Peripatetik

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Arbeit macht frei - ein Zwischenruf

21.12.2009 | 17:24 Magda
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25.12.2009 | 00:35 Peripatetik
Vielen Dank auch von mir: für den Beitrag und für die gesamte anschließende Diskussion. Peripatetik
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Mein Problem mit Minaretten

Wochenthema | 10.12.2009 | 10:00 klara
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04.12.2009 | 15:04 Peripatetik
Liebe Klara, liebe alle, ich habe den Text jetzt vier- oder fünfmal gelesen und sehe inzwischen einigermaßen klar, was mir daran aufstößt. Ich hatte weiter oben gesagt, ich fände den Text aggressiv. Das ist er für mich in der ersten Hälfte, die voll ist mit Klagen wie "Aufgeklärt und links und menschenfreundlich menschlich ist man nur, wenn man kein Problem mit Minaretten hat." Ich weiß nicht, wessen Ansicht das ist. Der betreffende Absatz bezieht sich auf einen Text Annas, aber dort steht nicht, wer wann aufgeklärt und menschlich ist. Die zitierte Ansicht, die dieser Text beklagt, steht hier ohne Herkunft. Wer vertritt diese Ansicht? Offenbar sollen wir Leser das ergänzen. Es gibt in der ersten Hälfte des Textes eine Reihe ähnlicher Stellen. Ich will nur eine weitere zitieren: "Man darf ein Problem mit dem Papst haben – aber nicht mit Minaretten. (Und schon gar nicht mit Synagogen.)" Wieder steht da nicht, wer die zitierte Ansicht vertritt, wieder sollen wir Leser das Gemeinte auch so verstehen. Hier werden aber auch noch Synagogen ins Bild gezogen. Was soll das? Soll ich Leser denken, wer ein Problem mit Minaretten habe, werde des Antisemitismus geziehen? Das wäre allerdings ein schlimmer Vorwurf. Oder fordert der Text hier ein Recht, sich an Synagogen zu stören? Hm. Später, wie gesagt, wird der Text konzilianter. Aber dann geht es plötzlich um Schwimmunterricht, Klassenfahrten, Händereichen. Was hat das mit Minaretten zu tun? Der Text behauptet eine Verbindung zwischen Minaretten und Schwimmunterricht, sagt aber nicht, worin sie bestehen soll. Ich als Leser soll da meine eigene Auffassung einsetzen, die sicher eine andere ist, als die hinter dem Text Stehende. Der Text klagt also an, ohne zu sagen, wen. Jeder darf sich gemeint fühlen, und die Kommentare zeigen, dass einige die Anklage tatsächlich auf sich beziehen und entsprechend reagieren. Der Text stellt Minarette, Schwimmunterricht und Händereichen so ohne Verbindung nebeneinander, dass ein Leser wie ich denkt, was soll die Verbindung sein, ist etwa der Islam gemeint? Gleichzeitig steht im Text immer wieder, nein, der Islam an sich ist nicht gemeint. Was aber dann? Wir Leser müssen uns den Kopf zerbrechen, um den Text zu verstehen, können aber nicht sicher sein, ob wir ihn richtig verstehen. Und dann kommt, was zu erwarten ist. Jedes Mal, wenn jemand zu konkreter Kritik ansetzt, kommt von Ihnen, Klara, die Replik, so hätten Sie es ja gar nicht gemeint. Aber wie Sie es meinen, kommt auch dann nicht. Statt dessen kommen Sätze wie "Wir leben hier im christlich geprägten Abendland. Da gehören Kirchen dazu. Ab wann gehören Minarette so dazu, dass es friedlich bleibt?" Was heißt das? Wird der Frieden irgendwann gefährdet sein, wenn es keine Minarette gibt? Gefährden Minarette den Frieden? Warum deuten Sie bloß an? Was beabsichtigen Sie damit? Dass Leute da aggressiv reagieren, wundert mich kein bisschen und ist kein Mobbin. Mir ist allerdings nicht entgangen, dass einige Kommentare statt des Textes die Person angreifen. Um es klar zu sagen: das lehne ich ab. Dazu darf man sich niemals hinreißen lassen. Zuletzt aber stoße ich mich noch an der Oberfläche des Textes. Er behauptet die ganze Zeit, von persönlichen Gefühlen zu sprechen. Ist das denn im politisch-gesellschaftlichen Zusammenhang, es geht ja eigentlich um Minarette, überhaupt relevant? Ich dachte immer, wir müssen im Sinne eines friedlichen Miteinander unsere Gefühle für uns behalten. Mein Vater, zum Beispiel, sagt mir unter vier Augen, dass er Frauen nicht die gleichen politischen und wirtschaftlichen Fähigkeiten zutraut wie Männern. Öffentlich aber setzt er sich für gleiche Rechte und Chancen ein und verschweigt sein Gefühl, das eben nur sein Gefühl ist. In dem Sinne ist mein Vater für mich ein Vorbild. Lassen Sie mich am Ende eine oder zwei Fragen stellen: Klara, was wollen Sie von Ihren Lesern? Welche Art von Reaktionen hatten Sie erhofft? Grüße, Peripatetik
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Mein Problem mit Minaretten

Wochenthema | 10.12.2009 | 10:00 klara
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03.12.2009 | 14:14 outnumber
@klara, dein Text ist diffus, als wolltest du etwas in 3 sätzen sagen, zögest es aber vor mit diversen unbeantworteten fragen und abgebrochenen gedankengängen probleme über probleme zu beschwören. m...
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03.12.2009 | 20:23 Peripatetik
Liebe Klara, ich finde Ihren Text auch diffus. Und ich dachte, das sollte er sein. Sie schreiben ja davon, dass Sie Ihr eigenes Problem nicht verstehen und dass Sie bei dem Versuch, es zu verstehen, überall an Tabus stoßen. Das macht Ihren Text interessant für mich, der das Problem nicht im Geringsten hat. Die ganze Diskussion, die derzeit in der Freitag-Community über Minarette läuft, macht auf mich einen geschlossenen Eindruck. Man redet, als sei man unter sich, unter Christlichgeprägten. Die Muslime fungieren in dieser Diskussion nur als die anderen, von denen man nicht einmal glaubt, so der allgemeine Ton, dass sie zuhören. Nun meldet sich jemand, der möglicherweise einen muslimischen Hintergrund hat, und zeigt seine Verärgerung. Können Sie das verstehen? In Ihrem Text verstecken Sie hinter einem betont naiven "Wenn es so ist, muss man es doch auch sagen dürfen" eine Menge an Aggression. Ich staune, dass das nicht viel eher zur Sprache gekommen ist, denn das ist für mich der Kasus Knacktus. Woher kommt Ihre Aggression? Ein Hinweis steckt wohl in Ihrem Beharren auf der "christlichen Prägung des Abendlandes". Zunächst ist diese Prägung nicht christlich, sondern christlich-jüdisch. Das mag Ihnen kleinlich vorkommen, aber für mich besteht da ein wesentlicher Unterschied. Es hat eben jeder seine Empfindlichkeiten. Zum Zweiten ist aber die christlich-jüdische Prägung Europas etwas Schwindendes. Die Zeiten ändern sich, und ich finde das gut. Es gibt viele Leute, denen sich die Zeiten zu schnell ändern, die sich dann ein schöneres Gestern ausmalen und Halt in einfachen, festen Strukturen suchen. Fundamentalisten eben, ob nun islamischen, christlichen oder neoliberalen Glaubens, und in ihrem Missionsdrang können sie ganz schön gefährlich werden. Leute aber, die sie sich immer nur auf Altes berufen, vergeben sich die Chance, das Neue mitzugestalten. Der Islam hat hier besondere Schwierigkeiten, bei denen er unsere Hilfe vielleicht gebrauchen kann. So, wie die Welt heute ist, wo soll denn der Islam sich modernisieren, wenn nicht hier in Europa? Wir könnten natürlich sagen, macht doch euer Problem unter euch aus, aber solch ein Wir, das so etwas sagen könnte, gibt es schon lange nicht mehr. Was ein Glück. Grüße, Peripatetik
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Web 1.5

27.11.2009 | 08:21 Peripatetik
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27.11.2009 | 22:00 Deaktivierter Nutzer
So, nun ist es also Abend. Habe mir Deinen Text noch mal in Ruhe durchgelesen. Gefällt mir immer noch, so als Text. Nur, bist Du mit Dir im Reinen? Ich meine, wer ist das schon ganz. Aber wenigstens a...
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30.11.2009 | 09:26 Peripatetik
Liebe Anna, "kann ich es mir leisten?": Das wollte ich sagen. Fiktion: Ich bin noch am Denken. Ich hatte ja gesagt, für Fiktion habe ich ein anderes Forum, also nicht dieses. Echt und authentisch hatte ich ausgeschlossen. Allerdings halte ich mein Leben für beispielhaft, gerade da, wo es vom für üblich Gehaltenen abweicht. Deshalb schreibe ich um des Arguments willen doch von meinem privaten Leben, aber nach Möglichkeit ohne mich zu entblößen. Wie Sie treffend sagten: sorgsam kodiert. Ich finde es schön, wie Sie beide sich meinen Kopf zerbrechen. Im Moment mache ich erstmal Erfahrungen. Ich habe keine Jahre öffentlichen Schreibens hinter mir und lerne gerade, was wann wo wie aufgefasst wird. Dem versuche ich dann, meine Äußerungen anzupassen, um letztlich zu sagen, was ich zu sagen habe, falls ich etwas zu sagen habe. Ich will ernst nehmen und ernst genommen werden. Beides bereitet mir Freude. Aber es könnte sein, dass ich exemplarisch von Problemen aus meinem Leben berichte. Da befürchte ich mitfühlende Reaktionen, wo ich eigentlich vom Politischen des Privaten sprechen will. Mitgefühl wäre nicht der Ernst, den ich meine. Zum Schluss noch eine neugierige Frage: Habe ich irgendwo widersprüchliche Hinweise auf meine unwichtige geschlechtliche Identität gegeben? Grüße, Peripatetik
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Wichtige Blogs

29.11.2009 | 03:13 Anne Roth
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29.11.2009 | 15:06 Magda
Liebe Anne Roth, eine Beobachtung, die ich mit Ihnen teile. Auch ich denke, dass es tatsächlich nicht aktive Ausgrenzung ist, sondern einfach eine Männerwelt, die definiert, was aktuell und wichtig ...
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30.11.2009 | 08:36 Peripatetik
Lieber Achtermann, mit "Männerwelt" ist doch nicht die Gesamtheit aller Männer gemeint, sondern eine fast rein männliche Clique. Dass Sie und ich nicht dazugehören, ändert am Argument nichts. Ich kann das Gefühl "Ich werde schuldig, weil ich ein Mann bin" verstehen. Auf meinem Schulweg stand an einer Hauswand "Jeder Mann ein Vergewaltiger". Was soll man als werdender Mann dazu sagen? In dieser Diskussion hier geht es aber differenzierter zu, und da kann man sich auf drauf einlassen. Lieber MaxQual, sehr starker Beitrag! Jedenfalls stark an Beleidigungen. Wie wäre es, wenn Sie am Text zeigten, wo Argumente schwach sind oder gar fehlen? Haben Sie Angst davor? Oder sind Sie der Typ, der einmal mit der Faust auf den Tisch schlägt, und dann sind die Weiber schon ruhig? Grüße, Peripatetik
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Web 1.5

27.11.2009 | 08:21 Peripatetik
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27.11.2009 | 22:00 Deaktivierter Nutzer
So, nun ist es also Abend. Habe mir Deinen Text noch mal in Ruhe durchgelesen. Gefällt mir immer noch, so als Text. Nur, bist Du mit Dir im Reinen? Ich meine, wer ist das schon ganz. Aber wenigstens a...
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29.11.2009 | 10:04 Peripatetik
Ja, meisterfalk, ich weiß was ich gesagt habe, und beiße mir auf die Lippen. Mit dieser zwar ernst gemeinten, aber leichtfertigen Äußerung habe ich vielleicht meinen künftigen Texten geschadet. Wie soll ich berichten, was ich gesehen habe, wenn es dann heißt, das hat der sich bloß ausgedacht? Ts, ts. Ich denk noch mal drüber nach. Grüße, Peripatetik
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Wichtige Blogs

29.11.2009 | 03:13 Anne Roth
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29.11.2009 | 06:21 Deaktivierter Nutzer
Danke für diese klugen Blog. Abgesehen davon, dass es auch Männerfeindlichkeit im www gäben mag, Frauenfeindlichkeit gibt es wirklich. Obwohl das Geschlecht / die Physische Präsenz im www überhaupt ke...
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29.11.2009 | 09:49 Peripatetik
Vielen Dank auch von mir. Es überrascht mich nicht, dass sich die Offline-Welt auch online fortsetzt. Aber mit größeren Mängeln? "Frauenfeindlichkeit gibt es wirklich. Obwohl das Geschlecht / die Physische Präsenz im www überhaupt keine Rolle spielt." Das ist natürlich ein Hinweis darauf, welch geringe Rolle der Körper spielt. Es ist eben hauptsächlich Einbildung. Aber die Kategorien männlich/weiblich sind sehr alt und offenbar sehr stark. Ein Erklärungsansatz könnte sein, dass Männer sich in der relativen Anonymität des Netzes mehr trauen. Wir müssen wohl einsehen, dass viele Männer von der Gleichberechtigung, die sie den Frauen zugestehen, die sie manchmal sogar fordern, nicht überzeugt sind und dass sie auch nie wirklich darüber nachgedacht haben. Sie vertreten diese Forderungen vielleicht nur, um gut dazustehen. Im Netz ist das wohl nicht nötig, und dann kommt der atavistische, aber quicklebendige Chauvinist (gibt es das Wort noch?) wieder durch. Das bedeutete, online genauso Druck machen zu müssen wie offline, und zwar ohne Pause. Ich weiß, das macht selten Spaß, aber was hilfts. Vielleicht habe ich auch Unrecht, es sind ja nur Vermutungen. "Würde ein Mann die Rolle tauschen & z.B. hier als Frau schreiben?" Tja. In meinem Profil habe ich mich als männlich gekennzeichnet, obwohl ich diesen Punkt lieber offen gelassen hätte. Ich hoffe, diese Angabe soll lediglich grammatikalischen Zwecken dienen. Ich bin aber hier mitunter auch in der weiblichen Form angesprochen worden und fand das, ja, schmeichelhaft. Im Ernst. Falls ich ein Mann bin, habe ich Hemmungen z.B. einen Frauenbuchladen zu betreten. Diese Freiräume haben ja einen Sinn, wenn nicht für alle, dann für einige, und niemandem zum Schaden. So auch hier. Es gibt Frauen, die wollen, dass eine Frau auch wirklich eine Frau ist. Ich finde das blöd, weil ich damit von anderen auf etwas festgelegt werde, aber es geht um Vertrauen, und deshalb respektiere ich das vorerst. Jetzt gebe ich die Frage zurück: Sollte ein Mann die Rolle tauschen & z.B. hier als Frau schreiben? Viele Grüße, Peripatetik
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Web 1.5

27.11.2009 | 08:21 Peripatetik
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27.11.2009 | 22:00 Deaktivierter Nutzer
So, nun ist es also Abend. Habe mir Deinen Text noch mal in Ruhe durchgelesen. Gefällt mir immer noch, so als Text. Nur, bist Du mit Dir im Reinen? Ich meine, wer ist das schon ganz. Aber wenigstens a...
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28.11.2009 | 08:32 Peripatetik
Hallo, meisterfalk, ob ich persönlich mit mir im Reinen bin, ist hoffentlich keine ernst gemeinte Frage. Das würde ich lieber mit mir allein ausmachen. Ich behalte mir vor, mit mir selbst dreifach über Kreuz zu liegen und trotzdem hier zu posten. Ansonsten bin ich schon ich: hin- und hergerissen zwischen Web 2.0 und Kannitverstan. Ganz schön schwer, als Cassettenzurückspuler und Bücherumblätterer hier mitzuhalten. Schon vom Tempo her, aber auch sonst. Grüße, Peripatetik
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