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Ich will auch mal was zum Wahlausgang sagen. Mir fällt aber nichts ein. Und das Deprimierende ist, dass ich schon vor Tagen wusste, dass mir nichts einfallen würde. Wer ist denn jetzt überrascht? Nur die Leute, die den täglich auf uns einprasselnden Umfragen nicht geglaubt haben. Z.B. das Politbarometer hatte vor drei Wochen die SPD bei 23 Prozent. Wobei die Frage ist, ob die Sozialdemokraten mit 26 Prozent weniger enttäuscht gewesen wären.
Alle anderen Parteien können ja zufrieden sein. Gut, die Grünen wollten Schwarz-gelb verhindern - und stattdessen was erreichen? Die große Koalition beibehalten? Es war doch allen längst klar, dass Merkel bleibt. Und jetzt ist auch klar, wie lange. Nämlich vier Jahre. Selbst wenn, wie in Frankreich, die Autos brennen, sehe ich im Bundestag keine Chance für ein Misstrauensvotum. Es gilt, die Wahl 2013 anders zu entscheiden und bis dahin gesellschaftlich Druck zu machen.
Die wichtigste Entscheidung der nächsten Jahre fällt in diesem Dezember in Kopenhagen. Alles andere, Soziales, Datenschutz, Krieg usw. verblasst dagegen. Ob wir Arbeitslosen morgens die Zeitung auch essen müssen, mit der wir uns abends zugedeckt haben, spielt keine Rolle im Vergleich zu den Problemen, die weltweit auf uns zukommen. Die Klimakanzlerin wird wieder blockieren und sich dafür feiern lassen. Wer eine Idee hat, wie das zu verhindern ist (die Blockade, nicht die Feier), melde sich.
Eher auf der Ebene von Sport sehe ich das Schicksal der SPD. Wer wird neuer Trainer bei Hertha? Steinmeier würde dafür sorgen, dass Deutschlands älteste Partei den Weg von "Deutschlands ältester Partei" nimmt: in 20 Jahren neben dem Zentrum unter Sonstige. Gabriel, der Sachdiskussionen gänzlich durch persönliche Angriffe ersetzen möchte, kann eine programmliche Erneuerung nicht leiten. Nahles und Wowereit sind offensichtliche KandidatInnen, befürworten aber im Zweifel Kriegskredite: müsste man sehen. Seit aber die SPD bereit ist, ehemaligen Vorsitzenden eine zweite Chance zu geben, und seit der Wahl gestern habe ich einen anderen Tipp. Ein Hörsturz ist nicht genug: Platzeck sitzt eine Schamfrist von ein, zwei Jahren in Potsdam ab, dann soll "der Matthias es richten". Bis dahin hält Steinmeier aus. Oder, Coup der Coups, die SPD springt über ihren Nachtmahr und holt den erfolgreichsten Sozialdemokraten der letzten Jahre, echtes Urgestein der Partei, zurück an die Spitze: Oskar. Extrem unwahrscheinlich, würde aber eine Menge Probleme lösen.
Und jetzt zur eigentlichen Überraschung der Wahl. Was hat denn Markus Söder mit seinem q-len Malcolm X-Bart gemacht?
Ich sag ja, mir fällt nichts ein. Es ist deprimierend.
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Da schließ ich mich mal an mit meinem Schweigen.
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Netter Link.
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schrieb am
28.09.2009 um 14:03
Gibt es schon, die "Linke SPD". Sie nennt sich "Die Linke".
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Merdeister,
wolltest du damit eine Fusion von Spd und der Linken für die Zukunft prognostizieren? |
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Jup.
Alles andere wäre Kokolores. Langfristig. |
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Ist das nicht noch unwahrscheilicher als dass die SPD Oskar Lafontaine zurückholt ( falls der das überhaupt wollen würde..) ?
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Die Spd muss weiter nach links, um jemals wieder eine Chance auf keinen Mist zu haben. Da kommt aber bald die Linke. Die kann aber nicht viel weiter nach links, weil sie dann alle verliert, die sie nun gewonnen hat. Eine Fusion wäre da nur Konsequent.
Aber Konsequent und Wahrscheinlich gehen natürlich nicht immer Hand in Hand. |
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schrieb am
28.09.2009 um 23:41
An der Stelle sollte ich vielleicht Eigenwerbung für eine Freitagsfrage machen...
www.freitag.de/arena/debatte?id=831 |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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Einzelpreis: 3.60 €
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