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Da ich ein sehr wißbegieriger Mensch bin, habe ich z.B. viele persönliche Veröffentlichungen über Ulrike Meinhof, Gundrun Ensslin, Irmgard Möller oder Gerhard Wisnewski gelesen.
Andreas Baader kommt bei allen nicht gut weg. Für mich ist Baader ein Extrem, über das man sich eigentlich nicht groß unterhalten sollte. Das eine war falsch, dass andere aber ebenso. Was mich am meisten schockiert ist, dass junge Menschen, die ja alle aus gut bürgerlichen Familien kamen, zu Mördern wurden. Ich kann mir das nur so erklären, Kinder werden ja durch eine Gesellschaft geformt, dass das damalige verkommene und verlogene System der BRD diese jungen Menschen zu Mördern machte. Schlimm war, dass dann Richter bildlich über ihre eigenen Kinder die Urteile sprechen mußten. Interessant war eine Äußerung von Herrn Dr. Baum der sagte, hätte der Staat diesen jungen Menschen das Gespräch angeboten, wäre diese Tragödie nicht passiert. Der Staat hat nur die Gewalt gekannt, die dann von den Mitgliedern der RAF mit Gewalt beantwortet wurde. Heute ist es nicht viel anders, man sucht nicht den Weg des Dialogs, sondern nur den Weg des Spaltens. Ich kann mich noch gut an den evangelischen Kirchentag erinnern, wo der ehemalige Ministerpräsident Herr Dr. Höppner davor warnte, wer Menschen schikaniert, erntet Gewalt. Gerade wir in der BRD werden nicht gerade gut von der Obrigkeit regiert, sondern wir werden an allen Enden bevormundet und eben auch schikaniert. Wir lange diese Prozedur noch gut geht, mag ich zu bezweifeln. Und weil die Obrigkeit weiß, wie es im Volk brodelt, wird es von den bestimmten staatlichen Einrichtungen bespitzelt und ausgeforscht. Das Verhalten der DDR verurteilt man, im Grunde ist man aber noch viel schlimmer, aber keiner regt sich auf. Vom Bundesdatenbeauftragten kommt zwar ein Vorsicht, der Staat macht aber munter weiter. Das ist eben die große Freiheit und Demokratie. Wie sagte der bekannte Liedermacher Herr Biermann, als er in die BRD ausgewiesen wurde. Er sei vom Regen in die Jauche gekommen. Wie wahr. |
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„Das ist ja gar nicht dumm und auch noch aktuell“, sagt eine Frau halblaut, als sie gelesen hat, wie schnell Kritiker der linken Legalitätspolitik in diesem Land zu Anarchisten gestempelt werden, auch wenn sie sich selber gar nicht so verstehen.
----- Würde es selbst so formulieren: "Es ist weniger wichtig, wer etwas sagt, vielmehr was sie/er sagt" Nun ist mir aus der schwachen Erinnerung allerdings wenig bis nichts an journalistischer, intellektueller Reflektion von Baader bekannt; vollkommen anders bei Ulrike Meinhof, deren engagierte, gesellschaftspolitische Analysen "vor!" ihrem Abgleiten in den Terrorismus wohl nicht nur bei mir einen bleibenden Eindruck hinterließen. Warum also Baader posthum verklären? Die vordergründig-plakativen Rambo/Aktion-Szenarien sind mit Sicherheit ebensowenig passend, aber in derartigen "Kollektiven" wird es immer verschiedene Strömungen, deren repräsentative Akteure geben; Macher, Reflektierer und auch Zweifler, um nur die möglicherweise wichtigsten zu nennen. Vielleicht nicht vollkommen vergleichbar, aber wenn man das "Kubanische Tagebuch" liest, den aus meiner Sicht nur wenig überzeichnenden Pathos gar ausblendet, so beschreibt der Autor sich und andere mit eben diesen genannten Zuschreibungen. Und Sinatras "My Way" ist dabei wirklich unpassend, relativierend, verklärend, gar provozierend. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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