiter, Geld verdienen..." Mit anderen Worten: Ich halte es für gefährlich, wenn man, sobald man vor die Tür tritt, einen Mantel mit schmutzabweisendem Obermaterial anzieht - an dem alles abperlt, was mir gerade nicht in den Kram passt bzw. was das Funktionieren des Systems beeinträchtigt, in dem ich mich gerade bewege. Ich stimme völlig zu: Ein System, das den ganzen Menschen will, ist ein Horrorszenario. Ich schlage als Alternative vor: Ein ganzer Mensch, der die Systeme, die er zum Leben braucht, auch will - einfach, weil sie gut sind. Und der sagt, wenn er sie nicht (mehr) will. So, und jetzt kann ich, glaube ich, das Wort "Mensch" nicht mehr hören ;-)
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Die Luhmann-Gefahr

28.03.2009 | 13:07 pandoria
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28.03.2009 | 14:06 Mark
Nur kurz abgemerkt: Eine Gesellschaft, die "in Kommunikation mit anderen" entsteht, genau das ist, was Luhmann ebenfalls beschreibt. Dass er den Menschen an sich da rausläßt, das kann man mögen oder n...
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28.03.2009 | 15:16 pandoria
Aber trotzdem bleibt die Frage: Was ist von einem Soziologen zu halten, der Gesellschaft erklärt und dabei die Keimzelle dieser Gesellschaft einfach ignoriert, weil sie ihn "nicht interessiert"? Was für ein Menschenbild steckt hier dahinter? Der Mensch als Kommunikations-/Kooperationswesen MUSS doch die entscheidende Größe, die Ausgangsbasis sein, um Gesellschaft zu betrachten. Oder zumindest muss er als Größe irgendwie vorkommen. Oder meinte Luhmann mit seinem bei mir Allergie auslösenden Satz ("Der Mensch interessiert mich nicht") eigentlich: "Der Einzelmensch interessiert mich nicht. Mich interessiert nur das, was zwischen den Einzelmenschen ist?" Aber das Dazwischen ist ja auch nichts anderes als Mensch, nur eben nicht in der Gestalt Mensch (Körper), sondern in der Gestalt Luft (Geist)
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Die Luhmann-Gefahr

28.03.2009 | 13:07 pandoria
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28.03.2009 | 14:06 Mark
Nur kurz abgemerkt: Eine Gesellschaft, die "in Kommunikation mit anderen" entsteht, genau das ist, was Luhmann ebenfalls beschreibt. Dass er den Menschen an sich da rausläßt, das kann man mögen oder n...
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28.03.2009 | 15:00 pandoria
Ich gestehe: Bis auf ein paar Seiten Querlesens und immer wieder mal einigen Stunden Zuhörens, wenn Luhmannfans mir Luhmann nahezubringen versuchen (bisher erfolglos), kenne ich seine Sachen nicht. Ich verstehe ihn vielleicht einfach nicht. Ich habe auch gar keine Lust, mich mit ihm in stiller (Lektüre-)Einsamkeit zu beschäftigen, im Gespräch dagegen gerne. Vielleicht gehe ich auch nicht neutral genug an die Sache. Behindert eine Vorab-Aversion das Verständnis? Wahrscheinlich ist es so.
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26.03.2009 | 21:32 pandoria
Dazu ein Buchtipp (darf man sowas hier?): Ernst Peter Fischer: Die aufschimmernde Nachtseite. Kreativität und Offenbarung in den Naturwissenschaften. Was mich außerdem sehr fasziniert hat, als ich mal im Kloster St. Odile im Elsass war: der "Hortus Deliciarum" der Äbtissin Herrad von Landsberg (Ende 12. Jh.). Dieses Buch ist (wenn ich falsch liege, bitte berichtigen!) sowas wie die erste Enzyklopädie überhaupt. Diese Frau hat sich tatsächlich daran gemacht (ohne google! ohne Wikipedia!), das gesamte theologische UND profane Wissen der damaligen Zeit zusammenzufassen. Vielleicht sollte man dort mal wieder reingucken.
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Gäste, listen!

17.03.2009 | 07:55 pandoria
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26.03.2009 | 07:59 pandoria
Oder ist das vielleicht DIE Lösung: Was Hartz IV nicht in den Griff kriegt, müssen die Musiker retten? Die Frau, die mich angesprochen hatte, sah jedenfalls nicht gerade betucht aus, und je länger das oben beschriebene Ereignis, das mich spontan geärgert hatte, zurück liegt, desto eher denke ich: "Vielleicht hätte ich, wäre ich auf den Gästelistenkartendeal eingegangen, einer armen, mittelalten, alleinstehenden Frau ein Abendessen beschert." Hm, schwierig.
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Die Gier in uns allen

15.03.2009 | 15:57 mbrues
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17.03.2009 | 07:46 pandoria
Sehr richtig, sehr wahr! Die Frage ist: Was ist die Lösung? Mir scheint, das Problem ist ganz allgemein: dass viele kein Gefühl haben für WERT (von Dingen, aber auch von Gedanken). => Frage: Wie kommt der Wert zurück ins Hirn?
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15.03.2009 | 13:51 pandoria
"Wer geht schon zu einem knutschenden Mitte-Pärchen und bittet sie, ihre überzeichneten Liebkosungen an anderer Stelle (z.B. Neukölln) fortzuführen?" - Gute Idee eigentlich! Ich würde das dann nur eher mit Prenzlauer Berg machen. Also: "Entschuldigt, aber könnt ihr bitte in Prenzlberg weiterknutschen?" In Neukölln hab ich noch nie ein öffentlich knutschendes Pärchen gesehen oder wenn, dann allenfalls bei Dukelheit. Das mag an der eher türkisch geprägten Kultur dieses Stadtteils liegen.
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Tim K. Oder: Platzen aus Platzmangel

14.03.2009 | 16:52 pandoria
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15.03.2009 | 11:58 pandoria
Respekt für Selbstmord? Ich habe da eher Mitleid. Aber auch das wird im Fall Tim K. im Keim erstickt, denn er ist nicht nur Selbst- sondern auch Mengenmörder. Ich denke, man sollte weniger überlegen, welches Gefühl - Respekt oder Verachtung - hier angebracht ist. Eine Gesellschaft als Ganzes kann, behaupte ich mal, eh nicht fühlen (ohne dass es in Heuchelei ausartet), denn es gibt nichts Individuelleres und Komplexeres als ein Gefühl. Viel eher sollte man überlegen, wie man junge Typen, die innerlich wüten und toben und die kurz vorm Platzen stehen, wieder "zurückholen" kann. Wie man ihre Aufmerksamkeit auf die schönen/spannenden Dinge der Welt lenken kann, ohne sie für doof zu verkaufen, indem man ihnen weismacht, alles sei gut.
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German Amok

Politik | 13.03.2009 | 13:00 Ulrike Baureithel
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15.03.2009 | 02:35 pandoria
Der These, dass männliches Dominanzgebaren sich mit der gesellschaftlichen „Feminisierung“ noch verstärkt habe, kann ich nicht unbedingt zustimmen. Ich erlebe eher im Gegenteil: dass männliche Kollegen heute kollegial und respektvoll sind. Aber das mag von Umfeld zu Umfeld unterschiedlich sein. Der These, dass gerade die Zurückgewiesenen, Sensiblen, Verschreckten die seien, die austicken, stimme ich 100% zu. Denn dieser Persönlichkeitstyp wird in der Regel von der Umwelt, zumal unter Jugendlichen, vollkommen missverstanden: Die Feinfühligen sind in der Regel ruhige Naturen, gehen also in Gesellschaft von tendenziell lauten Jugendlichen leicht unter. Sie müssen sich dann schon anderweitig hervorstechen, um wahrgenommen zu werden: durch überdurchschnittliche Intelligenz, überdurchschnittliche Attraktivität, überdurchschnittlichen Witz, überdurchschnittliche Sportlichkeit... wenn aber nichts davon der Fall ist, wenn sie nirgendwo über dem Durchschnitt liegen außer in der Wahrnehmung ihrer Umwelt (wenn sie also alles spüren, aber nichts davon verarbeiten können, keine Kanäle haben für ihre Wut) bleibt ihnen nur: überdurchschnittliche Gewalt. Und schon werden sie wahrgenommen! Und wie!
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14.03.2009 | 23:30 pandoria
Wichtiges Thema: die Verteidigung der Ruhezone im öffentlichen Raum! Ich wüsste z.B. gerne: Wie verhält man sich adäquat, wenn man es mit Leuten zu tun hat, deren Unflätigkeit (oder wie sagt man?) weniger eindeutig ist als die des Kratzers? Wie geht man beispielsweise mit Kollegen um, die z.B. ständig ganz laut stöhnen, damit alle mitbekommen, wie viel sie arbeiten? Oder mit knutschenden Mitte-Pärchen, die einen auf samstagnachmittäglicher Einkaufstour den Weg zur Ware versperren?
pandoria
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Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

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