Das Ich im Social Web - eine argwöhnische Betrachtung des Digital-Klons und die Überlegung: "Wie werde ich die Alte wieder los?" So startet unser Text Digital Girl Interrupted.
Die meisten von uns haben einen Digital-Klon, vielleicht sogar mehrere. Auch Antje Schrupp beschäftigte sich erst letztens noch im weitesten Sinne mit ihnen, mit den Lieferern und Schmarotzern von Content, und mit den Bewertungsschemata, die manchmal zwischen beiden Parteien im Raum hängen:
"Nein, was mich in Rage bringt ist, wenn dieses „Ich schreib nichts ins Internet“ im Duktus der Überheblichkeit daher kommt, so nach dem Motto: Ich schreibe nichts ins Internet und deshalb bin ich toller und cooler als diese ganzen Deppen, die sich da vor aller Öffentlichkeit entblößen."
Auf jeden Fall gibt es sie, unsere Web-Variante, manchmal aktiv, manchmal nur stumm mitlesend - und dazu die schwelende Frage: Was machen wir mit unserer Internetidentität, und was macht sie am Ende mit uns?
Persönlichkeitsersatzteillager, die bessere Variante des Real-Lifes, hübscher, cleverer, aufgeweckter, zufriedener: Kann man alles haben. Und Studien weisen nun schon daraufhin, dass das nicht immer der Zufriedenheit zuträglich ist. "Es gibt offenbar einen Zusammenhang zwischen der Facebook-Nutzung und der Wahrnehmung des eigenen Lebens. Einer aktuellen Studie zufolge beginnen Menschen, die immer mehr Zeit bei Facebook verbringen, zu glauben, dass andere ein besseres Leben führen als sie", hieß es Ende Januar in der netzwelt, die eine Studie der Utah Valley Universität zitierte.
Man wird sehen, wo die Netzinteraktion uns noch hinführt, und solange haben wir halt Web-Zwillinge. Und wenn sie zu sehr nerven: Computer aus.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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