pedrei56

Peter Petereit

12.12.2011 | 14:17

Syrien – Wahrheit oder Perzeptionsmanagement

 

Ich lese gern und viel. Unter anderem Romane von David Baldacci. Auf ihn „gestoßen“ bin ich durch den Film „Absolute Power“ mit Gene Hackman. Ich hab’ mir das Buch besorgt. Es war noch besser als der Film (wie es meist so ist). Danach habe ich keines seiner Bücher mehr „verpaßt“.

 

Zwei Zitate aus: David Baldacci „Die Kampagne“ Bastei Lübbe 2010 / Originalausgabe 2008

 

( Ich will das Buch nicht besprechen, nur soviel, da versucht jemand einen Nuklearkrieg anzuzetteln, um seine wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen – in der Gegenwart.)

 

 „Warum Zeit damit verschwenden, die Wahrheit zu ergründen, wenn man sie ebensogut erschaffen kann?

 

„Der Begriff „Perzeptionsmanagement“ hat mittlerweile Eingang in den allgemeinen Sprachschatz gefunden. Das US-Verteidigungsministerium definiert den Begriff sogar in einem seiner Handbücher; also scheint das Militär dieses Thema sehr ernst zu nehmen. Eine ganze Reihe von PR-Firmen bieten mittlerweile Perzeptionmanagement an, kurz PM. Allerdings hat es den Anschein, als gäbe es noch keine ausgewiesenen Spezialisten, die sich perfekt auf diesen Job verstehen. Wenn man eine wirklich große Lüge erschaffen will, muß man offenbar darauf spezialisiert sein.

PMs sind keine Spin Doctors, denn sie verdrehen keine Fakten, sondern erschaffen sie und verkaufen sie der Welt dann als Wahrheit. Und das ist – um Mark Twain zu zitieren – ein Unterschied wie der zwischen einem Glühwürmchen und einem Blitz.“

 

Als David Baldacci „Die Kampagne“ schrieb, traf seine Vermutung („Allerdings hat es den Anschein…) vielleicht noch zu.

 

Im allgemeinen deutschen Sprachschatz hat der Begriff „PM“ (vielleicht gewollt?) noch keine allzugroße Bedeutung. Ein wenig „googeln“ hat mich eher verwirrt. Aber, ich lese ja Bücher…

 

Was derzeit um den „Arabischen Frühling“ herum geschieht, stellt für mich „Perzeptionsmanagement“ in Perfektion dar. Ein Stückchen Welt wird „neuverteilt“. Und die Welt  für blöd verkauft. Und, es klappt.

 

Lybien: Ich habe noch die immer gleichen Bilder der „Rebellen“ mit ihren auf Pickups montierten MGs und Geschützen vor Augen. Auf Landstraßen… Verwackelte Handyfilmchen, die Protest gegen oder Gräuel durch das Regime belegen sollten. Und Stimmen der Opposition. Aus dem Ausland. Später dann aus Benghazi… Wie in einer Endlosschleife auf allen Sendern… Erst nachdem die NATO, ihr Mandat gelinde gesagt „sehr großzügig“ auslegend, Gaddhafis „fliegende Panzer“ zerbombt und ein paar Städte gleich mit, wechselten die Bilder der „beinahe mit bloßen Händen“ gegen den Tyrannen kämpfenden „Zivilbevölkerung“… Nanu, NATO-Kampfstiefel, Schutzwesten, Designerbrillen…

Über die direkte Einmischung am Boden durch Militärberater und ausländische Truppen auf Seiten der Rebellen wurde fast nichts bekannt. Katar hats zugegeben… Und keiner hat’s bemerkt…

 

Syrien: Das gleiche Muster. Verwackelte Handyfilme, „Augenzeugenberichte“ (aus dem Ausland!), der Ruf nach Intervention durch die NATO. Zum Schutz der Bevölkerung…

Nur, wenn man genau hinhört, erfährt man, dass die „heldenhaft kämpfenden Deserteure“ von Basen im Ausland aus operieren und von wem sie instruiert und logistisch versorgt werden…

 

Aber, leider, leider ist eine „objektive“ Vorortberichterstattung nicht möglich, weil „unabhängige“ Journalisten nicht ins Land dürfen… Ja, wer zählt denn nun „objektiv“ in Syrien die „Opfer Assads“, die in den „Menschenrechtsberichten“ auftauchen?

 

Heute sind in Syrien Kommunalwahlen. Hier stehen ein „Motorradhandyvideo“ (Menschenleere Straßen, verrammelte Geschäfte) und die Stimme einer „Organisatorin“ des Wahlboykotts gegen die Bilder des syrischen Staatsfernsehens… Im Mittelpunkt der Berichterstattung werden letztere nicht stehen…

 

Dies alles sind nur Gedankensplitter meinerseits. Ein Blog ist keine Reportage.

 

Den Begriff „Perzeptionsmanagement“ werde zumindest ich nicht aus meinem Sprachschatz streichen.

 
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Kommentare
Rapanui schrieb am 12.12.2011 um 14:27
Interessante Überlegungen. Die Funktionsweise von modernen Massenmedien mit ihren disziplinierten Redakteuren, macht diese Methode so erfolgreich. Dazu kommt ein hergerichtetes Massenpublikum, das die Phrasen dieser Typen wie das Vaterunser aufsagen kann und jede andere Formulierung für eine vom Teufel hält.

Der Klassiker übrigens:

de.wikipedia.org/wiki/Wag_the_Dog_%E2%80%93_Wenn_der_Schwanz_mit_dem_Hund_wedelt

Wir warten mal ab, bis der erste sich bei Ihnen im Blog meldet und Sie als Verschwörungstheoretiker klassifiziert.
pedrei56 schrieb am 12.12.2011 um 14:41
Danke, Rapanui, und als hätte ich's geahnt, der "Spiegel" zu den Wahlen in Syrien:
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,803174,00.html#ref=rss
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