Früher, als ich noch mehr per Anhalter fuhr, also als ich noch reiste, nahm mich einmal jemand bis direkt in Frankfurts/M. Innenstadt mit. Ich stieg an der Taunusanlage aus, einem schmalen Streifen Park zwischen munter befahrenen Straßen. Um mich he...>> mehr
Mein Fahrrad quietscht. Ich muss es ölen, damit ich wohin kommen kann, denn ich habe kein anderes Fahrzeug. Als ich vor gut dreißig Jahren erfuhr, welche Umweltprobleme ein Auto mit sich bringt (Abgase, Rohstoffe, Lärm, Straßenbau), besch...>> mehr
In der Freitag-Community wird seit Tagen darüber debattiert, wie sich beide Teile der Zeitung, die gedruckte und die Online-Ausgabe, gemeinsam finanzieren lassen. Ich beteilige mich an der Diskussion nicht, weil ich genauso gut den Bioladen an der Ecke, w...>> mehr
Ich will auch mal was zum Wahlausgang sagen. Mir fällt aber nichts ein. Und das Deprimierende ist, dass ich schon vor Tagen wusste, dass mir nichts einfallen würde. Wer ist denn jetzt überrascht? Nur die Leute, die den täglich auf uns einpr...>> mehr
Als Maybrit "Pieps" Illner von der "Tigerentenkoalition" sprach, dachte ich, dieses Bild sei Illners persönlichem Charakter geschuldet. Inzwischen aber hat es weite Kreise gezogen. Offenbar empfinden viele Leute es als treffend. Warum?
Um nur die Farben ...>> mehr
Liebe Klara, liebe alle,
ich habe den Text jetzt vier- oder fünfmal gelesen und sehe inzwischen einigermaßen klar, was mir daran aufstößt. Ich hatte weiter oben gesagt, ich fände den Text aggressiv. Das ist er für mich in der ersten Hälfte, die voll ist mit Klagen wie "Aufgeklärt und links und menschenfreundlich menschlich ist man nur, wenn man kein Problem mit Minaretten hat." Ich weiß nicht, wessen Ansicht das ist. Der betreffende Absatz bezieht sich auf einen Text Annas, aber dort steht nicht, wer wann aufgeklärt und menschlich ist. Die zitierte Ansicht, die dieser Text beklagt, steht hier ohne Herkunft. Wer vertritt diese Ansicht? Offenbar sollen wir Leser das ergänzen.
Es gibt in der ersten Hälfte des Textes eine Reihe ähnlicher Stellen. Ich will nur eine weitere zitieren: "Man darf ein Problem mit dem Papst haben – aber nicht mit Minaretten. (Und schon gar nicht mit Synagogen.)" Wieder steht da nicht, wer die zitierte Ansicht vertritt, wieder sollen wir Leser das Gemeinte auch so verstehen. Hier werden aber auch noch Synagogen ins Bild gezogen. Was soll das? Soll ich Leser denken, wer ein Problem mit Minaretten habe, werde des Antisemitismus geziehen? Das wäre allerdings ein schlimmer Vorwurf. Oder fordert der Text hier ein Recht, sich an Synagogen zu stören? Hm.
Später, wie gesagt, wird der Text konzilianter. Aber dann geht es plötzlich um Schwimmunterricht, Klassenfahrten, Händereichen. Was hat das mit Minaretten zu tun? Der Text behauptet eine Verbindung zwischen Minaretten und Schwimmunterricht, sagt aber nicht, worin sie bestehen soll. Ich als Leser soll da meine eigene Auffassung einsetzen, die sicher eine andere ist, als die hinter dem Text Stehende.
Der Text klagt also an, ohne zu sagen, wen. Jeder darf sich gemeint fühlen, und die Kommentare zeigen, dass einige die Anklage tatsächlich auf sich beziehen und entsprechend reagieren.
Der Text stellt Minarette, Schwimmunterricht und Händereichen so ohne Verbindung nebeneinander, dass ein Leser wie ich denkt, was soll die Verbindung sein, ist etwa der Islam gemeint? Gleichzeitig steht im Text immer wieder, nein, der Islam an sich ist nicht gemeint. Was aber dann?
Wir Leser müssen uns den Kopf zerbrechen, um den Text zu verstehen, können aber nicht sicher sein, ob wir ihn richtig verstehen. Und dann kommt, was zu erwarten ist. Jedes Mal, wenn jemand zu konkreter Kritik ansetzt, kommt von Ihnen, Klara, die Replik, so hätten Sie es ja gar nicht gemeint. Aber wie Sie es meinen, kommt auch dann nicht.
Statt dessen kommen Sätze wie "Wir leben hier im christlich geprägten Abendland. Da gehören Kirchen dazu. Ab wann gehören Minarette so dazu, dass es friedlich bleibt?" Was heißt das? Wird der Frieden irgendwann gefährdet sein, wenn es keine Minarette gibt? Gefährden Minarette den Frieden? Warum deuten Sie bloß an? Was beabsichtigen Sie damit?
Dass Leute da aggressiv reagieren, wundert mich kein bisschen und ist kein Mobbin. Mir ist allerdings nicht entgangen, dass einige Kommentare statt des Textes die Person angreifen. Um es klar zu sagen: das lehne ich ab. Dazu darf man sich niemals hinreißen lassen.
Zuletzt aber stoße ich mich noch an der Oberfläche des Textes. Er behauptet die ganze Zeit, von persönlichen Gefühlen zu sprechen. Ist das denn im politisch-gesellschaftlichen Zusammenhang, es geht ja eigentlich um Minarette, überhaupt relevant? Ich dachte immer, wir müssen im Sinne eines friedlichen Miteinander unsere Gefühle für uns behalten. Mein Vater, zum Beispiel, sagt mir unter vier Augen, dass er Frauen nicht die gleichen politischen und wirtschaftlichen Fähigkeiten zutraut wie Männern. Öffentlich aber setzt er sich für gleiche Rechte und Chancen ein und verschweigt sein Gefühl, das eben nur sein Gefühl ist. In dem Sinne ist mein Vater für mich ein Vorbild.
Lassen Sie mich am Ende eine oder zwei Fragen stellen: Klara, was wollen Sie von Ihren Lesern? Welche Art von Reaktionen hatten Sie erhofft?
Grüße,
Peripatetik
@klara, dein Text ist diffus, als wolltest du etwas in 3 sätzen sagen, zögest es aber vor mit diversen unbeantworteten fragen und abgebrochenen gedankengängen probleme über probleme zu beschwören. m...
Liebe Klara,
ich finde Ihren Text auch diffus. Und ich dachte, das sollte er sein. Sie schreiben ja davon, dass Sie Ihr eigenes Problem nicht verstehen und dass Sie bei dem Versuch, es zu verstehen, überall an Tabus stoßen. Das macht Ihren Text interessant für mich, der das Problem nicht im Geringsten hat.
Die ganze Diskussion, die derzeit in der Freitag-Community über Minarette läuft, macht auf mich einen geschlossenen Eindruck. Man redet, als sei man unter sich, unter Christlichgeprägten. Die Muslime fungieren in dieser Diskussion nur als die anderen, von denen man nicht einmal glaubt, so der allgemeine Ton, dass sie zuhören.
Nun meldet sich jemand, der möglicherweise einen muslimischen Hintergrund hat, und zeigt seine Verärgerung. Können Sie das verstehen?
In Ihrem Text verstecken Sie hinter einem betont naiven "Wenn es so ist, muss man es doch auch sagen dürfen" eine Menge an Aggression. Ich staune, dass das nicht viel eher zur Sprache gekommen ist, denn das ist für mich der Kasus Knacktus. Woher kommt Ihre Aggression?
Ein Hinweis steckt wohl in Ihrem Beharren auf der "christlichen Prägung des Abendlandes".
Zunächst ist diese Prägung nicht christlich, sondern christlich-jüdisch. Das mag Ihnen kleinlich vorkommen, aber für mich besteht da ein wesentlicher Unterschied. Es hat eben jeder seine Empfindlichkeiten.
Zum Zweiten ist aber die christlich-jüdische Prägung Europas etwas Schwindendes. Die Zeiten ändern sich, und ich finde das gut.
Es gibt viele Leute, denen sich die Zeiten zu schnell ändern, die sich dann ein schöneres Gestern ausmalen und Halt in einfachen, festen Strukturen suchen. Fundamentalisten eben, ob nun islamischen, christlichen oder neoliberalen Glaubens, und in ihrem Missionsdrang können sie ganz schön gefährlich werden.
Leute aber, die sie sich immer nur auf Altes berufen, vergeben sich die Chance, das Neue mitzugestalten. Der Islam hat hier besondere Schwierigkeiten, bei denen er unsere Hilfe vielleicht gebrauchen kann. So, wie die Welt heute ist, wo soll denn der Islam sich modernisieren, wenn nicht hier in Europa?
Wir könnten natürlich sagen, macht doch euer Problem unter euch aus, aber solch ein Wir, das so etwas sagen könnte, gibt es schon lange nicht mehr.
Was ein Glück.
Grüße,
Peripatetik
So, nun ist es also Abend. Habe mir Deinen Text noch mal in Ruhe durchgelesen. Gefällt mir immer noch, so als Text. Nur, bist Du mit Dir im Reinen? Ich meine, wer ist das schon ganz. Aber wenigstens a...
Liebe Anna,
"kann ich es mir leisten?": Das wollte ich sagen.
Fiktion: Ich bin noch am Denken. Ich hatte ja gesagt, für Fiktion habe ich ein anderes Forum, also nicht dieses.
Echt und authentisch hatte ich ausgeschlossen. Allerdings halte ich mein Leben für beispielhaft, gerade da, wo es vom für üblich Gehaltenen abweicht. Deshalb schreibe ich um des Arguments willen doch von meinem privaten Leben, aber nach Möglichkeit ohne mich zu entblößen. Wie Sie treffend sagten: sorgsam kodiert.
Ich finde es schön, wie Sie beide sich meinen Kopf zerbrechen. Im Moment mache ich erstmal Erfahrungen. Ich habe keine Jahre öffentlichen Schreibens hinter mir und lerne gerade, was wann wo wie aufgefasst wird. Dem versuche ich dann, meine Äußerungen anzupassen, um letztlich zu sagen, was ich zu sagen habe, falls ich etwas zu sagen habe.
Ich will ernst nehmen und ernst genommen werden. Beides bereitet mir Freude. Aber es könnte sein, dass ich exemplarisch von Problemen aus meinem Leben berichte. Da befürchte ich mitfühlende Reaktionen, wo ich eigentlich vom Politischen des Privaten sprechen will. Mitgefühl wäre nicht der Ernst, den ich meine.
Zum Schluss noch eine neugierige Frage: Habe ich irgendwo widersprüchliche Hinweise auf meine unwichtige geschlechtliche Identität gegeben?
Grüße,
Peripatetik
Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben. 2012 steht in den USA im Zeichen des Präsidentschaftswahlkampfs und auch Europa schaut gespannt zu. Christoph von Marschall erklärt die unterschiedlichen politischen Kulturen dies- und jenseits des Atlantiks und entlarvt typische Vorurteile auf beiden Seiten
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