30.11.2010 | 17:52

Stuttgart 21 wird weitergebaut. Aber wie lange noch?

Stuttgart. Ein Kompromiss war nicht möglich. Heiner Geißler hält die Fortführung der S21-Bauarbeiten prinzipiell für richtig und stellt dabei auch auf die zu hohen Ausstiegskosten ab. Also einfach nur ein munteres "weiter so"? – Mitnichten. Sein Schlichterspruch enthält bei genauerem Hinsehen (Frischluftschneise, Beibehaltung der Gäubahn, zusätzliche Gleise, Fahrplan-Stresstest, Umsetzung der Bäume) eine ganze Menge Zündstoff: Wenn die Bahn alle formulierten Forderungen erfüllt, werden die Kosten in ungeahnte Höhe schnellen. Und dann steht auch Stuttgart 21 Plus auf der Kippe.

 
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Kommentare
seriousguy47 schrieb am 30.11.2010 um 18:05
"Wenn die Bahn alle formulierten Forderungen erfüllt, werden die Kosten in ungeahnte Höhe schnellen. Und dann steht auch Stuttgart 21 Plus auf der Kippe."

Der letzte Satz ist leider die Schlussfolgerung eines gesunden Menschenverstandes. Die Art von Verstand, die S21 bisher geplant und geschönt hat, dürfte aber anders funktionieren. Die "Hausaufgaben", die Herr Kefer "erledigen" will, werden wohl eher darin bestehen, die erwünschten "Ergebnisse" so wie bisher auch zu "erreichen". Und die von Geißler heute endgültig gerettete Weiterherrschaft der CDU wird dafür sorgen, dass "alles stimmt".
nevermore schrieb am 30.11.2010 um 18:10
Das steht leider zu befürchten. Allerdings sind auch eine Reihe "Pflichtverbesserungen" drin, was Sicherheit, Behindertengerechtigkeit und Brandschutz betrifft.

Was die Simulation betrifft, bisher haben SMA seriös gearbeitet. Es wird viel davon abhängen, wie das mit dem Dialog und den angesprochenen Folgegesprächen weiter geht. Je nachdem wird es möglich sein oder auch, das zu überprüfen, was da simuliert und gerechnet wird.
jesper mikkel kjaer schrieb am 30.11.2010 um 18:14
das steht zu befürchten...
"besser wie nix" sagt werner wölfle. war aber dafür schon ein etwas anstrengender und langwieriger prozess für dieses etwas besser.
einseitig geißler die schuld zu geben halte ich jetzt aber auch nicht für richtig.jetzt soll die bahn mal machen und im märz darf geißler ja nicht mitwählen...
allerdings wird mir auch jetzt schon übel, wenn ich mir überlege wie mappus und konsorten (und der ein oder andere in diesem forum) künftig ihre demokratischen grundrechte ausübende demonstranten als undemokratisch diffamieren wird.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 19:04
stuttgart im herbst
stuttgat in der scheisse

braucht keine freunde, nicht mal mandel-brot
friends
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 19:08
Wenn ich diese komisch Gestalten schon sehe... da braucht ich eigentlich gar nichts mehr zu kommentieren.
barshai schrieb am 30.11.2010 um 19:15
@Mandelbrot
"... da braucht ich eigentlich gar nichts mehr zu kommentieren ..."

Stimmt! Ihre Kommentare sind absolut entbehrlich!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 19:41
@ Du sagst es, so tu es!!!!!!!!!!!!!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 19:47
Was wollen sie denn? Andere Meinungen sind bei ihnen wohl nicht erwünscht? Tja, so sind die Gegner des Projektes und dann was von Demokratie schwafeln

Die Vernunft hat sich durchgesetzt. S21 wird gebaut.
nevermore schrieb am 30.11.2010 um 20:43
Frau Gönner demonstriert völligen Realitätsverlust im SWR-Fernsehen :)) Sie glaubt, dass alle vier streckenverbessernden Maßnahmen für 150 bis 170 Millionen Euro zu haben sind.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.12.2010 um 00:00
@ Mandelbrot, mein lieber, Gutguter, Sie gaben doch selbst mit Ihrem Kommentar Anlass zur Hoffnung das Sie nichts kommentieren möchten. Nun tun Sie doch. Das ist ja wie bei den Gegnern: als letztes stirbt die Hoffnung.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.12.2010 um 00:04
Ich kommentiere nur nicht die Bilder der selbsternannten "Parkschützer".
Ich als Parkerweiterer, werde natürlich ansonsten weiter meine Meinung zu S21 und der NBS- kurz zur Achse des Guten zu äußern.
jayne schrieb am 30.11.2010 um 18:08
hier noch mal die getroffenen Abmachungen (sind auf "Bei Abriß Aufstand" aufgelistet): Abmachungen

* Grundstücke gehen in Stiftung
* gutes Wohnen
* Frischluftschneise
* offene Parkanlage
* Bäume im Schlossgarten bleiben erhalten
* nur die, die alt oder krank sind, dürfen gefällt werden
* andere Bäume müssen verpflanzt werden
* im Bahnhof wird die Verkehrssicherheit verbessert
* Verbreiterung von Durchgängen
* barrierefreie Fluchtwege
* Berücksichtigung der Vorschläge der Feuerwehr
* 9+10 Gleis
* 2-gleisige Wendlinger Kurve
* alle Strecken mit konv. Leit- und Sicherungstechnik
* Bahn macht Stresstest für Bahnknoten
* muss Nachweis führen: 30% Leistungszuwachs muss gewährleistet werden
* auch bei Sperrung des S-Bahn- und Fildertunnels muss Betriebskonzept vorliegen
* welche Vorschläge zur Verbesserung umgesetzt werden, hängt von Simulation ab
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 18:21
Die ganzen Massnahmen (9 und 10 Gleis etc) kommen aber glaube ich nur, wenn festgestellt wird, das mit der normal geplanten Infrastruktur die zusätzliche Leistungsfähigkeit nicht erreicht werden wird- also wenn SMA das feststellt.
Grundgütiger schrieb am 30.11.2010 um 18:16
Die Kosten werden auch so in ungeahnte Höhen schnellen.
Das Problem ist folgendes, in ganz Deutschland rotten hunderte Bahnhöfe vor sich hin,die Infrastruktur der Bahn, technisch gesehen, ist kurz vor Ende, aus.Es wird auf dem letzten Loch gepfiffen.10 Jahre Mehdorn zeigen jetzt ihre Wirkung.
Aber der Leuchtturm S21, der wird gemacht, komme was da wolle.
Geld, das an allen Ecken und Enden fehlt, wird in dieses Riesenloch S21 versenkt.
Da sind mir die Risiken und Bedenken der Gegner fast egal, das Geld geht raus für ein Ding, das eigentlich keiner braucht, ausser den Befürwortern.
Büssen werden es die Pendler in ganz Deutschland.
Seit 10 Jahren wird in NRW eine zusätzliche Linie für den Regionalexpress von Dortmund nach Köln gefordert. Alle Regierungen haben`s versprochen. Es gibt noch nicht einmal ein Planfeststellungsverfahren.
Es gibt Bahnhöfe in Deutschland, teils stark frequentiert, da kann man ohne umbauen einen Kriegsfilm drehen.
Da geht nicht ein EURO rein, haben Sie nicht. Aber in Stuttgart, da regnet es Geld.
Weil zur Bahn, da gibt es keinen Plan. Sondern nur Leuchttürme.
Und S21 ist einer davon.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 18:30
So einfach ist die Sache eben nicht. Wenn irgendwo eine Ortsumgehung oder eine Schnellstraße gebaut wird, schreiben ja auch nicht alle auf "...aber bei mir im Ort die Schlaglöcher!"
Man braucht beides. Der Verweis auf marode Bahnhöfe ist ein Totschlagargument.
mahung schrieb am 30.11.2010 um 19:52
"So einfach ist die Sache eben nicht. Wenn irgendwo eine Ortsumgehung oder eine Schnellstraße gebaut wird, schreiben ja auch nicht alle auf "...aber bei mir im Ort die Schlaglöcher!""

Aus diesem Kommentar spricht wieder Ihre umfassende Ahnungslosigkeit in Sachen Verkehrspolitik und Ihre schier unglaubliche Technik- und Obrigkeitshörigkeit.

Denn natürlich "schreien" sich auskennende verkehrspolitisch geschulte Zeitgenossen auf, wenn neue Verkehrsinfrastruktur für Millionen (völlig am Bedarf vorbei) einerseits ohne Rücksicht auf Kosten-Nutzen-Erwägungen hingeklotzt wird, während andererseits vorhandene und marode Verkehrsinfrastruktur weiter vernachlässigt wird. Beides geht eben gerade nicht, Mandelbrot. Bringe die vorhandene Infrastruktur zunächst in Ordnung, überprüfe die verkehrliche Wirkung und entscheide dann, welche Neubaumaßnahmen noch notwendig sind. Jedes weitere Jahr, in dem vorhandene Verkehrsinfrastruktur verottet, treibt die Sanierungskosten in die Höhe, weil wiederum die überdimensionierte Infrastruktur die Mittel bindet, deren Erhaltungskosten allein alles übersteigt, was man in Sanierung und Umbau des Vorhandenen hätte stecken müssen.

In Ihrem speziellen Fall spare ich mir den Hinweis, noch einmal über das Gesagte nachzudenken.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 20:04
@ mahung

S21 ist nicht so sinnlos und nutzlos wie sie es darstellen. Wir beide kommen zu einer unterschiedlichen Bewertung der Fakten, deshalb erübrige ich mich da weiter drauf einzugehen da wir hier nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

Wenn wir ansonsten ihrer Argumentation folgen würden, hätten wir heute keine einzige Schnellfahrstrecke denn schon vor 20, 30 Jahren war der Zustand vieler Bahnhöfe und Strecken sanierungsbedürftig.
Ein Teil der Bahnhöfe wurde in der Zwischenzeit jedoch saniert, ein anderer Teil (leider) nicht.
Die Schnellfahrstrecken sind sinnvoll und notwendig. Ohne diese Schnellfahrstrecken, würde die Bahn im Vergleich zum Auto und Flugzeug noch wesentlich schlechter darstehen als heute.
An erster Stelle steht für viele Kunden erstmal der Wunsch möglichst schnell von A nach B zu kommen. Ein sauberer und gepflegter Bahnhof ist wichtig; da stimme ich ihnen zu, nur es muss auch ein attraktives Angebot an diesem Bahnhof geben.

Deshalb brauchen wir beides; und des Eindruck die Bahn würde ausschließlich in Hochgeschwindigkeitsstrecken investieren ist falsch. In den letzten 20, 30 Jahren gibt es zahlreiche innovative und sehr erfolgreiche Modelle für den Nahverkehr.

Nur weil ich nicht ihrer Argumentationslinie folge, bin ich übrigens noch lange nicht obrigkeitshörig.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 20:04
@ mahung

S21 ist nicht so sinnlos und nutzlos wie sie es darstellen. Wir beide kommen zu einer unterschiedlichen Bewertung der Fakten, deshalb erübrige ich mich da weiter drauf einzugehen da wir hier nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

Wenn wir ansonsten ihrer Argumentation folgen würden, hätten wir heute keine einzige Schnellfahrstrecke denn schon vor 20, 30 Jahren war der Zustand vieler Bahnhöfe und Strecken sanierungsbedürftig.
Ein Teil der Bahnhöfe wurde in der Zwischenzeit jedoch saniert, ein anderer Teil (leider) nicht.
Die Schnellfahrstrecken sind sinnvoll und notwendig. Ohne diese Schnellfahrstrecken, würde die Bahn im Vergleich zum Auto und Flugzeug noch wesentlich schlechter darstehen als heute.
An erster Stelle steht für viele Kunden erstmal der Wunsch möglichst schnell von A nach B zu kommen. Ein sauberer und gepflegter Bahnhof ist wichtig; da stimme ich ihnen zu, nur es muss auch ein attraktives Angebot an diesem Bahnhof geben.

Deshalb brauchen wir beides; und des Eindruck die Bahn würde ausschließlich in Hochgeschwindigkeitsstrecken investieren ist falsch. In den letzten 20, 30 Jahren gibt es zahlreiche innovative und sehr erfolgreiche Modelle für den Nahverkehr.

Nur weil ich nicht ihrer Argumentationslinie folge, bin ich übrigens noch lange nicht obrigkeitshörig.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 20:47
"werden die Kosten in ungeahnte Höhe schnellen. Und dann steht auch Stuttgart 21 Plus auf der Kippe."
Das plubbert die GRÜNE Pressestelle vor bzw. verschiedene Mandatsträger haben sich auch auf Twitter dergestalt geäußert und Sie übernehmen es offenbar.

Dass sich S21-Kritiker, wie etwa der SÖS-Stadtrat Rockenbauch, natürlich jetzt wichtig und gebauchpinselt vorkommen, ist psychologischer Nebeneffekt bei solchen Konsensveranstaltungen, der darauf abzielt, den Widerstand zu spalten, einen Teil der Kritiker durch Betonung ihrer Wichtigkeit und Kompetenz, vielleicht auch dem ein oder anderen Angebot (ich habe das früher im Felde der Gentechnik-Kritik erlebt) zu intergrieren und den anderen Teil, der dies nicht mitmacht, zu kriminalisieren. Und schon fangen GRÜNE an zu behaupten, sie hätten durch die Steigerung der Kosten S21 faktisch verunmöglicht. Wie alle Erfahrungen bei Großprojekten zeigen, wird dies aber nicht zum Ende des Projekts führen, sondern zum Weiterbau. Denn: Hat man sich erst die Kosten niedrig gerechnet, können sie später immer noch ein Drittel teurer werden, mindestens. Zur Rolle der Grünen will ich verweisen auf: tinyurl.com/35vroos
Das “Stuttgarter Demokratiemodell” nach Geißler kann man zusammenfassen mit: Kritiker spalten, sich totlabern lassen und dann durchzocken.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 21:13
Und was wäre ihre Lösungsmöglichkeit, wenn ich fragen darf? Totalopposition bis zum geht nicht mehr?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 21:32
Ohne jegliche parlamentarische Repräsentanz hat die Anti-AKW-Bewegung in den 70er Jahren allein durch glaubwürdigen Widerstand vor Ort in breiten Bündnissen über Zweidrittel der in der BRD geplanten Atomkraftwerke verhindert. Schon vergessen oder nie gewusst?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 21:45
Ja aber das ist ein Äpfel mit Birnen, oder wie Frau Gönner sagen würde Äpfel mit Orangen Vergleich.

Für ein AKW finden sich schließlich kaum Befürworter; nur die Politik hat ein Intresse das durchzudrücken.

Bei einem neuen Bahnhof mit zahlreichen Vorzügen (jedenfalls wird das öffentlich so dargestellt, ich gebe gerne zu das man da anderer Meinung sein kann) ist die Lage jedoch komplizierter. Sie haben da auf jeden Fall einen großen Anteil in der Bevölkerung der für dieses Projekt sind; wie groß lassen wir hier mal außen vor. Inzwischen sol es Umfragen geben, die eine Mehrheit in Stuttgart für dieses Projekt ergeben. Sie sehen es in kompliziert. Gab es irgendwann schon mal eine Mehrheit für ein AKW- auch nur zweiweise, auch nur mal bei einer einzigen Umfrage? Wohl kaum.

Wer gegen ein AKW protestiert genießt bei vielen Sympatie, bei den Protesten gegen den Bahnhof kann die öffentliche Meinung auch sehr schnell umschlagen. Bei einer Fundamental-Opposition á la Parkschützer wäre es vielleicht schon so gekommen, denn dann hätte es die Politik es viel leicher gehabt die Leute abzustempeln so in etwa "mit denen kann man ja ehh nicht reden, die wollen ja gar nicht".

Unterm Strich sehe ich die Gegner-Bewegung nach der Schlichtung sogar stärker als zuvor denn sie konnte Schwächen aufzeigen und in Teilen durchaus überzeugend ihr Alternativkonzept vorlegen- das gebe selbst ich als Befürworter gerne zu.
Es ist nur die Frage was und ob die Gegner etwas mit diesem Gewinn anfangen können.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 21:45
zeitweise
nevermore schrieb am 30.11.2010 um 22:15
" Gab es irgendwann schon mal eine Mehrheit für ein AKW- auch nur zweiweise, auch nur mal bei einer einzigen Umfrage? Wohl kaum."

Wie alt sind Sie?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 22:20
Sie wissen worauf ich hinaus will, da müssen sie nicht an detailfragen aufgeilen.

Ich bin Mitte Zwanzig.
nevermore schrieb am 30.11.2010 um 22:31
Ich geile mich nicht an Detailfragen auf. In den 80ern war die weitaus überwiegende Mehrheit für AKWs.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 22:42
Naja, in der ersten Hälfte der 80er vielleicht. Nach Tschernobyl wohl kaum noch.
Was ich meinte war auch was anderes: in den Orten, in den betreffenden Gemeiden gab es keine Mehrheit für AKWs. Oder irre ich mich da?
Und da ist hier die Lage bei S21 schon differenzierter.
nevermore schrieb am 30.11.2010 um 22:45
"Naja, in der ersten Hälfte der 80er vielleicht. Nach Tschernobyl wohl kaum noch"

Von wegen. Da wurde man als AKW-Gegner genauso beschimpft, wie Sie es jetzt mit S21-Gegnern tun. Rückständig, technikfeindlich, Traumtänzer war noch das Harmloseste, was man sich anhören musste.

"Was ich meinte war auch was anderes: in den Orten, in den betreffenden Gemeiden gab es keine Mehrheit für AKWs. Oder irre ich mich da?
Und da ist hier die Lage bei S21 schon differenzierter."
Bis auf eine einzige Umfrage kamen alle zu dem Schluss, die klare Mehrheit der Stuttgarter ist gegen das Projekt.
nevermore schrieb am 30.11.2010 um 23:04
Man wurde übrigens auch als rückständig, technikfeindlich, wirtschaftsfeindlich, und Traumtänzer beschimpft, wenn man sich für die Einführung von Abgas-Katalysatoren, Rußpartikelfilter, chlorfreier Papierbleiche, Einstellung der Dünnsäureverklappung in die Nordsee, Einführung effektiver Abgasfilter in Kohlekraftwerken und Müllverbrennungsanlagen, Verbot von Schwermetallen in Farbe für Kinderspielzeug etc.etc.etc. beschimpft.

Alles Dinge, die für Sie, die dieselben Leute, die damals mit Protesten dafür sorgten, dass das aufhört, als "unvernünftig" beschimpfen, heute eine Selbstverständlichkeit sind. Aber Hauptsache auf den blöden Grünen rumgehackt, die ja so unvernünftig sind.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 23:15
Das eine schließt das andere ja nicht aus. Natürlich gibt es berechtigte Bürgerproteste; aber genauso gibt es auch genug unsinnige Iniativen nach dem Sankt-Florian-Prinzip.

Ich hab hier ja schon mal einige Iniativen aufgeführt, die ziemlich daneben lagen: Proteste gegen den Münchener Flughafen, Proteste gegen das Bankenviertel in Frankfurt usw...
Auch die Proteste gegen den Nato-Doppelbeschluss fallen in diese Kategorie, weil in der historischen Betrachtung dieser Beschluss zum Zusammenbruch des Ostblocks geführt hat.
Ich denke es gibt mindestens genausoviele sinnvolle wie sinnlose Bürgeriniativen.

Sie sehen, Bürgerproteste sind nicht automatisch gut und richtig weil sie Bürgerproteste sind.
nevermore schrieb am 30.11.2010 um 23:20
Das habe ich auch nicht behauptet. Nach dem St. Florians Prinzip müsste ich übrigens für S21 sein. Ich wohne nämlich in einem der Neckartalorte, die durch K21 durchaus sehr negativ betroffen sein könnten (inwieweit das zutrifft, kann ich mangels Information nicht abschließend beurteilen).

Ich bin aber nicht nur Neckartalerin, sondern in erster Linie Ökonomin und Steuerzahlerin. Ich kann schon noch erkennen, wenn ein Projekt wirtschaftlich unsinnig ist.
nevermore schrieb am 30.11.2010 um 23:27
Zumindest bleibt uns hoffentlich durch den heutigen Spruch ein Chaos-Bahnhof erspart. Und dafür sollten wir eigentlich alle dem Aktionsbündnis danke sagen, denn ohne sie wäre das Ding ungeprüft wie geplant gebaut worden. Aber das ist wahrscheinlich vom Pro-Fußvolk zuviel verlangt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 23:28
Es geht ja auch nicht nicht um ökonomisch sinnig oder unsinnig, das hatte ihnen ein anderer User hier auch schon versucht zu erklären. Ökonomischer wäre es beispielsweise die Neubaustrecke zu streichen und stattdessen die Altbaustrecke auszubauen mit allen Konsequenzen, das heißt mehr Lärm, eventuell Enteignungen usw usw...

Es geht auch um solche Faktoren wie Lebensqualität und da bietet das Gesamtkonzept S21+NBS einen enormen Zugewinn, wenn man nun das neue Stadtviertel noch entsprechend gestaltet werden in 20 Jahre alle froh sein es durchgezogen zu haben.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 23:30
Den Chaos Bahnhof hätte es so oder so nie gegeben, Palmer hat da mit seiner zugegeben rhetorisch glänzenden Art ziemlich Eindruck geschindet aber auch ziemlich übertrieben.
Beispielsweise hat er sich ziemlich über die Doppelbelegung von Gleisen beschwert, das ist in vielen Durchgangsbahnhöfen Standard und da gibt es nie Probleme.
nevermore schrieb am 30.11.2010 um 23:32
Ach ja? Ich bin 7 Jahre lang täglich von Stuttgart nach Mannheim gefahren, wo es Doppelbelegungen gibt. Da habe ich genug Probleme gesehen.
Und was den Rest betrifft, werden wir mal die SMA-Simulationen abwarten und uns dann weiter unterhalten, ob es Probleme gibt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 23:35
Was denn für Probleme? Sind da Leute in den falschen Zug eingestiegen? Sowas hab ich noch nie erlebt.

Bei den SMA-Simualtionen bin ich selbst als Befürworter kritisch eingestellt ich glaube nicht das dies Frieden stiften wird. Die Dinger werden 100% wieder von der Gegenseite angezweifelt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 23:35
Was denn für Probleme? Sind da Leute in den falschen Zug eingestiegen? Sowas hab ich noch nie erlebt.

Bei den SMA-Simualtionen bin ich selbst als Befürworter kritisch eingestellt ich glaube nicht das dies Frieden stiften wird. Die Dinger werden 100% wieder von der Gegenseite angezweifelt.
nevermore schrieb am 30.11.2010 um 23:35
Ökonomisch unsinnig ist ein Projekt, wenn es priorisiert wird, obwohl andere Projekte ein höheres NKV haben. Vollends unsinnig und haushaltsrechtlich unzulässig werden sie, wenn das NKV unter Eins liegt - was bei der NBS ohne Güterzüge bereits der Fall ist und bei S21 mit den Verbesserungen aller Wahrscheinlichkeit nach der Fall sein wird.

Aber Nichtsteuerzahlern ist das nicht nahezubringen, denn sie müssen es nicht bezahlen und deshalb ist für sie ist "ökonomisch sinnig", was im Hochglanzprojekt besonders hübsch aussieht.
nevermore schrieb am 30.11.2010 um 23:38
Die SMA-Simulationen wurden bisher noch nie von der Gegenseite angezweifelt. Sind Sie wieder bei Lügen angelangt?

Und ja, ich habe es erlebt, dass Leute in den falschen Zug eingestiegen sind, weil von der Bahn bei Verspätungen die Anzeigetafeln nicht umgeschaltet worden sind.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 23:42
Ja das ist ja alles zum Teil richtig, aber: Es gibt keine Garantie das bei Abzug der Mittel die Gelder nun in bessere Projekte fließen. Es gibt nicht einmal eine Garantie das die Gelder stattdessen überhaupt in Schieneninfrastruktur fließt.

Im konkreten Fall ist es nun mal nicht so, das anderswo gerade das Geld fehlt auch wenn das immer wieder behauptet wird, denn die Planung des Ausbaus der Rheintalbahn ist eben nicht weit genug fortgeschritten.

In der Perspektivte, ist es so das die NBS irgendwann einmal anderen nützlicheren Projekten das Geld wegnehmen könnte- das gestehe ich ihnen zu.

In der theoretischen Überlegung macht ihr Ansatz Sinn, in der Praxis sieht es anderes aus: Entweder jetzt S21+NBS oder lange Zeit gar nichts und keine Garantie das die Mittel in bessere Projekte fließen.

Und da denke ich sollte man jetzt lieber zugreifen. Die NBS macht zudem durchaus Sinn was ja auch von den Gegner bestätigt wurde.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.11.2010 um 23:45
Ja, bei den Ergebnissen der unabhängigen Gutachter- von den Gegnern mit ausgesucht- gab es auch von der Gegner-Seite Zweifel.
Insofern könnte ich mir schon vorstellen, das sie auch dort Einwände gelten machen, wenn ich mich täusche dann um so besser.
nevermore schrieb am 01.12.2010 um 00:03
Natürlich gibt es eine Garantie, dass die Gelder in Schieneninfrastruktur fließen würden. Sie sind nämlich zweckgebunden. Ferner könnten bestimmte Abschnitte der Rheintalstrecke gebaut werden, weil sie planfestgestellt sind. Auch S21 ist nicht in allen Abschnitten planfestgestellt.

"Ja, bei den Ergebnissen der unabhängigen Gutachter- von den Gegnern mit ausgesucht- gab es auch von der Gegner-Seite Zweifel."
Nein, das ist nicht so. Das habe ich Ihnen schon mehrfach erläutert. Es gab keine Zweifel an den Ergebnissen, es wurde lediglich darauf hingewiesen, dass bestimmte Punkte in den Gutachten nicht überprüft werden konnten (die Einheitspreise im Fall der WPs). Und dass dies der Fall ist, wurde von den Gutachtern auch ausdrücklich betont.

Sie verteidigen hier lediglich weiterhin ihren "Tempel" - warum, habe ich leider keine Ahnung, denn vernünftige Gründe gibt es dafür nicht - anstatt zuzugestehen, was offenkundig ist, nämlich dass das Geld sinnvoller verwendet werden könnte.
nevermore schrieb am 01.12.2010 um 00:05
So, und nun bin ich offline für die nächsten zwei Tage; irgendjemand muss ja arbeiten in diesem Land und das Geld heranschaffen, das Sie so gern für unsinnige Projekte zum Fenster rauswerfen wollen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.12.2010 um 00:09
Nein das ist so nicht richtig, dort wo beispielsweise die Rheintalbahn planfestgestellt ist, liegen auch Gelder vor. Und natürlich sind Gelder zweckgebunden, aber wenn man keine Projekte hat die verwirklicht werden können (weil sie z.B. nicht planfestgestellt sind), dann wird es halt nicht ausgegeben und kann dann für andere Zwecke verwendet werden weil man im Haushalt mehr Geld zur Verfügung hat.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 10.12.2010 um 20:01
@Mandelbrot? Wird die Anzahl Ihrer "Kommentare" hier durch irgendjemanden honoriert?
pejot
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