Monatelang fiel die Netzgemeinde auf Tom MacMasters „Amina Arraf“-Hoax rein. Die überwältigende Welle der Solidarität mit der erfundenen Netz-Figur ist dabei vielleicht nicht mal überraschend, denn von Anfang an brillierte hier eine Fiktion, die wahrscheinlich optimal die Bedürfnisse der Massen befriedigte.
Wir sehen, was wir sehen wollen
So stand Amina Arraf mit ihren Blogbeiträgen für den Orient, den sich der privilegierte Westen in seinen kühnsten Träumen ausmalt. Repräsentiert wurde dieser "weiße Westen" im vorliegenden Fall durch Tom MacMaster, einen jungen Mann, der - wie so viele - annahm, dass dieser "Fantasie-Orient" seiner Hilfe bedarf und daher mit einer - zugegeben - gut konstruierten Geschichte wieder einmal dafür sorgte, dass wir am Ende sehen, was wir sehen wollen.
Eine Einordung zum Fall Amina Arraf findet sich hier:
Das Gesicht der Macht bleibt weiß
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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